Heizlokomotive

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Heizlokomotiven wurden im Winter genutzt, um in der Nähe befindliche Reisezugwagen mit Wärmeenergie zu versorgen. Die abgestellten Wagen kühlen im Winter schnell aus, insbesondere während der nächtlichen Betriebspause. Heizlokomotiven wurden aber auch als Ersatz für stationäre Heizanlagen zur Beheizung von Gebäuden oder Weichen, teilweise auch abseits der Eisenbahn eingesetzt.

Dampflokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher wurde Dampf vom Kessel der Zuglok in die Heizungen der Wagen geführt, die keine eigene Energieerzeugung hatten. Dafür wurden alte, teilweise nicht mehr im Streckendienst zugelassene Dampflokomotiven angefeuert. Auch anstelle von Kraftwerken wurden Heizlokomotiven verwendet, etwa um die Räumlichkeiten der Bahnbetriebswerke zu heizen, um warmes Wasser für die Duschen zu liefern oder Wohnungen / Fabriken mit Wärmeenergie zu versorgen.

Die DR-Sprachregelung im Bezug auf im Heizdienst verwendete Dampfloks trifft die Unterschiede am besten:
Heizlok:
voll betriebsfähige Lok, die auch eingeschränkt für Zugleistungen eingesetzt wurde.

pmH = provisorische mobile Heizanlage:
Das waren ausgemusterte Dampflokomotiven, die nicht mehr im Regelbestand gebraucht wurden, aber deren Kessel noch funktionsfähig erhalten wurde. Im AW wurden sie aber für den Heizdienst mit entsprechenden Dampfentnahmeanschlüssen ausgerüstet. Diese Loks durften per Sondergenehmigung noch mit eigener Kraft zwischen Heizort und BW zur Eigenversorgung fahren bzw. ihren Heizort wechseln. Viele der DR-Traditionsloks haben so „überlebt“. PmH wurden nahezu komplett an die BWs ausgeliefert. Ausgebaute Teile wurden mitgeliefert. Mit relativ geringem Aufwand wäre eine Wiederherstellung für den Betriebsdienst möglich gewesen, ist aber in keinem Fall erfolgt.

Die dritte Art war der Dampfspender:
So wurden ortsfest aufgestellte, ausgemusterte Loks mit noch brauchbaren bzw. für den Zweck hergerichteten Kessel bezeichnet. An diesen Loks wurde dazu alles entfernt, was nicht zur Dampferzeugung notwendig ist oder als Ersatzteil für andere Loks gebraucht werden konnte. Beispielsweise wurde das Triebwerk abgebaut (Zylinder, Treibstangen, Bremsen) und das Fahrwerk oft durch den Ausbau einzelner Achsen vereinfacht. Es diente dann nur noch dazu, den Kessel am Umfallen zu hindern. Die Achsen im Bereich der Feuerbüchse fehlten in der Regel, um den seitlichen Zugriff auf den Aschekasten zu erleichtern.

In den 1980er Jahren spezialisierte sich in der DDR das Ausbesserungswerk Meiningen auf den Umbau von Lokomotiven zu Heizloks (Dampfspendern, provisorischen mobilen Heizanlagen) und stationären Heizanlagen, besonders bei den Baureihen 41, 44, 50 und 52.

War eine Dampflokomotive nur noch als Heizlok vorgesehen, wurde an ihr nur eine vereinfachte Revision durchgeführt. Teilweise wurde alles, was nicht zum Heizen benötigt wurde, von dem Fahrzeug abgebaut (zum Beispiel Kuppelstangen, Steuerung oder Zylinder). Bei vielen Lokomotiven wurde der Mischvorwärmer stillgelegt und durch eine zweite Strahlpumpe ersetzt. Einige Loks der Baureihe 44 verloren deshalb im RAW Meiningen ihr komplettes Innentriebwerk. Auch bekamen nur die zum Heizen benötigten Baugruppen wie der Kessel eine vollwertige Untersuchung.

