Heinrich XLV. (Reuß jüngere Linie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heinrich XLV.
Aufnahme zwischen 1914 und 1918

Heinrich XLV. Prinz Reuß jüngerer Linie (* 13. Mai 1895 in Ebersdorf; † vermutlich 1945) war ein reußischer Prinz, von 1928 bis 1945 Oberhaupt des Gesamthauses Reuß und letzter männlicher Vertreter der Linie Reuß-Schleiz, einem Zweig der jüngeren Linie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich XLV. wurde als Sohn des letzten regierenden reußischen Fürsten Heinrich XXVII. und der Prinzessin Elise zu Hohenlohe-Langenburg auf Schloss Ebersdorf geboren. Er besuchte das Gymnasium Rutheneum in Gera und das Vitzthumsche Gymnasium in Dresden[1] und diente als Oberleutnant im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg studierte er in Leipzig, Marburg, München und Kiel Literatur, Musikwissenschaft und Philosophie.

Er war ein großer Theaterliebhaber und Förderer und war als Regisseur, Autor, Berater und ab 1923 als Leiter der dramaturgischen Abteilung am Reußischen Theater in Gera tätig.

Heinrich XLV. blieb unverheiratet und kinderlos und adoptierte 1935 seinen Verwandten Heinrich I. (* 1910; † 1982) aus der apanagierten Nebenlinie Reuß-Köstritz. Die Adoption fand aus erbrechtlichen Gründen statt, Nachfolger von Heinrich XLV. als Oberhaupt des Fürstenhauses Reuß sollte er nicht werden.

Heinrich XLV., der bereits seit Anfang der 1930er Jahre mit den Nationalsozialisten sympathisierte und Mitglied der NSDAP war,[2] wurde im August 1945 in Ebersdorf vom sowjetischen Militär verhaftet und verschleppt und gilt seitdem als vermisst. Als am wahrscheinlichsten gilt, dass er im Speziallager Nr. 2 in Buchenwald interniert wurde und dort ums Leben gekommen ist; sein Name ist jedoch in keinem der Totenbücher der Speziallager verzeichnet. Er wurde am 5. Januar 1962 von einem Gericht in Büdingen, rückwirkend zum 31. Dezember 1953, für tot erklärt.[3] Sein gesamtes Vermögen wurde mit Kriegsende auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration beschlagnahmt und 1948 enteignet, darunter auch das Schloss Ebersdorf, das Jagdschloss Waidmannsheil, Schloss Thallwitz, Schloss Osterstein in Gera sowie Gebäude am Mohrenplatz in Gera-Untermhaus.[4][5][6]

Nachfolger von Heinrich XLV. als Oberhaupt des Gesamthauses Reuß war seit 1945 Heinrich IV. Reuß-Köstritz (1919–2012).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das sterbende Haus; Schauspiel in 1 Akt
  • Bräutliche Birken; Lustspiel in 1 Akt
  • Das grosse Jagen; Dramatisches Gedicht
  • Die Wunderblume; Ein Märchen in 7 Bildern, Musik von Georg Winkler, 1936

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. OTZ.de: Verschollen in Buchenwald: Heinrich XLV. Reuß, abgerufen am 17. August 2012.
  2. Lionel Gossman: Brownshirt Princess. A study of the „Nazi Conscience“. Open Book Publishers, Cambridge 2009, ISBN 978-1-906924-07-2, S. 68.
  3. http://www.btinternet.com/~allan_raymond/Monarchies_of_Europe_Former_Reigning.htm, abgerufen am 5. September 2009
  4. Kerstin Ackermann: Die „Wolfgang-Rosenthal-Klinik“ Thallwitz/Sachsen in den zwei deutschen Diktaturen. Gießen 2008, S. 51, (Gießen, Universität, Dissertation, 2008).
  5. Welt Online: Fürstenhaus Reuß erhält das Schloss Thallwitz zurück. Abgerufen am 5. September 2009.
  6. Verwaltungsgericht Gera, Pressemitteilung vom 26. Januar 2005@1@2Vorlage:Toter Link/www.thovg.thueringen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Abgerufen am 5. September 2009.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Gehrlein: Das Haus Reuß. Älterer und Jüngerer Linie (= Deutsche Fürstenhäuser. 19). 2., überarbeitete Auflage. Börde-Verlag, Werl 2006, ISBN 3-9810315-3-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinrich XLV. (Reuß jüngere Linie) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien