Heinz Sanke

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Heinz Friedrich Wilhelm Sanke (* 28. März 1915 in Berlin; † 25. März 1997 ebenda) war ein deutscher Geograph. Der Professor für politische und ökonomische Geographie war von 1965 bis 1967 Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinz Sanke, der Sohn eines Werbekaufmanns, machte 1934 an der Friedrich-Ebert-Oberrealschule Berlin sein Abitur, schloss 1938 die Wirtschaftshochschule Berlin als Diplomkaufmann ab, promovierte dort 1941 mit Die Eigenschaften, Prüfungsmethoden und die Auswahl der technischen Schmier-, Metallbearbeitungs- und Korrosionsschutzmittel mineralischen Ursprungs vom Standpunkt des Industrie-Kaufmanns[1] und diente anschließend bis zum Schluss bei der Wehrmacht. 1945 trat er der KPD bei und leitete in Werneuchen die Berufsschule. 1946–1947 lehrte er an der FDGB-Bundesschule. Ende 1948 bestand er an der Humboldt-Universität die mündliche Lehramtsprüfung im Fach Geographie. Seine oben erwähnte Dissertation wurde als Beleg anerkannt. Heinz Sanke habilitierte 1950[2] zum Dr. sc. oec. (Wirtschaftswissenschaften) und leitete im selben Jahr als Professor das Institut für Wirtschaftsgeographie an der Humboldt-Universität.[3] Ab 1951 wirkte er als Ordentlicher Professor.

Nach 1967 reformierte Heinz Sanke die Ausbildung von Diplomlehrern im Rahmen der Hochschulreform auf seinem Fachgebiet. In der Deutschen Akademie der Wissenschaften saß er im Vorstand der Sektion Geographie.

Heinz Sanke wurde 1980 emeritiert. Er starb im Alter von 82 Jahren und fand seine letzte Ruhe auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Erdölwirtschaft des Imperialismus in ihren geographischen Grundlagen. 107 Seiten. Volk und Wissen, Berlin 1951
  • Die Lüge vom Lebensraum. Volk und Wissen, Berlin 1955
  • Alexander von Humboldts gesellschaftlich-geographische Auffassung. Volk und Wissen, Berlin 1959
  • Gesellschaftlich-geographische Anschauungen der großen Geographen Berlins und seiner Universität. In: Forschen und Wirken. Festschrift zur 150-Jahr-Feier der Humboldt-Universität zu Berlin. 1810-1960, Bd. 1, S. 319–338., Berlin 1960
  • Entwicklung und gegenwärtige Probleme der politischen und ökonomischen Geographie in der Deutschen Demokratischen Republik. 33 Seiten. Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Klasse für Philosophie, Geschichte, Staats-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. 1962, Nr. 4
  • Unterricht als Aufgabenfolge. Wissenschaftliche Schriftenreihe der Humboldt-Universität zu Berlin, 1965
  • Technische Revolution und Berufsbildung. Wissenschaftliche Schriftenreihe der Humboldt-Universität zu Berlin, 1967
  • Entwicklungsprobleme der geographischen Wissenschaften. 31 Seiten. Sitzungsberichte der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Klasse für Philosophie, Geschichte, Staats-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. 1968, Nr. 9
  • Zur bisherigen, gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklung der regional- und auslandsgeographischen Forschung und Lehre am Beispiel der Sektion Geographie der Humboldt-Universität. Fachbereich Geographie der Humboldt-Universität, Berlin 1980, Serie: Berliner geographische Arbeiten
Herausgeber
  • Politische und ökonomische Geographie. 574 Seiten. Institut für Politische und Ökonomische Geographie der Humboldt-Universität zu Berlin. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1956
  • Der deutsche Faschismus in Lateinamerika. 1933–1943. 204 Seiten. Humboldt-Universität, Berlin 1966
  • Deutschland, Sowjetunion. Aus fünf Jahrzehnten kultureller Zusammenarbeit. 543 Seiten. Humboldt-Universität, Berlin 1966

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst KantSanke, Heinz Friedrich Wilhelm. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Hans-Dietrich Schultz: Zwei Geographien oder eine? Heinz Sankes ‚System geographischer Wissenschaften‘ im Dienst einer ‚klassenmäßigen‘ Erziehung und Politik. S. 661–681 in: Heinz-Elmar Tenorth, Volker Hess, Dieter Hoffmann: Geschichte der Universität Unter den Linden 1810-2010: Praxis ihrer Disziplinen. Band 6: Selbstbehauptung einer Vision. 764 Seiten. Walter de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 3-05-008919-9
  • Christiane Scheil: Heinz Sanke – Wissenschaftler oder Ideologe? Ein Beitrag zur Geschichte der Geographie der DDR. In: Der Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin (Hrsg.): Neues aus der Geschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. Bd. 4. 138 Seiten. Verlag Humboldt-Univ., Berlin 2011, ISBN 978-3-9813135-9-8. Inhaltsverzeichnis als 2-Seiten-pdf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag im WorldCat
  2. Schultz, S. 662 unten
  3. Schultz, S. 663 oben
  4. Biographisches Handbuch der SBZ / DDR 1945-1990. Hrsg. v. Gabriele Baumgartner und Dieter Hebig. Saur, München 1995-1996. Zugriff über World Biographical Information System Online, abgerufen am 9. September 2016.
  5. Eintrag im WorldCat