Heinz Hajek-Halke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Heinz Hajek-Halke (* 1. Dezember 1898 in Berlin; † 11. Mai 1983 ebenda) war ein deutscher Fotograf.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Kindheit verbrachte er in Argentinien. 1910 kam er zurück nach Berlin. 1915 begann er ein Studium an der Königlichen Kunstschule Berlin, das er jedoch schon ein Jahr später unterbrechen musste, da er als Soldat zum Ersten Weltkrieg einberufen wurde. Er setzte es 1919 bei den Professoren Emil Orlik und Hans Baluscheck fort und schloss es 1923 ab.

1924 begann er mit seinen ersten fotografischen Versuchen. 1925 wurde er als Fotograf bei der Agentur Presse-Photo angestellt. Dort arbeitete er zusammen mit Willi Ruge und machte seine ersten Schnitt- und Lichtmontagen.

1927 lernte er Bruno Schultz, den Herausgeber des Jahrbuches Das Deutsche Lichtbild kennen. Es war die Zeit der Layouts, der Schnittmontagen und der ersten Werbeaufnahmen unter Nutzung experimenteller Techniken. 1930 arbeitete er viel an experimentellen Arbeiten.

1933 erreichte Hajek-Halke die Forderung des Propaganda-Ministeriums, Dokumentarfilme zu fälschen. Er entzog sich jedoch dem Griff der NSDAP und setzte sich als Heinz Halke an den Bodensee ab. Dort entstanden journalistisch aufgemachte, wissenschaftlich fundierte Bildserien aus dem Gebiet der Kleintierbiologie. Dies waren Makroaufnahmen, welche er mit einer großformatigen Kamera, die einen Auszug bis zu 1,00 m Länge besaß, machte.

1937 ging er nach Brasilien, wo Bildreportagen, u. a. über eine Schlangenfarm, entstanden.

1939 arbeitete er als Dienstverpflichteter der Wehrmacht als Werks- und Flugfotograf bei den Dornier-Werken in Friedrichshafen am Bodensee.1945 geriet Hajek-Halke in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er jedoch floh. Er gründete eine Kreuzotter-Farm und verkaufte das Schlangengift an die pharmazeutische Industrie. Außerdem entstanden in dieser Zeit die ersten Drahtplastiken als Objekte für seine Lichtgrafiken.

1948 lernte er Toni Schneiders kennen. 1949 wurde er Mitglied der Gruppe Fotoform und arbeitete als freischaffender Fotograf. Ab 1955 war er Professor für Fotografie und Foto-Grafik an der Hochschule für bildende Künste (heute: Universität der Künste) in Berlin. Zudem wurde er in diesem Jahr zum Ordentlichen Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) und 1957 zum Ordentlichen Mitglied der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner berufen.

1965 erhält Hajek-Halke den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie und 1978 die David-Octavius-Hill-Medaille. Zudem wird er Ehrenmitglied der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner.

Der Nachlass Hajek-Halkes mit über 200 fotografischen Arbeiten des Spätwerkes wird seit 2010 im Archiv der Berliner Akademie der Künste verwahrt.[1][2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele Mayer: Es hämmert im Kopf der jungen Frau. (Retrospektive in Regensburg) In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. Januar 2009

Lexikalischer Eintrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Akademie der Künste erhält Hajek-Halkes Fotos, Berliner Morgenpost vom 27. November 2010 (abgerufen am 24. Juli 2013)
  2. Archiv Bildende Kunst: Heinz Hajek Halke Archiv bei der Akademie der Künste, Berlin (abgerufen am 24. Juli 2013)