Helene Vetsera

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Helene Vetsera
Wappen des Albin Freiherrn von Vetsera, Ehemann der Helene Baltazzi

Helene Freifrau von Vetsera (* 1847 in Marseille als Helene Baltazzi; † 1. Februar 1925[1] in Wien) war eine griechisch-österreichische Adlige und Mutter von Mary Vetsera.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helene Baltazzi war die Tochter eines griechischen Bankiers. Sie galt als das reichste Mädchen von Konstantinopel, als sie 1864 den österreichischen Diplomaten Albin Ritter von Vetsera (1825–1887) heiratete. Ihr Bruder war der Pferdesportler Alexander Baltazzi.

1870 wurde Albin Ritter von Vetsera in den Freiherrenstand erhoben. Als drittes von vier Kindern wurde 1871 die Tochter Maria geboren, die siebzehn Jahre später durch ihren Tod in die Geschichte eingehen sollte. Die Familie wohnte zunächst in einem Gebäude in der Schüttelstraße 7–9[2] und später, ab ca. 1880,[3] in einem Palais in der Salesianergasse 11 in Wien. Die Baronin führte ein großes Haus und verkehrte in den besten Kreisen. Helene überlebte alle ihre Kinder und verlor bei der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg ihr Vermögen. Sie starb 1925 verarmt in Wien. Beigesetzt wurde sie auf dem Ortsfriedhof von Payerbach in Niederösterreich.

Mayerling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Tragödie von Mayerling, bei der der österreichische Kronprinz Rudolf am 30. Januar 1889 auf deren Verlangen erst seine Geliebte Mary, dann sich selbst erschoss, fiel sie bei Hofe und in der aristokratischen Gesellschaft in Ungnade. Sie selbst wies jede Mitschuld an der Affäre von sich, erhob aber in einer Rechtfertigungsschrift schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige Freundin Gräfin Marie Louise von Larisch-Wallersee, der sie die Kuppelei zwischen ihrer Tochter und dem Kronprinzen zum Vorwurf machte.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fortleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Film Kronprinz Rudolfs letzte Liebe (1956) von Rudolf Jungert wurde Helene Vetsera von Adrienne Gessner verkörpert.

In dem Film Kronprinz Rudolfs letzte Liebe (2006) von Robert Dornhelm wird Helene Vetsera von Alexandra Vandernoot dargestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Baltazzi-Scharschmid, Hermann Swistun: Die Familien Baltazzi-Vetsera im kaiserlichen Wien, Böhlau, Wien 1980, ISBN 3-205-07160-3.
  • Gerd Holler: Mayerling: die Lösung des Rätsels. Der Tod des Kronprinzen Rudolf und der Baronesse Vetsera aus medizinischer Sicht, Buchgemeinschaft Donauland Kremayr und Scheriau [u. a.], Wien 1981, ISBN 3-217-01051-5.
  • Fritz Judtmann: Mayerling ohne Mythos. Ein Tatsachenbericht, 2., verbesserte Auflage, Kremayr & Scheriau, Wien 1982, ISBN 3-218-00364-4.
  • Brigitte Sokop: Jene Gräfin Larisch. Marie Louise Gräfin Larisch-Wallersee, Vertraute der Kaiserin – Verfemte nach Mayerling, 3., verbesserte Auflage, Böhlau, Wien [u. a.] 1992, ISBN 3-205-05527-6.
  • Hermann Swistun: Mary Vetsera. Gefährtin für den Tod, Ueberreuter, Wien 1999, ISBN 3-8000-3727-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd Holler: Mayerling, neue Dokumente zur Tragödie 100 Jahre danach, Amalthea-Verlag, Wien [u. a.] 1988, ISBN 3-85002-269-2, S. 89
  2. http://www.pratercottage.at/2013/10/05/mary-dear-am-donaukanal-die-haeuser-der-familien-vetsera-und-baltazzi-schuettelstrasse-11-ab-1870-und-praterstrasse/
  3. Adolph Lehmann's allgemeiner Wohnungs-Anzeiger : nebst Handels- u. Gewerbe-Adressbuch für d. k.k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien u. Umgebung. Wien 1880, S. 920
  4. Neue Freie Presse – Todesfälle (PDF; 10,6 MB) anno.onb.ac.at. S. 6. 22. Februar 1901. Abgerufen am 24. Mai 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/anno.onb.ac.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]