Auch die ölgefeuerte Neubaulok 10 002 der Bundesbahn endete als Heizlok.

Stationäre Zugvorheizanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Später wurden dann feste Anlagen gebaut, die die Aufgaben der Heizloks übernahmen und die bereitgestellten Züge ohne eine Heizlok mit Dampf versorgten, ähnlich der heutigen elektrischen Zugvorheizanlage.[1] Vereinzelt überlebten die Loks aber noch in den Betriebswerken als Heizung, teilweise sogar bis nach 1990.[2]

Liste ausgewählter Heizlokomotiven (Dampf)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Bundesbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reste der ehemaligen Heizlok DB 50 1650 in Aulendorf

Deutsche Reichsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Bahnverwaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste ausgewählter Dampflokomotiven als stationäre Heizanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Bundesbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Reichsbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DR 41 1303 im Bahnhof Röbel. Gut zu erkennen der zusätzliche Anschluss am Kessel. Die russischen Beschriftungen waren für einen Film
44 154 – die Anschrift Dampfspender weist auf die ausschließliche Nutzung als Heizlok hin, die Lok wurde entfeinert

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Tscharn: Streckensterben zwischen Visselhövede und Braunschweig (m 30B von 1982/87). 12. Februar 2010, abgerufen am 25. Februar 2010 (html, Zugvorheizanlage bei der Deutschen Bundesbahn).
  2. a b c Gerd Böhmer: Bildergalerie 1991 – Teil 01. Abgerufen am 15. Februar 2010 (html).
  3. Lok 051 650-0 (50 1650). Abgerufen am 18. März 2011 (html).
  4. Ingo Hütter: Die Online-Fahrzeugdatenbank im Internet. Abgerufen am 9. März 2010 (deutsch).
  5. a b Dampf vor 40 Jahren (5 B). Abgerufen am 20. Februar 2010 (html).
  6. a b Ralf Stöckner: Das Bw Hanau. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  7. Walter Hollnagel: Eisenbahnstiftung – Bildergalerie. (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt, ehemals im Original, abgerufen am 11. Februar 2010 (html).@1@2Vorlage:Toter Link/www.eisenbahnstiftung.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  8. Karl-Friedrich-Seitz: DR 1967-08-06 Interzonenzug D 112 Berlin – Magdeburg – Helmstedt, weiter DB. 1. Oktober 2009, abgerufen am 9. März 2010 (html).
  9. Karl-Friedrich Seitz: DR 1970-11-26 Dessau, Heizlok 38 1715. 16. Januar 2010, abgerufen am 15. Februar 2010 (html).
  10. a b c d e f Heizloks in Berlin vor (ungefähr) 30 Jahren. Abgerufen am 8. September 2010 (html).
  11. a b Frank Paul: 52 8060 und 44 1256 als Heizloks in Engelsdorf (2 Bilder). 14. März 1988, abgerufen am 11. April 2010 (html).
  12. Wolfgang Bügel: Eisenbahnstiftung – Bildergalerie. (Nicht mehr online verfügbar.) Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt, ehemals im Original, abgerufen am 18. Februar 2010 (html).@1@2Vorlage:Toter Link/www.eisenbahnstiftung.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  13. a b Steffen Tautz: Die Deutsche Reichsbahn vor 20 bis 25 Jahren, Planbetrieb beim Bw Saalfeld und der Einsatzstelle Göschwitz/Saale mit der BR 41. Abgerufen am 18. Februar 2010 (html).
  14. DR 1970-11-26 Dessau, Heizlok 38 1715. Abgerufen am 15. Februar 2010 (html).
  15. Hennig Gothe: 44 2546 bei der DR. 25. April 2010, abgerufen am 5. Mai 2010 (html).
  16. a b c Rolf Stumph: West-Spion im April 1988 im Bw Görlitz. 15. Februar 2010, abgerufen am 3. März 2010 (html).
  17. a b c d e f Rolf Stumpf: Die Dampflok in den letzten Tagen der DDR, Tag 3 Eberswalde – Stavenhagen (m12B). 8. September 2004, abgerufen am 2011-23-03 (html).
  18. a b Jörg Leuthardt: 50 3536-5. 5. April 2010, abgerufen am 2011-23-03 (html).
  19. a b c d e f g h Rolf Stumpf: Heizloks in der DDR. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  20. a b c d Rolf Stumpf: Die Dampflok in den letzten Tagen der DDR, Tag 8 Wismar – Perleberg. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  21. a b c Steffen Tautz: In Wustermark geht es langsam zu Ende (28 Bilder). Abgerufen am 20. Februar 2010 (html).
  22. Roger Peter: Die Lokwerkstatt Pethau. Abgerufen am 11. Mai 2010 (html).
  23. a b Frank Paul: Dampfabschied beim Bw Kamenz. 23. Mai 1987, abgerufen am 11. April 2010 (html).
  24. a b c d e f Hans-Peter Waack: Das Bahnbetriebswerk Röblingen a See – Die Heizlokomotiven. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  25. Rolf Stumpf: Eine späte Bauartänderung an der 52.80. Abgerufen am 20. Februar 2010 (html).
  26. a b Frank Jürgens: Eisenbahn in Klötze – 3. Seite. Abgerufen am 28. Mai 2011 (html).
  27. Karl-Heinz Siebke: Meine Lausitz-Touren (Seite 1 – die Schnuppertouren 1982 / 83). 20. August 1983, abgerufen am 11. April 2010 (html).
  28. Ludger Kenning: Winter im Preßnitz- und Schwarzwassertal. 3. Januar 2008, abgerufen am 12. Februar 2010 (html).
  29. a b Bjarne Knudsen: DR Lokomotiven in Dänemark 1940–1945. 6. Februar 2010, abgerufen am 15. Februar 2010 (html).
  30. Klaus Brechbilder: Schwanengesang – Die BR 10 der Deutschen Bundesbahn. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  31. a b c d e Donni: „Havarie und Marktwirtschaft“ für West-Heizloks (m5B). Abgerufen am 22. März 2010 (html).
  32. a b Michael Ziegler: Definitiv 52 1895 und 52 1898. 4. Dezember 2008, abgerufen am 20. Februar 2010 (html).
  33. Ulrich Budde: Unbekannte Heizlok im Bw Goslar ex DB 52 (4 B). 26. April 2009, abgerufen am 20. Februar 2010 (html).
  34. a b Schnellzugdampflokomotiven der Baureihe 01 des BEM. Bayerisches Eisenbahnmuseum, abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  35. a b c d Geschichte der 01 519. Eisenbahnfreunde Zollernbahn, abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  36. Steffen Tautz: Die Deutsche Reichsbahn vor 20 bis 25 Jahren, Planbetrieb beim Bw Saalfeld und der Einsatzstelle Göschwitz/Saale mit der BR 41. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html, 01 0533 auf dem Weg als Heizlok in Pößneck).
  37. a b c d e Loksammlung Falz. Abgerufen am 19. März 2011 (html).
  38. a b Zwei 41er in der Russenkaserne ( m3B ). Abgerufen am 20. Februar 2010 (html, verlinktes Bild zeigt nicht mehr die beschriebene Lokomotive).
  39. 44 0233-5 als Heizlok für die Molkerei in Naumburg/Saale Hbf. 9. August 1980, abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  40. a b c Heizlokomotiven im KAW Greifswald. Abgerufen am 20. Februar 2010 (html).
  41. Steffen Tautz: Reichsbahnerinnerungen Teil 3 Bw Wustermark. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html).
  42. Frank Paul: 52 8189. Abgerufen am 22. März 2010 (html).
  43. Frank Engel: alles über Dampfloks – Güsten. Abgerufen am 11. Februar 2010 (html).