Heinrich Lübbe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich Lübbe 1912

Heinrich Lübbe (* 12. Januar 1884 in Nienburg a. d. Weser; † 14. März 1940 in Berlin) war ein deutscher Maschinenbauingenieur und Erfinder.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Lübbe trat nach seiner Lehre als Uhrmacher der deutschen Handelsmarine bei. Dort begann er eine Ausbildung im Maschinenbau, ein Unfall beendete jedoch seine militärische Laufbahn.

Im holländischen Utrecht betrieb Lübbe um 1908 ein Kino und befasste sich mit feinmechanischen und optischen Experimenten.

1911 begann Lübbe bei den Rumpler Werken in Johannisthal eine Ausbildung zum Flieger. Seine Flugprüfung legte er am 6. November auf einem Etrich-Rumpler-Eindecker ab und erwarb das deutsche FAI Patent Nr. 134. Ende 1912 brach er mit einem Flugzeug der Rumpler-Werke den Geschwindigkeitsweltrekord für die rund 250 Kilometer lange Strecke zwischen Montevideo und Buenos Aires.

Aufgrund einer Lungenerkrankung beendete Lübbe bereits 1913 seine Fliegerlaufbahn und begann für den niederländischen Flugzeughersteller Fokker in Schwerin zu arbeiten. Während des Ersten Weltkriegs entwickelte Lübbe mit Kurt Heber für die Fokkerwerke einen Mechanismus, mit dem man mit einem Maschinengewehr durch den Propellerkreis schießen konnte, das sogenannte Unterbrechergetriebe. Lübbe wurde Fokkers Waffenfachmann und war in dessen Reinickendorfer Flugzeugwaffenfabrik ab 1916 Betriebsleiter.

Nach dem 1.Weltkrieg betrieb Lübbe in Berlin eine „Versuchsanstalt für Waffen und Maschinenbau“. Dort erarbeitete er zwischen 1919 und 1925 Patente für Hebevorrichtungen, Schiffsschrauben, aber auch optische Zielgeräte und Waffen.

Im November 1925 übernahm Heinrich Lübbe mit Felix Wagenführ die Arado Flugzeugwerke in Warnemünde. Durch Finanzierung von Strohmännern und Aufträge für die geheime Luftrüstung befanden sich die „Arado Flugzeugwerke“ seit ihrer Gründung in wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Reichsverkehrsministerium. Während Lübbe in seinem privaten Anwesen im Grunewald die geheime Entwicklung von neuen Waffensystemen für die Reichswehr vorantrieb und wieder mit Ingenieur Kurt Heber zusammen arbeitete, begann er während der Wirtschaftskrise Kapital aus dem Unternehmen Arado abzuziehen. Das und seine Weigerung, der NSDAP beizutreten, sorgte für Differenzen mit der Geschäftsführung und dem Ministerium. 1935 wurde Lübbe verhaftet und nach der Entlassung unter Hausarrest gestellt. Seine Firmenanteile wurden am 25. April 1936 durch die Luftfahrtkontor GmbH angekauft. [1]

Nach der Enteignung war Lübbe als Waffenexperte für verschiedene Firmen tätig.

Grabstätte

Am Morgen des 14. März 1940 starb er im Alter von 56 Jahren an einer Lungenentzündung, die er sich auf einer Geschäftsreise zugezogen hatte. Heinrich Lübbe wurde auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörg Armin Kranzhoff: Fokker DR I. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01514-5.
  • Jörg Armin Kranzhoff: Arado – Geschichte eines Flugzeugwerkes. Aviatic Verlag, Oberhaching 1995, ISBN 3-925505-27-X.
  • Volker Koos: Arado Flugzeugwerke 1925–1945. Heel Verlag, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-728-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Bähr: Die Luftfahrtkredite und die Beziehungen zum Junkers-Konzern. In: Klaus-Dietmar Henke ( Hrsg.): Die Dresdner Bank in der Wirtschaft des Dritten Reichs. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2006, ISBN 3-486-57780-8, S. 391.