Heinkel HD 44

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Heinkel HD 44
f2
Typ: Experimentalflugzeug
Entwurfsland:

Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich

Hersteller:

Heinkel

Erstflug: 1929
Stückzahl: 1

Die Heinkel HD 44 ist ein deutsches Experimentalflugzeug, das in den 1920er Jahren von den Ernst Heinkel Flugzeugwerken in Warnemünde entwickelt wurde und ein Einzelstück blieb. Das Kürzel HD steht für „Heinkel Doppeldecker“.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HD 44 wurde von der DVL in Berlin-Adlershof in Auftrag gegeben und sollte als Erprobungsträger für Flugmotoren dienen. Das einzige gebaute Exemplar mit der Werknummer 332 wurde 1929 entwickelt und fertiggestellt. Es wurde als HD 44a bezeichnet und im Mai 1930 mit dem Kennzeichen D–1762 zugelassen. Über die nachfolgende Verwendung als „Motorversuchsflugzeug“ ist nicht viel bekannt; nach Angaben in den Druckmedien dieser Zeit sollen damit Antriebe von 300 bis 1200 PS sowohl luft- als auch flüssigkeitsgekühlter Bauart getestet worden sein. Nach Ausbau der Messeinrichtungen konnte die HD 44 auch als Transportflugzeug für kleinere Güter genutzt werden.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HD 44 ist ein verspannter Doppeldecker in Gemischtbauweise. Der Rumpf besteht aus einem geschweißten Stahlrohrgerüst, vom Motor bis zur Pilotenkabine mit Leichtmetall beplankt und im übrigen Teil mit Stoff bespannt. Hinter dem Brandschott schließt sich der Frachtraum von 2,7 m Länge und 1,8 m Höhe zur Aufnahme der Meßgeräte und des Bedienpersonals an. Dahinter folgt die Besatzungskabine, unter der sich ein zusätzlicher kleiner Frachtraum befindet. Das Tragwerk wird aus den stark gestaffelten Ober- und Unterflügeln unterschiedlicher Spannweite, die mit N-Stielen verbunden sind, gebildet. Die Tragflächen bestehen aus einem Holzgerüst mit zwei Kastenholmen, zwischen denen sich Sperrholzschubplatten befinden. Die Flügelvorderkante ist aus Sperrholz gefertigt, der Rest ist mit Stoff bespannt. Alle Flügel sind mit durch Stoßstangen verbundenen Querrudern versehen. Das Normalleitwerk besteht aus einem mit Stoff bespannten Metallgerüst, die Höhenflosse ist zum Rumpf hin mit I-Streben abgestützt und im Flug verstellbar, die Seitenflosse nur am Boden. Das Fahrwerk ist nicht einziehbar gehalten und besteht aus den durch eine Achse miteinander verbundenen Haupträdern großer Spurbreite mit Gummiseilfederung und einem Schleifsporn am Heck.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 2
Passagiere 2–6
Länge 12,20 m
Spannweite oben 17,60 m
unten 15,15 m
Höhe 4,6 m
Flügelfläche 75,5 m²
V-Stellung oben 2,2°
unten 4,4°
Leermasse 2050 kg
Zuladung 1070 kg als Versuchsflugzeug
1570 kg als Frachtflugzeug
Startmasse 3120 kg als Versuchsflugzeug
3620 kg als Frachtflugzeug
Antrieb ein flüssigkeitsgekühlter Zwölfzylinder-Viertakt-V-Motor
Typ BMW VI 5,5 ZU
Startleistung
Nennleistung
Dauerleistung
650 PS (478 kW)
610 PS (449 kW) am Boden
500 PS (368 kW) in 700 m Höhe
Kraftstoffvolumen 550 l
Höchstgeschwindigkeit 206 km/h in Bodennähe
Reisegeschwindigkeit 180 km/h
Landegeschwindigkeit 77 km/h
Steiggeschwindigkeit 6,0 m/s
Steigzeit 2,8 min auf 1000 m
6,2 min auf 2000 m
10,5 min auf 3000 m
16,4 min auf 4000 m
Gipfelhöhe 5500 m
Reichweite 1040 km (optimal)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Koos: Ernst Heinkel Flugzeugwerke 1922–1932. Heel, Königswinter 2006, ISBN 3-89880-502-6, S. 106/107.