Helene von Beniczky-Bajza

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Helene von Beniczky-Bajza

Helene von Beniczky-Bajza, geb. Ilona Bajza, (* 15. Juni 1840 in Pest; † 2. April 1905 in Budapest) war eine ungarische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bajza kam als Tochter des ungarischen Dichters und Kritikers József Bajza in Pest, dem späteren Budapest, zur Welt. Schon in jungen Jahren kam sie in Kontakt mit bedeutenden Persönlichkeiten Ungarns, die im Haus des Vaters verkehrten. Sie lernte István Széchenyi, Ladislaus Teleki, Mihály Vörösmarty, Ferenc Deák und andere kennen, die ihr Interesse an Literatur weckten. Im Alter von 14 Jahren veröffentlichte Bájsa ihren ersten Novellenband. Sie heiratete 1858 den Pester Buchhändler Gustav Heckenast. Die Tochter Ilona kam 1859, der Sohn Aladár 1861 zur Welt. Die Ehe endete 1862 in Scheidung.[1] Im Jahr 1862 heiratete sie in zweiter Ehe den früheren Staatssekretär und Theaterintendanten und damaligen Pester Obergespan Franz von Beniczky, mit dem sie in Budapest lebte. In ihrem Haus führte sie „vornehmen aristokratischen Salon“.[2]

Bajza veröffentlichte über 80 Romane, die teilweise durch Adolph Kohut, Oskar von Krücken, Ludwig Wechsler und Cäcilie Langsch ins Deutsche übersetzt wurden. Zeitgenossen galt sie als die ungarische Marlitt.[3] Sie verstarb 1905 in Budapest.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1860: Novellen (2 Bände)
  • 1862: Westeuropa (Reisebriefe)
  • 1872: Vorurteil und Aufklärung (4 Bände)
  • 1884: Gräfin Ruth (Roman)
  • 1887: Der Sonderling
  • 1888: Sie ist es! (Ü. O. v. Krücken)
  • 1890: Martha (Ü. v. L. Greiner)
  • 1890: Die Bergsee
  • 1890: Bei verschlossenen Thüren (Ü. v. A. Kohut)
  • 1893: Der Liebe Lust und Leid (Ü. v. O. v. Krücken)
  • 1894: Rang und Geld (Ü. v. O. v. Krücken)
  • 1898: Die Bürde der Schönheit (2 Bände)
  • 1901: Späte Liebe

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beniczky-Bajza, Helene von. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 1. Brockhaus, Leipzig 1913, S. 182.
  • Beniczky, Helene von. In: Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. Metzler, Stuttgart 1981, ISBN 3-476-00456-2, (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte 9), S. 21.
  • Beniczky-Bajza, Helene von. In: Susanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 1: A–I. Hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11545-8, S. 96.
  • Lenja Bajza. In: Ungarns Männer der Zeit: Biografien und Karakteristiken hervorragendster Persönlichkeiten. Robert Schaefer’s Verlag, Leipzig 1862, S. 192.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Karl Wagner, Max Kaiser, Werner Michler (Hrsg.): Peter Rosegger, Gustav Heckenast. Briefwechsel 1869–1878. Böhlau, Wien 2003, S. 723.
  2. Karl Anzengruber (Hrsg.): Fahrende Sänger von Heute: Erlebnisse deutscher Dichter auf ihren Vortragsreisen. Von ihnen selbst erzählt. Wiener literarische Anstalt, Wien 1921, S. 122.
  3. Literatur: Monatsschrift für Literaturfreunde. Band 7. F. Fontane, 1905, S. 1192.