Heinrich Moritz Willkomm

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Heinrich Moritz Willkomm

Heinrich Moritz Willkomm (* 29. Juni 1821 in Herwigsdorf, Sachsen; † 26. August 1895 auf Schloss Wartenberg in Stráž pod Ralskem, Böhmen) war ein deutscher Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Willk.“.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Willkomm wurde als Sohn des Herwigsdorfer Pfarrers Mag. Carl Gottlob Willkomm und dessen Frau Amalia (geb. Bergmann) geboren. Er war der jüngere Bruder des Gelehrten Ernst Adolf Willkomm. Heinrich Moritz war unter anderem an der Universität Leipzig tätig. Er wirkte als Professor für Naturgeschichte in Tharandt, dann an der Universität Dorpat und schließlich von 1874 bis 1892 als Professor und Direktor an der Karls-Universität Prag.

Er schrieb Dutzende Werke in verschiedenen Gebieten der Botanik. Seine Werke enthalten viele wertvolle lithographische Abbildungen. In den 1840er-Jahren unternahm er Reisen auf der iberischen Halbinsel; er galt als eine Autorität für die Flora dieser Region.

Er gilt zusammen mit Robert Hartig (1839–1901) als Begründer der forstlichen Phytopathologie.

Willkomm schrieb 1896 zum Werk Die Vegetation der Erde von Adolf Engler und Oscar Drude für Band 1 über „Grundzüge der Pflanzenverbreitung auf der iberischen Halbinsel“.

Im Jahr 1867 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Zu Ehren von Willkomm ist 1888 die Pflanzengattung Willkommia Hack. aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) benannt worden. Auch der Gattungsname Willkommlangea Kuntze für eine Gattung der Pilze (Fungi) ehrt ihn und den dänischen Botaniker Johan Martin Christian Lange für ihr gemeinsames Werk "Prodromus florae hispanicae". Aus beiden Benennungen entstand dann 1953 als Wortspiel ("Will kommen und bleiben") auch der Gattungsname Willbleibia Herter, der wieder als Ehrung für Willkomm für eine Gattung der Süßgräser (Poaceae) Verwendung fand.[1]

Während seines Studiums wurde Willkomm 1868 Mitglied der Leipziger Burschenschaft Kochei.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Zander: Handwörterbuch der Pflanzennamen. Hrsg.: Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold. 13. Auflage. Ulmer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2016. ISBN 978-3-946292-10-4 doi:10.3372/epolist2016
  2. Burschenschaftliche Blätter. XIV. Jg., Berlin 1900, S. 281.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Heinrich Moritz Willkomm – Quellen und Volltexte