Heinrich von Abendroth

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Heinrich von Abendroth (* 17. Mai 1819 in Wurzen; † 16. Februar 1880 in Dresden) war ein sächsischer Generalleutnant und Militärschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich stammte aus der Familie Abendroth und war der Sohn des Offiziers und Zollbeamten Christian Friedrich von Abendroth (* 5. Oktober 1779; † 24. August 1842) und dessen Ehefrau Marianne, geborene von Segnitz (* 5. April 1786; † 4. Dezember 1826).

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine militärische Laufbahn begann Abendroth 1831 in der Kadettenschule Dresden. Nach Beendigung dieser Ausbildung wurde er zunächst in ein Schützenbataillon in Leipzig versetzt. Die nächsten Jahre war er vor allem mit militärischen Studien und Forschungsreisen beschäftigt. 1849 wurde Abendroth in das sächsische Kriegsministerium versetzt, wo er später dem Generalstab angehörte.

1865 erhielt Abendroth das Kommando über das 10. Infanteriebataillon, welches er auch im Deutschen Krieg 1866 befehligte. Nach dem Übertritt des Königreichs Sachsen vom Deutschen zum Norddeutschen Bund im Jahr 1867 wurde sein Bataillon in das 7. Infanterie-Regiment „Prinz Georg“ eingegliedert und Abendroth im Jahr darauf mit seiner Beförderung zum Oberst zum Kommandeur dieses Verbandes ernannt. In dieser Stellung nahm er nach dem Beginn des Krieges gegen Frankreich an der Schlacht bei Gravelotte teil. Während der Belagerung von Paris war Abendroth mit der Führung der 4. Infanterie-Brigade Nr. 48 beauftragt. Aufgrund von verschiedenen Verwundungen war er in der Folgezeit nicht mehr dienstfähig. Nach seiner Gesundung übernahm er im März 1871 wieder seine Brigade und fungierte zeitgleich auch als Festungskommandanten von Sedan. 1871 wurde er zum Generalmajor befördert. 1875 wurde Abendroth zum Kommandeur der 1. Division Nr. 23 ernannt und im Jahr darauf zum Generalleutnant befördert. Aus gesundheitlichen Gründen nahm er Ende 1878 seinen Abschied.

Neben seinen militärischen Verdiensten war Abendroth auch der Verfasser mehrerer militärischer Schriften und Analysen. Sein erstes Werk war Militärische Briefe eines deutschen Offiziers während einer Reise durch die Schweiz und das mittlere Frankreich im Anfange des Jahres 1844, in welchem er seine Reisetätigkeiten der vorangegangenen Jahre beschrieb und diese themengerecht niederschrieb. Zudem versuchte er sich als Herausgeber einer militärischen Zeitschrift, scheiterte hiermit jedoch aufgrund der politischen Lage bereits nach der zweiten Auflage. Allerdings verfasste er später immer wieder Artikel zu den Kriegswissenschaften oder historische Themen für Zeitungen.

Abendroth war auch als Lehrer der Taktik und Kriegsgeschichte an der Fortbildungsschule für Offiziere in Dresden tätig. Heinrich von Abendroth war außerdem Mitgründer und erster Vorsitzender des 1863 gegründeten und heute noch existierenden Vereins für Erdkunde in Dresden.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er heiratete am 30. August 1849 in Rudolstadt Ida von Lichtenstein (* 26. Dezember 1820; † 13. Januar 1909). Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Auguste Louise Eveline (* 15. Juni 1850) ∞ Paul von Hingst, Generalleutnant
  • Alexander Bernhard Ernst (* 4. Juni 1853), Hauptmann ∞ 1880 Rosa Albertine Magarethe von Hagen (* 30. November 1853)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Militärische Briefe eines deutschen Offiziers während einer Reise durch die Schweiz und das mittlere Frankreich im Anfange des Jahres 1844.
  • Der Aufstand in Dresden.
  • Terrainstudien zu dem Rückzuge des Varus und den Feldzügen des Germanicus.
  • Studien über den Sicherheitsdienst in verbundenen Waffen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]