Heldenberg

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Heldenberg
Wappen von Heldenberg
Heldenberg (Österreich)
Heldenberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Hollabrunn
Kfz-Kennzeichen: HL
Hauptort: Glaubendorf
Fläche: 27,47 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 15° 57′ O48.515.95238Koordinaten: 48° 30′ 0″ N, 15° 57′ 0″ O
Höhe: 238 m ü. A.
Einwohner: 1.233 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 45 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3704, 3701, 3710
Vorwahl: 02956
Gemeindekennziffer: 3 10 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Wimpffen-Gasse 5
3704 Kleinwetzdorf
Website: www.heldenberg.gv.at
Politik
Bürgermeister: Peter Steinbach (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
15 ÖVP, 4 SPÖ
Lage der Gemeinde Heldenberg im Bezirk Hollabrunn
Alberndorf im Pulkautal Göllersdorf Grabern Guntersdorf Hadres Hardegg Haugsdorf Heldenberg Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg Hollabrunn Mailberg Maissau Nappersdorf-Kammersdorf Pernersdorf Pulkau Ravelsbach Retz Retzbach Schrattenthal Seefeld-Kadolz Sitzendorf an der Schmida Wullersdorf Zellerndorf Ziersdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Heldenberg im Bezirk Hollabrunn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Heldenberg ist eine Gemeinde mit 1233 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich (Österreich).

Geografie[Bearbeiten]

Heldenberg liegt im Tal der Schmida im Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 27,37 Quadratkilometer. 26,89 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Glaubendorf (467)
  • Großwetzdorf (351)
  • Kleinwetzdorf (84)
  • Oberthern (170)
  • Unterthern (137)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Glaubendorf, Großwetzdorf, Kleinwetzdorf, Oberthern und Unterthern.

Die politische Gemeinde wurde bei ihrer Gründung nach der in der Katastralgemeinde Kleinwetzdorf gelegenen Gedenkstätte Heldenberg benannt (siehe unten).

Geschichte[Bearbeiten]

Ober/Unterthern[Bearbeiten]

In einer Schenkungsurkunde des Kaisers Heinrich IV. aus dem Jahr 1066 wird der Ort Ternie erstmals urkundlich erwähnt.

Eine Unterscheidung von Oberthern und Unterthern gibt es erstmals in einem Urbar des Stiftes Passau aus dem Jahre 1320, wo ein Inferior Tern und ein Superior Tern genannt wird.

Die mittelalterlichen Besitzverhältnisse zeigen im Jahr 1590 Besitzungen des Stiftes Göttweig, des Stiftes Garsten sowie der Gräfin Hardegg. 1401 dürfte die Kirche in Oberthern errichtet worden sein, urkundlich belegt ist eine Kirchenobligation aus dem Jahr 1635. Die Kirche wurde durch einen Zubau im Jahr 1961 erweitert.

Die Pfarre Oberthern gehört zum Pfarrverband Großweikersdorf.

Obwohl bereits im 17. Jahrhundert von der Ansässigkeit eines Lehrers in Oberthern berichtet wird, sah erst die Theresianische Schulreform 1787 für Ober- und Unterthern eine eigene Schule vor. Die Volksschule Oberthern wurde 1966 aufgelassen und dem Schulsprengel Großweikersdorf zugeschlagen.

Groß/Kleinwetzdorf[Bearbeiten]

Die erste zweifelsfreie Erwähnung des Namens Wetzdorf stammt aus dem Gültbuch (Einnahmenverzeichnis) des Stiftes Zwettl aus dem Jahr 1346.[2]

Die Pfarre wurde 1783 im Zuge der josephinischen Reformen gegründet.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts entstand in Kleinwetzdorf das Schloss Wetzdorf, eine aus drei Höfen bestehende, zweigeschoßige Anlage, die 1726 um eine Schlosskapelle erweitert wurde. Joseph Gottfried Pargfrieder, ein Lieferant der k.u.k. Armee, erwarb 1832 das Schloss und ließ die Gedenkstätte Heldenberg (1846-1849) sowie den englischen Garten mit kegelförmigem Aussichtsberg anlegen.

Glaubendorf[Bearbeiten]

Der Name des Ortes leitet sich vom Vornamen Chlubo ab, etymologisch also nicht von "glauben" sondern von "(auf)klauben" (sammeln, aufheben). In alten Urkunden wurde die Schreibweise Chlubendorf verwendet, die früheste urkundliche Erwähnung erfolgte um das Jahr 1130 als Cloubendorf'[3].

In Glaubendorf entstanden um etwa 5000 v. Chr. zwei Kreisgrabenanlagen. Die kleinere Anlage Glaubendorf 1 besteht aus zwei konzentrischen Gräben. Glaubendorf 2 umfasst drei Gräben von 71 m, 90 m und 109 m Durchmesser um einen inneren Palisadenkreis mit 50 m Durchmesser (d.s. 158  m Länge, 650 Baumstämme). Durch geomagnetische Prospektion wurden fünf (ursprünglich wahrscheinlich sechs) Erdbrücken als Zugänge ins Innere und zwei Tore im Palisadenring nachgewiesen. Das Aushubvolumen wird auf 6100 m³ geschätzt, die Bauzeit auf 3 bis 5 Jahre[4][5]

Für die NÖ. Landesausstellung 2005 wurde am Heldenberg in Kleinwetzdorf eine Kreisgrabenanlage rekonstruiert. Sie ist nunmehr Bestandteil der regulären Ausstellung am Heldenberg.

Der Originalort der Anlage Glaubendorf 2 kann ebenfalls besichtigt und begangen werden (rund 500 m Feldweg beschildert ab der Bahnunterführung der Straße Glaubendorf – Ruppersthal). Die Ausmaße der Anlage sind durch Bepflanzung sichtbar gemacht worden.

Die Pfarre Glaubendorf wurde vor dem Jahr 1256 gegründet. Die Pfarrkirche wurde mit großer Wahrscheinlichkeit von den Kuenringern gestiftet und ist wie jene von Kühnring den Aposteln Philippus und Jakobus geweiht. Das heutige Kirchengebäude geht in Teilen auf das 14. Jahrhundert zurück.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1.096 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1.061 Einwohner, 1981 1.074 und im Jahr 1971 1.155 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Peter Steinbach, Amtsleiter Otto Nachtigal.

Im Gemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 15, SPÖ 4, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Heldenberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 26, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 108. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 480. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,07 Prozent.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Heimatbuch Wetzdorf. Marianne Gastgeb, Grosswetzdorf , 2000.
  3. Franz Neugebauer, Chronik von Glaubendorf. Wien, 1974.
  4. Informationstafel am Originalort der Anlage Glaubendorf 2
  5. * „Die Schmida – eine Region stellt sich vor“ von Friedrich Damköhler und Josef Stefan, 1. Auflage, ISBN 978-3-200-02028-3, S. 156

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heldenberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien