Helgoland

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Helgoland (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Helgoland
Helgoland
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Helgoland hervorgehoben
54.18257.885277777777840Koordinaten: 54° 11′ N, 7° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Höhe: 40 m ü. NHN
Fläche: 1,7 km²
Einwohner: 1356 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 798 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27498
Vorwahl: 04725
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 025
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lung Wai 28
27498 Helgoland
Webpräsenz: www.helgoland.de
Bürgermeister: Jörg Singer (unabhängig)
Lage der Gemeinde Helgoland im Kreis Pinneberg
Appen Barmstedt Bevern Bilsen Bokel Bokholt-Hanredder Bönningstedt Borstel-Hohenraden Brande-Hörnerkirchen Bullenkuhlen Ellerbek Ellerhoop Elmshorn Groß Nordende Groß Offenseth-Aspern Halstenbek Haselau Hasloh Heede Heidgraben Heist Helgoland Hemdingen Hetlingen Holm Klein Nordende Klein Offenseth-Sparrieshoop Kölln-Reisiek Kummerfeld Langeln Lutzhorn Moorrege Neuendeich Osterhorn Pinneberg Prisdorf Quickborn Raa-Besenbek Rellingen Schenefeld Seester Seestermühe Seeth-Ekholt Tangstedt Tornesch Uetersen Wedel Westerhorn Haseldorf Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Steinburg ElbeKarte
Über dieses Bild

Helgoland oder Deät Lun (Helgoländer Friesisch „Das Land“,[2] englisch Heligoland) ist eine Nordseeinsel in der Deutschen Bucht. Die ursprünglich größere Insel zerbrach 1721; seitdem existiert die als Düne bezeichnete Nebeninsel.

Die Inselgruppe Helgoland und Düne gehört seit 1890 zum deutschen Staatsgebiet und ist heute als amtsfreie Gemeinde Helgoland in den Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) integriert.

Für das vierzig Kilometer vom Festland entfernte Helgoland gelten Sonderregelungen: Die Gemeinde ist zwar Teil des deutschen Wirtschaftsgebiets, zählt aber weder zum Zollgebiet der Europäischen Union,[3] noch werden deutsche Verbrauchssteuern erhoben.[4]

Zur Einwohnerzahl machen verschiedene Quellen unterschiedliche Angaben: Das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein nennt zwei Zahlen: 1144 (März 2012, Fortschreibung auf Basis der Volkszählung 1987)[5] und 1370 (31. Dezember 2012, Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011);[6] laut Gemeindeverwaltung sind es rund 1500.[7]

Geographie[Bearbeiten]

Hauptinsel Helgoland (vorne) und die Düne im Luftbild
Historische Karte Helgolands
Das Wahrzeichen Helgolands: Der Nathurn Stak, genannt Lange Anna

Wegen seiner Lage auf offener See wird Helgoland häufig als „einzige Hochseeinsel Deutschlands“ bezeichnet. Doch weder im geographischen Sinn noch im rechtlichen Sinn (in Bezug auf das heutige Recht) liegt die Insel im Bereich der hohen See. Trotz einer Entfernung von über 40 km vom Festland und den nächstgelegenen Inseln Scharhörn und Wangerooge zählt die Insel zusammen mit der gesamten Deutschen Bucht zum Bereich des Festlandsockels und damit (im Gegensatz etwa zu Madeira im Atlantik) nicht zum Tiefsee-Bereich auf hoher See. Die seit 1995 gültige[8] 12-Meilen-Zone des Festlands bzw. der vorgelagerten Inseln überschneidet sich mit derjenigen um Helgoland, so dass kein internationales Gewässer die Insel vom Festland trennt.[9][10]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Helgoland, dessen Hauptinsel zusammen mit der Nebeninsel Düne eine Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein bildet, stellt innerhalb der Deutschen Bucht die nordwestliche Begrenzung der Helgoländer Bucht dar.

Die Landfläche besteht aus der rund 1 km² großen Hauptinsel sowie der etwa 0,7 km² großen Insel Düne und liegt etwa 67 Kilometer südwestlich der Südspitze der Insel Sylt, 47 Kilometer westlich der Westküste der Halbinsel Eiderstedt, 62 Kilometer nordwestlich der Elbemündung, 57 Kilometer nordwestlich der niedersächsischen Küste bei Cuxhaven, 43 Kilometer nördlich von Wangerooge, 70 Kilometer nordöstlich von Norderney und 95 Kilometer nordöstlich von Borkum. Die Lage von Helgoland im geographischen Koordinatensystem (WGS 84) ist 54° 11' nördliche Breite und 7° 53' östliche Länge.

Die Hauptinsel[Bearbeiten]

Blick von der Nordspitze 1826

Die Hauptinsel gliedert sich dem Relief folgend in Oberland, Mittelland und Unterland. Sie besitzt im Süden neben der Landungsbrücke einen kleinen Sand-Badestrand und fällt im Norden, Westen und Südwesten in steilen Klippen gut 50 Meter zum Meer hin ab, das im südwestlich gelegenen Helgoländer Becken bis zu 56 m tief ist. Der Strand im Norden ist wegen der starken Strömung nicht zum Baden geeignet. Am Nordwestende der Hauptinsel befindet sich das bekannteste Wahrzeichen Helgolands – die Felsnadel Lange Anna. Die ganze Oberfläche des Oberlands wurde durch die Sprengung der Bunkeranlagen 1947 und die anschließende Bombardierung geformt.

Düne[Bearbeiten]

Die Nebeninsel Düne befindet sich jenseits der kleinen Meeresstraße Reede, die in Nordreede und Südreede unterteilt wird, knapp einen Kilometer östlich der helgoländischen Hauptinsel. Sie wird als Badeinsel bzw. als eine flache Strandinsel bezeichnet und war bis zu einer Sturmflut 1721 mit Helgoland durch einen Naturdamm verbunden. Auf ihr ist auch der kleine Helgoländer Flugplatz neben dem Campingplatz und einem alten sowie neuen Bungalowdorf angelegt.

Klima[Bearbeiten]

Auf Helgoland herrscht typisches Seeklima mit ganzjährigen Niederschlägen und nur geringen tageszeitlichen Temperaturschwankungen. Die Luft ist nahezu pollenfrei und damit ideal für Allergiker.

Die Insel hat mit durchschnittlich 2 °C das wintermildeste Klima Deutschlands; Wintertiefsttemperaturen unter −5 °C sind selten. Die vom Golfstrom erwärmte Nordsee mit rund 5 °C Wassertemperatur wirkt dabei als Wärmespeicher. Die kalten Nordost- bzw. Ostwinde aus Russland werden abgeschwächt, die Wintertemperaturen können bis zu 10 °C höher als zum Beispiel in Hamburg liegen. Es gibt jedoch häufig Nebel und nur wenig Sonnenschein im Winter; Schnee fällt selten.

Der Frühling beginnt erst spät; das heißt, die Temperaturen steigen meist erst ab Mai deutlich an.

Im Sommer liegen dann die Temperaturen um 20 °C oder knapp darunter, während es nachts mit 13 bis 14 °C nur kaum kühler ist. Dazu kommen regelmäßige Niederschläge mit abwechselndem Sonnenschein. Die Wassertemperaturen der Nordsee steigen bis zum August auf 16 bis 17 °C. 1962 nahm eine Dauermessstation vor Helgoland den Betrieb auf; sie misst Wassertemperatur, Salzgehalt und andere Parameter. Seit Beginn ihrer Arbeit stieg die durchschnittliche Wassertemperatur um 1,7 Grad.

Der Herbst beginnt im September, ist oft noch recht warm und dauert länger; er ist die feuchteste Zeit des Jahres. Das bedeutet, es ist mit Werten um 10 °C mild und regnet an etwa 15 bis 20 Tagen pro Monat.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9 °C, die jährlichen Niederschläge bei etwa 700 mm. Die Extremwerte liegen bei −11,2 °C im Februar und +28,7 °C im Juli.[12] Helgoland weist insgesamt mehr Sonnenstunden auf als das deutsche Festland.

Schon Anfang des 20. Jahrhunderts standen stattliche regelmäßig fruchtende Feigenbäume auf der Insel. Noch heute steht aus dieser Zeit im Oberland ein sehr alter Maulbeerbaum. Auspflanzversuche mit Hanfpalmen, Honigpalmen und anderen Palmen sowie weiteren auf dem deutschen Festland nicht oder nur bedingt winterharten subtropischen Pflanzen (Lorbeer, Yucca, Cordyline, Steineiche und andere) seit den 1980er Jahren sind teilweise erfolgreich verlaufen.

Helgoland
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
56
 
4
1
 
 
34
 
3
1
 
 
46
 
5
2
 
 
38
 
8
4
 
 
43
 
12
8
 
 
55
 
16
12
 
 
59
 
18
14
 
 
65
 
18
15
 
 
76
 
16
13
 
 
82
 
13
10
 
 
96
 
9
6
 
 
69
 
6
3
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: DWD; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Helgoland (1961–1990)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 3,3 4,8 7,8 12,3 15,9 17,7 18,4 16,4 13,1 9,0 5,8 Ø 10,7
Min. Temperatur (°C) 0,8 0,5 1,9 4,2 8,2 11,9 14,0 14,9 13,1 10,0 5,8 2,6 Ø 7,4
Temperatur (°C) 2,5 2,1 3,4 6 10,2 13,8 15,8 16,6 14,9 11,7 7,6 4,4 Ø 9,1
Niederschlag (mm) 56 33,9 46,1 38,3 43,3 54,8 58,7 65,3 76,0 81,5 95,5 69,2 Σ 718,6
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,8 3,9 5,9 7,8 7,9 7,2 7,1 4,9 3,2 1,8 1,3 Ø 4,6
Regentage (d) 12 8 10 9 9 9 10 10 11 12 15 13 Σ 128
Wassertemperatur (°C) 4 3 3 5 9 12 16 17 16 13 10 7 Ø 9,6
Luftfeuchtigkeit (%) 88 86 86 84 83 83 82 80 79 82 84 86 Ø 83,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,8
0,8
3,3
0,5
4,8
1,9
7,8
4,2
12,3
8,2
15,9
11,9
17,7
14,0
18,4
14,9
16,4
13,1
13,1
10,0
9,0
5,8
5,8
2,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
56
33,9
46,1
38,3
43,3
54,8
58,7
65,3
76,0
81,5
95,5
69,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geologie[Bearbeiten]

Geologische Entstehung der Felseninsel[Bearbeiten]

Zechsteinmeer im ausgehenden Erdaltertum[Bearbeiten]

Die geologisch relevante Geschichte der Entstehung Helgolands begann vor etwa 260 Millionen Jahren im geologischen Zeitalter des Perm im ausgehenden Erdaltertum. Im beginnenden Zechstein, der zweiten Abteilung des Perm, kam es auf dem Urkontinent Pangaea zu Meereseinbrüchen in Europa und Amerika und so zum Vordringen des Meeres im Gebiet des heutigen Mitteleuropa. Die Region Helgolands lag in diesem Zechstein-Meer, im so genannten Elbe-Trog. Auf Grund des ariden Klimas verdampfte das Wasser jedoch mit der Zeit wieder und hinterließ Kalke, Dolomite, Anhydrite und Salze als Verdunstungsrückstände, so genannte Evaporite, die im norddeutschen Raum als Zechstein-Sedimente untersucht und bestimmt worden sind.

Ein bedeutender paläontologischer Fund war 1910 die 51,5 cm große Kopfplatte eines Capitosaurus helgolandiae (Schröder), einer urtümlichen Amphibie aus der Gruppe der Temnospondyli. Das Gewicht des in der mittleren Trias, vor rund 245 Millionen Jahren, lebenden Tieres ist nicht bekannt. Seine Augen waren klein und saßen hoch am Kopf. Sein Lebensraum waren periodisch trockenfallende Flussdeltas und Gewässer, die es in dieser Zeit im Gebiet der heutigen Nordsee gab.

Gesteinsbildung im Erdmittelalter[Bearbeiten]

Helgoland auf einer Postkarte, ca. 1890 bis 1900
Helgoland um 1929/30

Im frühen Erdmittelalter fanden die für Helgoland wichtigsten gesteinsbildenden Prozesse statt. Das zu Beginn der Trias herrschende tropische und subtropische Klima dominierte die Verwitterung der variskischen Gebirge im umgebenden Festland. Das Klima begünstigt eine lateritische Verwitterung, die im Endprodukt hohe Eisen- und Aluminium­gehalte vorweist. Die Oxidation dieser Verwitterungsprodukte führt zu einer starken Rotfärbung der typischen Buntsandstein-Sedimente in Mitteleuropa. Die grünen Bänder des Felsens zeigen heute das abgelagerte Kupfer.

Im Buntsandstein wurden große Mengen des Verwitterungsmaterials aus den Hochländern abgetragen und in tiefer liegenden Regionen sedimentiert. Im Gebiet Helgolands haben diese Ablagerungen eine Mächtigkeit von mehr als 1000 Metern. Sie bilden den sichtbaren Teil der heutigen Felseninsel.

Auch in der folgenden erdgeschichtlichen Abteilung des Muschelkalk war das Gebiet Helgolands Sedimentationsgebiet. Die Ablagerungen aus dieser Zeit haben eine Mächtigkeit von mehr als 300 Metern. Eine große Zahl von Fossilienfunden belegt zudem die günstigen Lebensbedingungen zu dieser Zeit. So fand man verschiedene Fische, Meeressaurier, Muscheln und Schnecken.

Auch aus der vor 140 Millionen Jahren beginnenden Kreidezeit sind im Helgoländer Raum Sedimentschichten zu finden. In dieser Zeit war der gesamte Nordseeraum Meeresgebiet. Im marinen Bereich bildete sich unter warmen und feuchten Klimabedingungen eine reichhaltige Flora und Fauna, so dass die Kreideschichten heute äußerst fossilienreich sind.

Salz-Aufstieg im Tertiär[Bearbeiten]

Die große Mächtigkeit der Sedimentschichten im Nordseeraum – auch schon im Mesozoikum – ist auch darin begründet, dass der Nordseeraum Senkungsgebiet war. Somit konnten selbst in den flacheren Meeren des Buntsandstein und Tertiär diese Senkungsgebiete immer wieder von dem aus den Gebirgen verfrachteten Verwitterungsmaterial aufgefüllt werden. Unter dem Druck des auflagernden Materials verfestigten sich die darunterliegenden Schichten zunehmend.

Im direkten Zusammenhang mit dieser Verfestigung und somit der Zunahme der Dichte sowie des Drucks auf die unteren Schichten ist auch die Heraushebung des Helgoländer Buntsandsteinfelsens zu sehen.

Im Laufe der Zeit lagerten sich über den permischen Salzgesteinen im Erdmittelalter die Schichten des Trias, der Kreide sowie des Tertiär ab. Jede neue Sedimentationsschicht hatte auch zur Folge, dass die jeweils unterlagernden Sedimente sich durch die Last der darüberlagernden Sedimente weiter verfestigten und verdichteten.

Das Felswatt (Brandungsplattform) bei Niedrigwasser nahe der Langen Anna

Die untenliegenden Salzgesteine lassen sich jedoch nur bis zu einer Dichte von maximal 2,2 g/cm³ verdichten. Da mit zunehmender Tiefe infolge des zunehmenden Druckes sich die Dichte einer Schicht erhöht, kam es im Bereich der Zechsteinsalze zu einer Dichteanomalie. Das Salzgestein reagierte plastisch auf den immer stärkeren Druck und neigte dazu, bevorzugt an Schwächezonen wie Verwerfungen aufzusteigen, um so zu einer Druckentlastung zu gelangen. Beim Aufstieg werden aber auch die aufliegenden Schichten mitgehoben. Man spricht bei diesem Phänomen von einem Salzkissen, in dessen Scheitelbereich Helgoland sich befindet.

Die Aufwölbung des Buntsandsteins sowie der weiteren Schichten durch den Aufstieg des Salzes (Salztektonik) wird auch in der heutigen tektonischen Struktur Helgolands sichtbar. Der Scheitel der Salzstruktur verläuft von Nordnordwest nach Südsüdost. Dies gibt die Streichrichtung der auflagernden Deckschichten an, die an den Abrasions-Plattformen im nördlichen Felswatt zu erkennen sind. Die Schichten sind bei der Aufwölbung gekippt worden, so dass heute eine Neigung der Buntsandsteinfelsen von circa 17 bis 20 Grad zu erkennen ist. Somit finden wir an der Westseite Helgolands nach oben zeigende Schichten, während die Schichten an der Ostseite nach unten zeigen.

Überprägung der neuentstandenen Felseninsel im Quartär[Bearbeiten]

Ausgangspunkt der Überprägung im Quartär ist die Abkühlung des Klimas im ausgehenden Tertiär. Drei große Vereisungsperioden haben bis in den nordmitteleuropäischen Raum zu einer starken Veränderung der Landschaft geführt. Bei allen drei Eiszeiten war das Gebiet zwischen England und Dänemark trocken; eine Nordsee existierte aufgrund des niedrigen Meeresspiegels (ca. 120–150 m unter heutigem Meeresniveau) nicht.

Während der Elstereiszeit (vor etwa 480.000 bis 300.000 Jahren) und der Saaleeiszeit (vor etwa 280.000 bis 130.000 Jahren) erfasste die Vergletscherung auch Helgoland, wovon abgelagerte Geschiebelehme und Findlinge bis heute zeugen. Das Vordringen des Eises dürfte in dieser Zeit auch zu einer starken Abtragung der gehobenen und gekippten Schichten bis hin zu einer Freilegung der Salzstruktur im Bereich des westlich vorgelagerten Görtels geführt haben. Beide Eiszeiten hinterließen alluviale Anlagerungen bzw. Aufschüttungen und Endmoränen.

Während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit (von vor etwa 115.000 bis 11.700 Jahren), war die Landfläche zwischen England, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark weitestgehend eisfrei. Der Eisrand hat Helgoland nicht erreicht. Am Ende des Pleistozäns und Beginn des Holozäns stieg weltweit der Meeresspiegel wieder stark an; die Nordsee bildete sich wieder (Regression). Vor etwa 8000 Jahren gab es kurz nacheinander zwei Großereignisse: die Storegga-Rutschung vor Norwegen, die einen gigantischen Tsunami auslöste, und das Abschmelzen des nordamerikanischen Eisschildes bzw. der plötzliche Durchbruch der Schmelzwassermassen zum Atlantik, der neben einer weltweiten Meeresspiegelerhöhung auch wohl wieder mit einem Tsunami einherging. Beide Ereignisse führten in kürzester Zeit dazu, dass glaziale Ablagerungen auch oberhalb des damaligen Meeresspiegels abgetragen wurden, und die Inselbildungen setzten ein. Die Regression der Nordsee war weitestgehend erfolgt. Helgoland widerstand einer schnellen Abtragung durch das Meer. Es bestand möglicherweise auch noch über eine längere Zeit eine Landbrücke zur heutigen Halbinsel Eiderstedt. Die heutige Tiefenlinie von 12–15 m weist auf eine frühere Verbindung hin.[13] Wann die Inselbildung einsetzte und wie sie ablief, lässt sich nicht präzise sagen. Diese Landbrücke wird heute als teilweise spekulativ gesehen.[14] Auch der weitere Verlauf der Inselveränderung und -verkleinerung in geschichtlicher Zeit bis ins 16. Jahrhundert, als die ersten einigermaßen brauchbaren und zuverlässigen Karten gezeichnet wurden, lässt sich nicht genau nachzeichnen. Die früher unter anderem in einigen Schulatlanten dargestellte rasch abnehmende Fläche seit dem Frühmittelalter gilt heute als möglich, aber nicht gesichert.

Die Felsformationen der Insel Helgoland wurden 2006 in die Liste der 77 ausgezeichneten Nationalen Geotope aufgenommen.[15]

Herausbildung der heutigen Inselform[Bearbeiten]

Natürliche Veränderungen[Bearbeiten]

Die hauptsächlichen gestaltenden natürlichen Kräfte, die auf die Felseninsel einwirken, sind die Verwitterung sowie die Abrasion durch die Meeresbrandung. Insgesamt sind 15 einige Meter tiefe Brandungshöhlen erfasst.[16]

Bei der Verwitterung ist besonders das kühle Winterklima von Bedeutung. Die Kälte fördert die physikalische Verwitterung des Gesteins. Die Frosteinwirkung zerklüftet und zersprengt das Gestein und fördert Gesteinsschutt als Verwitterungsrest zu Tage, der am Fuß der Klippen angelagert wird. Hierbei wird das Kliff langsam zurückgedrängt und so die Insel verkleinert.

Typisch für Helgoland war hierbei auch die Entstehung von Felsvorsprüngen (Hörner) mit dazwischenliegenden Buchten (Slaps). Im Laufe der Zeit und unter weiterem Meeres- und Wettereinfluss können diese Vorsprünge von Brandungstoren durchbrochen werden, die beim Einsturz der Bogenverbindung einzelne Felstürme („Stacks“) hinterlassen. Der Hengst, heute als Lange Anna bezeichnet, ist mit einer Höhe von gut 48 m ein derartiger Stack und der einzige, der sich bis heute gehalten hat.

Veränderungen von Menschenhand[Bearbeiten]

Veränderung der Inselformen
von 1910 bis heute
Karte von Helgoland mit Düne um 1910 (Baedeker's Northern Germany)
Moderne Aufnahme des Satelliten Landsat-7 der NASA

Die ersten menschlichen Eingriffe auf Helgoland bestanden in der Gewinnung von Rohstoffen.

Sehr spekulativ ist die Annahme einer Veränderung durch vorgeschichtlichen Kupferabbau, da dieser nicht nachweisbar ist.[17]

Von Bedeutung war ab dem Mittelalter der Muschelkalk- und Gips­abbau am damaligen Wittekliff. Dieser Abbau trug zu einer raschen Zerstörung der Steilfelsen bei, die schließlich so instabil waren, dass sie der Neujahrsflut 1721 nicht mehr standhalten konnten.

Weitere Rohstoffprospektionen blieben erfolglos, so dass über die Vorkommen fossiler Brennstoffe im Bereich Helgolands bislang keine weiteren Angaben getroffen werden können.

Schutzmaßnahmen veränderten die Gestalt der Insel weiter: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die Felseninsel ungeschützt und hatte durch Abrasion und Verwitterung jährlich einen hohen Flächenverlust zu verzeichnen.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts begannen im Zuge einer zunehmenden Bebauung Planungen für einen wirksamen Brandungs- und Sturmflutschutz. Vorangetrieben wurden diese Planungen durch eine starke militärische Nutzung der Insel. So begann bereits im Jahre 1903 der Bau einer Schutzmauer auf der stärker witterungs- und brandungsgefährdeten Westseite, die 1927 fertig gestellt war. Im weiteren Verlauf (→ Projekt Hummerschere) wurden auch der Norden und der Osten der Hauptinsel sowie die Düne in die Schutz- und Ausbaumaßnahmen einbezogen, die die Grundlage für die Schaffung des Nordost-Geländes und die stete Vergrößerung der Helgoländer Düne waren.

Vor der weiter voranschreitenden Verwitterung können jedoch auch die Schutzmauern nicht schützen. Davon zeugt der Verwitterungsschutt am Sockel der Kliffküsten, der stellenweise schon bis an die Schutzmauern angelagert ist. Wurde dieser früher noch von den Sturmfluten fortgetragen, so staut er sich heute an den Ufermauern. Infolge dieser Entwicklung wird Helgoland zwar nicht mehr flächenmäßig kleiner, doch nun droht es auf lange Sicht unter den Schuttkegeln der Verwitterung, die sich langsam begrünen, zu versinken.

Der letzte bedeutende und bis heute markante Eingriff in die Gestalt der Insel fand während und nach dem Zweiten Weltkrieg statt: Am 18. April 1945 war der damalige U-Boot-Stützpunkt Ziel eines massiven Luftangriffs der Royal Air Force (RAF). Die Bebauung der Insel wurde vollständig zerstört.[18] Die RAF nutzte die Insel in den Folgejahren als Übungsziel. Von den Bombardierungen zeugen die Bombenkrater im heutigen Oberland.

Zwei Jahre später, am 18. April 1947, sollten in einer Sprengung sämtliche militärischen Anlagen auf und unter der Insel sowie alte Munitions­bestände vernichtet werden, um so eine weitere Nutzung Helgolands aus militärischer Sicht unmöglich zu machen. Die Sprengung von rund 6700 Tonnen Munition erschütterte die Insel mit ihrem Sockel bis in eine Tiefe von mehreren Kilometern und führte zu einer dauerhaften Veränderung ihres Aussehens. (Siehe auch: Nach dem Zweiten Weltkrieg)

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Felswatt und Tangwälder[Bearbeiten]

Felswatt

Das Felswatt des Helgoländer Felssockels (Naturschutzgebiet) ist ein für Deutschland einzigartiger Lebensraum, der von über 300 Algenarten besiedelt wird.[19] In der Spritzwasserzone leben Kleiner Röhrentang und Purpuralgen (Porphyra), in der oberen Gezeitenzone folgt Spiraltang, während das Felswatt von Blasentang, Sägetang und Meersalat bedeckt wird. Unterhalb der Niedrigwasserlinie gedeihen Tangwälder aus Fingertang, Zuckertang und Palmentang, welcher bis zu einer Tiefe von 8 m unter der Niedrigwassergrenze vordringt (siehe Liste der Meeresalgen von Helgoland).[20]

Vegetation von Insel und Düne[Bearbeiten]

„Klippenkohl“, die Wildform des Gemüsekohls

Am Fuße der Klippen befinden sich Spülsäume und Fragmente von Salzwiesen mit typischen Salzpflanzen wie Portulak-Keilmelde, Strand-Melde, Strand-Beifuß, Wilde Rübe und Salz-Schuppenmiere. An der Steilküste wachsen die Wildform des Gemüsekohls (von den Helgoländern Klippenkohl genannt), Strand-Grasnelke, Strand-Wegerich und Dänisches Löffelkraut. Das Oberland ist von Grünland bedeckt. Es gibt dichte Bestände von Pfeilkresse. Wegen des starken Seewinds kommen Gehölze nur in der Mulde des Fanggartens der Vogelwarte sowie gepflanzt im Mittelland vor.

Der Großteil der Düne besteht aus Graudünen und Weißdünen sowie Gebüsch aus Sanddorn oder Silber-Ölweide. Auf der Aade im Südosten der Düne wird der Spülsaum von Kali-Salzkraut, Meersenf und Salzmiere besiedelt.[21]

Vögel[Bearbeiten]

Auf den Felsbändern des Lummenfelsen brüten dichtgedrängt Trottellumme, Dreizehenmöwe, Silbermöwe, Tordalk, Eissturmvogel und seit 1991 auch der Basstölpel. Während des Vogelzugs im Frühling und Herbst nutzen Scharen von Zugvögeln die Insel als Rastplatz und werden in der Vogelwarte Helgoland beringt und erfasst. Helgoland gehört zu den Orten in Europa, an denen besonders viele Vogelarten nachgewiesen wurden, bis 1985 waren es bereits über 370 Arten.[22] Seitdem sind immer wieder neue Erstnachweise von Vogelarten gelungen. Die Insel ist mit 432 nachgewiesenen Arten nun vermutlich der „artenreichste Ort“[23] in Europa. (Stand: Juni 2014)

Jährlich werden rund 240 verschiedene Vogelarten registriert. Regelmäßig werden dabei Seltenheiten beobachtet, weswegen die Insel ganzjährig von Vogelbeobachtern besucht wird, vor allem zu den Zugzeiten im Herbst und Frühjahr, wenn vermehrt mit Nachweisen gerechnet werden kann. Neben außergewöhnlichen Seltenheiten wie dem Rubinkehlchen oder dem Kronenlaubsänger lassen sich alljährlich Arten wie die Krähenscharbe oder seltene Laubsänger wie der Gelbbrauen-Laubsänger beobachten. Im Herbst werden – vor allem nach Stürmen aus Nordwest – Hochseevögel gesichtet, die sonst die deutsche Bucht meiden. Zuletzt sind 2014 zwei neue Arten hinzugekommen: Der Wüstengimpel (Heimat: Nordafrika bis Asien) und – besonders von den Medien beachtet – Ende Mai der Schwarzbrauenalbatros (Heimat: u. a. Falklandinseln).[23]

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Die Meeresgebiete, die direkt nordwestlich über westlich bis südlich der Hauptinsel Helgoland liegen, und jene, die sich unmittelbar nordnordwestlich über östlich bis südlich der Nebeninsel Düne befinden, bilden das Naturschutzgebiet (NSG) Helgoländer Felssockel (CDDA-Nr. 30101; 1981 ausgewiesen; 53,4783 km² groß); beide Inseln gehören, abgesehen von ein paar Felsen der Steilküste der Hauptinsel, nicht zu den durch einen schmalen Meereskorridor voneinander getrennten NSG-Bereichen. Flächenmäßig ähnlich geformt ist das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Helgoland mit Helgoländer Felssockel (FFH-Nr. 1813-391; 55,09 km²); es schließt Inselkleinteile – wie einige Felsen der vorgenannten Steilküste – mit ein. Beide Schutzgebiete liegen im Vogelschutzgebiet (VSG) Seevogelschutzgebiet Helgoland (VSG-Nr. 1813-491; 1.613,33 km²); beide Inseln zählen, abgesehen von ein paar Felsen dieser Steilküste, nicht zu dem VSG-Bereichen. Im Steilküstenbereich (Hauptinsel) befindet sich das NSG Lummenfelsen der Insel Helgoland (CDDA-Nr. 82122; 1964; 0,86 ha).[24]

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Zur Vorgeschichte Helgolands werden seit vielen Jahrhunderten Thesen aufgestellt.

Oben Mejers Karte von 1652 mit fünf (Grab-)Hügeln auf dem Oberland, unten Mejers Vorstellung eines alten Helgolands

Im Barock wurde zunächst eine frühere Größe der Insel postuliert. Hintergrund dieser Thesen war das Interesse des dänischen Königs, die Zugehörigkeit der Insel zu Schleswig zu beweisen.[25] Johannes Mejer zeichnete 1652 die Karte eines großen Helgolands, die oft widerlegt und oft wieder verteidigt wurde.

Die Insel wurde schon 1631 von Johann Isaak Pontanus als Herthainsel, als germanisches Zentralheiligtum, angesehen. Dazu kamen schon in dieser Zeit Überlegungen, Helgoland als die antike Bernsteininsel zu sehen. Zu Grabungen kam es erst in der Zeit des Tourismus. Zwei Grabhügel wurden 1845 und 1893 durch interessierte Laien freigelegt. Die Funde wurden in dieser Zeit nicht in eine Theorie einer großen Bedeutsamkeit der Insel in vorgeschichtlicher Zeit eingeordnet. Sie wurden in den Museen vergessen oder gingen verloren. Emphatisch wurde die Vorgeschichte wieder in der völkischen Bewegung betrachtet, zum Beispiel von Heinrich Pudor. Nach der Bombardierung und Sprengung der Insel wurde in den 1950er Jahren in Aufnahme völkischer Ideen von Jürgen Spanuth die Insel mit Atlantis gleichgesetzt. Grabungen waren nun nicht mehr auf der Insel denkbar. Zu neuen wichtigen Funden ist es nie gekommen.

