Heinsberg (Kirchhundem)

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Heinsberg
Gemeinde Kirchhundem
Koordinaten: 51° 2′ 28″ N, 8° 9′ 1″ O
Höhe: 429 m
Fläche: 23,16 km²
Einwohner: 943 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 57399
Heinsberg, dahinter Windpark nördlich von Hilchenbach
Heinsberg, dahinter Windpark nördlich von Hilchenbach

Heinsberg ist ein Dorf im Südosten der Gemeinde Kirchhundem. Zum 31. Dezember 2013 hatte der Ort 943 Einwohner.[1]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rothaarsteig Wegweiser

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Heinsberg gehört zum Süderbergland des Rheinischen Schiefergebirges, das auch als Südsauerland oder Olper Land bezeichnet wird. Darin gehört es zum sogenannten Bilsteiner Bergland.[2] Das Dorf liegt an den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges, und zwar in einem Talkessel zwischen dem Milsenberg (669 m) im Nordosten, der Habbecke (644 m) im Osten, dem Riemen (677 m) im Südosten, dem Goldenen Zapfen (640 m) im Süden, der Lümke (623 m) im Südwesten, dem Strauchelberg (625 m) im Westen und dem Schroersberg (610 m) im Nordwesten.[3] Nach Norden hin wird das Tal durch den Heinsberger Bach zur Hundem hin entwässert. Heinsberg liegt unmittelbar an der Wasserscheide zwischen Rhein und Sieg.[3]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte von Heinsberg sind Rüspe und Röspe im Osten, Zinse im Südosten, Oberndorf im Süden, Brachthausen und Kohlhagen im Westen und Albaum im Norden. Die Orte Oberndorf, Röspe und Zinse liegen im benachbarten Kreis Siegen-Wittgenstein.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Heinsberg wurde erstmals in einer Urkunde vom 13. Februar 1345 unter dem Namen „Heymersberch“ erwähnt. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass der Ort älter ist. Die Gründung könnte in der hochmittelalterlichen Rodungsphase erfolgt sein. Nach Untersuchungen von Günther Becker bestanden um 1300 wahrscheinlich weniger als zehn Höfe, die um den „Brink“ – um die dort errichtete Kapelle – angelegt gewesen sein dürften. Im Spätmittelalter ist ein stärkeres Wachstum des Ortes zu registrieren, als in den umliegenden Bergen bestehende Höfe aufgegeben wurden und sich möglicherweise aus Gründen der Sicherheit dem Dorfverband anschlossen. Begünstigt durch die geräumige Tallage war in Heinsberg außerdem die Realteilung der Höfe bei Erbfällen üblich. Dadurch vergrößerte sich die Zahl der Höfe zunehmend. Mitte des 16. Jahrhunderts waren in Heinsberg zirka 50 Wohngebäude vorhanden. Damit war das Dorf einer der größten Orte im Gebiet des heutigen Kreises Olpe. Den katastrophalen Brandereignissen in den Jahren 1796 und 1797 fielen fast sämtliche Wohnhäuser des Dorfes zum Opfer. Beim Wiederaufbau wurde 500 Meter südlich des alten Ortskerns das sogenannte Neue Dorf errichtet.[4] Die zahlreichen Fachwerkhäuser der Talstraße zeugen noch heute vom Wiederaufbau des Dorfes nach den Bränden. Das Dorf Heinsberg bildete von 1843/44 bis 1969 eine selbstständige politische Gemeinde im damaligen Amt Kirchhundem. Seit dem 1. Juli 1969 (kommunale Neugliederung) ist das Dorf ein Ortsteil der Gemeinde Kirchhundem.[5]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1628 wurde die Pfarrei Heinsberg von der Mutterkirche in Kirchhundem abgepfarrt und ist seitdem eine selbstständige Pfarrei Die Kirche in Heinsberg ist zwischen 1767 und 1774 errichtet worden und der Hl. Katharina geweiht. Der Turm stammt von der Vorgängerkirche aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Eine Kapelle ist in Heinsberg bereits im 15. Jahrhundert in Urkunden erwähnt worden. Eine im Jahre 1976 abgebrochene Kirchenmauer umgab früher den gesamten Kirchplatz. Vom First des Kirchenschiffes wird die Traufe des viel zu kleinen Turm der Vorgängerkirche überragt. Der Hochaltar stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und zeigt de Hl. Josef mit dem Jesuskind sowie den Hl. Franziskus mit dem Kreuz. Im Mittelbereich zeigt sich die Hl. Katharina als Schutzpatronin der Kirche. Ihre Attribute sind das Schwert und das zerbrochene Rad. Im Jahre 1974 ist die gesamte Kirche umfassend Restauriert worden und erhielt die ursprüngliche Farbfassung zurück. Der Kanzel erkennt man die Handschrift der Familie Sasse aus Attendorn.[6]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 waren von 1153 Einwohnern des Dorfes 1011 katholisch, 73 evangelisch und 69 anderer oder keiner Religionszugehörigkeit. Das Dorf Heinsberg gehörte im Mittelalter zur Pfarrei (Kirch-)Hundem. Nachdem es bereits im 16. Jahrhundert zu Ablösungsbestrebungen kam, wurde 1628 die Pfarrei Heinsberg errichtet. Im Zentrum des Ortes befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Katharina, die nach Abbruch der Vorgängerkirche von 1767 bis 1774 erbaut wurde. Von der alten Kirche blieb der Kirchturm erhalten. Dendrochronologischen Untersuchungen zufolge stammt der Unterbau des Glockenstuhls im Kirchturm aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die katholische Pfarrkirche St. Katharina in Heinsberg ist seit dem 7. März 1985 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Dorf Heinsberg ist folgende Einwohnerentwicklung nachweisbar:

