Heinz Oskar Vetter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinz-Oskar Vetter 1978

Heinz Oskar Vetter (* 21. Oktober 1917 in Bochum; † 18. Oktober 1990 in Mülheim an der Ruhr) war ein deutscher Gewerkschafter und Politiker der SPD, der vom 21. Mai 1969 bis zum 21. Mai 1982 als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes amtierte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater, Oskar Vetter, war lange Zeit führendes Mitglied der Baptistengemeinde von Bochum-Werne und frühes Mitglied der NSDAP gewesen.[1] Heinz Oskar Vetter wechselte 1933 von der christlichen Jugend zum Jungvolk der NSDAP. 1937 brachte er es zum Jungstammführer.[2] Vor dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Vetter zunächst als Schlosser im Bergbau, bevor er 1939 die Abiturprüfung absolvierte. Während des Krieges war er Leutnant bei der Luftwaffe. Nach kurzer Kriegsgefangenschaft kehrte er 1946 in seinen ursprünglichen Beruf zurück.

Nach dem Besuch der gewerkschaftseigenen Akademie für Gemeinwirtschaft wurde er 1952 Gewerkschaftssekretär bei der IG Bergbau und Energie. Im Jahr 1960 rückte er in den Vorstand seiner Gewerkschaft auf, deren Zweiter Vorsitzender er 1964 wurde.

1969 schließlich wählte der DGB Vetter zum Vorsitzenden seines Bundesvorstandes. Darüber hinaus bekleidete er von 1974 bis 1979 das Amt eines Präsidenten des Europäischen Gewerkschaftsbundes in Brüssel. 1979 wählte ihn der Internationale Bund Freier Gewerkschaften, der seinen Sitz gleichfalls in Brüssel hat, zu seinem Vizepräsidenten. Sein Nachfolger als DGB-Vorsitzender wurde Ernst Breit.

Neben seiner Tätigkeit als Gewerkschafter war Heinz Oskar Vetter auch als Politiker für die SPD aktiv, deren Mitglied er seit 1953 war. Im Jahr 1979 wurde er für die Partei ins Europaparlament gewählt, wo er zehn Jahre lang der sozialistischen Fraktion angehörte.

Vetter war auch Mitglied der Trilateralen Kommission.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gleichberechtigung oder Klassenkampf: Gewerkschaftspolitik für die achtziger Jahre / Heinz Oskar Vetter. Redaktionelle Gestaltung: Walter Fritze. Bund-Verlag, Köln 1980.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heinz Oskar Vetter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. immanuelskirche-bochum.de
  2. Aus der Jugendzeit. In: Der Spiegel. Nr. 20, 1980 (online).
  3. Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 25, Nr. 71, 11. April 1973.
  4. Verdienstordenträgerinnen und -träger seit 1986. Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 11. März 2017.