Heimerziehung

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Frederick Cayley Robinson - Acts of Mercy Orphans I 1915

Unter Heimerziehung wird die Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung verstanden, in der Kinder und Jugendliche über Tag und Nacht pädagogisch betreut werden, um sie durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung zu fördern. Der Ursprung der heutigen Heimerziehung liegt in dem klassischen Kinderheim, sie hat sich aber wesentlich weiter entwickelt. Der reine Fürsorgegedanke wurde durch das Partizipationsprinzip abgelöst. Für einen Großteil der Bevölkerung stellt das Kinderheim noch immer die klassische Jugendhilfeleistung dar. Erst in letzter Zeit hat sich die Assoziationskette Jugendamt/Jugendfürsorge-Heim gelockert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Fürsorge für Waisenkinder beschäftigte sich bereits im 3. Jahrhundert v. Ch. der Philosoph Platon. So ist in seinen Athener Gesetzen (Nomoi, Elftes Buch, 926ff.) formuliert, dass Waisenkindern Schutz und Obhut zu gewähren ist.[1] Ähnliche Ansätze finden sich auch in der Halacha, der jüdischen Gesetzgebung. Eine erste gemeinschaftliche Fürsorge für Waisenkinder leisteten die christlichen Kirchen.

Im Mittelalter bestanden Waisenhäuser für Kinder, deren Eltern zum Beispiel durch Hunger und Krankheiten umgekommen waren, und Findelhäuser für Säuglinge, insbesondere außereheliche Kinder, die von ihren Müttern nicht weiter versorgt wurden.

Reformen im Bereich der Heimerziehung kamen unter anderem durch Johann Heinrich Pestalozzi und Philipp Emanuel von Fellenberg. In den Rettungsanstalten und Armenerziehungsanstalten wurden auch Kinder aus der Unterschicht, aus diskriminierten Gruppen (zum Beispiel Jenische, Fremdarbeiter) und Kinder von Suchtkranken untergebracht.

Situation nach Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freudenstadt, Waisenhaus

Die Heimerziehung in Deutschland entstand aus der Armenfürsorge im Mittelalter. Mittlerweile werden Wohngruppen gegenüber den Großheimen bevorzugt. 2010 kam es zum Runden Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren zur Aufarbeitung von Gewalt und Zwangsarbeit in der Heimerziehung in den alten Bundesländern, der zur Einrichtung eines Fonds führte.

In Deutschland lebten Ende 2011 rund 65.000 junge Menschen in einer betreuten Wohnform. Die Zahl stieg damit seit 2008 um 11 %.[2]

Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründe für die Einweisung in ein Heim des Systems der Spezialheime von Seiten der Jugendhilfe kamen neben schweren Erziehungsproblemen und Verhaltensstörungen auch im politisch-ideologischen Fehlverhalten (s. Erziehung zur Sozialistischen Persönlichkeit) liegen. Vom System der Spezialheime (z. B. Jugendwerkhöfen, im besonderen Ausmaß vom Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau) ist bekannt, dass die Methoden der schwarzen Pädagogik mit dem Ziel Umerziehung angewendet wurden. Menschen, die in einem Spezial- oder Sonderheim waren, können deshalb Rehabilitierung beantragen und Entschädigungszahlungen erhalten.[3]

Von 1949 bis 1990 durchliefen 495.000 Minderjährige das Heimsystem der DDR:

  • 135.000 davon waren in einem Spezialheim untergebracht und
  • etwa 3500 im Kombinat der Sonderheime.

