Heike Hänsel

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Heike Hänsel im Januar 2011

Heike Hänsel (* 1. Januar 1966 in Stuttgart) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke). Sie ist Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1985 am Gymnasium am Romäusring in Villingen-Schwenningen begann Heike Hänsel zunächst ein Studium der Katholischen Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1990 wechselte sie an die Justus-Liebig-Universität Gießen und absolvierte hier ein Studium der Ökotrophologie, das sie 1997 als Diplom-Ökotrophologin beendete.

Ab 1997 war sie Mitarbeiterin bei der Gesellschaft Kultur des Friedens und im Auftrag der OSZE Wahlbeobachterin u. a. bei den Wahlen von Mostar 1997 und Kosovo 2001. Sie war Mitglied im Kulturkreis „Violeta Parra“ in Tübingen, wo sie sich für die Chilenen im Exil und gegen die Diktatur Pinochets einsetzte. 1988 war sie als Mitglied des Mikis-Theodorakis-Chors (Tübingen) in Chile bei dem großen internationalen Kulturtreffen „Chile Crea“.

Hänsel ist seit 1988 in der Friedensbewegung aktiv und seit 2001 in der globalisierungskritischen Bewegung Attac. Von 2001 bis 2003 gehörte sie dem Koordinierungskreis von Attac Deutschland an und war von 2004 bis 2005 Sprecherin der EU-AG von Attac Deutschland.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heike Hänsel wurde 2005 Mitglied der Linkspartei.PDS, der heutigen Linkspartei. Sie war eine der ersten Unterzeichnerinnen des Gründungsaufrufs der dem linken Parteiflügel zuzurechnenden Antikapitalistischen Linken.[1]

Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 ist Heike Hänsel Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier ist sie entwicklungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Sie ist über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen. Am 3. November 2015 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion gewählt. Seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode ist sie Leiterin des Arbeitskreises Außenpolitik der Linksfraktion und damit stellvertretende Vorsitzende.

Während die Regierungen Frankreichs, Deutschlands, der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs aufgrund der vorliegenden Indizien im Fall Skripal gemeinsam Russland für verantwortlich erklärten, zweifelte Hänsel dies an: "zu viele Ungereimtheiten und ungeklärte Fragen".[2] Im selben Beitrag bezeichnete sie auch den Chlorgasangriff im syrischen Douma als "angeblichen".

Im Juli 2018 übte Hänsel Kritik an der geplanten Aufnahme von Mitgliedern der syrischen Zivilschutzorganisation Weißhelme in Deutschland, denn sie stünden „nachweislich islamistischen Terrorgruppen nahe“.[3] Darauf distanzierten sich mehrere Parteifreunde empört von Hänsel.[4]

Toilettenaffäre um Gregor Gysi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. November 2014 kam es in Räumen des Bundestages zu einer offenen Konfrontation zwischen den von den Abgeordneten Annette Groth, Inge Höger und Heike Hänsel begleiteten israelkritischen Journalisten Max Blumenthal und David Sheen und dem Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi, bei der dieser bedrängt und bis auf die Toilette verfolgt wurde. Vorausgegangen waren eine für den 9. November geplante israelkritische Veranstaltung in der Berliner Volksbühne, die dann aber nach Beschwerde mehrerer Abgeordneter abgesagt wurde, sowie das Untersagen einer Ausweichveranstaltung in den Räumen der Linksfraktion durch den Fraktionsvorsitzenden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heike Hänsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unterzeichnerliste (Memento des Originals vom 8. Januar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.antikapitalistische-linke.de auf der Webseite der Antikapitalistischen Linken, abgerufen am 29. Dezember 2011.
  2. https://www.heise.de/tp/features/Gift-fuer-die-internationale-Friedensordnung-4154577.html
  3. Asyl für Julian Assange, nicht für syrische „Weißhelme“. In: www.heike-haensel.de. 23. Juli 2018, abgerufen am 26. Juli 2018.
  4. Martin Niewendick: Warum eine Linke gegen die Aufnahme von Verfolgten ist. In: www.welt.de. 25. Juli 2018, abgerufen am 26. Juli 2018.