Heiner Brand

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Heiner Brand
Heiner Brand

Heiner Brand am 28. November 2013 in Düsseldorf

Spielerinformationen
Geburtstag 26. Juli 1952
Geburtsort Gummersbach, Deutschland
Staatsbürgerschaft DeutscherDeutscher deutsch
Körpergröße 1,88 m
Spielposition Kreisläufer
Vereine in der Jugend
  von – bis Verein
1959–0000 DeutschlandDeutschland VfL Gummersbach
Vereine als Aktiver
  von – bis Verein
0000–1987 DeutschlandDeutschland VfL Gummersbach
Nationalmannschaft
Debüt am 1. Juli 1974
            gegen IslandIsland Island in Cholon
  Spiele (Tore)
DeutschlandDeutschland Deutschland 131 (231)
Vereine als Trainer
  von – bis Verein
1987–1991 DeutschlandDeutschland VfL Gummersbach
1992–1994 DeutschlandDeutschland SG Wallau/Massenheim
1994–1996 DeutschlandDeutschland VfL Gummersbach
1997–2011 DeutschlandDeutschland Deutsche Nationalmannschaft

Stand: 27. Oktober 2013

Heiner Brand (1. September 2007)
Heiner Brand

Heiner Brand (* 26. Juli 1952 in Gummersbach) ist ein ehemaliger deutscher Handballspieler. Er war vom 1. Januar 1997 bis zum 30. Juni 2011 Bundestrainer der Deutschen Männer-Handballnationalmannschaft. Sein Markenzeichen ist der Walrossbart. Vom 1. Juli 2011 bis zum 30. Juni 2015[1] war er Manager beim Deutschen Handballbund für die Bereiche Nachwuchsförderung und Sponsoren.[2] Zudem hält er Vorträge u. a. über Teambildung.[3]

Er ist nach Peter Kretzschmar erst der zweite Handballer, der sowohl als Spieler als auch als Trainer Weltmeister werden konnte. Im Gegensatz zu Kretzschmar gelangen ihm alle WM-Titel im Herrenhandball.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiner Brand trat im Alter von sieben Jahren dem VfL Gummersbach bei. Mit ihm wurde er sechsmal Deutscher Meister (1973, 1974, 1975, 1976, 1982 und 1983) und holte viermal den DHB-Pokal (1977, 1978, 1982 und 1983); ebenso war der VfL Gummersbach mit ihm auf internationaler Ebene erfolgreich: Europapokalsieger der Pokalsieger 1978 und 1979, Europapokalsieger der Landesmeister 1974 und 1983, Supercupgewinner 1979 und 1983 sowie IHF-Pokalsieger 1982.

Brand war auch in der Nationalmannschaft erfolgreich, er erzielte in insgesamt 131 Länderspielen 231 Tore, davon eins per Siebenmeter. 1976 wurde Brand Olympiavierter, 1978 wurde er mit der Nationalmannschaft Weltmeister. Seine ersten beiden Länderspieltore erzielte er in seinem ersten Spiel für Deutschland am 1. Juli 1974 in Cholon gegen Island.[4][5]

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiner Brand war lange Zeit Trainer beim VfL Gummersbach (1987–91 und 1994–96). Zwischendurch trainierte er die SG Wallau/Massenheim (1992–94). Bereits vor seiner Zeit als Vereinstrainer war er Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft (1984–87); diese trainierte er ab dem 1. Januar 1997. Anfang des neuen Jahrtausends führte er die Nationalmannschaft an die Weltspitze. Nach einer Vize-Europameisterschaft 2002 und einer Vize-Weltmeisterschaft 2003 gewann die DHB-Auswahl 2004 die Europameisterschaft und holte im selben Jahr bei den Olympischen Spielen in Athen die Silbermedaille. Seinen größten Erfolg errang Brand aber im Januar und Februar 2007, als er mit dem DHB-Team die Handball-WM im eigenen Land gewinnen konnte.

Am 24. Oktober 2007 wurde Heiner Brands Vertrag als Trainer der Nationalmannschaft mit dem DHB bis zum 30. Juni 2013 verlängert. Am 16. Mai 2011 wurde jedoch bekannt, dass Heiner Brand vom Amt des Bundestrainers am 30. Juni 2011 zurücktreten wird.[6] Dem vorangegangen waren ein zehnter Platz bei der EM 2010 und ein elfter Platz bei der Weltmeisterschaft 2011 und damit die schlechteste Platzierung in der WM-Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Als Grund für den Rücktritt nannte Brand anhaltende Auseinandersetzungen mit Trainern und Vereinsoffiziellen der Handball-Bundesliga, zum Beispiel um die Einführung einer Quote für den Einsatz deutscher Handballer in Ligaspielen. Brand wiederum war von Spielern und Trainerkollegen im Vorfeld des Rücktritts mangelnde Selbstkritik vorgeworfen worden.