Jahr Einwohner
1818 463
1843 579
1858 667
1871 581
1885 686
1895 769
1905 614
1925 817
1933 826
1939 11 (?)
1946 1015
1950 1039
1969 1073
1974 1128
1978 1097
1985 1085
1990 1136
1994 1153
2006 1050

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heinsberg wirken zwei Chöre, der Frauenchor „Concordia Heinsberg“ und der Männergesangverein „MGV Concordia Heinsberg“. Für die musikalische Begleitung bei kirchlichen und weltlichen Festen sorgt der örtliche Musikverein Heinsberg.

Naturpark und Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung Heinsberg liegt im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Sie wird berührt vom Rothaarsteig, einem überregionalen Wanderweg von Dillenburg nach Brilon. In der Gemarkung liegt das Naturschutzgebiet Schwarzbachsystem mit Haberg und Krenkeltal.[8]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf besitzt einen modernen Kunstrasenplatz mit dabei gelegenem Sportlerheim. Bei der katholischen Grundschule wurde außerdem eine Turnhalle erbaut, in der auch Vereinssport möglich ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am dritten Wochenende im Juli feiert der Schützenverein Heinsberg in jedem Jahr das Schützenfest. Das Straßenbild des Dorfes wird dann drei Tage lang von den Schützen geprägt. Zudem richtet der Musikverein Heinsberg alle 5 Jahre das sogenannte 5er-Treffen aus (nächstes Mal im Jahr 2023).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alter Bahnhof Heinsberg

Der Ort wird verkehrsmäßig erschlossen durch die L713, die in Würdinghausen beginnt und nach Hilchenbach führt. Die Eisenbahnstrecke von Altenhundem nach Birkelbach, die 1914 eingeweiht worden ist, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und für Heinsberg nicht wieder in Betrieb genommen.[9] Erhalten geblieben ist hiervon das Bahnhofsgebäude in Heinsberg, der Aquädukt im Krenkeltal und die beiden vermauerten Portale des Heinsberger Tunnels. Aquädukt und Tunnelportale sind als Baudenkmäler in die Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem eingetragen.[7]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Heinsberg besitzt einen Kindergarten in der Trägerschaft eines Elternvereins sowie die katholische Grundschule St. Katharina. Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen mit der Gemeinschaftshauptschule in Kirchhundem, der Realschule in Lennestadt-Meggen, dem städtischen Gymnasium in Lennestadt-Altenhundem und dem privaten Gymnasium Maria-Königin in Lennestadt-Altenhundem. Heinsberg liegt im Einzugsbereich der Universität Siegen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Becker: Heinsberg. Vergangenheit und Gegenwart eines sauerländischen Gebirgsdorfes. Heinsberg/Westf. 1968.
  • Eberhard Linnhoff: Pfarrkirche St. Katharina zu Heinsberg. Werl 1981.
  • Verschiedene Autoren: Heinsberg – Ein Dorf im Sauerland Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft „Unser Dorf soll schöner werden“, Heinsberg, Heinsberg 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Kirchhundem: Orte, abgerufen am 13. Januar 2015
  2. Otto Lucas: Das Olper Land. Arbeiten der Geographischen Kommission im Provinzialinstitut für Westfälische Landes- und Volkskunde. 4. Münster 1941. Sn 4f und 22f
  3. a b c Lennestadt Kirchhundem in den Naturparken Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert. Wanderkarte 1:25000, Hrsg. Landesvermessungsamt NRW auf der Grundlage der amtlichen Topographischen Karte 1:25000. 2. Auflage 1998
  4. Christoph Henrichs: Das Siedlungsbild Heinsbergs. In: Heinsberg. Ein Dorf im Sauerland. Heinsberg 1995. S. 41f
  5. Martin Vormberg: Die politische Gemeinde Heinsberg. In: Heinsberg. Ein Dorf im Sauerland. Heinsberg 1995. S. 231ff.
  6. Anni Siebert: Geschichte der Pfarrei Heinsberg. In: Heinsberg. Ein Dorf im Sauerland. Heinsberg 1995. S. 313ff.
  7. a b Denkmalliste der Gemeinde Kirchhundem
  8. Schwarzbachsystem mit Haberg und Krenkeltal
  9. Martin Vormberg: Die Ruhr-Sieg-Eisenbahn. Eine Pioniertat westfälischer Verkehrserschließung. In: Eisenbahn im Sauerland. Hrsg. vom Schieferbergbau-Heimatmuseum Schmallenberg-Holthausen. Schmallenberg-Holthausen 1989. S. 41ff