Heilsbronn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Heilsbronn
Heilsbronn
Deutschlandkarte, Position der Stadt Heilsbronn hervorgehoben
Koordinaten: 49° 20′ N, 10° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 62,25 km2
Einwohner: 9235 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91560
Vorwahl: 09872
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 165
Stadtgliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kammereckerplatz 1
91560 Heilsbronn
Webpräsenz: www.heilsbronn.de
Bürgermeister: Jürgen Pfeiffer (CSU)
Lage der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Heilsbronn (umgangssprachlich: Glostə bzw. Glestrə[2]) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Die Stadt liegt zwischen Nürnberg und Ansbach im geografischen Zentrum Mittelfrankens in der Metropolregion Nürnberg.

Stadtbrunnen von Heilsbronn

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heilsbronn befindet sich in einem waldreichen Tal des Rangaus. Im benachbarten Ketteldorfer Wald entspringt die Schwabach. Nachbargemeinden sind, beginnend im Uhrzeigersinn im Norden: Großhabersdorf, Roßtal, Rohr, Windsbach, Neuendettelsau, Petersaurach und Dietenhofen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heilsbronn besteht aus 19 Stadtteilen[3]:

Die ehemaligen Einöden Berghof, Schönbühl, Straßenwasen, Wolfsbrunn und Ziegelhütte gingen in den Ortsteil Heilsbronn auf. In der Nachkriegszeit entstanden die Werkvolksiedlung und die Siedlung Lerchenbühl.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heilsbronn beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 698 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 8. Jahrhundert gründete wohl der fränkische Grundherr Hahold den Ort Haholdesbrunn. Der Legende nach hatte er einen Jagdunfall erlitten und irrte verletzt durch den Wald, bis er an der Stelle des von ihm anschließend gegründeten Ortes eine Quelle fand, davon trank und genas. Später errichteten die Grafen von Abenberg und Ritter von Heideck eine Kapelle. 1132 gründete Rapoto von Abenberg das Zisterzienserkloster Heilsbronn. In dieser Zeit änderte sich auch der umgangssprachliche Ortsname von Haholdesbrunn zu Halsbrunn und zu Zeiten des bis 1578 existierenden Zisterzienserklosters in das lateinische fons salutis (Brunnen des Heils). Das Münster des Klosters war zwischen 1297 und 1625 die Grablege der fränkischen Hohenzollern.[4] Zunächst übernahmen die fränkischen Hohenzollern und Markgrafen von Ansbach die Schutzherrschaft, ab 1791 gehörte Heilsbronn zum Königreich Preußen und hatte auch des Öfteren den deutschen Kaiser zu Gast, der dem Kloster Heilsbronn zum Dank Gebiete, wie beispielsweise Weinberge im Mainspessart, schenkte. Seit 1806 gehört die Stadt zu Bayern.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jh.) wurde Heilsbronn eine politisch eigenständige Gemeinde, zu der die Einöden Berghof, Schönbühl, Straßenwasen, Wolfsbrunn und Ziegelhütte gehörten.

Wesentliche Entwicklungsstufen waren die 1875 neu eröffnete Eisenbahnlinie Nürnberg – Heilsbronn – Ansbach, sowie die Stadterhebung zur 800-Jahr-Feier im Jahr 1932 und die Eingemeindung von 16 umliegenden Ortschaften im Rahmen der Gemeindegebietsreform 1972/1978.[5]

Am 23. Juni 2006 kam es zu einem verheerenden Großbrand in der Fleisch- und Wurstfabrik Kupfer, der die Fabrik total zerstörte. Es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe, 360 von 650 Mitarbeitern mussten in der Folge entlassen werden. 2007 wurden Anlagen und Gebäude wieder aufgebaut.[6][7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Betzendorf 162 1. Januar 1972
Bonnhof 464 1. Januar 1972
Bürglein 427 1. Januar 1972
Höfstetten 139 1. Mai 1978
Ketteldorf 141 1. Januar 1972
Müncherlbach 222 1. Januar 1972
Seitendorf 273 1. Januar 1972
Weißenbronn 392 1. Mai 1978
Weiterndorf 207 1. April 1971

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 9235 Einwohnern ist Heilsbronn die viertgrößte Gemeinde und der Ortsteil Heilsbronn ist der fünftgrößte Ort im Landkreis Ansbach.

Datum Einwohner
01.12.1840 ¹ 2814
01.12.1871 ¹ 3057
01.12.1900 ¹ 3244
16.06.1925 ¹ 3720
17.05.1939 ¹ 4147
13.09.1950 ¹ 6648
06.06.1961 ¹ 7027
27.05.1970 ¹ 7409
25.05.1987 ¹ 7409
31.12.1991 8167
31.12.1995 8882
31.12.2000 9263
31.12.2005 9362
31.12.2010 8999
31.12.2015 9235

¹ Volkszählungsergebnis (inkl. eingemeindeter Ortsteile)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder. Dabei haben die CSU 7 Sitze, die SPD 5 Sitze, die Freien Wähler 5 Sitze und die Grüne 3 Sitze. Dies entspricht dem Stand der Kommunalwahl am 16. März 2014.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Bürgermeister Jürgen Pfeiffer (CSU), seit Mai 2008. Pfeiffer wurde im März 2014 mit 71,36 % der Stimmen im Amt bestätigt.
  • 2. Bürgermeister Carl-Heinz Zischler (SPD), seit Mai 2008

