Heinz Strunk

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Heinz Strunk auf der Berlinale 2019, bei der Presse­konferenz für den Film Der Goldene Handschuh

Heinz Strunk (* 17. Mai 1962 in Hamburg; bürgerlich Mathias Halfpape) ist ein deutscher Schriftsteller, Musiker, Hörspielproduzent, Satiriker und Schauspieler. Zusammen mit Jacques Palminger und Rocko Schamoni bildet er das humoristische Trio Studio Braun.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halfpape wuchs als unehelicher Sohn einer Musiklehrerin im Hamburger Stadtteil Langenbek auf, der zum Bezirk Harburg gehört. Mit 15 Jahren lernte er seinen Vater kennen, einen Historiker, dessen SS-Mitgliedschaft nach seinem Tod bekannt wurde.[1] Die Eltern seiner Mutter stammen aus dem Harz.[2] Nach mehreren Psychiatrieaufenthalten und einem Selbstmordversuch war Halfpapes Mutter bettlägerig. Er betreute sie zu Hause bis zu ihrem Tod, als er 36 Jahre alt war, und verarbeitete ihr Schicksal später in zahlreichen Werken.

Seit seiner Jugend litt Halfpape an starker Acne conglobata. Während der Schulzeit erhielt er klassischen Musikunterricht an der Querflöte und dem Saxophon. Nach dem Abitur 1983 bereitete er sich auf die Aufnahmeprüfung an eine Musikhochschule vor. Im Alter von 18 Jahren erkrankte er jedoch an einer Psychose aufgrund von Cannabis-Missbrauch. Bis zum Alter von 24 litt er an starken Depressionen.[3] Er begann eine Psychoanalyse und verlor seinen evangelischen Glauben. Strunk bezeichnet sich heute als Atheist.[4]

1983 spielte Halfpape in der NDW-Band Täglich Morde.[4] 1984 besuchte er den Popkurs an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 1993 ein zweites Mal.[5] Er gehörte Michy Reinckes Band an, die mit Liedern wie Valerie Valerie und einer A-cappella-Version von Taxi nach Paris Erfolge feierte. Zusammen mit Sängerin Anja Krenz produzierte er 1989 als Dis Noir das Album Paradise is Far Away.[6] Von 1985 bis 1997 war er Mitglied der Tanzband Tiffany’s, mit der er durch den norddeutschen Raum tourte.[7]

Seit der Produktion Spaß mit Heinz (1992) veröffentlicht er unter dem Pseudonym Heinz Strunk,[8] das später als Alter Ego in seinen Romanen figuriert und von dem der Spitzname „Heinzer“ abgeleitet ist. Parallel entwickelt er die Figur Jürgen Dose, die er als seine „Lebensfigur“[9] bezeichnet und mit Dittsche von Olli Dittrich vergleicht. Als Protagonist tritt Jürgen Dose in Trittschall im Kriechkeller (1996) und dem daraus hervorgegangenen Roman Jürgen (2017) auf. 1993 gelangte Spaß mit Heinz an Bela B, den Schlagzeuger der Band Die Ärzte. Durch ihn wurde das Album an Rocko Schamoni weitergeleitet, der später mit Strunk und Jacques Palminger das Trio Studio Braun gründete. Auf dem im selben Jahr erschienenen Album Die Bestie in Menschengestalt von den Ärzten ist Strunks Stimme am Anfang des Liedes Gehirn-Stürm zu hören.

Ab 1998 hatte Strunk Gastauftritte in der Sat.1-Wochenshow mit dem Programm Offener Kanal Hamburg-Harburg.[10] Er war mit anderen Comedians Teil einer Pilotfolge für ein Comedy-Format auf dem Sender, das jedoch nicht realisiert wurde.[11] Von 2003 bis 2004 moderierte Strunk die VIVA-Sendung Fleischmann TV sowie die Jürgen-Dose-Show auf Radio Fritz. Außerdem hatte er eine Sendung auf FM4, einem Jugendkulturradiosender des Österreichischen Rundfunks (ORF). Nach einigen im Eigenvertrieb erschienenen CDs veröffentlichte Strunk 2003 sein erstes regulär verlegtes Album mit dem Titel Einz, dem im Juni 2005 das zweite Album mit dem Titel Trittschall im Kriechkeller folgte.