Insgesamt gab es 662 Heime:

  • davon 456 Normalheime mit 21.259 Plätzen,
  • 168 Spezialheime mit 9364 Plätzen und
  • 38 Jugendwerkhöfe mit 3031 Plätzen.[4]

Zum 1. Juli 2012 wurde der Fonds Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990 errichtet. Aufgrund der hohen Anzahl ehemaliger Heimkinder war der Fonds Anfang 2014 ausgeschöpft. Der Fonds wurde mit Mitteln des Bundes und der Länder aufgestockt. Die Laufzeit des Fonds ist bis Ende Juni 2017 geplant. Neu ist eine Stichtagsregelung. Berücksichtigt wurden nur die bis zum 30. September 2014 gestellten Anträge. Die Antragsannahme wurde über die Anlauf- und Beratungsstellen für ehemalige Heimkinder in der DDR sichergestellt.[5]

Großbritannien und Commonwealth-Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chaim Weizmann Home, Instow, Devon, October 1942

Im Februar 2010 bat der britische Premierminister Gordon Brown ehemalige Heimkinder für erlittenes Unrecht öffentlich um Entschuldigung. Hierbei stand insbesondere die Verschickung von Kindern aus Großbritannien in die britischen Kolonial-Gebiete im Mittelpunkt, was bis in die 1960er-Jahre hinein betrieben wurde.

In Australien und Kanada wurden in den vergangenen Jahren Wahrheitskommissionen gebildet zur Untersuchung der von den Behörden betriebenen Vorgänge, bei denen Kinder aus kanadischen Indianer- und australischen Eingeborenenfamilien ihren Eltern entzogen und in Heime gesteckt wurden.[6]

Missbrauchsvorfälle in Heimen sowie der missbläuliche Umgang mit Betreuungsgeldern in den Einrichtung führte in das Australien der 1980er und 1990er Jahre zur Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass viele Heimkinder in das Obdachlosenprogramm SAAP (Supported Accommodation Assistance Program) sowie in die Jugendgerichtsbarkeit fielen.[7]

Eine Kommission für Kriminalität und Fehlverhalten veröffentlichte 2004 einen Bericht mit dem Titel "Schutz von Kindern: Eine Untersuchung über den Missbrauch von Kindern in der Pflege (CMC-Bericht)". Als Reaktion auf die Ergebnisse dieses Berichts beschloss die Regierung, Kinderbetreuungseinrichtungen für Kinder wieder einzurichten. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf die Qualitätsstandards der Einrichtungen gelegt. Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in Heimen wird, u. a. im Bundesstaat Queensland, als eine Notwendigkeit angesehen.[8]

Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimerziehung in Irland ist dort und weltweit seit den 1990er Jahren im Zusammenhang mit systematischen Missbrauch und Misshandlung Tausender Kinder in Heimen bekannt geworden. Im Jahr 2000 wurde eine Kommission ins Leben gerufen die einen, nach juristischem Eingreifen anonymisierten Untersuchungsbericht vorlegte. Sie stellte 2009 fest: „Ein Klima der Angst, geschaffen durch umfassende, überzogene und willkürliche Strafmaßnahmen, durchzog die meisten dieser Institutionen.“ In den Schulen, die nur von Jungen besucht wurden, war der sexuelle Missbrauch der Schüler dem Bericht zufolge durchgängig üblich. Mädchen wurden routinemäßig sexuell missbraucht. Sowohl der ehemalige irische Premierminister Bertie Ahern als auch Kardinal Seán Brady, Primas von Irland und Erzbischof von Armagh entschuldigten sich mehrmals öffentlich für jahrzehntelangen Missbrauch[9][10][11][12]. Den Opfern wurden Entschädigungen in der Höhe von insgesamt 1,28 Milliarden Euro zugesprochen, die Kosten tragen Staat und katholische Kirche gemeinsam.

Der Skandal wurde auch durch den Film Die unbarmherzigen Schwestern, der verschiedene Auszeichnungen erhielt, bekannt. Er schildert die Misshandlungen in den maßgeblichen Magdalenenheimen (Magdalene Laundries „Magdalenen-Wäschereien“). Ein weiterer Fall wurde im Film Philomena dargestellt.

