Heidesee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Heidesee (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heidesee
Heidesee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heidesee hervorgehoben
Koordinaten: 52° 15′ N, 13° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 135,67 km²
Einwohner: 6889 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15754
Vorwahlen: 033763, 033767, 033768
Kfz-Kennzeichen: LDS, KW, LC, LN
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 217
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenstraße 14b
15754 Heidesee
Webpräsenz: www.gemeinde-heidesee.de
Bürgermeister: Siegbert Nimtz (UWGH)
Lage der Gemeinde Heidesee im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Heidesee (niedersorbisch Wysoki jazor) ist eine amtsfreie Gemeinde im Nordosten des Landkreises Dahme-Spreewald in Brandenburg in Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidesee liegt etwa 30 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Berlin und zehn Kilometer östlich der ehemaligen Kreisstadt Königs Wusterhausen in einer Heidelandschaft mit Wäldern (vorwiegend Kiefernwäldern), Seen, Flüssen und Kanälen. Die Ortsteile umschließen die Blossiner Heide. Die Gemeinde liegt zwischen dem Wolziger See, dem Fluss Dahme und dem Oder-Spree-Kanal am Südrand des Berliner Urstromtals. Die Landschaft wurde durch die Weichseleiszeit (vor etwa 10000 bis 20000 Jahren) geformt.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Heidesee reicht im Norden von der Bundesautobahn 12 und der Grenze des Landkreises Dahme-Spreewald bis zur Bundesstraße 246 im Süden und von der Bundesstraße 179 im Westen bis zur Grenze des Landkreises Dahme-Spreewald im Osten.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Heidesee grenzen folgende Gemeinden: Storkow (Mark), Tauche, Münchehofe, Groß Köris, Bestensee und Königs Wusterhausen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidesee untergliedert sich nach seiner Hauptsatzung[2] in elf Ortsteile und vier bewohnte Gemeindeteile:[3][4]:

Dazu kommen folgende Wohnplätze: Bergschäferei, Bindow-Dorf, Bindow-Süd (Bendow połdnjo), Dudel, Forsthaus Dubrow, Forsthaus Frauensee, Forsthaus Prieros, Forsthaus Sauberg, Kolberger Ablage, Neubrück-West, Neustadt, Pläns, Prieros-Ziegelei, Prierosbrück, Prieroser Mühle, Sandschäferei, Schliebenbusch, Siedlung am Dolgenhorst, Siedlung Uhlenhorst, Siedlung Waldfrieden, Streganz-Pechhütte, Streganzberg und Wolziger Kolonie.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Spreenhagener Straße 1 im Ortsteil Wolzig wurde 1929 ein Jüdisches Jugend- und Pflegeheim erbaut, in dem straffällig gewordene Jugendliche im Sinne der Reformpädagogik resozialisiert wurden. Im Juni 1933 überfielen SA-Männer das Heim und verschleppten 40 Jugendliche und fünf Erzieher nach Berlin und weiter in das KZ Oranienburg. Das Haus wurde NS-Organisationen übertragen und ist seit 1948 Alters- und Pflegeheim.

Eingemeindungen

Die Gemeinde entstand im Zuge der Gebietsreform am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Bindow, Blossin, Dannenreich, Friedersdorf, Kolberg und Prieros.[5] Die Gemeinden Dolgenbrodt, Gräbendorf, Gussow, Streganz und Wolzig wurden zum selben Datum per Gesetz in die neu gebildete Gemeinde Heidesee eingegliedert. Gleichzeitig wurde das von 1992 bis 2003 existierende Amt Friedersdorf aufgelöst.[6]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2003 7 069
2004 7 021
2005 7 035
2006 7 078
2007 7 082
Jahr Einwohner
2008 7 041
2009 7 058
2010 7 039
2011 6 946
2012 6 903
Jahr Einwohner
2013 6 864
2014 6 828
2015 6 889

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 56.1 %
 %
30
20
10
0
22,6 %
19,2 %
16,8 %
13,5 %
13,0 %
8,9 %
3,3 %
2,7 %
UWGH
B.f.B

Die Gemeindevertretung von Heidesee besteht aus 18 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[8]

  • Unabhängige Wählergruppe Heidesee: 4 Sitze
  • Die Linke: 3 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Unabhängige Wählergemeinschaft Friedersdorf: 2 Sitze
  • Bürger für Bürger: 2 Sitze
  • NPD: 1 Sitz
  • FDP: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegbert Nimtz (parteilos) wurde in der Bürgermeisterwahl vom 11. September 2011 mit 73,9 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 55,7 %).[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 3. Juni 2004 genehmigt.

Blasonierung: „Schräggeteilt von Gold und Blau, oben ein geädertes, grünes Eichenblatt mit Frucht, unten ein stehender silberner Reiher.“[10]

Die Gemeinde Heidesee hat als Wappen das Wappen der vormals eigenständigen Gemeinde Gräbendorf übernommen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatmuseum in Prieros

In der Liste der Baudenkmale in Heidesee und in der Liste der Bodendenkmale in Heidesee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Naturdenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidesee liegt mit seinen Ortsteilen Gräbendorf und Prieros an der Bundesstraße 246 zwischen Zossen und Storkow. Die Anschlussstelle Friedersdorf der Bundesautobahn 12 Berlin–Frankfurt (Oder) befindet sich auf dem Gemeindegebiet.

Der Haltepunkt Friedersdorf liegt an der Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow und wird von der Regionalbahnlinie RB 36 Königs WusterhausenFrankfurt (Oder) bedient.

Im Ortsteil Friedersdorf befindet sich ein Flugplatz Friedersdorf (ICAO-Code EDCF)

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[11] 4 279 4 272 4 360 4 396 4 430 4 441 4 421
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 604 607 618 625 638 643 644

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet gibt es mehrere Übernachtungsträger, die sich hauptsächlich auf Kinder- und Jugendreisen spezialisiert haben[12]:

  • Kinder- und Jugenderholungszentrum KiEZ Frauensee im OT Gräbendorf
  • Kinder- und Jugenderholungszentrum KiEZ Hölzerner See im OT Gräbendorf
  • Jugendbildungszentrum im OT Blossin
  • Pfauenhof im OT Kolberg
  • Kinder-, Jugend- u. Familiennaherholung im OT Prieros
  • Kinderbauernhof im OT Gussow
  • Ferien- und Freizeitzentrum im OT Blossin
  • Fuchsbau im OT Prieros
  • Kunterbuntehof im OT Streganz
  • CVJM-Heim im OT Gussow

Mit diesen Einrichtungen hat Heidesee, gemessen an den Gesamtübernachtungszahlen, wohl den größten Anteil von Kinder- und Jugendreisen an den Gesamtübernachtungszahlen in Deutschland.

Übernachtungen[13] 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Gemeinde Heidesee 235.386 227.443 220.404 225.025 230.507 237.904
darunter Jugendreiseeinrichtungen[14] 187.742 184.405 ca. 200.000 212.846 ca. 207.000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heidesee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Lesefassung der Hauptsatzung der Gemeinde Heidesee (zuletzt geändert durch die Erste Änderungssatzung vom 1. September 2009)
  3. a b Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg - Gemeinde Heidesee
  4. ISBN 3-515-08664-1 Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow; Seiten 226 bis 228
  5. Bildung einer neuen Gemeinde Heidesee. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 15. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 22, 29. Mai 2002, S. 562 PDF
  6. Sechstes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße (6.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 93
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  11. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  12. Marketingplan Dahme-Seenland 2013. Abgerufen am 26.12.2015.
  13. Amt für Statistik Berlin Brandenburg - Statistiken. In: www.statistik-berlin-brandenburg.de. Abgerufen am 26. Dezember 2015.
  14. Einrichtungen für Kinder. In: yumpu.com. Abgerufen am 26. Dezember 2015.