Heinz Schuler (Psychologe)

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Heinz Schuler (* 6. Juni 1945 in Wien) ist ein österreichischer Psychologe. Er hatte von 1982 bis 2010 den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Hohenheim (Stuttgart) inne.

Biographie[Bearbeiten]

Schuler belegte ein Studium der Psychologie und Philosophie in München. Seine Promotion erfolgte 1973 und die Habilitation 1978 in Augsburg. Nach Auslandsaufenthalten wurde er 1979 Professor und Institutsvorstand in Erlangen. Schuler war seit 1982 Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie der Universität Hohenheim und war daneben wissenschaftlicher Leiter einer Stuttgarte Personal-Psychologie und Managementberatung. Er publizierte ca. 500 wissenschaftliche Texte.

Schulers Arbeitsschwerpunkt liegt auf den Gebieten der Organisations- und Personalpsychologie, insbesondere Berufseignungsdiagnostik und Leistungsforschung mit den Anwendungsbereichen Personalauswahl, Potenzialanalyse, Personalentwicklung, E-Recruiting und E-Assessment, Performance Management (Leistungsbeurteilung) und Berufsberatung (Berufsprofiling).

Er ist Herausgeber der beiden Bände „Organisationspsychologie“ innerhalb der Enzyklopädie der Psychologie, Gründungsherausgeber der Zeitschriften "Arbeits- und Organisationspsychologie" sowie "Personalpsychologie" und Urheber/Autor verschiedener eignungsdiagnostischer Verfahren, darunter des Multimodalen Interviews (MMI). Schulers Arbeiten seit den 1980er Jahren haben den Anstoß gegeben, die „soziale Validität“ als zusätzliches Qualitätskriterium bei der Konstruktion und Anwendung von Personalauswahlverfahren zu berücksichtigen.

Schuler begründete die deutschsprachige Personalpsychologie innerhalb der Arbeits- und Organisationspsychologie. Weiterhin hat er Verdienste um eine Begründung des trimodalen Ansatzes in der Eignungsdiagnostik: Prinzip der Multimodalität und Entwicklung des multimodalen Interviews sowie des Modells von Hybrid-Tests als Kombination von Arbeitsprobe und Intelligenztest. Er ist Begründer der deutschsprachigen Integritätsforschung. In die berufliche Leistungsbeurteilung hat er das "Drei-Ebenen-Modell" eingeführt und dazu eine "sequentielle Prozentrangskala" entwickelt. Durch die Entwicklung multimodaler Leistungsbeurteilungssysteme sowohl für Gruppen- als auch Individualleistungen wurde die Leistungsbeurteilung von einer rein personenbezogenen zu einer teambezogenen Beurteilung erweitert.

Neben der Publikation wirtschaftspsychologischer Testverfahren zur Unterstützung von Personalauswahl in Unternehmen beteiligte er sich 1998 an der Gründung einer Managementberatungsfirma sowie einer AG für E-Recruiting und Web-basierte Testverfahren. Er war wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Berufsprofiling.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Handbuch der Arbeits- und Organisationspsychologie, 2007
  • Sportbezogener Leistungsmotivationstest (SMT), 2007
  • AZUBI-BK, 2006 und AZUBI-TH, 2007
  • Lehrbuch der Personalpsychologie, Göttingen 2006
  • Achievement Motivation Inventory, 2004
  • Lehrbuch Organisationspsychologie, Bern: Huber. 2004
  • Beurteilung und Förderung beruflicher Leistung , 2004
  • Das Einstellungsinterview, 2002
  • Leistungsmotivationsinventar, 2001
  • (mit Lienert): Revidierter Allgemeiner Büroarbeitstest (ABAT-R)

Weblinks[Bearbeiten]