Heinersreuth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heinersreuth
Heinersreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heinersreuth hervorgehoben
Koordinaten: 49° 58′ N, 11° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bayreuth
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 14,65 km2
Einwohner: 3690 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 252 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95500
Vorwahlen: 0921, 09203
Kfz-Kennzeichen: BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 72 150
Gemeindegliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kulmbacher Str. 14
95500 Heinersreuth
Webpräsenz: www.heinersreuth.de
Bürgermeisterin: Simone Kirschner (CSU)
Lage der Gemeinde Heinersreuth im Landkreis Bayreuth
Landkreis Nürnberger LandBayreuthBayreuthLandkreis HofLandkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis LichtenfelsLandkreis BambergLandkreis ForchheimLandkreis TirschenreuthLandkreis Neustadt an der WaldnaabLandkreis Amberg-SulzbachPrüllWarmensteinacher Forst-NordWaidacher ForstWaidacher ForstVeldensteiner ForstNeubauer Forst-NordWaischenfeldLindenhardter Forst-SüdostLindenhardter Forst-NordwestLangweiler WaldBayreuthHeinersreuther ForstGoldkronacher ForstGlashüttener ForstForst Neustädtlein am ForstGemeindefreies Gebiet FichtelbergEmtmannsbergHaag (Oberfranken)SeybothenreuthCreußenWarmensteinachWeidenbergSchnabelwaidPrebitzPlechMistelgauMistelbach (Oberfranken)HummeltalHummeltalHeinersreuthGoldkronachGlashütten (Oberfranken)GeseesGefreesEckersdorfBischofsgrünBischofsgrünBindlachBetzensteinBad Berneck im FichtelgebirgeSpeichersdorfKirchenpingartenWaischenfeldPlankenfelsPegnitz (Stadt)MehlmeiselHollfeldFichtelberg (Oberfranken)AufseßAhorntalBischofsgrüner ForstPottenstein (Oberfranken)Karte
Über dieses Bild

Heinersreuth ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth (Regierungsbezirk Oberfranken) und liegt etwa vier Kilometer nordwestlich der Kreisstadt an der B 85. Zur politischen Gemeinde gehören seit der Gemeindegebietsreform im Jahr 1973 die ehemaligen Gemeinden Altenplos, Cottenbach und Unterwaiz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinersreuth mit dem Fichtelgebirge im Hintergrund

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roter Main in Heinersreuth mit Brücke der Straße nach Cottenbach

Das Gemeindegebiet wird weitgehend vom Tal des Roten Mains geprägt. Insgesamt durchfließt der Fluss auf rund fünf Kilometern das Gemeindegebiet von 324 m ü. NN (Heinersreuth) auf 316 m ü. NN (Altenplos). Eine der höchsten und bekanntesten Erhebungen des Gemeindegebiets ist der weithin sichtbare Bleyer (396 m ü. NN), an dessen Hängen sich große Teile des Ortes Heinersreuth befinden.

Großräumig liegt die Gemeinde zwischen den Landschaften des Fichtelgebirges und der Fränkischen Schweiz.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Heinersreuth hat 18 Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Neudrossenfeld, Bindlach und Bayreuth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Altenplos im September 2010

Ortsgeschichte und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde Heinersreuth als kleine Siedlung im Jahre 1396 schriftlich erwähnt. Das Wappen der Gemeinde erinnert an die Herren von Weiher, die in Heinersreuth von 1464 bis zu ihrem Aussterben 1604 und in Altenplos von 1464 bis 1549 als Grundherren nachweisbar sind, sowie an die Herren von Wallenrode, die von 1549 bis 1728 in Altenplos ansässig waren. Das ehemalige Amt des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern.

Im Ortsteil Altenplos nordwestlich der Kernstadt befindet sich das um 1740 erbaute Schloss Altenplos, einst die Residenz der Freiherren von Stein. Das Barockgebäude wurde von dem Architekten Johann Friedrich Grael entworfen und auf den Resten einer spätmittelalterlichen Burg errichtet.[3] Am Schloss wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten vorgenommen, sodass sich das Gebäude heute in einem guten Zustand befindet.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrzahl der Bevölkerung ist traditionell evangelisch. Die evangelische Versöhnungskirche wurde 1937 eingeweiht.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Altenplos eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen Cottenbach und Unterwaiz sowie ein Teil der aufgelösten Gemeinde Altdrossenfeld hinzu.[4] Am 1. Januar 2011 wurde ein Teil der Gemarkung Bayreuth eingegliedert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde lebten am 31. Dezember 2009 3746 Einwohner, nachdem im Jahre 2000 3756 Einwohner gezählt wurden.

Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung der einzelnen Ortsteile zwischen 1840 und 1990, wobei mit der Spalte Sonstige die restlichen Gemeindeteile Dürrwiesen, Lichtentanne und Sorg gemeint sind. Zu erkennen ist, dass landwirtschaftlich geprägte Ortsteile, wie z. B. Cottenbach, eine eher stagnierende Einwohnerzahl haben, während sich die Einwohnerzahl der Gesamtgemeinde mehr als verdoppelt hat.

Jahr Altenplos Cottenbach Heinersreuth Unterwaiz Sonstige Gesamt
1840 0477 229 0522 147 49 1424
1871 0507 275 0645 157 45 1628
1900 0475 238 0705 184 51 1653
1925 0573 272 0917 160 52 1974
1939 0643 196 0991 186 53 2069
1950 0759 274 1207 257 74 2571
1956 0692 229 1175 227 90 2413
1960 0738 215 1178 237 66 2434
1965 0797 209 1292 223 96 2617
1970 0924 185 1350 229 37 2725
1975 0995 186 1464 274 54 2973
1980 1140 189 1585 278 60 3252
1985 1122 192 1613 258 51 3236
1990 1161 209 1956 249 52 3627
1995 3900
2005 3809
2010 3713
2015 3683

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heinersreuther Rathaus im September 2010

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude des Heinersreuther Rathauses wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als Schulhaus erbaut. Nach Eröffnung des heutigen Schulhauses im Jahre 1963 waren zeitweise Mietwohnungen im Gebäude untergebracht. Der Umbau zu einem modernen Rathaus begann im Herbst 1988 und dauerte zwei Jahre. Am 15. September 1990 wurde das Rathaus eingeweiht und mit einem Tag der offenen Tür den Einwohnern vorgestellt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von 1996 bis 2014 war Hans Dötsch (SPD). Sein Vorgänger war Arnold Gebelein (SPD).

Im Mai 2014 übernahm mit Simone Kirschner (CSU) erstmals eine Frau das Bürgermeisteramt.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

Partei / Liste 2002 2008 2014
CSU 06 05 07
SPD 07 07 07
FWG Heinersreuth-Altenplos 03 02 02
Junge Liste Rotmaintal n. a. 02 n. a.
Gesamt 16 16 16

Gemeindesteuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 2.216.000 €, davon waren 377.000 € Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinersreuth unterhält Partnerschaften mit folgenden Gemeinden:

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heinersreuth gibt es einen Öko-Lehrpfad mit sechs beschilderten Stationen (Dorfrand, Auenwiesen, Wald, Main, Straße, Feld/Rain/Hecke).[8] In der Gemeinde sind drei Übersichtskarten angebracht, auf denen fünf Wanderwege mit Längen zwischen 9 und 16 Kilometern ausgewiesen sind.[9]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heinersreuth sind seit 1921 mit dem SV Heinersreuth und dem SC Altenplos zwei Sportvereine vertreten, die neben Fußball auch Tennis, Tischtennis, Kegeln und Turnen/Gymnastik anbieten.

Die erste Fußball-Herrenmannschaft des SC Altenplos spielte in der Saison 2013/2014 in der Kreisliga II Bayreuth/Kulmbach und schloss die Saison als Tabellendritter ab. Die Mannschaft des SV Heinersreuth spielte in der Saison 2013/2014 in der Kreisklasse Bayreuth-Kulmbach 4 und konnte mit Rang 12 den Abstieg knapp verhindern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2010 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 155 und im Bereich Handel und Verkehr 107 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1308. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden 18 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mindestens zwei Hektar, die insgesamt 912 Hektar bewirtschafteten; davon waren 504 Hektar Ackerfläche und 286 Hektar Dauergrünfläche. Im Jahre 2012 verlegte die VEMA, Deutschlands größter genossenschaftlicher Zusammenschluss unabhängiger Versicherungsmakler, seinen Hauptsitz nach Unterkonnersreuth.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 gab es folgende Bildungseinrichtungen:

  • drei Kindergärten; von insgesamt 146 Kindergartenplätzen waren 145 belegt
  • eine Volksschule mit sieben Lehrern für 114 Schüler (Schuljahr 2010/2011)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Heinersreuth führt die Bundesstraße 85, die in diesem Abschnitt Teil der Bier- und Burgenstraße ist. Die Gemeinde Heinersreuth beantragte die Herabstufung der B 85 zur Staatsstraße. Das sollte nicht nur durch eine andere Beschilderung, sondern auch durch Rückbau, also Verengerung der Straße, umgesetzt werden, um eine Reduzierung des Verkehrs um 70 % zu bewirken. Dies wurde kontrovers diskutiert, da andernorts umgekehrt an der B 85 Fahrbahnen verbreitert werden, um Gefahrstellen zu beseitigen. Hierfür beantragte die Gemeinde Heinersreuth die Verlegung der B 85 auf die A 70, was vom Bayerischen Innenministerium abgelehnt wurde, weil die Straße richtig eingestuft ist. Das Ministerium schrieb in seiner Begründung der Ablehnung, dass eine Entlastung nur durch eine Ortsumgehung möglich ist. Hierfür wurde bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt. Ergebnis war, dass eine Umgehung auf beiden Seiten realisierbar ist. Wegen der 15.000 Fahrzeuge, die täglich durch Heinersreuth fahren, ist von einer hohen Entlastung des Ortskernes durch eine Umgehung auszugehen.

Heinersreuth lag an der Bahnstrecke Bayreuth Altstadt–Kulmbach. Der letzte Zug fuhr 1973 durch den Ort. Danach wurde die Strecke stillgelegt, die Gleise wurden entfernt.

Heinersreuth liegt am beliebten Main-Radweg. Die Heinersreuther sind begeisterte Radfahrer und setzen sich gemeinsam für verbesserte Radwege ein. Beim Überqueren des Radweges bei Hahnenhof gibt es eine Gefahrenstelle, daher soll ein weiterer Radweg gebaut werden, damit die B 85 dort nicht mehr überquert werden muss.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Friedel (1871–1937), kaufmännischer Direktor und Verwaltungsratsmitglied der Lonza AG (heute Lonza Group) in Basel, Präsident der Deutschen Handelskammer in der Schweiz, Gönner und Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde
  • Rolf Schmidt-Holtz (* 1948), Journalist, ehemaliger Chefredakteur beim WDR und der Zeitschrift stern, seit 2001 Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Music Group (BMG)
  • Gert Hübner (1962–2016), Germanist an der Universität Basel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Friedel: Wussten Sie? Erinnern Sie sich? Geschichte und Geschichten aus der Gemeinde Heinersreuth. Rabenstein, Bayreuth 2006
  • Hermann Beck, Arnold Gebelein, Norbert Hübsch, Eugen Maisel und Thomas Pöhlmann: Heimat am Roten Main. Gemeinde Heinersreuth 1993
  • Anneliese Uckele: Ortsfamilienbuch Heinersreuth 1559–1900 mit Denzenlohe, Flur, Vollhof und Tannenbach. Eine familiengeschichtliche Untersuchung. Nürnberg 2008. ISBN 978-3-929865-56-1
  • Anneliese Uckele: Ortsfamilienbuch Cottenbach bei Heinersreuth (1596–1900) mit Hahnenhof, Hermannshof, Martinsreuth und Unterkonnersreuth. Mit einer historischen Einleitung von Marina Heller. Nürnberg 2016 (Personengeschichtliche Schriften, Sonderbände der GFF, 8). ISBN 978-3-929865-67-7

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. bayerische-landesbibliothek-online
  3. Gemeinde Heinersreuth :Schloss Altenplos (Memento vom 9. Februar 2012 im Internet Archive)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 676.
  5. http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/heinersreuth-simone-kirschner-csu-beendet-100-jahre-spd
  6. Partnergemeinden. fehring.at – Stadtgemeinde und Tourismusverband Fehring, abgerufen am 1. März 2015.
  7. Stadtporträt – Partnergemeinden – Ortsteile. Stadt Hoyerswerda, abgerufen am 1. März 2015.
  8. http://www.bayreuth.bund-naturschutz.de/fileadmin/kreisgruppen/bayreuth/downloads/bayreuth/lehrpfad.pdf@1@2Vorlage:Toter Link/www.bayreuth.bund-naturschutz.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Archivlink (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landkreis-bayreuth.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinersreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien