Helga Trüpel

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Helga Trüpel (2014)

Helga Trüpel (zuvor Helga Trüpel-Rüdel; * 21. Juli 1958 in Moers) ist eine deutsche Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen). Sie war von 1991 bis 1995 Senatorin für Kultur und Ausländerintegration der Freien Hansestadt Bremen. Seit 2004 ist sie Mitglied des Europäischen Parlaments und gehört der Fraktion der Grünen/EFA an.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Moers absolvierte Trüpel ein Studium der Germanistik, Religionspädagogik und der Psychologie an der Universität Bremen. 1988 erfolgte hier ihre Promotion zum Dr. phil. zum Thema Undine — eine motivgeschichtliche Untersuchung.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Literaturwissenschaftlerin hat eine Tochter. Sie lebt mit dem Grünen-Politiker Hermann Kuhn zusammen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1980 wurde Helga Trüpel Mitglied von Die Grünen, der heutigen Partei Bündnis 90/Die Grünen.

für Bremen

Von 1987 bis 1991 und erneut von 1995 bis 2004 gehörte sie der Bremischen Bürgerschaft an. Hier war sie von 2003 bis 2004 Vizepräsidentin der Bürgerschaft.

Von 1991 bis 1995 gehörte sie als Senatorin für Kultur und Ausländerintegration dem von Klaus Wedemeier (SPD) geleiteten Senat der Freien Hansestadt Bremen an, in dem sie ab Februar 1995 für wenige Monate auch das Ressort Umweltschutz und Stadtentwicklung leitete.

für Europa

2004 und 2009 wurde sie jeweils auf Bundesparteitagen von Bündnis 90/Die Grünen auf die Bundesliste für die Wahlen zum Europäischen Parlament gewählt und gehörte anschließend dem Europäischen Parlament an. 2014 errang sie Listenplatz 7 und zog erneut ins Europäische Parlament ein. Seit 2004 ist Helga Trüpel stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments. Von 2004 bis 2014 war Helga Trüpel zudem haushaltspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Seit 2014 gehört sie dem Haushaltsausschuss als stellvertretendes Mitglied an.

Von 2004 bis 2014 war sie stellvertretende Sprecherin der deutschen Delegation der Grünen im Europäischen Parlament (Europagruppe GRÜNE).[1]

Darüber hinaus ist sie Mitglied der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China und stellvertretendes Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika. [2]

Ende September 2017 teilte sie in einem Brief mit, sie kandidiere nicht mehr, weil sie „mit dem Mehrheitskurs der Grünenfraktion im EU-Parlament nicht einverstanden“ sei; sie finde es „falsch, dass wir in der grünen Europafraktion de facto eine Politik der offenen Grenzen machen“.[3]

In der Debatte um die EU-Urheberrechtsreform setzt sich Trüpel öffentlich für umstrittene Aspekte wie Upload-Filter und ein Leistungsschutzrecht ein. In einem Gastbeitrag in der FAZ warf sie dem „links-progressiven Lager“ einen „Freiheitsfundamentalismus“ vor, der ihrer Meinung nach dazu führen würde, dass die US-amerikanischen Internetgiganten Künstler nicht fair entlohnen und ihre Algorithmen nicht offenlegen müssten und verbindet ihren Einsatz für die Urheberrechtsreform argumentativ mit Steuerreformen für digitale Unternehmen.[4] Bei der Abstimmung am 12. September 2018 stimmten 5 von 11 deutschen Abgeordneten der Fraktion Grüne/EFA gegen den von ihr unterstützten Urheberrechtsentwurf.

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Landesparteitag von Bündnis 90/DieGrünen im November 2017 in Bremen äußerte sich Trüpel kritisch zu den Sondierungsverhandlungen der Jamaika-Koalition und bezeichnete in diesem Zusammenhang den CDU Politiker Jens Spahn als „rechten, schwulen Jens Spahn“.[5] Diese Äußerung sorgte für bundesweite Kritik. Trüpel ließ daraufhin vorübergehend ihre Parteimitgliedschaft ruhen.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Helga Trüpel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bütikofer und Trüpel zu Sprechern gewählt. Archiviert vom Original am 20. November 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gruene-europa.de Abgerufen am 3. Januar 2011.
  2. Website des Europäischen Parlaments Abgerufen am 23. Oktober 2014
  3. „Ich will aufrütteln - und nichts mehr werden“. welt.de, 5. Oktober 2017, abgerufen am 5. Oktober 2017.
  4. Es geht um Fairness – nicht um Zensur. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Juli 2018, abgerufen am 17. September 2018.
  5. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: „Rechter, schwuler Spahn“: Grüne Europa-Abgeordnete lässt Mitgliedschaft nach Äußerung ruhen. 12. November 2017, abgerufen am 12. November 2017.
  6. Trüpel bleibt aktives Mitglied der Bremer Grünen. weser-kurier.de, 14. November 2017, abgerufen am 12. September 2018.