Heinrich-Wolfgang Leopoldt

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Heinrich-Wolfgang Leopoldt, Karlsruhe 1989

Heinrich-Wolfgang Leopoldt (* 22. August 1927 in Schwerin; † 28. Juli 2011 in Unterlüß) war ein deutscher Mathematiker, der sich mit algebraischer Zahlentheorie beschäftigte.

Leopoldt promovierte 1954 an der Universität Hamburg bei Helmut Hasse[1]. Als Post-Doc war er 1956 bis 1958 am Institute for Advanced Study in Princeton (New Jersey; USA). 1959 habilitierte er sich an der Universität Erlangen und war danach an der Universität Tübingen. Er war ab 1964 ordentlicher Professor an der Universität Karlsruhe, wo er auch Direktor des Mathematischen Instituts wurde.

Leopoldts Untersuchungen mit Tomio Kubota über die von ihnen eingeführten und nach ihnen benannten p-adischen L-Funktionen zu Dirichlet-Reihen[2] sind ein grundlegender Baustein der Iwasawa-Theorie.

Leopoldt stellte eine nach ihm benannte Vermutung über das p-adische Analogon des Regulators eines algebraischen Zahlkörpers auf.

Zusammen mit Hans Zassenhaus befasste er sich auch mit Computeralgebra und deren Anwendung in der Zahlentheorie.

Leopoldt gab mit Peter Roquette die Gesammelten Werke seines Lehrers Hasse heraus (De Gruyter 1975). 1979 wurde er Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.[3]

Zu seinen Doktoranden zählen Werner Blum, Hans-Peter Rehm, Heinrich Matzat und Claus-Günther Schmidt.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leopoldt: Über Einheitengruppe und Klassenzahl reeller abelscher Zahlkörper, Dissertation, Universität Hamburg, 1954. Abh. Deutsch. Akad. Wiss. Berlin, Math.-Naturw. Kl., Jahrgang 1953, Nr.2
  2. Kubota, Leopoldt: Eine p-adische Theorie der Zetawerte I: Einführung der p-adischen Dirichletschen L-Funktionen, Journal für Reine und Angewandte Mathematik, Bd.214/215, 1965, S.328-339, Teil 2 von Leopoldt: Eine p-adische Theorie der Zetawerte 2, J.Reine Angew.Math., Bd.274/275, 1975, S.224-239
  3. Zu Leopoldt an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
  4. Leopoldt im Mathematics Genealogy Project