Bei der Bundestagswahl 2005 kandidierte Strunk nach Rocko Schamoni auf Platz zwei der Hamburger Wahlliste der PARTEI, ohne der Partei beizutreten. Bei der Hamburger Bürgerschaftswahl am 24. Februar 2008 kandidierte er als Spitzenkandidat auf Platz 1 der Landesliste. Bei der Bürgerschaftswahl 2011 war er erneut Spitzenkandidat und ging darüber hinaus ausdrücklich als Kandidat für das Amt des Ersten Bürgermeisters ins Rennen. Er erzielte 0,75 Prozent der Wählerstimmen.

2017 eröffnete er im Hamburger Schanzenviertel zusammen mit Ex-RAF-Mitglied Karl-Heinz Dellwo das lateinamerikanische Lokal Cantina Popular.[12] 2018 schloss es bis auf Weiteres. Strunk fastet nach eigenen Angaben regelmäßig.[13]

Strunk lebt im Hamburger Bezirk Altona.

Literarisches und filmisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 erschien sein stark autobiografisch gefärbtes Buch Fleisch ist mein Gemüse, in dem er über seine Erlebnisse mit Tiffany’s reflektiert und das Schicksal eines ambitionierten Musikers in einer mittelmäßigen Tanzkapelle mit skurrilen Milieu-Beschreibungen der norddeutschen Provinz schildert. Als Erstauflage wurden 4000 Exemplare gedruckt.[14] Das Buch verkaufte sich bis Februar 2012 über 400.000 Mal.[15] Gelobt wurden – beispielsweise von der F.A.Z. – Beobachtungsgabe und Sprachwitz des Autors und seine bisweilen nachdenklich-traurigen Zwischentöne. Kritisiert wird von ehemaligen musikalischen Begleitern jedoch unter anderem, dass Halfpape mit seinem musikalischen Können sich durchaus gegen die „Tanzmucke“ und für „seine“ Musik hätte entscheiden können, statt über das Dorfpublikum herzuziehen, von dessen Eintrittsgeldern er schließlich gelebt habe.[16]

2008 erschien im Rowohlt Verlag der Roman Die Zunge Europas, in dem der Protagonist Markus Erdmann, ein Comedy-Autor, sieben Tage seines skurrilen und bisweilen trostlosen Lebens beschreibt. 2005 wurde im Deutschen Schauspielhaus die Operette Phoenix – Wem gehört das Licht uraufgeführt, die auf dem Bestseller Fleisch ist mein Gemüse basiert und bei der auch die anderen beiden Mitglieder von Studio Braun mitwirkten. Das Buch wurde 2005 von Annette Berger als Hörspiel bearbeitet. Im gleichen Jahr erschien das Hörbuch zum Roman. Auch alle weiteren Bücher hat Strunk als Hörbücher beim Label Roof Music eingelesen. Neben seinen Lesungen aus Fleisch ist mein Gemüse trat Strunk mit Charlotte Roche auf, mit der er aus einer Doktorarbeit aus dem Jahre 1978 mit dem Titel Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern las.

Im Frühjahr 2007 wurde Fleisch ist mein Gemüse unter der Regie von Christian Görlitz verfilmt. Strunk selbst ist als Kommentator in den Film eingebunden. Die Uraufführung der Theaterfassung von Fleisch ist mein Gemüse – Eine Landjugend mit Musik fand am 19. Januar 2010 im Kleinen Schauspielhaus der Wuppertaler Bühnen unter der Leitung von Iwona Jera statt.

Zusammen mit dem österreichischen Satiriker-Duo Stermann & Grissemann und dem Regisseur Antonin Svoboda drehte Strunk zwei Filme: 2007 Immer nie am Meer und 2015 Drei Eier im Glas.

Von 2012 bis 2021 schrieb Strunk eine monatliche Kolumne im Satiremagazin Titanic. Sie hieß zunächst Das Strunk-Prinzip (2014 als Buch erschienen), seit 2015 trugen sie den Namen Heinz Strunks Intimschatulle (2019 als Buch erschienen).[17] Seit 2013 tritt Heinz Strunk im TV-Satiremagazin extra 3 auf. 2014 gab Strunk unter dem Titel Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger eine Sammlung mit Erzählungen des Schriftstellers Botho Strauß heraus.

