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Heinrich von Quintus-Icilius

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Heinrich Guichard gen. v. Quintus Icilius.

Heinrich Guichard genannt von Quintus-Icilius (* 6. Mai 1798 in Hannover; † 19. Mai 1861 in Fallingbostel) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Politiker. Sein Großvater Karl Theophil Guichard wurde durch Friedrich den Großen als Quintus Icilius nobilitiert.

Guichard ist der Sohn des Friedrich Guichard genannt von Quintus-Icilius und dessen erster Ehefrau Sophie Schlüter geborene von Tilling, Tochter des kur-hannoverschen Ober-Hofkommissars Moritz Rudolf Ritter von Tilling und der Elisabeth Bartels. Der Vater war königlich preußischer Leutnant im Leib-Kürassier-Regiment und starb bei einem Duell 1799 in Brünen. Der geadelte Großvater Theophil Guichard (von) Guichard ebnete den Weg in die höhere Gesellschaft. Die sonstigen bürgerlichen Vorfahren kamen einst aus Frankreich und waren vormals über vier Generationen Kaufleute, Fabrikanten, Administratoren, Hofräte und Richter.

Heinrich studierte an der neuen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaften. In Göttingen war er Mitglied des Corps Marchia Berlin und des Corps Hannovera.[1] Er wurde 1824 Amtsassessor und übernahm 1829 als solcher die Verwaltung des Amts Schnackenburg. 1834 wurde er als Amtmann in das Amt Fallingbostel versetzt, wo er 1838 in Fallingbostel eine der ersten Sparkassen des Königreichs Hannover im ländlichen Raum gründete, die heutige Kreissparkasse Walsrode. Diese Sparkasse finanzierte insbesondere Betriebe der Landwirtschaft im Zuge der Bauernbefreiung. 1848 vertrat er den Wahlkreis 15 (Hannover) in der Frankfurter Nationalversammlung und gehörte dort zunächst der Casino-, dann der Landsberg-Fraktion an. Als Oberamtmann machte er sich um den Raum Fallingbostel verdient.

Heinrich Guichard genannt von Quintus-Icilius ehelichte zuerst 1823 Luise Schlüter, dann Karoline Schlüter. Mit beiden Ehefrauen hatte er Kinder. Der älteste Sohn war Gustav von Quintus-Icilius. Nur der Enkel Gustav Adolf Guichard genannt von Quintus-Icilius (1870–1940) bewirtschafte einen Gutsbesitz. Seine Begüterung war zeitweise Kleinhof samt Vorwerk Schulz in der Niederlausitz, bei Kirchhain, heute ein Wohnplatz im Kernbereich von Doberlug-Kirchhain. Kleinhof war ursächlich nicht kreistagsfähig, zuletzt mit dem Status eines Rittergutes ausgestattet, Gesamtgröße 485 ha, aber verpachtet.[2]

Freunde und Anhänger in Fallingbostel errichteten ihm aus Dankbarkeit für sein Wirken bereits drei Jahre nach seinem Tod 1864 ein lebensgroßes Standbild, das noch heute an ihn erinnert. Das steinerne Denkmal steht in einem neugotischen Baldachin an der Kirchhofmauer der St.-Dionysius-Kirche. Am Sockel des Standbilds sind die Datierung „1864“ und die Initialen „CD“ eingemeißelt, was zur Zuschreibung an den Bildhauer Carl Dopmeyer in Hannover führte.[3] Der Denkmalsockel zeigt als Relief einen Bienenkorb mit der Jahreszahl „1838“, was für das Gründungsjahr der von Quintus-Icilius initiierten Sparkasse steht. Der Bienenkorb galt seit dem Mittelalter als Symbol des Fleißes und der Sparsamkeit und wurde bereits damals als Spardose genutzt.

In Walsrode und Bad Fallingbostel ist jeweils eine größere innerstädtische Straße als Quintusstraße benannt.

Commons: Heinrich von Quintus-Icilius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten. 1960. C. L. Mettcker & Söhne-Jever-Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 4 (Corps) / (Lfd. Nr. dort) 96, 42/228.
  2. ↑ Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. [1929]. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. Hrsg. Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, Band Regierungsbezirk Frankfurt a. O. Kreis Luckau. (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 253.
  3. ↑ Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 25: Landkreis Soltau-Fallingbostel. Bearbeitung: Edda Pantel. Verlag Vieweg, Braunschweig 2001, S. 184.