Heidenopfertisch

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Heidenopfertisch
Der Heidenopfertisch (2009) von Norden gesehen

Der Heidenopfertisch (2009) von Norden gesehen

Heidenopfertisch (Niedersachsen)
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Koordinaten 52° 52′ 34,2″ N, 8° 15′ 56″ OKoordinaten: 52° 52′ 34,2″ N, 8° 15′ 56″ O
Ort Visbek, Niedersachsen, Deutschland
Entstehung 3500 bis 2800 v. Chr.
Sprockhoff-Nr. 974
Der Heidenopfertisch (2012) - Ansicht von Nordost

Die Megalithanlage Heidenopfertisch mit der Sprockhoff-Nummer 974 befindet sich in der Gemeinde Visbek im Landkreis Vechta in Niedersachsen. Sie gehört zu den Anlagen der Wildeshauser Geest und zählt zu den bekanntesten Großsteingräbern Norddeutschlands. Die Anlage liegt an der Straße der Megalithkultur. Die Bezeichnung Heidenopfertisch stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Der Opfertisch ist eine Megalithanlage der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur (TBK) (3500–2800 v. Chr.). Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie jungsteinzeitlicher Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Heidenopfertisch liegt nahe der Bundesautobahn 1 südöstlich von Ahlhorn beim Landgasthof Engelmannsbäke, auf dem Gebiet der Bauerschaft Endel in der Gemeinde Visbek.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anlage in Ost-West-Richtung ist ohne Einfassung angelegt; eine Überhügelung ist nicht nachweisbar. Auf der einen Längsseite befanden sich ehemals sieben, auf der anderen sechs Tragsteine. Von den drei Decksteinen sind noch zwei vorhanden. Der Heidenopfertisch verfügt über den größten und schwersten erhaltenen Deckstein aller Großsteingräber im Oldenburgischen: Bei einer Größe von noch etwa 5 x 3 Meter soll der relativ flache Deckstein ein Gewicht von circa 40 Tonnen besitzen. Er war ursprünglich deutlich größer (7 x 3 x 1,2 m), denn mindestens zwei Stücke wurden im frühen 19. Jahrhundert abgesprengt und als Baumaterial verwendet. Die Grabkammer ist ca. 10 x 2,5 m groß und es gibt keine Hinweise auf eine Einfassung. [2] Der Zugang, von dem keine Steine erhalten sind, lag vermutlich im westlichen Teil der Südseite.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anette Bußmann: Steinzeitzeugen. Reisen zur Urgeschichte Nordwestdeutschlands. Isensee Verlag, Oldenburg 2009, ISBN 978-3-89995-619-1 S. 87–88.
  • Mamoun Fansa: Großsteingräber zwischen Weser und Ems (= Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland. Beiheft 33). 3. veränderte Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 2000, ISBN 3-89598-741-7, S. 138–139.
  • Ernst Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschland. Teil 3: Niedersachsen – Westfalen. Rudolf Habelt Verlag, Bonn 1975, ISBN 3-7749-1326-9, S. 143–144.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großsteingrab Heidenopfertisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Hünensteine im Oldenburgischen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Müller In: Varia neolithica VI 2009 S. 15
  2. steinzeugen.de – Heidenopfertisch, abgerufen am 27. Oktober 2014