Heilbutt

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Heilbutt
Halibut DSC02249.JPG

Heilbutt (Hippoglossus hippoglossus)

Systematik
Carangaria
Ordnung: Plattfische (Pleuronectiformes)
Unterordnung: Pleuronectoidei
Familie: Schollen (Pleuronectidae)
Gattung: Hippoglossus
Art: Heilbutt
Wissenschaftlicher Name
Hippoglossus hippoglossus
(Linnaeus, 1758)
Verbreitungsgebiet im nördlichen Atlantik

Der Heilbutt (Hippoglossus hippoglossus) oder Weißer Heilbutt kommt im Nordatlantik vor und ist mit bis zu 300 cm Körperlänge und bis zu 400 kg Gewicht die größte Art der Plattfische. Ein Heilbutt kann bis zu 50 Jahre alt werden. Trotz seines Namens zählt diese Gattung nicht zu der Familie der Butte, sondern zu den Schollen.

Die Schwesterart im Nordpazifik ist der Pazifische Heilbutt (Hippoglossus stenolepis). Im Nordatlantik wird ein nicht näher verwandter, aber ebenfalls recht groß werdender rechtsäugiger Plattfisch irreführend als Schwarzer Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides) bezeichnet. Er ist ein äußerst räuberischer Fisch und frisst Krebse, Fische und Tintenfische, wobei er im Gegensatz zu den meisten anderen Plattfischen nicht am Boden jagt, sondern im Freiwasser. Alle drei Heilbuttarten sind Speisefische.

„Alaska-Heilbutt“ ist jedoch lediglich eine Handelsbezeichnung für die Schollenart Atheresthes stomias, siehe auch Alaska-Seelachs.

Aussehen und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heilbutte haben typischerweise beide Augen auf der rechten Kopfseite, sind also rechtsäugige Plattfische. Heilbutte haben gefleckte Oberseiten und grauweiße Unterseiten; von anderen Plattfischen kann man sie durch ihren dreieckigen, schwach ausgerandeten Schwanz und durch ihre ungewöhnliche Größe unterscheiden. Die Weibchen dieser Art sind meist größer als ihre männlichen Artgenossen und haben eine längere Lebenserwartung.

Die Tiere sind anders als andere Plattfischarten im freien Wasser aktiv und jagen dort andere Fische und Krebstiere. Die genaue Lebenserwartung ist nicht bekannt und wird auf 30 bis 35 Jahre geschätzt.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Laichzeit ist in der Nordsee von Februar bis Mai, bei Island von Juni bis August, im Atlantik im Winter. Das Weibchen legt bis zu 2 Millionen Eier ab, die Jungfische schlüpfen 9 bis 16 Tage nach dem Ablaichen. Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere erst im Alter von 10 bis 14 Jahren.

Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art lebt am Meeresboden, bis in Wassertiefen von 1500 Metern.

Gefährdungssituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beurteilung der Weltnaturschutzunion IUCN aus dem Jahre 1996 in der Roten Liste gefährdeter Arten benötigt eine Aktualisierung. Der Heilbutt gilt hier als stark gefährdet (Endangered).[1] Laut NRK soll es ab 2013 ein Fangverbot in Norwegen auf Heilbutt geben. Südnorwegen und die norwegischen Küstengewässer ab dem 62. Breitengrad sind davon betroffen. Nach NRK hat sich der Heilbuttbestand durch die Touristenfischerei so schlecht entwickelt, dass ein Fangverbot unumgänglich geworden ist. Touristen sollen jährlich über 5600 Heilbutte in Norwegen fangen, und deshalb ist der Heilbuttbestand so stark rückläufig, dass der Heilbutt ab 2013 geschützt werden soll.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bent J. Muus, Jørgen G. Nielsen; Preben Dahlström, Bente Olesen Nyström (Illustrationen): Die Meeresfische Europas. In Nordsee, Ostsee und Atlantik. Franckh, Stuttgart 1999, ISBN 3-440-07804-3.
  • Das große Weltreich der Tiere. Planet Media, Zug 1992, S. 576/577. ISBN 3-8247-8614-1.
  • Enzyklopädie der Fische. Weltbild Verlag, Augsburg 1999, S. 226. ISBN 3-8289-1558-2.
  • Tiere: Die große Bild-Enzyklopädie mit über 2.000 Arten. Dorling Kindersley Verlag, 2012, S. 528. ISBN 978-3-8310-2232-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heilbutt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Heilbutt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hippoglossus hippoglossus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2009. Eingestellt von: J. Sobel, 1996. Abgerufen am 6. März 2010
  2. http://www.norwegen-angelfreunde.de/showthread.php?19007-Fangverbot-von-Heilbutt-in-Norwegen