Durch die Historikerin Catherine Corless wurden die Fälle der fast 800 Kinder bekannt, deren Leichen in einem bereits in den 1970ern entdeckten Massengrab in Tuam gefunden worden waren. Die Historikerin hatte Zugang zu den Akten des Heims St. Mary’s Mother and Baby Home und den dort geführten Daten zu Identität, Geburtsdaten und Sterbealter der Kinder erhalten. In dem von 1925 bis 1961 durch die Congregation of the Sisters of Bon Secours geführten Heim brachten Frauen ihre unehelichen Kinder zur Welt.[13]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute geltenden Regelungen zur Jugendfürsorge und Fürsorgeerziehung in Österreich besitzen ihren Ursprung im ABGB von 1811 und dem Außerstreitgesetz von 1854. Auch noch im 20. Jahrhundert waren Kinder und Jugendlichen teils schweren Übergriffen und Misshandlungen ausgesetzt. Das Jugendwohlfahrtsgesetz von 1989 brach mit dem System der geschlossenen Unterbringung. Bis in die 2000er-Jahre wurden die letzten Großheime geschlossen und flächendeckend kleinere Betreuungseinheiten eingerichtet.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den weltbekannten Schweizer Pionieren im Bereich der Heimerziehung zählen Johann Heinrich Pestalozzi und Philipp Emanuel von Fellenberg.

Heute arbeiten verschiedene Initiativen daran, die Folgen der Heimerziehung, darunter erlittene Gewalt und Zwangsarbeit, aufzuarbeiten und für erlittene Schäden Schadensersatz durchzusetzen.

Rumänien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationales Aufsehen erregte das Thema Heimerziehung auch nach der politischen Wende 1989 in Rumänien und dem Bekanntwerden der schlechten Zustände in den Kinder- und Behindertenheimen dort. Zahlreiche ausländische und einheimische Initiativen nahmen ihre Arbeit auf, um den aus der Gesellschaft ausgestoßenen Kindern der rumänischen Heime eine neue Zukunft zu ermöglichen (siehe auch Cighid, Geschichte Rumäniens).

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Betreuungseinrichtungen von Kindern in den Vereinigten Staaten waren Armen- und Waisenhäuser. Diese Häuser wurden aufgrund der zunehmenden Armut von holländischen und britischen Kirchen mit der beginnenden Emigration etabliert. Erste Häuser wurden auf dem Gebiet des heutigen Bundesstaates New York ab 1650 gegründet.[14]

1900 Kurn Hattin Residential

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden etwa 150.000 amerikanische Kinder in 1.150 Kinderbetreuungseinrichtungen untergebracht. Mit Beginn der Industrialisierung wurden Reformansätze in der Unterbringung der Kinder entwickelt und umgesetzt. Das Kind wurde als "kleiner Erwachsene" betrachtet. Bildung wird als Schlüssel zum sozialen Wandel erkannt. Es sollte eine Politik zum Wohl aller Amerikaner etabliert werden, die auch Einzug in der Heimbetreuung finden sollte. Im Jahr 1909 fand unter Präsident Theodore Roosevelt die erste Konferenz im Weißen Haus zum Thema "Die Fürsorge für abhängige Kinder" statt, bei der die Regierung Angebote für die Einrichtung eines Pflege- und Adoptionsprogramms sowie die Schaffung eines Bundeskinderbüros vorlegte.[15]

Diese Angebote führten zu einer spürbar positiven Entwicklung der Heimbetreuung in den folgenden Jahrzehnten. In Zusammenarbeit mit dem Pflege- und Adoptions-System wird die Heimbetreuung heute als ein qualitativ hochwertiges außerfamiliäres Betreuungs- und Kinderfürsorgeangebot angesehen, wenngleich Missstände in Heimen nicht auszuschließen sind. Ein Mittel zur Feststellung der Qualität in den Heimen erfolgt durch eine Form von Zertifizierung durch einen Akkreditierungsrat (Council of Accreditation).[16]

