Heinrich Zell

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Heinrich Zell († 1564) war ursprünglich Kartograf, dann Astronom und von 1557 bis zu seinem Tod im Jahr 1564 Bibliothekar der Herzogtum Preußen-Schlossbibliothek in Königsberg[1]. In seinen Publikationen latinisierte Zell seinen Namen häufig zu Henricus Zellius oder Zeel(l)ius. Teilweise benutzte er auch andere Vornamen, wie etwa Heilrich(us) oder Agrippinus[2].

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schüler von Sebastian Münster, Neffe des Straßburger Theologenehepaares Matthäus Zell und Katharina Schütz-Zell sowie Verwandter des Nürnberger Kartografen und Holzschnitzers Christoph Zell kam er 1539 mit Rheticus nach Frauenburg zu Nikolaus Kopernikus und unterstützte diesen bei der Herausgabe der Narratio prima, die in Danzig erfolgte.

1555 trat Zell in den Dienst Herzog Albrechts von Preußen und übernahm zwei Jahre später das Amt des Herzoglichen Schlossbibliothekars. Während seiner Zeit am Königsberger Schloss erstellte Zell einen neuen Standortkatalog.[1]

Da er 1533 schon eine Europakarte erstellt hatte, schuf er 1542 eine Karte von Preußen, die auf den Vorarbeiten von Alexander Scultetus, Kopernikus und Rheticus aufbaute und von Münster, Abraham Ortelius und Caspar Schütz veröffentlicht wurde.[3] Mit Ein neuwe und eygentlich Beschreibung des Teutschen Lands folgte 1560 eine Deutschlandkarte in vier Holzschnitten.

Laut der Kopernikus-Biographie von Pierre Gassendi aus dem Jahr 1654 hatte er Kenntnis von dessen 1543 veröffentlichtem Hauptwerk De revolutionibus orbium coelestium und war ein früher Anhänger dessen Weltbilds.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Care and Conservation of Manuscripts: [1]
  • Encyclopedia of Library and Information Science: [2]
  • Pierre Gassendi, Oliver Thill: The Life of Copernicus (1473–1543) [3]
  • Leo Bagrow: History of Cartography, 1964 [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karl Bader: Lexikon deutscher Bibliothekare: im Haupt- und Nebenamt, bei Fürsten, Staaten und Städten. Harrassowitz, Leipzig 1925, S. 359.
  2. OGND - results/titledata. Abgerufen am 27. März 2020.
  3. Karl Heinz Burmeister: Georg Joachim Rheticus as a geographer and his contribution to the first map of Prussia, in: Imago Mundi, Band 23, S. 73–76.