Heike Makatsch

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Heike Makatsch (2020)

Heike Makatsch (* 13. August 1971 in Düsseldorf) ist eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Synchronsprecherin, Autorin, Hörbuchsprecherin und Fernsehmoderatorin. Nach einer erfolgreichen Laufbahn als Moderatorin für Jugendsendungen konnte sie sich als mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin etablieren.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heike Makatsch ist die Tochter einer Grundschullehrerin und des ehemaligen deutschen Eishockey-Nationaltorwarts Rainer Makatsch. Sie besuchte die Montessori-Grundschule und anschließend das Max-Planck-Gymnasium und studierte nach dem Abitur vier Semester Politik und Soziologie an der Universität Düsseldorf. Es folgte eine nicht abgeschlossene Ausbildung zur Schneiderin.

Ihre Fernsehkarriere begann 1993 beim Musiksender VIVA, bei dem sie unter anderem die Sendungen Interaktiv und Heikes Hausbesuch moderierte. Von August 1995 bis zum Sommer 1996 war sie Moderatorin von Bravo TV bei RTL II. 1997 wurde die wöchentliche Heike Makatsch Show im Spätprogramm von RTL II wegen geringer Einschaltquoten nach acht Folgen abgesetzt.

Makatschs Karriere als Schauspielerin begann 1996 mit dem Film Männerpension von Detlev Buck. Für ihre Rolle in diesem Film wurde sie mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Für den Film nahm sie eine Neuinterpretation von Tammy Wynettes Stand by Your Man auf. In dem horroresken Science-Fiction-Film Resident Evil von 2002 verkörpert Makatsch eine Wissenschaftlerin, die sich von einem Virus befallen in einen beißwütigen Zombie verwandelt. In Margarete Steiff von 2005 spielt sie die wegen Kinderlähmung auf einen Rollstuhl angewiesene Spielzeugbären-Fabrikantin gleichen Namens.

Heike Makatsch mit dem Schauspieler Dan Stevens (li.) und dem Regisseur Kai Wessel (re.) aus dem Ensemble von Hilde (2009)

2009 war sie in Hilde, einer Verfilmung von Hildegard Knefs Autobiografie Der geschenkte Gaul, in der Titelrolle zu sehen und verkörperte im Fernsehzweiteiler Dr. Hope Bridges Adams Lehmann – Hoffnung kann nicht sterben die Ärztin Hope Bridges Adams Lehmann. 2012 machte sie Werbung für eine Kosmetikfirma.[1]

Für die Ausstrahlung an Ostern 2016 entstand ein Tatort-Special unter dem Titel Fünf Minuten Himmel mit Makatsch als Kommissarin Ellen Berlinger in Freiburg im Breisgau.[2] Diese Rolle nahm sie in Tatort: Zeit der Frösche erneut auf; der Film wurde Ostern 2018 ausgestrahlt.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makatsch lebt in Berlin-Prenzlauer Berg.[3] Von 1996 bis 2004 führte sie eine Beziehung mit dem britischen Schauspieler Daniel Craig. Bei den Dreharbeiten zu Keine Lieder über Liebe lernte sie 2004 den Musiker Max Schröder (u. a. von der Band Tomte) kennen, mit dem sie zwei Töchter hat.[4] Ende 2014 erklärte Makatsch in einem Interview mit dem Magazin Nido, dass die Beziehung seit langem beendet sei, die Kinder aber weiter gemeinsam erzogen werden.[5] Während der Dreharbeiten zur Tatort-Folge Fünf Minuten Himmel war sie schwanger, und 2015 kam Makatschs dritte Tochter zur Welt.[6] Liiert ist sie mit dem Schauspieler Trystan Pütter.[7]

Makatsch beteiligte sich im April 2021 zusammen mit 50 weiteren Schauspielern an der Initiative #allesdichtmachen, distanzierte sich nach aufkommender Kritik jedoch davon und zog ihren Videobeitrag zurück.[8]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 unternahm Heike Makatsch mit der Entwicklungshilfsorganisation Oxfam eine Reise nach Ghana[9] und ist seitdem Oxfam-Botschafterin. Sie war Amnesty-International-Jurymitglied bei der Berlinale 2008 und sagte: „Ein Film, der mir die Augen für Ungerechtigkeiten öffnet, im politischen sowie im privaten Sinn, ist für mich relevant. Ich wünsche mir sehr viel häufiger solche Filmerlebnisse. Dann kann niemand mehr sagen, er habe von alldem nichts gewusst.“[10]

Außerdem unterstützt Heike Makatsch die Kampagne Steuer gegen Armut, die sich für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer einsetzt. Zu diesem Thema spielte sie zusammen mit Jan Josef Liefers die Hauptrolle in dem Kurzfilm Steuer gegen Armut. Eine gute Idee?[11]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[12]
Stand By Your Man
  DE 11 11.03.1996 (16 Wo.)
  AT 30 12.05.1996 (2 Wo.)
  CH 29 19.05.1996 (6 Wo.)
This Girl Was Made For Loving (mit Dirk)
  DE 63 25.08.1997 (5 Wo.)

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: Obsession (Musik zum Film Obsession)
  • 2005: Almost Heaven (zum Film Almost Heaven)
  • 2009: Hilde (Musik zum Film Hilde)
  • 2009: Die schönsten Kinderlieder (mit Max Schröder an den Instrumenten)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Stand By Your Man (zum Film Männerpension)
  • 1997: This Girl Was Made for Loving (mit Dirk Felsenheimer, zum Film Obsession)
  • 1999: Fifty Ways to Leave Your Lover (zum Film Die Häupter meiner Lieben)
  • 2015: Was hast du heut’ so gemacht (mit derhundmarie, erschienen auf Various Artists – Gute Nacht Sterne)[13]

Hörbücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

gelesen von Heike Makatsch:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 273 ff.
  • Heike Makatsch: Keine Lieder über Liebe – Ellens Tagebuch. Kiepenheuer & Witsch (KiWi), Köln 2005, ISBN 3-462-03602-5.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 227.

Moderation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: VIVA (Sendungen: Interaktiv, Heikes Hausbesuch)
  • 1995: Bravo TV
  • 1997: Heike Makatsch Show

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominierungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Emmy für die Darstellung der Margarete Steiff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heike Makatsch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heike Makatsch für L'Oréal Paris. In: vogue.de. 2. Mai 2012, abgerufen am 9. Juli 2017.
  2. Heike Makatsch wird "Tatort"-Kommissarin. Die Welt, 20. August 2015, abgerufen am 10. September 2015.
  3. Promis in Prenzlauer Berg: Alltäglicher Starauflauf. 31. Dezember 2018, abgerufen am 17. Januar 2021.
  4. Heike Makatsch ist Mutter. (Memento vom 25. Februar 2010 im Internet Archive) AFP-Meldung vom 5. Februar 2007.
  5. „Heike Makatsch glaubt nicht an Liebe ohne Zweifel“, focus.de, 21. November 2014, abgerufen am 5. April 2016
  6. RP Online: „Tatort: Fünf Minuten Himmel“ – Heike Makatsch ist schwanger in Freiburg, Freiburg, Leslie Brook, 28. März 2016
  7. Hier zeigt Heike Makatsch ihren Freund. In: stern.de. 17. Februar 2017 (stern.de [abgerufen am 6. März 2017]).
  8. DER SPIEGEL: Heike Makatsch distanziert sich von #allesdichtmachen. Abgerufen am 23. April 2021.
  9. Oxfam 2006: Heike Makatsch in Ghana.
  10. Amnesty 2008: Heike Makatsch auf der Berlinale.
  11. Video für Finanztransaktionssteuer bei YouTube
  12. Chartquellen: DE AT CH
  13. a b Unsere Sterne: Heike Makatsch auf Gute Nacht Sterne – Offizielle Website vom 16. Februar 2015