Heiner Lünstedt

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Heiner Lünstedt (2017)

Heiner Lünstedt (* 3. November 1960 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist, Buchautor, Comicautor, und seit 2011 einer der beiden Leiter des Comicfestivals München.[1]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heiner Lünstedt ist in seiner Heimatstadt Hamburg aufgewachsen, er absolvierte dort sein Abitur am einstigen „Gymnasium am Rispenweg“, später umbenannt in Goethe-Gymnasium. An der Fachhochschule Hamburg hat er seinen Abschluss im Fachbereich Bauingenieurwesen gemacht.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technischer Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lünstedt verdingte sich 1987 nach seinem Studium bei der Deutschen Bundesbahn und war 13 Jahre lang bei der Bundesbahndirektion München und im Forschungs- und Technologiezentrum der Deutschen Bahn am Standort München-Freimann als Beamter tätig. Sein Aufgabengebiet war das Planen und Realisieren von Bahnübergängen im Bereich Rosenheim und Mühldorf. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit bei der Bahn befasste er sich mit Lärm und Akustik und führte in ganz Deutschland Schallmessungen mit einem dafür speziell eingerichteten Messzug durch. Ein Jahr nach seiner Beförderung zum „Technischen Bundesbahnamtsrat“ im Jahre 2001 gab er seine Stelle bei der Bahn auf und ließ sich sechs Jahre später endgültig aus dem Beamtenstatus entbinden.[2]

Künstlerische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Comics beschäftigte sich Lünstedt seit früher Jugend, als Kind durfte er uneingeschränkt Comics lesen. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung anlässlich des Comic-Festivals 2015 in München sagte er über seine Erfahrungen mit Comics:

„Die zehn ersten Schlumpf-Alben von Peyo sind für mich die besten Comic-Alben ever...Das Comiclesen ist eine Fähigkeit, die man sich erarbeiten muss, viele Erwachsene lernen das nicht mehr, wenn sie das nicht geübt haben.[3]

Seit 2000 pflegt Heiner Lünstedt im Internet seine Comic-Plattform Highlightzone mit Rezensionen über Bücher und Animationsfilme.[4] Er berichtet dort über neue Comics, Filme, DVDs, Bücher und CDs. Seither ist er auch Gastgeber im Münchner Comic Café, das sieben Mal im Jahr im Münchner Werkstattkino stattfindet.[5] Gäste sind dort unter anderen Michael Kompa, Boris Purmann, Ralf Palandt, Wolfgang J. Fuchs, Dieter Hanitzsch, Jan Gulbransson, Hansi Kraus, Uli Oesterle und Rudi Hurzlmeier. Lünstedt leitet seit 2011, zunächst zusammen mit Michael Kompa, 2015 mit Wolfgang J. Fuchs und 2017 mit Rainer Schneider, das alle zwei Jahre stattfindende Comicfestival in München. Regelmäßig besucht Lünstedt Comic-Festivals in San Diego und Angoulême und berichtet darüber in diversen Medien. Zudem kuratiert er Ausstellungen, zum Beispiel 2017 die Ausstellungen zu „50 Jahre Deutsches MAD[6] im Valentin-Karlstadt-Musäum in München und mit Karikaturen von Horst Haitzinger im Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum.[7]

Als Comic-Fachjournalist schreibt er sowohl für Tageszeitungen als auch für Szene-Publikationen, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung,[8] und in Alfonz - Der Comicreporter.[9] Er betreut in dem deutschsprachigen Comicmagazin Die Sprechblase die Comic-Rezensionsecke[10] und publiziert in Comixene,[11] der ältesten deutschen Fachzeitschrift für Comic und Cartoon.

Lünstedt hat Bücher herausgegeben, in denen er bedeutsame historische Gestalten aus Comic-Perspektive darstellt, im Herbst 2013 publizierte er zusammen mit der Nürnberger Zeichnerin Ingrid Sabisch eine Biografie über Willy Brandt, zwei Jahre später porträtierte dasselbe Team Sophie Scholl. Er veröffentlichte zusammen mit Michael Kompa das Buch A tribute to Robert Crumb,[12] in dem 80 Künstler den Meister der Comix ehren. Und er schreibt Artikel in den ICOM Comic Jahrbüchern.[13]

Auf dem Festival Comiciade in Aachen wurde Lünstedt am 13. April 2018 mit dem dort erstmals vergebenen Comicpreis ausgezeichnet, da er sich für diese Veranstaltung und das Medium Comic engagiert hat.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heiner Lünstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Porträt Heiner Lünstett. 17. Internationaler Comic-Salon Erlangen, 26. Mai 2016, abgerufen am 19. Mai 2017.
  2. Heiner Lünstedt. comicfestival-muenchen.de, 10. Mai 2017, abgerufen am 19. Mai 2017.
  3. Sabine Buchwald: Mehr als ein Hobby, Schlumpf ist Trumpf. sueddeutsche.de, 7. Mai 2015, abgerufen am 21. Mai 2017.
  4. Impressum von Highlightzone. comic.highlightzone.de, abgerufen am 19. Mai 2017.
  5. Comic Café: Auf dem Weg zum spanischen Comicfestival. wochenanzeiger.de, 27. August 2015, abgerufen am 19. Mai 2017.
  6. Oliver Hochkeppel: Die vernünftigste Schau der Welt, 50 Jahre Deutsches MAD. süddeutsche.de, 11. Mai 2017, abgerufen am 30. Mai 2017.
  7. Oliver Hochkeppel: Welttheater mit wuchtigem Strich. süddeutsche.de, 23. Mai 2017, abgerufen am 23. Mai 2017.
  8. Heiner Lünstedt: Ausstellungen und Auszeichnungen, Lucky Luke wird sterben. süddeutsche.de, 2. Februar 2016, abgerufen am 19. Mai 2017.
  9. ALFONZ Nr. 02/2017. Homepage von ALFONZ - Der Comicreporter, abgerufen am 19. Mai 2017.
  10. Startseite von Comic-Nostalgiefreunde. comic-nostalgiefreunde.de, abgerufen am 19. Mai 2017.
  11. Homepage von Comixene. comixene.com, abgerufen am 19. Mai 2017.
  12. Simon Schwartz et alii: A Tribute to Robert Crumb. Hrsg.: Heiner Lünstedt. Edition 52, Wuppertal 2013, ISBN 978-3-935229-84-5, S. 96.
  13. COMIC-Jahrbuch 2017. ICOM Comic e.V., abgerufen am 21. Mai 2017.