Heinz Strunk auf der Leipziger Buchmesse 2016

2016 erschien sein Roman Der goldene Handschuh, dessen Protagonist der Hamburger Serienmörder Fritz Honka ist. Honka wie Strunk verkehrten in der titelgebenden Kneipe in Hamburg-St. Pauli. Der Roman wurde für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zudem konnte sich das Werk den Platz 2 in der hr-Hörbuchbestenliste für den April 2016 sichern[18] und wurde mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2016 ausgezeichnet. Der im Dezember 2016 im NDR ausgestrahlte Jahresrückblick Herr Strunk, Herr Schulz und das Jahr 2016, für den Strunk gemeinsam mit Olli Schulz vor der Kamera stand, wurde für den Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung nominiert.[19] In der Verfilmung von Jürgen – Heute wird gelebt (2017) spielte Strunk selbst die Titelrolle. Zusammen mit Charly Hübner (als Doses Freund Bernd Würmer) erhielt er 2018 eine Goldene Kamera für den besten deutschen Fernsehfilm.[20]

2018 erschien der Erzählungsband Das Teemännchen. 2019 veröffentlichte er gesammelte Texte seiner Titanic-Kolumne Heinz Strunks Intimschatulle als Buch unter dem Titel Nach Notat zu Bett. Im Juli 2021 erschien sein Roman Es ist immer so schön mit dir.[21]

Literarische Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinz Strunk verarbeitet in seinen Werken zahlreiche literarische Einflüsse. Im Roman Fleckenteufel (2009) thematisiert er frühe Leseerfahrungen mit Landser-Heften und Charles Bukowski. In Die Zunge Europas (2008) zitiert er wiederholt den Philosophen Peter Sloterdijk. In der 2014 herausgegebenen Textsammlung Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger bezeichnet Strunk Botho Strauß als den „Autor seines Lebens“. In Interviews nennt Strunk zahlreiche weitere Einflüsse wie Michel Houellebecq, J. M. Coetzee und Philip Roth. In seiner als literarisches Tagebuch Nach Notat zu Bett (2019) veröffentlichten Kolumne Heinz Strunks Intimschatulle widmet er sich ausführlich der Lektüre von Tagebuchautoren des 20. (Franz Kafka, André Gide, Max Frisch) und des 21. Jahrhunderts (Rainald Goetz, Fritz J. Raddatz). Auch Albert Speers Spandauer Tagebücher werden zitiert. Neben literarischen Einflüssen verwendet Strunk zahlreiche Zitate aus Trash-TV-Sendungen, insbesondere Die Wollnys – Eine schrecklich große Familie.[22][23]

Hörspiele und Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Scheitern ernsthafter Versuche als Komponist und Produzent, etwa mit dem Pop-Album Paradise is Far Away (1989), wandte sich Strunk vermehrt der Produktion von humoristischen Kurzhörspielen und Musikstücken zu. Strunk produzierte Material, das er seit Anfang der 1990er Jahre auf verschiedenen Tonträgern veröffentlichte. Strunks Vorbilder in der Gattung des humoristischen Kurzhörspiels sind Heino Jaeger und Helge Schneider. Auf Strunks erster CD Spaß mit Heinz (1992) sind unter anderem Jens Carstens, Anja Krenz und Jovanka von Wilsdorf von der Band Quarks beteiligt.[24] Auf der CD Der Mettwurstpapst (1995) sind die Stimmen der Band Die Ärzte zu hören.[25] Zunächst nahm Strunk mit einer Acht-Spur-Bandmaschine auf, später mit dem DAW-Programm Logic.[26] Strunk verfügt nach eigenen Angaben über ein umfangreiches Geräuscharchiv von Audiodateien mit Field Recordings und Samples, darunter zahlreiche Varianten menschlicher Körperäußerungen wie Blähungen und Rülpsen.[27] Die Hauptfigur in Strunks Roman Es ist immer so schön mit dir (2021), ein Hörspiel- und Hörbuchproduzent, verfügt über eine ähnliche Bibliothek von Geräuschen.

