Heinrich von Eckardt

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Heinrich von Eckardt (* 20. Juli 1861 in Riga; † 3. März 1944 in Jena) war ein deutsch-baltischer Dragoman (d.h. Dolmetscher) und Diplomat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich von Eckardt war der Sohn des Deutsch-Balten Julius von Eckardt und ein Onkel von Felix von Eckardt. Am 10. März 1881 bestand er das Abitur an der Gelehrtenschule des Johanneums. Ab dem Sommersemester 1881 studierte er an der Universität Jena Rechtswissenschaft und orientalische Sprachen (Arabisch, Türkisch). 1882 wurde er im Corps Saxonia Jena recipiert.[1] Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität. Nach dem Referendarexamen am 27. März 1885 diente er als Einjährig-Freiwilliger in der Preußischen Armee.[2] Zugleich war er beim Amtsgericht Jena und bei einem Rechtsanwalt beschäftigt.[3]

Am 6. Juni 1886 in den Auswärtigen Dienst einberufen, kam er am 1. Juli 1886 als Dragomanats-Eleve (bis 6. April 1899) an die Botschaft in Konstantinopel. Zeitweise war er kommissarisch beschäftigt am Deutschen Generalkonsulat Konstantinopel. Vom 19. August bis zum 17. Oktober 1893 übernahm er die kommissarische Leitung des Konsulats in Smyrna. Am 25. Mai 1889 erhielt er den Titel 3. Dragoman. Ab dem 27. März 1893 war er 3. Dragoman. Am 5. Juni 1897 bestand er die konsularische Prüfung. Als Legationssekretär trat er am 23. Mai 1899 den Dienst an der Gesandtschaft in Teheran an. Vom 21. Juli bis zum 28. September 1900 war er an der Botschaft in Konstantinopel mit der Wahrnehmung der Geschäfte des 1. Dragomans beauftragt. Seit dem 15. Januar 1901 an der Gesandtschaft in Belgrad, erhielt er am 18. Oktober 1902 den Charakter als Legationsrat. Vom 6. März 1906 bis zum 21. September 1907 war er deutscher Delegierter bei der Internationalen Finanzkommission in Athen. Am 4. Februar 1908 kam er als Ministerresident und kommissarischer Leiter des Konsulats nach Havanna. Mit Rang und Titel eines Gesandten übernahm er am 27. Dezember 1910 die Geschäfte des Ministerresidenten in Cetinje, Montenegro. Zum 14. Februar 1915 wurde er Gesandter in Mexiko-Stadt.[4] Bis August 1915 war der Aufenthalt in Veracruz (Veracruz) und Orizaba. Am 25. Dezember 1918 (nach der Novemberrevolution) wurde er in Mexiko abgelöst. Ab dem 29. April 1919 im Auswärtigen Amt, hatte er in der Abt. IA (Politik) Mexiko-Angelegenheiten zu bearbeiten. Vom 24. Juli bis zum 29. August 1919 war er Referatsleiter für Mexiko. Danach in Urlaub, wurde er am 6. März 1920 in den einstweiligen Ruhestand versetzt.[3]

Vom 22. Oktober 1924 bis zum 15. März 1925 war er 1. Delegierter des Auswärtigen Amts bei der Internationalen Opiumkonferenz in Genf. Ebenfalls in Genf führte er vom 2. April 1925 bis zum 31. Juli 1925 die deutsche Delegation bei der Internationalen Waffenhandelskonferenz. Ab dem 1. September 1925 ging er einer Vortragstätigkeit im Auftrag des Reichsministers des Auswärtigen nach. Zum 31. Oktober 1926 wurde er in den Ruhestand versetzt.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 71, 457
  2. 13. Oktober 1887 Sekonde-Lieutenant d. R., 22. März 1895 Premier-Lieutenant d. R.
  3. a b c Biogramm im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts
  4. Georg von Hertling, Hugo Graf von und zu Lerchenfeld auf Köfering und Schönberg: Briefwechsel Hertling-Lerchenfeld 1912–1917. Dienstliche Privatkorrespondenz zwischen dem bayerischen Ministerpräsidenten Georg Graf von Hertling und dem bayerischen Gesandten in Berlin Hugo Graf von und zu Lerchenfeld H. Boldt. 1973, S. 823 (Auszug)
Vorgänger Amt Nachfolger
1903–1905: Ernst von Heintze-Weißenrode
1905–1908: Joseph von Humbach
Gesandter des Deutschen Reichs in Kuba
1908–1910
Adolf Pauli (ab 1911)
Amt neu geschaffen Gesandter des Deutschen Reichs in Montenegro
1911–1914

2006: Thomas Schmitt (Diplomat)
Paul von Hintze Gesandter des Deutschen Reichs in Mexiko
1914–1919
Adolf Maria Maximilian de Garnerin von Montgelas