Heinrich von Kaufmann-Asser

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Als Student (1902)

Heinrich Ritter von Kaufmann-Asser (* 1. August 1882 in Aachen; † 17. Februar 1954 in Wiesbaden) war ein deutscher Ministerialbeamter (Ministerialdirektor) und Diplomat der Weimarer Republik. Er wurde 1933 aus rassistischen Gründen entlassen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaufmann-Asser studierte Rechtswissenschaft an der Universität Bonn und der Universität Heidelberg. Er war Mitglied der Corps Guestphalia Bonn (1900) und Guestphalia Heidelberg (1901).[1] 1904 promovierte er in Heidelberg mit einer Arbeit über die Verteilung von Gewinn und Verlust bei der offenen Handelsgesellschaft zum Dr. iur.

Kaufmann-Asser trat 1912 in den Auswärtigen Dienst ein. Als Einjähriger nahm er am Ersten Weltkrieg teil, wurde in der Zivilverwaltung für das besetzte Belgien eingesetzt. Er schied als Rittmeister aus und kehrte in den Auswärtigen Dienst zurück, in dem er u. a. in Chile und Brasilien tätig war. Vom 3. Juni bis 17. August 1932 war Kaufmann-Asser Leiter der Vereinigten Presseabteilung der Reichsregierung.

Vom 21. Januar 1933 an war er deutscher Botschafter in Argentinien. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten in Deutschland wurde er am 3. August 1933 abberufen und durch Edmund von Thermann ersetzt − weil er jüdischer Abstammung war.

Von Kaufmann-Asser war mit Erica von Breitenbach verheiratet, Tochter des preußischen Politikers Paul von Breitenbach. Sein Vater war der Nationalökonom und Rechtswissenschaftler Richard von Kaufmann-Asser, sein Bruder der Arzt und Filmproduzent Wilhelm von Kaufmann.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaufmann, v., Heinrich, in: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft – Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Erster Band. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930. S. 893.
  • Maria Keipert (Red.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Herausgegeben vom Auswärtigen Amt, Historischer Dienst. Band 2: Gerhard Keiper, Martin Kröger: G–K. Schöningh, Paderborn u. a. 2005, ISBN 3-506-71841-X, S. 487–489

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 10, 671; 64, 930