Heidi Hautala

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Heidi Hautala (2011)

Heidi Anneli Hautala (* 14. November 1955 in Oulu) ist eine finnische Politikerin des Grünen Bunds. Von 1991 bis 1995 und von 2003 bis 2009 war sie Mitglied des finnischen Parlaments, von 1995 bis 2003 und von 2009 bis 2011 Mitglied des Europäischen Parlaments. Zwischen 2011 und 2013 hatte sie das Amt der finnischen Entwicklungshilfeministerin inne. Seit 2014 ist sie erneut Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidi Hautala wurde 1955 als Tochter von Yrjö Sakari Hautala und dessen Frau Vappu Margit Helena Grönqvist in Oulu geboren. 1974 gründete sie das vegetarische Restaurant Kasvis. Zudem arbeitete sie als freiberufliche Journalistin und hatte Kolumnen in den Magazinen „Uuden Ajan Aura“ (1976–1982) und „Suomi“ (1982–1985). Von 1980 bis 1985 war sie als Lehrerin für vegetarisches Kochen tätig. 1988 beendete sie ihr Gartenbau-Studium an der Universität Helsinki und erhielt den Master-Abschluss für Land- und Forstwirtschaft.

1985 wurde Heidi Hautala in den Stadtrat von Helsinki gewählt (bis 1994). 1987 übernahm sie für vier Jahre den Vorsitz ihrer Partei, des Grünen Bunds. Von 1991 bis 1995 war sie Mitglied des finnischen Parlaments. Nachdem Finnland 1995 der EU beitrat, wechselte sie ins Europäische Parlament, wo sie der Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz angehörte. In dieser Zeit war sie unter anderem Vorsitzende im Ausschuss für die Rechte der Frau und in der Delegation für die Beziehungen zu der Schweiz, Island und Norwegen. Von Juli 1999 bis Januar 2002 war sie zudem Vorsitzende ihrer Fraktion. 2003 wechselte sie zurück in das Finnische Parlament, wo sie unter anderem Vorsitzende des Rechtsausschusses wurde. Ihren Sitz im Europäischen Parlament übernahm Satu Hassi.

2000 und 2006 kandidierte Hautala für die Grünen für das Amt des Präsidenten von Finnland, unterlag jedoch beide Male abgeschlagen gegen Tarja Halonen. Bei der Wahl 2000 wurde sie Fünfte und erhielt 3,3 % der Stimmen, bei der Wahl 2006 Vierte mit 3,5 % der Stimmen.[1]

Nachdem die Grünen bei der Europawahl in Finnland 2009 einen zweiten Sitz erringen konnten, kehrte Hautala als zweite Grüne neben Hassi in das Europäische Parlament zurück.[2] Hier wurde sie zur Vorsitzenden im Unterausschuss für Menschenrechte gewählt.

Nach der finnischen Parlamentswahl 2011 wurde Hautala von ihrer Partei als Ministerin für Entwicklungspolitik benannt.[3] Hierfür musste sie ihr Mandat im Europäischen Parlament niederlegen; Nachrückerin wurde Tarja Cronberg. Das Ministeramt legte Hautala im Oktober 2013 aufgrund einer Verwicklung in einer Affäre um den Eisbrecher Nordica nieder. Hautala hatte sich für Greenpeaceaktivisten eingesetzt, die gegen die mit dem Schiff geplanten Offshore-Bohrungen vor der Nordküste Alaskas demonstriert hatten.[4] Ihr Nachfolger wurde Pekka Haavisto. Seit der Europawahl in Finnland 2014 ist Hautala erneut Mitglied des Europäischen Parlaments.

Heidi Hautala gehört zu den 89 Personen aus der Europäischen Union, gegen die Russland im Mai 2015 ein Einreiseverbot verhängt hat.[5][6]

Hautala ist nicht verheiratet. Sie hat einen erwachsenen Sohn.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heidi Hautala – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. statfin.stat.fi: Ergebnisse zu den Auszählungen der letzten Wahlen in Finnland
  2. Helsingin Sanomat: True Finns and Greens advance in European Parliament elections as big parties suffer
  3. Helsingin Sanomat, 24. Juni 2011: Greens name Niinistö and Hautala as new ministers (englisch).
  4. Reinhard Wolff: Zu grün für Finnlands Regierung klimaretter.info, 13. Oktober 2013
  5. Andreas Borcholte: Einreise-Verbote: Russland wirft EU-Politikern Show-Gehabe vor. In: Spiegel Online. 31. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.
  6. RUS: Russische Visasperrliste. In: yle.fi. 26. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015 (PDF 23 KB).