Heinz Schwarzbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinz Schwarzbach 2000

Heinz W. Schwarzbach (* 15. August 1936 in Stuttgart) ist ein deutscher Architekt, Städtebauer und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwarzbach wurde 1936 in Stuttgart geboren, ist in Görlitz aufgewachsen, erlernte den Tischlerberuf, legte das Abitur ab und studierte Architektur an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar (HAB). Zunächst wissenschaftlicher Assistent am Städtebauinstitut der HAB Weimar, wurde er bald Leiter der Stadtplanungsgruppe Erfurt und 1965 Chefarchitekt des Büros für Städtebau Weimar.

1966/67 arbeitete er an der ČVUT Prag an seiner Dissertation und promovierte 1968 mit dem Thema „Entwicklung und Perspektiven der kleinen Städte.“. 1969 wurde er stellv. Direktor und 1971 Dozent für Generalbebauungsplanung des neu gegründeten Weiterbildungsinstitutes für Städtebau und Architektur der HAB Weimar. 1977 habilitierte er sich zum Thema „Planspielsimulation in der Generalbebauungsplanung.“ 1978 berief ihn der UNO-Generalsekretär in das Habitat-Komitee. 1978/79 beauftragte ihn die nigerianischen Regierung als Direktor für Planung und Architektur mit der Planung für die neue Bundeshauptstadt Abuja.

Nach Abschluss der Masterplanung und Rückkehr wurde er an den Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen an die TU Dresden berufen. Hier arbeitete er mit seinen Mitarbeitern und Studenten mit Stadtsanierungsplanungen an der Rettung historischer Altstädte, vor allem in Sachsen und Süd-Brandenburg. Hervorzuheben sind die Beiträge für den Wiederaufbau des Neumarktes Dresden in den 1980er und 1990er Jahren. Erste Preise in Wettbewerben und dem Internationalen Entwurfsseminar 1981, Vorprojekte, der West-Östliche Workshop 1990 zum "Gesamtkunstwerk Dresden" und vor allem die 1994-95 gemeinsam mit acht Dresdner Architekten erarbeitete Gestaltsatzung Neumarkt sind wichtige Beiträge seines Lehrstuhls. Gastprofessuren führten ihn nach Syrien, Äthiopien, Finnland, Dänemark und Italien.[1] Seine Liste wissenschaftlicher Beiträge zum Städtebau ist umfangreich.

Seit 1984 nahm er an der ständigen Konferenz der Städtebauprofessoren im deutschsprachigen Raum teil und moderierte hier mit Prof. Spengelin (TU Hannover) 1989/90 die Ausarbeitung von „Empfehlungen zur Gesundung ostdeutscher Städte“ für die Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer. Von 1990 bis 2001 betrieb Schwarzbach mit Barbara Braun und Michael Barth ein Architektur- und Städtebaubüro in Dresden. Dabei lagen seine Arbeitsschwerpunkte in der Rehabilitation von historischen Altstädten (Mühlberg/Elbe, Wittichenau u.v.a.) und Großwohnsiedlungen, der Bebauungs- und Sanierungsplanung, der Erholungs- und Dorfplanung sowie Regionalplanungen (u.a. Entwicklungskonzeption Nationalpark Sächsische Schweiz). Mit seinen internationalen Erfahrungen und Kooperationen versuchte Schwarzbach auf vielfache Weise den Anschluss der Studenten und Mitarbeiter an internationale Entwicklungen auf dem Gebiet des Städtebaus, der Stadtsoziologie und der Architektur zu sichern. Seine besonderen Verdienste liegen in der gemeinsamen Ausbildung von Architekten und Landschaftsarchitekten auf dem Gebiet des Städtebaus. Für seine Leistungen erhielt er 1974 die Karl-Friedrich-Schinkel-Medaille des BdA/DDR.

Heute ist er ehrenamtlicher Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Weimar[2].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Architektenkammer Sachsen: Architekt, Stadtplaner, Hochschullehrer, Prof. Dr.-Ing. habil Heinz Schwarzbach wird 65, in: Deutsches Architektenblatt 8/2001, S. OST 31
  • Holger Barth, Thomas Topfstedt u.a.: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR, Schriftenreihe REGIO-doc des IRS, Band 3, S. 206, Erkner 2000
  • Hüter, Schulrabe, Dallmann und Zießler: Architekturführer der DDR, Bezirk Erfurt, S. 44, 73, 123, Berlin 1979
  • Verlag für Prominenten-Enzyklopädie: Who's who in der Bundesrepublik Deutschland , 3. Ausgabe S. 2151, Zug, 1994
  • Architektur der DDR 12/1985., VEB Verlag für Bauwesen Berlin 1985

Projekte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1965/70 Erfurt: Städtebaulicher Entwurf Wohnkomplex Johannesplatz, mit W. Nitsch, E. Henn
  • 1969/74 Eisenach: Städtebaulicher Entwurf Wohnkomplex Stedtfelder Straße mit W. Hüter
  • 1972/74 Apolda: Städtebaulicher Entwurf Wohngebiet Buttstädter Straße, mit R. Götze, K. Sieber
  • 1978/79 Abuja, Nigeria: Masterplan, Zentrums- und Wohngebietsplanung
  • 1981 Meißen: Wettbewerb Görnsche Gasse, mit Lehrstuhlkollektiv TU Dresden
  • 1983 Dresden: Wettbewerb Neumarkt, 1. Preis, mit Lehrstuhlkollektiv TU Dresden H. Burggraf, Dietrich-Koch
  • 1989 Dresden: Wettbewerb Neumarkt, 1. Preis, mit Lehrstuhlkollektiv TU Dresden H. Burggraf, H. Behnisch, R. Burggraf, R. Müßig
  • 1991 Chemnitz: Städtebaulicher Ideenwettbewerb Innenstadt, 3. Preis, mit H. Burggraf, M. Barth u.a.
  • 1994/95 Dresden: Gestaltungssatzung Neumarkt, Mitarbeit in der Planungsgruppe der Architektenkammer Sachsen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.tectum.de/de/index.php?option=com_content&task=view&id=67&Itemid=36
  2. http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Gespraech_in_Weimar_28530.html