Als Musiker hatte Strunk verschiedene Gastauftritte mit Bands, etwa am Saxophon bei Blumfeld oder 2011 mit Scooter im Volksparkstadion, wo er ein Solo auf der Querflöte zu How Much Is the Fish spielte.[28] Zudem ist er in Scooters Video Can’t Stop the Hardcore zu sehen. Auf dem Ärzte-Album Planet Punk aus dem Jahr 1995 spielt Heinz Strunk Querflöte bei den Songs Rod loves You und Meine Ex(plodierte Freundin) – bei letzterem Song spricht er auch die Textzeile „… im Raum verteilt“.

Kurzhörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Kurzhörspiele bestehen aus Radio-Werbespots für fiktive Produkte wie die „Kackstelze“, eine mobile Vorrichtung zur Defäkation; die Gesellschaftsspiele „Verstopfung“ und „Lustgreis“, der „Speichelschwamm Gregor“, die „Popelhilfe Edgar“, das „Kartoffelnasenmesser“, die Folteragentur „Folter Lübcke“, das Pflegeprodukt „Strukturpflege“, das Fleischerzeugnis „Eichmanns schlimme Augenwurst“ sowie eine Sitcom über Tiere, die ihren Beruf verfehlt haben (ein vergesslicher Lawinenhund und eine unbegabte Brieftaube). Ein wiederkehrender Herstellername ist die fiktive Firma Dose („Dose Chemie“, „Dose Spiele“). Weitere wiederkehrende Szenarien spielen in Arztpraxen, Krankenhäusern (Extremities, Der Wanderhode, Der Irrtum, Leistung, Der Krankenhausbesuch), Klassenzimmern (Arschbrand, Pykniker) und bei Interviews (XXL-Votze, Bad Segeberg, Malte, Mit bloßen Händen, Milchglasscheibe, Unter die Dusche!, Massenkarambolage). Zwei Zyklen von Kurzhörspielen gruppieren sich um Strunks Alter-Ego-Figur Jürgen Dose: das 1996 veröffentlichte Album Juergen Dose – Trittschall im Kriechkeller[29] sowie die 2005 erschienene CD Heinz Strunk – Trittschall im Kriechkeller. Aus dem Leben des Jürgen Dose.[30]

Charakteristisch für Strunks Sprechtechnik, die auch in seinen Hörbüchern zum Einsatz kommt, sind Versprecher und Sprechlacher, undeutliche Aussprache und Sprachfehler wie Lispeln und Stottern. Für einen starken Sprachfehler, der Näseln mit undeutlichen Konsonanten verbindet, zieht sich Strunk mit den Daumen die Mundwinkel auseinander, während er sich mit weiteren Fingern die Nase zuhält. Die Technik kommt unter anderem bei der Figur von Jürgen Doses Freund Bernd Würmer zum Einsatz. Sein angeborener Sprachfehler wird als „Tubalippe“ in Anspielung auf die Mundöffnung eines Blechbläsers bezeichnet. Für einige Figuren verstellt Strunk seine Stimme, um einen Effekt altersbedingter Dysphonie zu erzielen. Olli Schulz verwendet im Podcast Fest & Flauschig eine ähnliche, von Strunk beeinflusste Technik. Bei zahlreichen Kurzhörspielen sowie Telefonscherzen von Studio Braun (Hausbar, Dunstabzugshaube) verfremdet Strunk seine Stimme mithilfe von Pitch- und Formant-Effekten. Auf verschiedenen Stücken sind Gaststimmen zu hören. In Kinderliedern übernimmt ein Kind die Singstimme. Einige Stücke verwenden Samples aus früheren Produktionen mit weiblichem Soul-Gesang (Jung und dick).

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strunks Musikstücke verwenden Elemente der elektronischen Musik (Teilebahn, Stop den Wahnsinn!!!), des Schlagers (Mutter ist ein Sexmaschien, Schokospiele mit Ursula, Das Strunkerlied, Alarmstufe Rahmstufe-Song, Pykniker-Song), von Kinderlied (Mein bester Freund, Bazill-Song, Immer locker-Song), Easy Listening (Unsere Mission) und Spoken Word (AA-Fingers, Erwachende Leiber, Phantasie in Moll, Saugetücher, Stupor, Das Lied vom Einbruch). Strunks eigene musikalische Einflüsse liegen im Jazz.[31] Sein Jugendvorbild an der Querflöte war Ian Anderson. Zur Instrumentierung verwendet Strunk überwiegend elektronische Schlagzeugrhythmen, Synthesizer und Holzblasinstrumente. Mehrere Stücke enthalten Querflötensoli, wie sie Strunk auch bei Fraktus verwendet. Charakteristisch für seinen Saxophon-Stil ist der expressive Gebrauch des Altissimo-Registers.

Verschiedene Texte hat Strunk mehrfach vertont, darunter Saugetücher, ein lobender Text über die Saugkraft von Küchentüchern. Strunk hat den Text zunächst 1992 in Hörspielform produziert (hier liest ihn eine Mutter als Kindergedicht) und später als Sprechgesang mit elektronischen Beats (auf den Alben Fraktus – Welcome To The Internet von 2015 und Aufstand der dünnen Hipsterärmchen, 2019). Das reimlose Gedicht Saugetücher verwendet wie andere Texte (Das Licht ist nicht für Mich, AA-Fingers, Kleins Wohnung) eine Sprache mit reduzierter Grammatik und fehlerhafter Syntax:[32]

Ich war neulich weg, hab gekauft die Tücher
Die alles saugen auf, wenn man wo geschweint hat
Meine Freunde war’n begeistert, haben gleich gepisst auf Boden
Um zu sehen, wie die Tücher saugen alles auf

Seit dem Album Sie nannten ihn Dreirad (2015) hat Strunk verschiedene Texte aus dem Genre der Invektive vertont, darunter Scheißhausalien, Fernsehkoch, Langsame Esser und Alter Vater. Das Stück Kleidersammlung von Fraktus geht auf einen Text von Strunks NDW-Band Täglich Morde aus den 1980er Jahren zurück.[33]

Podcasts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 produzierte Strunk den 10-teiligen Hörspiel-Podcast Familienaufstellung für Spotify.[34] Die Audioserie verwendet zahlreiche frühere Kurzhörspiele und Musikstücke als Samples oder Textvorlagen. Das Titelstück Dackelblut (wie die gleichnamige Hamburger Punkband) war zuvor in zwei Versionen auf Trittschall im Kriechkeller (2005) und Sie nannten ihn Dreirad (2015) erschienen. Strunk produzierte die Folgen, die aus bis zu 60 Spuren bestehen, vollständig selbst.[4]

Seit Mai 2021 veröffentlicht er den von Studio Bummens produzierten Podcast Fenster auf Kipp, in dem er mit seinem Alter Ego „Heinzer“ spricht, zunächst wöchentlich, seit Juni 2021 täglich.[35] Den Titel Fenster auf Kipp hatte er in seiner Titanic-Kolumne, als deren Fortsetzung der Podcast gedacht ist, als fiktiven Romantitel verwendet.[36] Die Titelmusik ist dem Stück AA-Fingers entnommen.

Im Juli 2021 erschien statt des Podcasts die achtteilige Hörspielserie Der Blauwal, in der unter anderem Bjarne Mädel, Charly Hübner, Lina Beckmann, Olli Schulz und Melika Foroutan mitwirken. Die Bezeichnung „Blauwal“, die Uwe Tellkamp für umfangreiche Werke verwendet,[37] bezieht sich laut Strunk auf das „Opus Magnum“ eines Schriftstellers.[38] Die von Strunk als „Audio-Sitcom“ bezeichnete Serie nimmt Bezug auf seinen Roman Es ist immer so schön mit dir.[39]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Solo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spaß mit Heinz (CD), 1992
  • Der Mettwurstpapst (CD), 1995
  • Trittschall im Kriechkeller (CD), 1996 (2005 neu aufgelegt)
  • Der Schlagoberst kommt (CD), 1999
  • Einz (CD), 2003
  • Mit Hass gekocht (CD), 2006
  • Der Schorfopa (CD), 2007
  • Mutter ist ein Sexmaschien (CD), 2010
  • Sie nannten ihn Dreirad (CD), 2015
  • Die gläserne Milf, 2017
  • Familienaufstellung (Spotify), 2018
  • Aufstand der dünnen Hipsterärmchen (CD), 2019

Mit Studio Braun / Fraktus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gespräche 1 (CD), 1999
  • Gespräche 2 (CD), 2000
  • Jeans Gags (CD), 2001
  • Fear Of A Gag Planet (CD), 2002
  • Ein Kessel Braunes (CD), 2004
  • Braunes Gold (CD), 2012
  • Millennium Edition (CD), 2012
  • Welcome to the Internet (CD), 2015

Zusammenarbeit mit anderen Künstlern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bücher sind jeweils auch als Hörbuchfassung gelesen von Heinz Strunk bei Roof Music erschienen.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(als Schauspieler)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Brinkmann: Souvlaki und Spiegelei. Anti-Kulinarik in Heinz Strunks „Fleisch ist mein Gemüse“ (2004) oder: Der Genuss des Selbsthasses. In: Hans Wolf Jäger, Holger Böning, Gert Sauermeister (Hrsg.): Genussmittel und Literatur. edition lumière, Bremen 2011, ISBN 3-934686-12-5, S. 235–239.[40]
  • Friederike Reents: Stimmungsästhetik. Realisierungen in Literatur und Theorie vom 17. bis ins 21. Jahrhundert. Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1762-8, S. 84–88; 460–466.
  • Michael Cyris: Die Rolle der Musik in den Kurzhörspielen von Heinz Strunk: Zwischen Sinnfreiheit und musikdramaturgischem Konstrukt, Hamburg 2013, ISBN 978-3-656-43307-1.
  • Simon Hansen: Vom Komiker zum Schriftsteller: Heinz Strunks ›Trilogie des Sexualtriebs‹ Fleisch ist mein Gemüse (2004), Fleckenteufel (2009) und Der goldene Handschuh (2016). In: Beiträge zur Germanistik. Germanistische Forschung in Polen. Herausgegeben von Ewa Żebrowska, Magdalena Olpińska-Szkiełko, Magdalena Latkowska. Warschau 2017, S. 121–133. (PDF online verfügbar).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heinz Strunk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sven Michaelsen, Jewgeni Roppel: »Wenn das Casino schließt, bin ich oft der letzte Gast«. 15. Juli 2021, abgerufen am 17. Juli 2021.
  2. Bettina Rust & Studio Bummens: Heinz Strunk – Rollmops, Rauke und fasten wie Jesus. Abgerufen am 25. Mai 2021.
  3. Tomasz Kurianowicz: Heinz Strunk: „Erfolg ändert nicht viel“. In: Die Zeit. 23. März 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 29. September 2019]).
  4. a b c Warum hast du deinen Glauben verloren? – Heinz Strunk im Hotel Matze. Abgerufen am 3. Juni 2021 (englisch).
  5. Verena Köplin: Klassentreffen: Was macht eigentlich… In: abendblatt.de. 25. März 2011, abgerufen am 4. Dezember 2019.
  6. Dis Noir – Paradise Is Far Away. Abgerufen am 6. November 2019.
  7. Damals… | Fifty Fifty. Abgerufen am 6. November 2019.
  8. Heinz Strunk. Munzinger Online, abgerufen am 7. Januar 2019.
  9. Zwischen Sinnfreiheit und musikalischem Konstrukt. In: Interview mit Michael Cyris. Abgerufen am 7. Januar 2019.
  10. Schott+Kreutzer. Abgerufen am 9. Oktober 2019.
  11. JOKES mit Till Reiners: Heinz Strunk: “Erfolglosigkeit war der Zustand den ich kannte” – JOKES mit Till Reiners – Podcast. Abgerufen am 8. Dezember 2020.
  12. Heinz Strunk geht unter die Gastronomen. Abgerufen am 25. April 2019.
  13. Heinz Strunk: Bin ein großer Fastenkünstler. Abgerufen am 25. Mai 2021 (deutsch).
  14. Heinz Strunk im Kino: Saxofonist ohne Sex, spiegel.de
  15. Fleisch ist mein Gemüse: Tragödie zum Totlachen, abendblatt.de
