Heinz Becker (Bühnenfigur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gerd Dudenhöffer als Heinz Becker (2014)

Heinz Becker ist seit 1982 eine Bühnen- und Film-Figur des Kabarettisten und Schriftstellers Gerd Dudenhöffer.

Grundidee der Figur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinz Becker wohnt mit Ehefrau Hilde und Sohn Stefan im eigenen Haus im saarländischen Bexbach. Seine Person lässt sich als Biertrinker, leidenschaftlicher Heimwerker (in dieser Eigenschaft wohl eher ein Dilettant), Besserwisser, Nörgler, Spießer, Vereinsmeier, Stammgast im Eckstübbche und mit dem Maier Kurt befreundet beschreiben. Sein besonderes Erkennungszeichen ist eine Batschkapp, ohne die man ihn grundsätzlich nie zu sehen bekommt. Ein oft zitierter Dauerwitz ist die Diskussion um den Griff des Rasenmähers.

Darbietung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Familie Heinz Becker

Gerd Dudenhöffer entwickelte die Figur ab 1982 zunächst ausschließlich in seinen Bühnenprogrammen. Große Aufmerksamkeit erhielt er erst durch die Produktion und Ausstrahlung der Fernsehserie Familie Heinz Becker, die ab 1992 im Ersten gezeigt wurde und neben ihm auch die Figuren Ehefrau Hilde und Sohn Stefan teilhaben ließ. Die Serie wurde in Koproduktion zwischen WDR und SR in sieben Staffeln à sechs Folgen von 1991 bis 2003 gedreht und gesendet. Jedes Jahr wird an den Weihnachtstagen die Folge Alle Jahre wieder aus der 3. Staffel (1994) auf verschiedenen Sendern gezeigt.

1999 realisierte Dudenhöffer mit Tach, Herr Dokter! den Heinz-Becker-Film.

Parallel zur Ausstrahlung der Fernsehserie und auch danach war und ist Dudenhöffer alias Heinz Becker immer wieder auf Tournee mit seinem jeweils aktuellen Soloprogramm. Jedoch tritt er seit 1998 nicht mehr im Saarland auf. Grund dafür ist eine öffentlich ausgetragene Kontroverse aus jenem Jahr, in der es darum ging, ob die Bühnenfigur das Image des Saarlands beschädige.[1]

Rechtsstreit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Alice Hoffmann aus der Serie ausgeschieden war, startete sie ihr eigenes Bühnenprogramm als Vanessa Backes. Ihr hierin oft erwähnter Exmann erinnert nach Dudenhöffers Auffassung zu stark an Heinz Becker, weshalb Dudenhöffer Alice Hoffmann und Gerhard Bungert, den Autor ihres Soloprogramms, abmahnen ließ. Bungert, der Ähnlichkeiten zwischen Heinz Becker und Vanessa Backes' Exmann bestreitet, klagte daraufhin gegen Gerd Dudenhöffer und behauptete, er habe maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Heinz-Becker-Figur gehabt. Er forderte sowohl eine finanzielle Beteiligung am Erfolg der Figur als auch eine Nennung im Abspann sowie ein Mitsprache- und Vetorecht beim Drehbuch. Bungert berief sich dabei auf das 1984 von Dudenhöffer und Bungert (und Charly Lehnert) gemeinsam herausgegebene Buch Die Heinz-Becker-Story. Dudenhöffer sah sich als alleiniger Erfinder der Figur des Heinz Becker,[2] konnte sich mit dieser Position aber nicht durchsetzen: Bungert gilt heute offiziell als Mit-Erfinder der Figur.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Bungert, Gerd Dudenhöffer, Charly Lehnert: Die Heinz Becker Story. Leben und Werk eines typischen Saarländers. Erster Teil (1935-1968), Queißer Verlag, Lebach, 1984, ISBN 3-921815-52-5
  • Gerd Dudenhöffer: „... alles geschwätzt!“. Heinz Becker erzählt, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1986, ISBN 3-499-15949-X
  • Gerd Dudenhöffer: Tach, Herr Dokter, Eichborn Verlag, Frankfurt am Main, 1999, ISBN 3-8218-3489-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinz Becker – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd Dudenhöffer: Mit dem Saarland funktioniert es nicht mehr
  2. Dokumentation des Juristischen Seminars der Uni Saarbrücken zum Heinz-Becker-Rechtsstreit
  3. off. Homepage von Alice Hoffmann