Auswirkungen von Heimunterbringung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amerikanische Wissenschaftler, u. a. Charles A. Nelson von der Harvard University, untersuchten in rumänischen Waisenhäusern ab 2000 und in den Folgejahren, wie sich die Unterbringung in Heimen auf die kindliche Entwicklung auswirkt. Die Kinder in den Heimen wiesen ernsthafte Entwicklungsstörungen wie einen verminderten IQ und deutlich sichtbare Bindungsschwächen auf. Kernspintomographische Untersuchungen offenbarten eine sichtbar schwächere Hirntätigkeit. Kinder in Heimen, die genug zu essen bekamen, waren deutlich kleiner als ihre Altersgenossen. Kein untersuchtes Heimkind zeigte eine normale Sprachentwicklung. Die Enden der Chromosomen von Kindern, die längere Zeit in den Waisenhäusern zubrachten, die sogenannten Telomere, waren verkürzt. Ihre Zellen altern schneller, die verkürzten Telomere könnten ein erster Indikator für künftige mentale Probleme sein.[17]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Einer der Kritikpunkte an der Heimerziehung ist, dass das Verhalten des Kindes oder des Jugendlichen sich nicht nachhaltig gegenüber seinem ursprünglichen Umfeld ändert. Der junge Mensch werde eher „heimangepasst“, lerne also, sich in dem pädagogischen Umfeld zu behaupten, da starke Strukturen und konsequente Umsetzung von Erziehungsgrundsätzen dazu zwingen, so die Kritik. Wieder im familiären Kontext, in dem diese Strukturen oftmals nicht bestehen, gebe es keinen Grund mehr, das Erlernte umzusetzen – bzw. gute Gründe gerade dies nicht zu tun.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass das Problem nur beim Kind oder den Jugendlichen gesehen wird. Es wird zum „Symptomträger“ gemacht, wie es zum Beispiel Familientherapeuten nennen. Statt dass die ganze Familie betrachtet wird, in der die Probleme entstehen, oder die Eignung der Betreuer in einer sozialen Einrichtung, werde der betroffene junge Mensch zu einer Art „Sündenbock“, zum „Schuldigen“.

Zwar wird bei der Heimerziehung immer mehr auf Qualitätsmanagement gesetzt, bzw. gelten Pflegestandards, die unter staatlicher Kontrolle stehen, jedoch stehen im Erziehungsalltag nach wie vor durchschnittlich zwei oder drei Erzieher durchschnittlich acht Kindern / Jugendlichen bei.

Im Zuge finanzpolitischer Reformen bzw. der Geldknappheit der öffentlichen Hand tritt Heimunterbringung gegenüber anderen Hilfeformen der Hilfen zur Erziehung teilweise zurück. Manche Kinder haben bereits die ganze Bandbreite der Jugendhilfe hinter sich, bevor die von Anfang an in Betracht gezogene Heimunterbringung erfolgt.

Aufarbeitung und Entschädigung im internationalen Vergleich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen war und ist teilweise noch ein Tabuthema, dem die Sozialgeschichtsschreibung lange auswich. Es war überwiegend der Kreis von Insidern wie: Behördenmitgliedern, Institutionsleitern, Sozialpädagogen, Kinderpsychiatern, welche sich aus ihrer eigenen Sicht heraus in Jubiläumsschriften und Fachartikeln äußerten. In einigen Ländern wurden Entschädigungen für ehemalige Heimkinder und andere Opfer fürsorgerischer Zwangsmaßnahmen ausbezahlt.

