Heidi Klum

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Heidi Klum 2014

Heidi Klum (* 1. Juni 1973 in Bergisch Gladbach) ist ein deutsches Model. Seit 2008 besitzt sie auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Sie ist Moderatorin und Produzentin der Fernsehsendungen Germany’s Next Topmodel und Project Runway.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidi Klum ist in ihrem Geburtsort Bergisch Gladbach aufgewachsen und besuchte die dortige Gesamtschule Paffrath, die sie mit dem Abitur abschloss. Ihr Vater Günther ist gelernter Chemiefacharbeiter und ehemaliger Produktionsleiter beim Parfümhersteller 4711, ihre Mutter Erna ist ausgebildete Friseurin[1], aus einer früheren Beziehung stammt ein 1964 geborener Halbbruder.[2]

Entdeckung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klums Karriere begann 1992 mit ihrer Teilnahme am Wettbewerb Model ’92, einer ersten Casting-Show des Fernsehsenders RTL, die in Zusammenarbeit mit der Frauenzeitschrift Petra, der New Yorker Modelagentur Metropolitan und der Late Night-Talkshow Gottschalk Late Night mit Thomas Gottschalk als Moderator realisiert wurde.

Bei diesem Wettbewerb setzte sich die damals 19-jährige Schülerin gegen 25.000 Konkurrentinnen durch und gewann einen mit 300.000 US-Dollar dotierten Vertrag als Fotomodell für die Dauer von drei Jahren. Nach dem bestandenen Abitur verzichtete sie auf einen Ausbildungsplatz als Modedesignerin in Düsseldorf, um als Model zu arbeiten.[3] Seit 1993 lebt Klum in den Vereinigten Staaten.

Der Durchbruch gelang Heidi Klum 1998 mit der Abbildung auf der Titelseite der Bademodenausgabe der US-amerikanischen Zeitschrift Sports Illustrated[3] mit 55 Millionen Lesern. Fortan war Klum auch für die Unterwäschefirma Victoria’s Secret tätig, außerdem erschien sie auf den Titelseiten von Zeitschriften wie Vogue oder Elle[4] und wurde ein international gefragtes Model und Werbegesicht. Heidi Klums Vater ist auch ihr Manager. Er gründete in Bergisch Gladbach die Heidi Klum GmbH & Co. KG und betreibt dort auch deren Büro.[1]

Selbstvermarktung und Image[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klum war für verschiedene Unternehmen als Werbeträger tätig.[5][6][7][8][9] Sie nutzt ihre internationale Bekanntheit auch zur Vermarktung von Produkten, die ihren Namen als Bestandteil des Markennamens tragen wie Süßwaren, Schmuck, Kleidung und Parfums. Der New Yorker Juwelier Mouawad bietet eine Heidi-Klum-Kollektion an. Er ist ebenfalls verantwortlich für die Gestaltung eines jährlich jeweils neuen Diamant-Büstenhalters der Firma Victoria’s Secret, den Klum mehrfach präsentierte. Im Dezember 2004 erschien Klums Buch Heidi Klum’s Body of Knowledge: 8 Rules of Model Behavior (to Help You Take Off on the Runway of Life), das seit April 2005 auch auf Deutsch unter dem Titel Natürlich erfolgreich vermarktet wird. Die Co-Autorin Alexandra S. Postman ist zuvor als Mitautorin eines Buchs über plastische Chirurgie in Erscheinung getreten und Redakteurin der Frauenzeitschrift Elle. 2005 taufte Klum während einer öffentlichen Veranstaltung eine Rosensorte auf den Namen Heidi-Klum-Rose.[10]

Ende des Jahres 2005 sorgte Klums Vater und Manager Günther Klum für Empörung in der deutschsprachigen Weblogszene und für ein beachtliches Medienecho. Er hatte versucht, einem Blogger die Erwähnung des Namens Heidi Klum in der URL eines Blogeintrages zu untersagen. Auslöser der Auseinandersetzung war ein Eintrag, der Klums Engagement als McDonald’s-Testimonial thematisierte.[11]

2009 widmete die deutsche Vogue Klum eine komplette 140-seitige monothematische Juni-Ausgabe.[12] Laut der Forbes-Liste The World’s 15 Top-Earning Models galt Heidi Klum 2008 als eines der bestbezahlten Models der Welt.[13] 2012 tauchte sie auf dieser Liste nicht mehr auf, da sie kein reines Model mehr sei; sie sei inzwischen eine Medienunternehmerin wie ihre Kollegin Tyra Banks.[14] In der Liste Most Powerful Women belegte sie 2011 Platz 39.[15]

Film, Fernsehen und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidi Klum in einem Kleid von John Galliano 2010

Im Dezember 2004 startete Klums erste Fernsehshow beim US-amerikanischen Fernsehsender Bravo TV: Bei Project Runway (Projekt Laufsteg) ist sie nicht nur eine von elf Produzenten, sondern auch Moderatorin und Jury-Vorsitzende der Show: Die Kandidaten der Show kämpfen im Ausschlussverfahren darum, von der Jury als bester der zwölf antretenden Amateur-Modedesigner ausgewählt zu werden.

Heidi Klum arbeitet gelegentlich auch als Schauspielerin. In der US-amerikanischen Fernsehserie Chaos City (Originaltitel Spin City) spielte sie 1999 in sieben Folgen der dritten Staffel sich selbst (das Fotomodell Heidi Klum) als Freundin der Hauptfigur Michael Flaherty (dargestellt von Michael J. Fox). In der Filmkomödie Über kurz oder lang spielte sie in einer Nebenrolle neben Josh Hartnett ein Frisuren-Model namens Jasmine. 2001 trat sie in einer Folge der Serie Sex and the City als Gast auf und spielte ebenfalls sich selbst. 2006 hatte sie einen kurzen Auftritt in der US-amerikanischen Filmkomödie Der Teufel trägt Prada. Ferner hatte sie einen Gastauftritt in der US-Serie Malcolm mittendrin als Hockeyspielerin und in der amerikanischen Fantasykomödie Ella – Verflixt & zauberhaft, in der sie eine schöne, freundliche Riesin spielt. Im Jahr 2010 erhielt Heidi Klum zusammen mit Model-Kollegin Paulina Porizkova für eine Episode in der Fernsehserie Desperate Housewives eine weitere Gastrolle, in der sie sich selbst spielt.[16]

Weltweite Aufmerksamkeit gewann Klum durch ihre Moderation zur Gruppenauslosung der Fußball-WM 2006 am 9. Dezember 2005 in Leipzig an der Seite von Reinhold Beckmann. An diesem Abend saßen ca. 320 Millionen Zuschauer weltweit vor den Bildschirmen. Wegen ihres nach iranischer Wertevorstellung unsittlichen Kleides wurde ihr Auftritt während der Ausstrahlung im iranischen Fernsehen zensiert[17].

Ab Januar 2006 moderierte Heidi Klum erstmals die Model-Castingshow Germany’s Next Topmodel auf ProSieben. Klum sprach in der Sendung offen die Ansprüche aus, die heutzutage allgemein an Models in Bezug auf Gewicht und Figur gestellt werden, unter anderem auch, dass Mädchen, die an sich nach dem Body-Mass-Index (BMI) untergewichtig sind, für eine Modelkarriere dennoch als zu dick gelten könnten. In diesem Zusammenhang warnten einige Experten aufgrund der großen Öffentlichkeitswirkung vor der Show, da sie möglicherweise Mädchen in die Magersucht treibe. Trotz dieser Kontroverse wurde Germany’s Next Topmodel in jährlichen Staffeln unter Klums Moderation fortgesetzt. Am 17. November 2006 erschien ihre erste Single Wonderland, die für eine Reihe von Douglas-Werbespots produziert wurde. Den gesamten Erlös der Single spendete sie dem Kinderdorf Bethanien aus ihrer Heimatstadt Bergisch Gladbach. Die Single erreichte Platz 13 der deutschen Single-Charts.

2011 übernahm Klum in den USA die Moderation der Sendung Seriously Funny Kids, bei der Kinder im Stile der Versteckten Kamera hinters Licht geführt werden. 2012 moderierte sie die MTV Europe Music Awards 2012 live aus Frankfurt am Main.[18] Von 2013 bis 2015 war Klum für drei Staffeln Teil der Jury bei America’s Got Talent. Im Musikvideo zu der im April 2015 erschienenen Single Fire Meet Gasoline der australischen Sängerin Sia Furler übernahm Klum die Hauptrolle.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. September 2013 erhielt Heidi Klum ihren ersten Emmy als Moderatorin von Project Runway[19]. Am 12. November 2015 bekam sie ihren zweiten Bambi in der Kategorie "Fashion". Ihren ersten Bambi in dieser Kategorie hatte sie im Jahr 2003 erhalten[20].

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidi Klum 2008

1997 heiratete Klum den Starfriseur Ric Pipino, mit dem sie in New York lebte. 2002 folgte die Trennung,[21] 2003 die Scheidung. In einer darauffolgenden Beziehung mit dem Formel-1-Manager Flavio Briatore wurde sie schwanger und brachte am 4. Mai 2004 in New York ihre erste Tochter zur Welt.[22] Briatore bestreitet allerdings, Vater des Kindes zu sein.[23]

Am 10. Mai 2005 heiratete sie in Mexiko den britischen Sänger Seal. Mit ihm hat sie zwei Söhne (* 2005, * 2006) und eine Tochter (* 2009).[24] Nach der Heirat lebte die Familie in Beverly Hills,[25] seit 2011 in Brentwood.[26]

2008 nahm Klum neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.[27][28] Am 5. Oktober 2009 beantragte sie eine Änderung ihres Namens in Heidi Samuel entsprechend dem bürgerlichen Familiennamen ihres Mannes,[29] die im November 2009 bewilligt wurde. Einen Monat später adoptierte Seal Klums erste Tochter.[30] Am 22. Januar 2012 gab das Paar seine Trennung bekannt.[31] Am 6. April 2012 reichte Klum beim County Superior Court in Los Angeles die Scheidung ein und nahm ihren Geburtsnamen wieder an.[32] 2013 erwarb Klum ein neues Domizil in Bel Air;[33] ihr Wohnsitz in Brentwood wurde im August 2014 verkauft.[34]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tierschutzorganisation PETA verlieh Klum aufgrund ihrer Vorliebe für Pelz 2008 den Worst Dressed Award Germany.[35]

Die feministische Zeitschrift Emma kürte in der Ausgabe Mai/Juni 2009 Klum aufgrund ihres Umgangs mit den Kandidatinnen in Germany’s Next Topmodel mit dem Negativpreis „Pascha des Monats“. Emma schrieb: „Diese stupsnasige und kaltschnäuzige Scharführerin peitscht hunderte von naiven jungen Mädchen bislang Richtung Versandhaus-Katalog, wo auch Heidi selber einst brillierte.“[36]

Kritisiert wurde auch Klums Versteckte-Kamera-Sendung Seriously Funny Kids. Zwar gebe es darin auch „harmlose Gags“, schrieb die FAZ; dennoch zeichne sich die Sendung „im Kern dann doch durch die entschlossene Mischung aus Rührseligkeit und Sadismus aus, die man sonst nur von Schäferhundzüchtern der ganz üblen Sorte kennt“.[37]

Karl Lagerfeld bemängelte, dass sie nie auf den Laufstegen der großen Modenschauen in Paris, Mailand oder New York aufgetreten sei; sie sei ein „Werbegirl“. Heidi Klum erklärte diesen Umstand damit, dass sie für solche Auftritte einfach „zu klein und zu rund“ gewesen sei. Allerdings habe sie als Model gutes Geld verdient.[38]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Alexandra Postman: Natürlich erfolgreich. Krüger-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-8105-1277-X.
  • Der kleine schwarze Wackelzahn. (Pixi-Serie 200: Alle lieben Pixi) Carlsen-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-551-05200-1.
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
Wonderland
  DE 13 30.11.2006 (9 Wo.)
  AT 21 01.12.2006 (5 Wo.)
  CH 38 03.12.2006 (6 Wo.)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/ohne Quellen

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wonderland (Single), Wmg (Warner), 2006

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heidi Klum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b vgl. Max Fellmann: Der Kettenhund von Bergisch Gladbach, in Süddeutsche Zeitung magazin, Heft 13/2009, online unter sz-magazin.sueddeutsche.de
  2. Heidi Klum - Wiedersehen mit ihrem Bruder. In: bunte.de vom 1. September 2014. Abgerufen am 3. Juli 2016.
  3. a b vgl. eigene Darstellung auf HeidiKlum.com. [1]
  4. vgl. eigene Darstellung auf HeidiKlum.com. [2]
  5. vgl. z. B. Horizont.net: Dritte Imagekampagne von Peek & Cloppenburg, 20. Juli 2000, online unter horizont.net
  6. vgl. z. B. Horizont.net: McDonald’s holt Heidi Klum, 22. November 2004, online unter horizont.net
  7. vgl. z. B. Horizont.net: McDonald’s verlängert Partnerschaft mit Heidi Klum, 20. November 2006, online unter horizont.net
  8. vgl. z. B. Horizont.net: Werbepartner bleiben Heidi Klum treu, 30. März 2005, online unter horizont.net
  9. vgl. z. B. Horizont.net: Gisele Bündchen löst Heidi Klum bei Otto ab, 5. April 2005, online unter horizont.net
  10. „Taufevent“ mit Heidi Klum, wdr.de, 23. Mai 2005, online unter wdr.de: 'Tauf-Event' mit Heidi Klum (Memento vom 27. November 2007 im Internet Archive)
  11. vgl. z. B. Horizont.net: Katjes wirbt mit Klum trotz Blogger-Wirbel, 12. Januar 2006, online unter horizont.net
  12. Heidi Klum trägt in der Vogue Berliner Design, Berliner Morgenpost, 13. Mai 2009, online unter morgenpost.de
  13. Forbes-Liste: The World’s 15 Top-Earning Models
  14. http://www.forbes.com/profile/heidi-klum/
  15. The World's 100 Most Powerful Women
  16. Desperate Housewives: Heidi spielt Klum, Focus.de, abgerufen am 15. Februar 2010
  17. Zu sexy - Iranisches TV zensiert Klum, Focus.de vom 9.Dezember 2005, abgerufen am 3. Juli 2016
  18. Heidi Klum moderiert MTV EMAs 2012, Presse.MTV.de
  19. US-Fernsehpreis für „Project Runway“: Heidi Klum hat endlich ihren Emmy. In: spiegel.de. Abgerufen am 10. Oktober 2013.
  20. Zweiter Bambi für die Modeikone, gala.de vom 6. November 2015, abgerufen am 3. Juli 2016
  21. http://archiv.rhein-zeitung.de/on/02/11/26/topnews/klum.html
  22. vgl. z. B. KC Baker and Stephen M. Silverman: Klum, Dixie Chick Welcome 3 Baby Girls. people.com, 5. Mai 2004, online unter people.com
  23. vgl. unter max.de Rückblick: Nicht der Papa!
  24. Spiegel Online: Heidi Klum bekommt Tochter. 13. Oktober 2009
  25. Seal, Heidi Klum List Beverly Hills Estate for $6.9 Million Zillow.com, 20. Mai 2011
  26. Heidi Klum & Seal: Hier zerbrach ihr Glück. Bunte.de vom 23. Januar 2012
  27. Solid Gold
  28. Heidi Klum Becomes A Citizen For Her Children. celebrity-babies.com, abgerufen am 15. März 2009 (englisch)
  29. Heidi Klum Saying 'Auf Wiedersehen' To Last Name, omg.yahoo.com, abgerufen am 13. Oktober 2009 (englisch)
  30. Heidi Klum & Seal: Adoption von Tochter Leni ist abgeschlossen topnews.de, 15. Dezember 2009
  31. Heidi Klum und Seal getrennt „Wir haben uns auseinandergelebt“ Süddeutsche.de, 23. Januar 2012
  32. TMZ.com: „Heidi Klum — Files For Divorce“, aufgerufen am 7. April 2012 (engl.)
  33. Das ist das Luxus-Liebesnest von Heidi Klum bild.de, 22. Oktober 2013
  34. Heidi Klum hat ihre US-Villa verkauft manager-magazin.de, 7. August 2014
  35. PETAs Worst Dressed 2008: And the Winners are …, online unter peta.de
  36. Pascha des Monats – HEIDI KLUM, Model, EMMA Mai/Juni 2009, online unter emma.de
  37. Das unterdrückte Lachen von Heidi Klum
  38. http://unterhaltung.t-online.de/heidi-klum-fuer-den-laufsteg-war-ich-zu-klein-und-rund-/id_44737556/index