Heinrichswalde

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heinrichswalde
Heinrichswalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heinrichswalde hervorgehoben
Koordinaten: 53° 37′ N, 13° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Torgelow-Ferdinandshof
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 14,3 km2
Einwohner: 411 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17379
Vorwahl: 039772
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 048
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofsstr. 2
17358 Torgelow
Webpräsenz: www.heinrichswalde.de
Bürgermeisterin: Carolin Kamke
Lage der Gemeinde Heinrichswalde im Landkreis Vorpommern-Greifswald
BrandenburgLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis Vorpommern-RügenBuggenhagenKrumminLassanWolgastWolgastZemitzAhlbeck (bei Ueckermünde)AltwarpEggesinGrambinHintersee (Vorpommern)LeopoldshagenLiepgartenLuckowLuckowLübs (Vorpommern)MeiersbergMönkebudeVogelsang-WarsinBargischowBargischowBlesewitzBoldekowBugewitzButzowDucherowIvenKrienKrusenfeldeNeetzow-LiepenMedowNeetzow-LiepenNeu KosenowNeuenkirchen (bei Anklam)PostlowRossinSarnowSpantekowStolpe an der PeeneAlt TellinBentzinDaberkowJarmenKruckowTutowVölschowBehrenhoffDargelinDersekowDiedrichshagenHinrichshagen (Vorpommern)LevenhagenMesekenhagenNeuenkirchen (bei Greifswald)Weitenhagen (bei Greifswald)BergholzBlankensee (Vorpommern)Boock (Vorpommern)Glasow (Vorpommern)Grambow (Vorpommern)LöcknitzNadrenseeKrackowPenkunPlöwenRaminRossowRothenklempenowBrünzowHanshagenKatzowKemnitz (bei Greifswald)KröslinKröslinLoissinLubminNeu BoltenhagenRubenowWusterhusenGörminLoitzSassen-TrantowAltwigshagenFerdinandshofHammer a. d. UeckerHeinrichswaldeRothemühlTorgelowTorgelowTorgelowWilhelmsburg (Vorpommern)JatznickBrietzigDamerow (Rollwitz)FahrenwaldeGroß LuckowJatznickJatznickKoblentzKrugsdorfNiedenPapendorf (Vorpommern)PolzowRollwitzSchönwalde (Vorpommern)Viereck (Vorpommern)ZerrenthinZüsedomKarlshagenMölschowPeenemündeTrassenheideBenz (Usedom)DargenGarz (Usedom)KamminkeKorswandtKoserowLoddinMellenthinPudaglaRankwitzStolpe auf UsedomÜckeritzUsedom (Stadt)ZempinZirchowBandelinGribowGroß KiesowGroß PolzinGützkowGützkowKarlsburg (Vorpommern)Klein BünzowLühmannsdorfMurchinRubkowSchmatzinWrangelsburgZiethen (bei Anklam)ZüssowHeringsdorfPasewalkStrasburg (Uckermark)UeckermündeWackerowGreifswaldGreifswaldPolenKarte
Über dieses Bild

Heinrichswalde ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Bis zum 31. Dezember 2004 war die Gemeinde Verwaltungszentrum des gleichnamigen Amtes. Sie gehört nun zum Amt Torgelow-Ferdinandshof mit Sitz in der Stadt Torgelow.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrichswalde liegt in waldreicher Landschaft nördlich der Brohmer Berge und am Südrand der Friedländer Großen Wiese mit dem Galenbecker See.

Orte in der Umgebung sind: Fleethof, Galenbeck, Galenbecker See, Friedländer Große Wiese, Ausbau, Eichhof Wohnsiedlung, Mühlenhof im Norden, Wittenborn, Moosbruch im Osten und Gehren, Gehren Ausbau, Rohrkrug, Wietsch, Neuensund und Rothemühl im Süden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wurde von König Friedrich Wilhelm I. zu Ehren des Generalpächters dieses Gebietes, Henrici, verliehen.

Das Dorf wurde im Rahmen der friderizianischen Kolonisation 1737 als Vorwerk des Amtes Torgelow angelegt. 1748 kamen Kolonisten aus Süddeutschland (sogen. Pfälzer), denen Unterkünfte, Acker- und Wiesenland, Befreiung vom Militärdienst und freie Religionsausübung zugesagt worden war. Als die sechs Bauern, sechs Halbbauern und 18 Kossäten in Heinrichswalde eintrafen, mussten sie sich entgegen der Zusage ihr Land erst selbst roden; danach wurde ihnen das Land vom Generalpächter Henrici nicht nach pommerschem Maß, sondern nach Magdeburger Maß vermessen, was für jeden Bauern 7000 m² Ackerland weniger bedeutete.

Zusätzlich zu diesem Betrug forderte der Generalpächter Henrici die Pacht in brandenburgischen Münzen, ihre Schwerarbeit wurde aber in sundischen Schillingen entlohnt, so dass sie beim Umtausch Verluste hinnehmen mussten. In ihrem Privileg waren keine Dienstleistungen auf dem Vorwerk Heinrichswalde erwähnt, Henrici jun. verlangte sie dennoch von den Siedlern. Die Pommersche Kriegs- und Domänenkammer in Stettin und die Kolonisten hatten einen jahrzehntelangen Streit in dieser Sache. 1771 wurden die Sprecher von Heinrichswalde, Wittmann, Lauffer und Greiner, zeitweilig inhaftiert. Die Bauern schalteten auch das Generaldirektorium in Berlin und König Friedrich II. in ihren Streit ein.

Der neue Generalpächter Ingermann versuchte, auch Pasewalker Dragoner einzusetzen, um die Bauern zu den Naturaldiensten zu zwingen. Schließlich kam der Streit 1774 zu einem Ende: In sogenannten Hofbriefen (Urkunden) erhielten sie ihren Besitz als Eigentum bestätigt. Jedoch wurden Dienste, wenn auch stark ermäßigte, für die Vorwerke Wilhelmsburg und Mühlenhof festgeschrieben.

Am 1. Juli 1950 wurde Heinrichswalde nach Rothemühl eingemeindet und am 1. Januar 1957 wieder eine eigenständige Gemeinde.

1954 wurde die einmalige Naturschönheit um Heinrichswalde (Galenbecker See) von Helmut Drechsler besucht und in dem Buch Wildschwäne über Uhlenhorst beschrieben.

Seit der Wende wurde viel getan, um das Ortsbild zu verbessern. Ab 1992 wurde der Ortskern (Gehwege, Straßenbeleuchtung) mit Hilfe der Städtebauförderung umfassend saniert. Die Erneuerungen betrafen auch die Kindertagesstätte, das Gemeindezentrum und die Freiwillige Feuerwehr. Im Kreis-, Landes- und Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ konnte Heinrichswalde sehr gute Platzierungen erreichen.
In der Gemeinde sind zwei Transportfirmen, eine Elektrofirma, eine Brunnenbaufirma, eine Fischerei mit Verkaufsstätte, ein Textil- und Lebensmittelladen, ein Friseurgeschäft sowie weitere kleine Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe ansässig.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl der Gemeindevertretung 2014[3]
in %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
7,75 %
64,14 %
28,11 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Bürgerbündnis Uecker-Randow
c Einzelbewerber Kamke

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heinrichswalder Gemeindevertretung besteht aus 6 Mitgliedern.

Wahlgruppe
CDU 1
Bürgerbündnis Uecker-Randow 5
Einzelbewerber Kamke 1

Es waren 7 Sitze zu vergeben, da jedoch zwei auf den Einzelbewerber Frank Kamke verfielen, gibt es nur 6 Mitglieder in der Gemeindevertretung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 18. Dezember 1996 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 120 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber über blauem Wellenschildfuß, darin ein silberner Hecht mit schwarzer Zeichnung, eine ausgerissene, grün beblätterte und befruchtete schwarze Eiche; überhöht von einem auffliegenden schwarz-silbernen Seeadler.“

Das Wappen wurde von dem Torgelower Reiner Kummer gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Heinrichswalde

  • 2012 wurde eine sehenswerte Heimatstube im ehemaligen Gaststättensaal / Konsumverkaufsstelle eingerichtet. Hier wird mittels vieler Ausstellungsstücke, Bilder, Urkunden und Schriftstücke sehr anschaulich die Entwicklung der Gemeinde dargestellt. Die Heimatstube wird durch den Natur- und Heimatverein Heinrichswalde e.V betreut.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrichswalde liegt 9 km von der Bundesstraße 109 (Berlin - Greifswald) und der Bahnlinie Berlin - Stralsund entfernt; ca. 10 km südlich verläuft die neue Bundesautobahn 20 (Ostseeautobahn).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harry Tisch (1927–1995), DDR-Politiker, war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Gebhard: Friderizianische Pfälzerkolonien in Brandenburg und Pommern, Kommissionsverlag Leon Saunier, Stettin 1939
  • Manfred Vollack: "Der Kreis Ueckermünde bis 1945, Ein pommersches Heimatbuch", Heimatkreis Pasewalk-Ueckermünde in Gemeinschaft mit dem Pommerschen Zentralverband e.V., Hamburg 1981

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinrichswalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Geodatenviewer des Amtes für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen Mecklenburg-Vorpommern (Hinweise)
  3. Amtsblatt Torgelow-Ferdinandshof, Jahrgang 10 Nummer 6, 11. Juni 2014, ISSN 1860-2797