  16. So beschreibt beispielsweise der Jazz-Gitarrist Roland T. Prakken die „Harburger Szene“ differenzierter und verschmitzter, kommt allerdings – was die Mühsal des Tourens über die Lande angeht – zu ähnlichen, aber weniger publikumsverachtenden Schlüssen – siehe Roland T. Prakken: Treulose Tomate ist nicht mein Gemüse. Nachttischbuch-Verlag, Berlin 2008.
  17. Heinz Strunk: Intimschatulle 72 – »Sag zum Abschied leise Servus«. In: Titanic. März 2021, abgerufen am 23. Mai 2021.
  18. Heinz Strunk: knapp verloren gegen Gunnar Ekelöf. Abgerufen am 13. Mai 2016
  19. Timo Niemeier: Grimme-Nominierungen: Von Böhmermann bis RocketBeans. In: DWDL.de. DWDL.de GmbH, 18. Januar 2017, abgerufen am 18. Januar 2017.
  20. News zu Charly Hübner (2018) > Fortsetzung zu 'Jürgen' folgt bestimmt. In: popshot.over-blog.de. 14. August 2020, abgerufen am 26. Februar 2018.
  21. active value: Es ist immer so schön mit dir. Abgerufen am 20. April 2021.
  22. Manfred Ertel: Neues Buch „Teemännchen“: Interview mit Heinz Strunk: „Wo Comedy draufsteht, ist Scheiße drin“. In: shz.de. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 18. August 2018, abgerufen am 27. Juli 2021.
  23. Philipp Helm: Heinz Strunk begeistert Publikum in Papenburg. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 22. Oktober 2019, abgerufen am 27. Juli 2021.
  24. Heinz Strunk – Spaß mit Heinz. Abgerufen am 10. Juni 2020.
  25. Heinz Strunk – Der Mettwurstpapst. Abgerufen am 10. Juni 2020.
  26. Michael Cyris: Die Rolle der Musik in den Kurzhörspielen von Heinz Strunk: Zwischen Sinnfreiheit und musikdramaturgischem Konstrukt, Hamburg 2013, S. 86.
  27. Olli Schulz & Heinz Strunk: Making Of „Familienaufstellung“ – Heinz Strunks Familienaufstellung. Abgerufen am 10. Juni 2020.
  28. focus.de
  29. Heinz Strunk – Juergen Dose – Trittschall Im Kriechkeller. Abgerufen am 10. Juni 2020.
  30. Heinz Strunk – Trittschall Im Kriechkeller – Aus Dem Leben Des Jürgen Dose. Abgerufen am 10. Juni 2020.
  31. "Ich bin als Heinz Strunk keine bescheuerte Comedy-Figur!" In: PHILIPP. 12. Mai 2015, abgerufen am 14. Juni 2020.
  32. Heinz Strunk – Saugetücher Songtext. In: Musixmatch. Abgerufen am 27. Juli 2021.
  33. Yumpu.com: FRAKTUS – Intro Magazin, S. 46. Abgerufen am 3. Juni 2021.
  34. Heinz Strunk hat seinen eigenen Podcast auf Spotify. In: Rolling Stone. 3. Januar 2018, abgerufen am 7. Mai 2021 (deutsch).
  35. Heinz Strunk & Studio Bummens: Fenster auf Kipp. In: Podigee.io. Abgerufen am 7. Mai 2021.
  36. Heinz Strunk: Intimschatulle 49 – »Der Biss des Zahnlosen«. In: Titanic. Abgerufen am 7. Mai 2021.
  37. Rainald Goetz: Loslabern: Bericht, Herbst 2008. Suhrkamp, 2009, ISBN 978-3-518-42112-3, S. 112 (google.de [abgerufen am 19. Juli 2021]).
  38. Heinz Strunk: Neues Hörspiel mit Mädel, Hübner und Schulz. In: RTL.de. 19. Juli 2021, abgerufen am 19. Juli 2021.
  39. Lena Herrmann: Heinz Strunk bewirbt mit einer Audio-Sitcom sein neues Buch. In: Werben & Verkaufen. 13. Juli 2021, abgerufen am 19. Juli 2021.
  40. Martin Brinkmann: Souvlaki und Spiegelei. Anti-Kulinarik in Heinz Strunks „Fleisch ist mein Gemüse“ (2004) oder: Der Genuss des Selbsthasses (PDF; 24 kB)
  41. Mark-Christian von Busse: Kasseler Literaturpreis geht an Multitalent Heinz Strunk. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine. 21. August 2019, abgerufen am 21. August 2019.