In Deutschland war aufgrund der hohen Anzahl ehemaliger Heimkinder der Fonds bereits Anfang 2014 ausgeschöpft und wurde im Weiteren mit Mitteln des Bundes sowie der Länder wieder aufgestockt. Dabei konnten die Anträge berücksichtigt werden, die bis zum 30. September 2014 gestellt wurden. Projekte zur überindividuellen Aufarbeitung der Heimerfahrung können bei den Anlauf- und Beratungsstellen beantragt werden und müssen zum Ende der Fondslaufzeit bis zum 30. September 2018 vollständig abgerechnet sein.[18]

Kritik an der Form der Aufarbeitung des Unrechts und der Umsetzung des Heimfonds für die betroffenen ehemaligen Heimkinder in Deutschland äußerte Prof. Dr. Manfred Kappeler. Er hat sich wissenschaftlich und publizistisch mit dem Schicksal der ehemaligen Heimkinder auseinandergesetzt.[19]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz erhielten ehemalige Heimkinder in den Jahren 1988 bis 1993 durch zwei Fondskommissionen, die von Kindswegnahmen, Fremdplatzierung in Heimen und Anstalten, als Verdingkinder oder als Adoptierte systematisch aus ihrer Herkunftskultur gerissen wurden und von denen einige auch einer Zwangssterilisation unterzogen wurden, eine so genannte "Wiedergutmachung" in Form einer Auszahlung in der Höhe zwischen 2.000 und 20.000 Franken. Auch in Irland, Schweden, Island oder Kanada wurden Entschädigungsleistungen an die Betroffenen gezahlt.

Persönlichkeiten die in Kinderheimen lebten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Australien und Ozeanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nina Ruge 2013
  • Mario Adorf, deutscher Schauspieler
  • Thomas Bernhard, österreichischer Schriftsteller
  • Ibrahim Böhme, deutscher Politiker (SDP bzw. SPD) und inoffizieller Mitarbeiter des MfS der DDR
  • Jón Gnarr, isländischer Komiker, Musiker, Schriftsteller und Politiker
  • Adolph Hoffmann, SPD Politiker, Mitglied im preußischen Abgeordnetenhaus und im Deutschen Reichstag sowie preußischer Kultusminister
  • Uwe Hück, Betriebsratsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG
  • Gottfried John, deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Hörspielsprecher
  • Freya Klier, deutsche Autorin und Regisseurin sowie eine ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin
  • Clément Moreau, politisch und sozial engagierter Gebrauchsgrafiker und Künstler
  • Domenica Niehoff, prominente Prostituierte in Hamburg und Aktivistin für die Legalisierung der Prostitution als Beruf
  • Rosemarie Nitribitt, Frankfurter Edelprostituierte
  • Nina Ruge, deutsche Fernsehmoderatorin, Buchautorin und Journalistin
  • Thilo Sarrazin, deutscher Volkswirt, ehemaliger Finanzsenotor in Berlin und Buchautor
  • Wolfgang Schnur, deutscher Jurist, Inoffizieller Mitarbeiter des MfS und Politiker in der Wendezeit der DDR
  • Detlef Soost, (auch Detlef D! Soost) deutscher Tänzer und Choreograf
  • François Truffaut, französischer Filmregisseur, Filmkritiker, Schauspieler und Produzent
  • Peter Wawerzinek, deutscher Schriftsteller
  • Karl Welunschek, österreichischer Theaterregisseur, Bühnenbildner, Theaterintendant und Kurator
Malcolm X 1964

Nordamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südamerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ivian Sarcos, venezolanische Schönheitskönigin und Miss World

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Orte außerhalb. Jugendroman des Schriftstellers Wolfgang Gabel, der das Schicksal eines Heimkindes behandelt. Anrich, Mülheim an der Ruhr 1972, ISBN 3-920110-13-7.
  • Autobiografische Erzählung Misshandelte Zukunft von Harry Graeber. Graebers Schilderungen der eigentümlichen Heimwelt der Nachkriegsjahre und ihrer fragwürdigen Erziehungsmethoden sollen jedoch nicht als Anklage verstanden werden, sondern lediglich die autobiographische Situation wiedergeben. Neuauflage 2006 unter dem Titel Misshandelte Zukunft – Erschütternder Erlebnisbericht eines Heimkindes im Nachkriegsdeutschland.[20]
  • Der nicht autobiografische Jugendroman Heim der heimerfahrenen Kölner Schriftstellerin Mirijam Günter beschreibt die vergebliche Flucht einiger Heimkinder. Günter kritisiert drastisch die Heimerziehung in Deutschland.[21]
  • Peter Wensierski: Schläge im Namen des Herrn. In diesem Buch geht es um die bisher wenig öffentlichen Lebensbedingungen von Heimkindern in Deutschland in den Jahren 1950 bis 1970. Systematische Kinderarbeit sowie Prügel und Erniedrigungen bei geringsten Anlässen scheinen nach Aussagen des Buches eher die Regel als die Ausnahme gewesen zu sein. Das Buch besteht zu großen Teilen aus Reportagen von ehemaligen Heimkindern, die mittlerweile 40 bis 60 Jahre alt sind.[22]
  • Heimerziehung. Lebenshilfe oder Beugehaft? von Alexander Markus Homes in einer Neuauflage mit dem Untertitel Gewalt und Lust im Namen Gottes, in dem er auch aktuelle Fälle von Missständen in kirchlichen Einrichtungen schildert.[23]
  • Katrin Zimmermann-Kogel, Norbert Kühne: Aspekte der Heimerziehung, in: Praxisbuch Sozialpädagogik Band 4, Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2007, ISBN 978-3-427-75412-1
  • Der Kriminalroman Kleine Aster von Moritz Wulf Lange, der unter anderem durch eine Rezension von Wensierskis Buch inspiriert wurde und, neben anderen, auch das Motiv der Misshandlungen in Kinderheimen aufgreift.[24]
  • Volker Rhein (Hrsg.): Moderne Heimerziehung heute - Beispiele aus der Praxis.[25]
  • Andreas Völker: Stromzeit - Erinnerungen an das Kinderheim Schloss Beuggen.[26]
  • Expertisen Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR im Auftrag der Bundesregierung von Ruth Ebbinghaus, Karsten Laudien, Christian Sachse, Martin Sack und Friederike Wapler[27]
  • Anke Dreier, Karsten Laudien: Einführung. Heimerziehung der DDR, gefördert von den Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehem. DDR.[28]
  • Johann Lambert Beckers: Protokoll eines Heimkindes.[29]
  • Christian Sachse: Der letzte Schliff. Jugendhilfe der DDR im Dienst der Disziplinierung von Kindern und Jugendlichen (1949–1989); Hrsg.: Die Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Schwerin 2011; ISBN 978-3-933255-35-8
  • S. B. Gahleitner: Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der Bewältigung ihrer komplexen Traumatisierung?
  • S. B. Gahleitner; I. Oestreich: Da bin ich heute krank von
  • Wenn ehemalige Heimkinder heute zu uns in die Beratung kommen – was müssen oder sollten wir wissen?
  • Gründungsinitiative Stiftung Königsheide (Hrsg.): Ein Heim – und doch ein Zuhause? (DDR), Beggerow Buchverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-936103-38-0.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim? von Dagmar Wortham. Dieses Buch erzählt von den Zuständen in österreichischen Heimen, es schildert Schicksale von Heimkindern, den emotionalen Auswirkungen erlebter Traumata und der Hilflosigkeit der Betreuer auf Grund mangelnder Ausbildung und mangelnder Mittel hier speziell gegensteuern zu können und der daraus resultierenden Resignation auf beiden Seiten.[30]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Urs Hafner: Heimkinder: eine Geschichte des Aufwachsens in der Anstalt. Hier + JetztVerlag für Kultur und Geschichte, Baden 2011, ISBN 978-3-03-919218-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orphanages – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
International
Deutschland
Deutsche Demokratische Republik

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NOMOI (De legibus) Die Gesetze. Nach der Übersetzung von Dr. Franz Susemihl in: Platon´s Werke, vierte Gruppe, neuntes bis fünfzehntes Bändchen, Stuttgart 1862, 1963, bearbeitet.
  2. Pressemitteilung des Bundesamtes für Statistik: 65 000 junge Menschen lebten Ende 2011 in einem Heim
  3. www.fonds-heimerziehung.de: 'Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR', 2012, PDF, 203 Seiten
  4. Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR - Bericht. Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ (Hg.) Berlin 2012
  5. Informationen zu Leistungen des Fonds Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990
  6. Rezension zu: S. Swain u. a.: Child, Nation, Race and Empire. In: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de. Abgerufen am 30. Dezember 2016.
  7. Ainsworth, F., & Hansen, P.: A dream come true–no more residential care. A corrective note. International Journal of Social Welfare, 2005 14(3), 195-199.
  8. Department of Communities. A Contemporary Model of Residential Care for Children and Young People in Care. Queensland 2010
  9. Martin Alioth: Skandal in Irlands Kirche: Geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt. In: Spiegel Online. 20. Mai 2009, abgerufen am 30. Dezember 2016.
  10. Untersuchungsbericht: Tausende Kinder in Heimen der irischen Kirche missbraucht. In: Spiegel Online. 20. Mai 2009, abgerufen am 30. Dezember 2016.
  11. „Brady calls for change of culture“, RTÉ News, 20. Oktober 2007.
  12. „Primate urged Cardinal Connell to drop action“, The Irish Times, 12. Februar 2008.
  13. Düstere Vergangenheit: Kinder-Massengrab wühlt Iren auf. T-Online, 7. Juni 2014, abgerufen am 12. Juni 2014.
  14. Huey, P.R.: International Journal of Historical Archaeology 2001
  15. Yarrow, A. L.: History of U.S. Children’s Policy. 1900-Present 2009
  16. Little, M., Kohm, A., & Thompson, R.: The impact of residential placement on child development: Research and policy implications. International Journal of Social Welfare 2005
  17. Die Folgen der Isolation, Zeit Online 2012
  18. Projekte zur überindividuellen Aufarbeitung der Heimerfahrung
  19. Opfer der Heimerziehung: Interview mit Prof. Kappeler. Das Erste 2018
  20. Harry Graeber: Misshandelte Zukunft. 2001, ISBN 3-937624-60-0.
  21. Mirijam Günter: Heim. 2004, ISBN 3-920110-27-7.
  22. Peter Wensierski: Schläge im Namen des Herrn, DVA, Stuttgart 2006, ISBN 3-421-05892-X
  23. Alexander Markus Homes: Heimerziehung. Lebenshilfe oder Beugehaft?. 2006, ISBN 3-8334-4780-X
  24. Moritz Wulf Lange: Kleine Aster. Bloomsbury, Berlin, 2009, ISBN 978-3-8270-0793-3.
  25. Volker Rhein (Hrsg.): Moderne Heimerziehung heute - Beispiele aus der Praxis. 3 Bände, Frischtexte, Herne, 2009/11, ISBN 978-3-933059-40-6 und ISBN 978-3-933059-42-0.
  26. Andreas Völker: Stromzeit - Erinnerungen an das Kinderheim Schloss Beuggen. 2011, ISBN 978-3-942066-03-7.
  27. Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ (Hrsg.): Aufarbeitung der Heimerziehung in der DDR - Expertisen. Berlin, 2012, ISBN 978-3-922975-98-4.
  28. Anke Dreier, Karsten Laudien: Einführung. Heimerziehung der DDR. Verlag Konferenz der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik und zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, 2012, ISBN 978-3-933255-40-2.
  29. Johann Lambert Beckers: Protokoll eines Heimkindes. Edition Beckers, Verlag epubli, oJ
  30. Dagmar Wortham: Die ungeliebten Kinder. Endstation Heim?. Goldegg Verlag, Wien, 2010, ISBN 978-3-902729-03-3, vgl. [1], 23. Juni 2011