Heikedine Körting

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Heikedine Petra Körting (* 18. Juni 1945 in Jena; auch Heikedine Körting-Beurmann) ist eine deutsche Hörspielproduzentin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Körting wurde in Jena geboren und wuchs in der Hansestadt Lübeck auf. Ihre Kindheit verbrachte sie nach eigener Auskunft im heute denkmalgeschütztem Tor der Hoffnung.[1][2] Sie studierte Rechtswissenschaften in Genf und Hamburg. Neben ihrer Tätigkeit als Rechtsanwältin arbeitete sie als Modeschöpferin und als Kleindarstellerin in Kinoproduktionen wie Ohrfeigen von Rolf Thiele, Arabella oder Die Brücke von Remagen.

1963 lernte Körting den späteren Mitbegründer des Hörspiellabels Europa, Andreas E. Beurmann, kennen, den sie 1979 heiratete. 1966 gründete Beurmann zusammen mit dem amerikanischen Unternehmer David Leonard Miller das Label Europa. Dieses spezialisierte sich auf die Einspielung klassischer Musikkonzerte und die Produktion von Hörspielen für Kinder. 1969 schrieb Körting ihre ersten Skripte für Hörspiele, die Märchen Die Schneekönigin und Die kleine Seejungfrau nach Hans Christian Andersen. Beurmann übertrug ihr daraufhin Produktionsaufträge für die Umsetzung der Skripte. Ihre erste hauptverantwortliche Produktion war Das Gespensterschiff. 1973 erhielt Körting die alleinige Verantwortung für die Hörspielproduktionen von Europa, die sie bis heute innehat.

Körting hat über 2.000 Hörspiele produziert, darunter Klassiker wie Die drei ???, TKKG, Fünf Freunde und Die Gruselserie von H. G. Francis. Ihr wurden über 180 Goldene sowie mehrere Platin-Schallplatten verliehen. Sie war mit dem 2002 verstorbenen Märchenonkel Hans Paetsch befreundet.[3] Unter dem Pseudonym Pamela Punti spricht Körting selbst kleinere Rollen in ihren eigenen Hörspielen. Heute liegt Körtings Schwerpunkt auf Serien wie Die drei ??? und TKKG, die sie mittlerweile zusammen mit André Minninger produziert. Eine Übersicht über diese Hörspiele ist der Auflistung der Europa-Titel zu entnehmen. Bis 1996 war sie Geschäftsführerin der FATA MORGANA Filmproduktion GmbH.

Das Ehepaar Körting-Beurmann pachtete 1977 das Herrenhaus und die Gebäude um den Ehrenhof des Gut Hasselburg. Sie gründeten den Kulturkreis Hasselburg, der klassische Konzerte im Herrenhaus veranstaltet und engagierten sich beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF). Das Gut wurde 2010 von der Stahlberg Stiftung, bei der Körting Mitglied des Vorstands ist[4], erworben und saniert. 2021 eröffnete Körting-Beurmann im Gut Hasselburg ein Hörspielmuseum.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 erhielt Körting den ersten und einzigen Europa-Hörspiel-Regie-Preis für ihre außergewöhnlichen Verdienste um die Marke Europa. Den mit 10.000 Deutsche Mark dotierten Preis spendete sie an die Deutsche Kinderhilfe. Die Laudatoren waren die Schauspieler Horst Frank und Claus Wilcke. Der Preis wurde vom Label selbst ausgerichtet und vergeben, da es keine adäquate öffentliche Ehrung für große Erfolge im Hörspielsektor gegeben hat. Seit 1985 ist Körting im Guinness-Buch der Rekorde als Deutschlands erfolgreichste Märchentante eingetragen. Im Juli 1986 wurde zu Ehren Körtings eine spezielle Rose mit dem Namen Märchenkönigin (Kordes-Rosen) gezüchtet.

2011 wurden die Hauptverantwortlichen der Serie Die drei ??? anlässlich des 150. Jubiläumsfalls mit 100-fachem Gold ausgezeichnet, darunter etliche Platinauszeichnungen.[5]

Goldene Schallplatten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeitreise: "Das Tor zur Hoffnung"
  2. NDR: Heikedine Körting - Königin des Hörspiels
  3. Heikedine Körting erinnert sich an Hans Paetsch auf tkkg-site.de
  4. Internetpräsenz der Stiftung Stahlberg
  5. Record Release Party zur 150. Die drei ???-Folge (Memento vom 24. Juni 2015 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]