Heinrich-von-Gagern-Gymnasium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich-von-Gagern-Gymnasium
Heinrich-von-Gagern-Gymnasium
Schulform Gymnasium
Gründung 1888
Adresse

Bernhard-Grzimek-Allee 6–8

Ort Frankfurt am Main
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 6′ 53″ N, 8° 42′ 0″ OKoordinaten: 50° 6′ 53″ N, 8° 42′ 0″ O
Träger Stadt Frankfurt am Main
Schüler etwa 1000
Lehrkräfte etwa 80
Leitung Thomas Mausbach
Website www.hvgg.de

Das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium (kurz: HvGG) ist ein humanistisches oder altsprachliches Gymnasium mit neusprachlichem Zweig in Frankfurt am Main. Die Schule liegt in der Bernhard-Grzimek-Allee im Stadtteil Ostend, gegenüber der südlichen Westmauer des Frankfurter Zoos. An der Schule werden derzeit etwa 1000 Schüler von ca. 80 Lehrkräften unterrichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegelmarke Königliches Kaiser-Friedrichs Gymnasium

Bei der Gründung 1888 wurde die Schule nach dem damaligen Kaiser Friedrich III. Kaiser-Friedrichs-Gymnasium benannt. Das Gymnasium wurde hauptsächlich zur Entlastung des seit dem 16. Jahrhundert bestehenden städtischen Gymnasiums gegründet; letzteres wurde 1897 in das heute noch existierende altsprachliche Lessing-Gymnasium und das ebenfalls noch bestehende neusprachliche Goethe-Gymnasium aufgeteilt. In die Gründungsphase datieren die 1906 vollendeten und erhaltenen Fresken von Wilhelm Steinhausen, ein seltenes Beispiel für großflächige Jugendstil-Malerei in einer Aula.[1] Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß die Schule Staatliches Gymnasium Frankfurt am Main, bevor sie am hundertsten Jahrestag der Eröffnung der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche nach Heinrich Freiherr von Gagern, dem Präsidenten der Nationalversammlung, ihren heutigen Namen erhielt.

Zur Erinnerung an Heinrich von Gagern schuf eine Schüler-AG eine Sandsteinskulptur, die seit November 1998 im Schulhof steht.

Der an den Altbau anschließende modernere Erweiterungsbau steht an Stelle der 1960 abgerissenen jüdischen Samson-Raphael-Hirsch-Schule, an die seit den Jahren 1989 und 2001 Bronze-Plaketten erinnern.

Seit 2008 ist die Schule in der Bernhard-Grzimek-Allee ansässig, der frühere westliche Teilabschnitt der Straße „Am Tiergarten“ wurde zu Ehren von Bernhard Grzimek umbenannt.

Im Jahr 2009 wurde die Arbeitsbibliothek fertiggestellt, in der die Schüler die Möglichkeit haben, mit den vorhandenen Büchern und dem über vier Computer ermöglichten Internetzugang zu arbeiten.

Anfang 2010 wurden die sanitären Anlagen der Oberstufe saniert.

Ebenfalls Anfang 2010 wurde die neue Cafeteria fertiggestellt. Mit der neuen Cafeteria haben die Schüler jetzt die Möglichkeit, während ihrer Mittagspause, die im Zuge von G8 eingeführt wurde, in der Schule zu essen. Das Essen wird von einem externen Anbieter fertig geliefert, da die Cafeteria keine Möglichkeiten zur Zubereitung frischer Speisen bietet.

Planetarium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 wurde im Rahmen einer Schulprojektwoche ein Planetarium mit einer Kuppelgröße von 3,2 Metern konzipiert und gebaut. Daraus entwickelte sich eine Astronomie-AG, die unter anderem das Planetarium 1999 neu erbaute. Die Sterne werden nach der Lochprojektionsmethode abgebildet und sind bis zur 3. Größe vollständig vertreten, außerdem einige Sterne der 4. Größe. Ein Zusatzprojektor für die Planeten war im Mai 2007 in Arbeit.[2][3]

Detlev-Kittstein-Halle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Platzgründen wurde von dem Frankfurter Architekten Zvonko Turkali eine neue Turnhalle geplant, die im Herbst 2007 offiziell eingeweiht wurde. In einem Gebäude sind zwei Turnhallen übereinander vereint. Eine Oberlichtkonstruktion lässt das Tageslicht herein, die untere Halle ist durch eine Glasfront geöffnet. Ein Muster an einer Wand im Treppenhaus symbolisiert die Kastanie im Schulhof. Die Turnhalle trägt den Namen des ehemaligen Hockeyspielers Detlev Kittstein, der an der Schule 1967 Abitur gemacht hatte und von 1969 bis zu seinem Tod 1996 Sportlehrer an der Schule war. Er war Mitglied der deutschen Feldhockey-Nationalmannschaft, mit der er 1970 Europameister und 1972 Olympiasieger wurde.[4]

Schülervertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schülerschaft des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums wird von einer demokratisch gewählten Schülervertretung repräsentiert. Es werden jährlich ein Schulsprecher und zwei Schulsprechervertreter gewählt. Diese teilen alle auszuführenden Arbeiten in verschiedene Bereiche. Demnach werden einmal jährlich alle Klassen-/Kurssprecher zu einer Gesamtversammlung eingeladen, welche daraufhin Schüler in verschiedene Positionen wählen: Ober-/Mittel-/Unterstufensprecher, verschiedene Komitees sowie Stadtschülerratssprecher.

Abiturergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abiturergebnisse der Schüler des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums im Landesabitur liegen seit der Einführung 2007 deutlich über dem Landesschnitt und zählen stets zu den besten in der Stadt Frankfurt. Im Jahr 2013 erlangten 153 Schüler das Abitur mit einer durchschnittlichen Abiturnote von 2,06. Insgesamt bestanden 7 Schüler das Abitur mit einem Durchschnitt von 1,0. Der hessenweite Abiturschnitt lag bei 2,43.

Orchester und Chor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium existieren ein „Kleines“, „Mittleres“ und „Großes Orchester“, ein Unterstufenchor für die Jahrgangsstufen 5 und 6, ein gemischter Chor, ein Lehrerchor sowie verschiedene Jazz-Formationen und mehrere Big Bands. Eine über 25-jährige Tradition hat das vorweihnachtliche Musizieren für gemeinnützige Zwecke in der B-Ebene der ÖPNV-Station Hauptwache.

Arbeitsgemeinschaften (AGs)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule bietet über den musikalischen Schwerpunkt hinaus zahlreiche weitere Arbeitsgemeinschaften in den Bereichen Sprachen, Astronomie, Fotografie, Informatik, Physik, Sport sowie einen Schulsanitätsdienst. Die Theater-AG führt regelmäßig klassische Stoffe in (post-)moderner Inszenierung auf.

Verein der Ehemaligen und Freunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein der Ehemaligen und Freunde des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums (ehemals Kaiser-Friedrichs-Gymnasium) e.V. wurde bereits 1906 gegründet und ist heute fester Bestandteil der Schule. Im Jahre 2006 wurde in Anwesenheit der Oberbürgermeisterin Petra Roth als Ehrengast sowie zahlreicher Mitglieder das 100-jährige Bestehen des Vereins gefeiert.

Der Verein zählt mehr als 650 Mitglieder. Dabei handelt es sich um Abiturienten (1924 bis heute), ehemalige Lehrer sowie sonstige Freunde des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums und ehemaligen Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums, die zum Teil verstreut in der ganzen Bundesrepublik Deutschland und im Ausland leben. Für seine Mitglieder veranstaltet der Verein regelmäßig Museumsführungen, Vorträge, einen Tag der Ehemaligen und gemeinsame Wanderungen. In dem viermal pro Jahr erscheinenden Vereinsblatt informiert der Verein über seine Tätigkeiten sowie über Aktuelles am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium. Der Verein ist Mitherausgeber des Jahresberichts der Schule. Durch die finanzielle Unterstützung des Vereins der Ehemaligen konnten im Laufe der Jahre verschiedene Großprojekte am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium ermöglicht werden.

Prominente Schüler und Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Petra Bonavita (Hrsg.): Assimilation, Verfolgung, Exil: am Beispiel der jüdischen Schüler des Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums (heute: Heinrich-von-Gagern-Gymnasium) in Frankfurt am Main. Stuttgart 2002, ISBN 3-89657-462-0.
  • Heinrich Schütz, Verein der Ehemaligen und Freunde des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums (Hrsg.): Die Steinhausenfresken der Aula des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums ehemals Kaiser-Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt am Main: Antike und Christentum im pädagogischen Raum. Dreieich 2006.
  • Schulleitung, Schulelternbeirat und Lehrerkollegium des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums (Hrsg., federführend Wilhelm Lutz): 1888 bis 1988. 100 Jahre Heinrich-von-Gagern-Gymnasium, ehedem Kaiser-Friedrichs-Gymnasium in Frankfurt am Main. O.O. (Frankfurt am Main) o.J. (1988), 232 Seiten.
  • Michael Nitsche, Brigitte Bergmann: Das Gagern-Feeling in den Siebzigern - 35 Jahre danach: Erinnerungen, Episoden, Erleuchtungen. Frankfurt am Main 2010, 200 Seiten (Selbstverlag der Autoren, beide sind Abiturienten des Schuljahrgangs 1975).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinrich-von-Gagern-Gymnasium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schütz: Die Steinhausenfresken
  2. Frankfurt / Main. Planetariumsclub (online [abgerufen am 23. Mai 2007]).
  3. Astronomie-AG – Vorstellung. Heinrich-von-Gagern-Gymnasium (online [abgerufen am 23. Mai 2007]).
  4. Offizielle Einweihung der Turnhalle, Heinrich-von-Gagern-Gymnasium
  5. Hartmut Müller-Kinet: Kultusministerkonferenz trauert um Staatssekretär Dr. Hartmut Müller-Kinet
  6. Ulrich Greiner: Die Begründungsfalle. Forum Classicum, 2/2000 [22. Februar 2006]
  7. Lebenslauf Prof. Uhde bei der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  8. Bernd Schneidmüller: Vita Prof. Dr. Bernd Schneidmüller
  9. Michael Skeide: http://www.math.tu-cottbus.de/INSTITUT/lswas/_MS/_skeide1.html About Me (Michael Skeide)