Am 1. Juli 2011 wurde Martin Heuberger Nachfolger von Heiner Brand. Heuberger war seit 1. November 2004 Assistent von Heiner Brand und Co-Trainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft.

Erfolge als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: Olympische Spiele in Los Angeles, Silber (als Co-Trainer)
  • 1988: Deutscher Meister mit VfL Gummersbach
  • 1991: Deutscher Meister mit VfL Gummersbach
  • 1993: Deutscher Meister mit SG Wallau/Massenheim
  • 1993: DHB-Pokalsieger mit SG Wallau/Massenheim
  • 1993: Finalteilnahme: Europapokal der Landesmeister mit SG Wallau/Massenheim
  • 1994: DHB-Pokalsieger mit SG Wallau/Massenheim
  • 1998: Supercup-Gewinn, mit der Nationalmannschaft
  • 1998: EM-Dritter
  • 1999: WM, Platz 5
  • 2000: Olympische Spiele in Sydney, Platz 5
  • 2001: Supercup-Gewinn, mit der Nationalmannschaft
  • 2002: Vize-Europameister, verloren gegen Schweden
  • 2003: Vize-Weltmeister, verloren gegen Kroatien
  • 2004: Europameister, gegen Slowenien, bis dahin größter Erfolg seit der WM 1978 in Dänemark
  • 2004: Olympische Spiele in Athen, Olympia-Zweiter, erneut gegen Kroatien verloren
  • 2006: EM, Platz 5
  • 2007: Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen
  • 2008: EM, Platz 4
  • 2008: Olympische Spiele in Peking, Platz 9
  • 2009: WM, Platz 5
  • 2009: Supercup-Gewinn, mit der Nationalmannschaft

Außerhalb des Sports[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009 wurde Brand von der SPD zum Mitglied der Bundesversammlung gewählt. Er wollte sich allerdings im Vorfeld nicht darauf festlegen, die SPD-Kandidatin Gesine Schwan zu wählen.[7]
  • Brand nahm 2009 an einer Werbekampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft teil.[8]
  • Heiner Brand ist Mitglied des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung.[9]
  • Brand ist außerdem unternehmerisch tätig und besitzt eine Versicherungsagentur in Gummersbach. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine älteren Brüder Klaus und Jochen waren ebenfalls deutsche Handballnationalspieler.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiner Brand und Frank Schneller: InTeam. Wero-Press Pfaffenweiler 2004, ISBN 3-937588-03-5 (Eine Biografie über Heiner Brand)
  • Heiner Brand und Frank Schneller: Auf meine Art. Verlag die Werkstatt Göttingen 2007 ISBN 3-89533-573-8
  • Heiner Brand und Jörg Löhr: Projekt Gold. Verlag Gabal Offenbach 2008 ISBN 978-3-89749-797-9
  • Heiner Brand: Mein Spiel, mein Stil. Philippka-Sportverlag Münster 2008 ISBN 978-3-89417-166-7 (Handballlehrbuch)
  • Heiner Brand, Martin Heuberger, Klaus-Dieter Petersen, Ute Lemmel: Rahmentrainingskonzeption des Deutschen Handballbundes: Für die Ausbildung und Förderung von Nachwuchsspielern. Philippka-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89417-183-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heiner Brand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brand will keine DHB-Aufgaben mehr. Meldung bei Sport1.de vom 27. April 2015.
  2. Rainer Seele: Aus dem Trainer wird der Manager. In: FAZ.net. 18. Mai 2011, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  3. www.econ-referenten.de: Heiner Brand - Langjähriger Trainer der Handball-Nationalmannschaft
  4. abendblatt.de: Weltmeister-Trainer Heiner Brand feiert seinen 60. In: abendblatt.de. 25. Juli 2012, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  5. schwaebische.de am 5. Juni 2005 DHB-Team siegt in Israel zur Sommerpause
  6. http://www.zeit.de/sport-newsticker/2011/5/15/ca79b34c25c045274bdc06431716292a261xml. Zeit online. 16. Mai 2011. Abgerufen am 8. Dezember 2014.
  7. Präsidentenwahl: Handball-Trainer Brand lässt die SPD zappeln. In: Spiegel Online. 19. April 2009, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  8. Soziale Marktwirtschaft macht's besser (Memento vom 24. September 2010 im Webarchiv archive.is)
  9. Broschüre der Bundesliga-Stiftung; Seite 46 (Memento vom 18. Mai 2013 im Internet Archive)
  10. nrw-sportlerdesjahres.de
  11. handball-world.com: Gummersbach eröffnet neue Heimat vom 12. August 2013, abgerufen am 13. August 2013