Ehemalige Bürgermeister (seit der Stadterhebung 1932):

  • Johann Jakob Meyer
  • Georg Hofmeister
  • Johann Güllich
  • Friedrich Hummel
  • Johann Kupfer (1946–1948)
  • Georg Döllgast (1948–1958)
  • Karl Waßner (1958–1972)
  • Alfred Knoll (1972–1984)
  • Walter Träger (1984–2008)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Gold und Rot; vorne ein in zwei Reihen von Rot und Silber geschachter Schrägbalken, hinten ein goldener Dreischalenbrunnen; auf der Spaltlinie unten ein goldenes Herz.

Städtepartnerschaften und Patenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es bestehen Partnerschaften mit

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2004 bis 2016 war Heilsbronn Teil der Kommunalen Allianz (Komm,A) zu der auch die politischen Gemeinden Bruckberg, Dietenhofen, Neuendettelsau, Petersaurach und Windsbach gehörten. Seit 2016 ist die Gemeinde Teil der Allianz Kernfranken[8], die aus dem Zusammenschluss von Komm,A und LiSa (Lichtenau, Sachsen b. Ansbach) entstand. Seit 2016 bilden die Gemeinden Heilsbronn und Neuendettelsau ein sogenanntes Mittelzentrum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt gibt es Heimatstuben und ein Musikinstrumentenmuseum im Katharinenturm. Das stadtgeschichtliche Museum „Vom Kloster zur Stadt“ befindet sich im Konventhaus.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markantes Kennzeichen von Heilsbronn ist der wuchtige Katharinenturm, der 1770 bis 1774 auf den Grundmauern der ehemaligen Katharinenkirche errichtet wurde. Sehenswert ist das Münster, die Kirche des ehemaligen Klosters Heilsbronn. Das Zisterzienserkloster wurde 1132 von den Grafen von Abenberg gegründet und war von 1297 bis 1625 Grablege der Hohenzollern. In der Gruft sind 41 Mitglieder des Hauses begraben. Stufen führen hinab zu einer Quelle, die inmitten der Kirche entspringt. Im Mittelalter hatte das Kloster reiche Besitztümer über ganz Franken bis Regensburg verteilt, und sogar Ländereien im Württembergischen gehörten zum Kloster.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heilsbronn ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg und im Tourismusverband Romantisches Franken.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Heilsbronn

Etwa 3 km von Heilsbronn entfernt ist eine Anschlussstelle an die A 6/E 50. Die B 14 (Teilstrecke der Burgenstraße) ist als Ortsumgehung um die Stadt geführt. Der Bahnhof Heilsbronn befindet sich im Norden des Hauptortes an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim und wird von der S-Bahn-Linie S4 im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bedient. Am Bahnhof beginnen und enden einige Buslinien in benachbarte Gemeinden. Der Hohenzollernweg, ein 30 km langer Radweg, führt von Heilsbronn nach Cadolzburg.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzige im Gebiet der Stadt Heilsbronn erscheinende regionale Tageszeitung ist die Fränkische Landeszeitung (Verlagssitz: Ansbach).

Das Monatsblatt und die monatliche erscheinenden Habewind-News – Unsere fränkische Heimat sowie die wöchentlichen Anzeigenblätter Woche im Blick (WiB) und Wochenzeitung (WZ) werden kostenlos an jeden Haushalt verteilt.

Der regionale Radiosender Radio 8 aus Ansbach ist auf Frequenz 89,4 MHz zu empfangen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptschulgebäude wurde von der Realschule übernommen, die nächstgelegene Mittelschule befindet sich in Petersaurach.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 207.
  • Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. In: Bayerische Kunstdenkmale, Bd. 2. Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 100 ff.
  • Konrad Rosenhauer u.a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, DNB 450093387, S. 147 ff.
  • Paul Geißendorfer: Heilsbronn – ein Zisterzienserkloster in Franken, Heilsbronn 2000, ISBN 3-00-006162-2.
  • Dr. Johannes Hung: Heilsbronn in alten Ansichten, Zaltbommel, Europ. Bibliothek, 1992. − 92 S. : überw. Ill
  • Dr. Johannes Hung: Aus der Häuserchronik von Heilsbronn: Klostermühle und Verwalterhaus in: Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelfranken, Ansbach 1993 – ISSN 0341-9339. − 96. 1992/1993, S. 231–238
  • Dr. Johannes Hung: Die medizinische, topographische und ethnographische Beschreibung des Landgerichtsbezirkes Heilsbronn durch den kgl. Gerichtsarzt Dr. Ebersberger 1860 1989

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heilsbronn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Heilsbronn – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. E. Fechter, S. 94.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1341&attr=590&modus=automat&tempus=20081026/100138&hodie=20081026/101314
  4. Grablege der Markgrafen
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 421
  6. Einsatzbericht der Freiwilligen Feuerwehr Heilsbronn (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  7. Geschichte der Fa. Kupfer
  8. www.kernfranken.eu