Trotz der nun äußerst prekären Quellenlage werden weiter Theorien gerade von archäologischen Laien mit großer Emphase aufgenommen und entwickelt. Dazu gehört die neue nicht durch Funde belegbare Theorie eines bronzezeitlichen Kupferabbaus. Die These eines Handels mit Helgoländer rotem Feuerstein scheint durch Funde auf dem Festland belegbar zu sein, auch sie wird besonders von Laien gerne unterstützt.

Hinzugekommen ist in den letzten Jahren die Einordnung der Insel in ein emphatisch beschriebenes Doggerland. Es werden aber auch heute alle hier erwähnten alten Theorien, die schon im 19. Jahrhundert oft widerlegt wurden, immer wieder neu aufgenommen und mit vielen Konjunktiven wahrscheinlich gemacht, so zum Beispiel von Heike Grahn-Hoek (siehe Abschnitt Literatur). Repräsentant einer kritischen Tradition ist heute Albert Panten; im 19. Jahrhundert waren es unter anderen Johann Martin Lappenberg, Friedrich Oetker oder Ernst Tittel.

Im Mesolithikum, der Mittelsteinzeit, etwa vor 11.600 Jahren bis 7.500 Jahren, wurde Helgoland nach einer Theorie langsam durch den Meeresanstieg zur Insel. Dabei könnten in der südlichen Nordsee eine Vielzahl von großen und kleinen Inseln entstanden sein, die untereinander, aber auch vom Festland, erreichbar gewesen sein könnten. Die meisten dieser Inseln wären dann bei weiter steigendem Meeresspiegel untergegangen.

Behauptet wird gelegentlich die dauerhafte Besiedlung von Helgoland seit dem Neolithikum. Die Jungsteinzeit ist gekennzeichnet durch den Übergang auf sesshafte Besiedlungsformen. Im Neolithikum wurden Plankenboote entwickelt, die gerudert wurden und bei gutem Wetter den Verkehr zwischen dem Festland und der Insel ermöglichten. Vermutet wird für diese Zeit ein lebhafter Warenaustausch bzw. Handel mit Halbfertig- und Fertigprodukten aus Helgoländer Feuerstein. Bis zu 300 km im heutigen Binnenland von Deutschland, den Niederlanden und Dänemark finden sich Artefakte aus dem roten Feuerstein von Helgoland.

Helgoländer Feuerstein (roter Feuerstein; poliert)

Seit der Zeit der Trichterbecherkultur (TBK) im Mittelneolithikum und „im Laufe der Bronzezeit bis in die mittlere Vorrömische Eisenzeit wurden in großem Umfang Artefakte aus Helgoländer Feuerstein hergestellt und von der Insel exportiert.“[26] Durch diese Funde von Steinwerkzeugen aus rotem Helgoländer Feuerstein auf dem Festland ist wahrscheinlich, dass Helgoland und die umliegenden Gebiete von Jägern und Sammlern aufgesucht wurden. Wohn- oder Rastplätze der frühen Kulturen mit Fundstücken konnten altersmäßig zugeordnet werden.

Werkzeuge aus Feuerstein, insbesondere Sicheln, Beile, Dolche und Lanzenspitzen, wurden bis in die vorrömische Eisenzeit verwendet. Der Archäologe Beucker stellte 2012 die Vermutung an, dass die roten Feuersteinwerkzeuge „als fertige oder fast fertige Produkte die Insel verlassen haben“.[26] In Folge wird manchmal die These aufgestellt, dass Helgoland etwa vom mittleren Neolithikum bis zur mittleren Bronzezeit ein handwerkliches und montanwirtschaftliches Zentrum war. Für die Archäologie wäre eine Einmaligkeit des roten Helgoländer Feuersteins ein ausgesprochener Glücksfall, weil dadurch Verbindungen, Kontakte und Handelswege sichtbar werden. Sie ist aber nicht unumstritten.[27]

Im 19. Jahrhundert konnten auf Helgoland vier Hügel identifiziert werden, von denen drei eindeutig Hügelgräber aus der Bronzezeit waren.[28] Im 17. Jahrhundert waren noch acht namentlich bekannt. Der Archäologe Claus Ahrens vermutet, dass es in dieser Zeit aber insgesamt noch 13 Hügel gab. Auch weitere kann man vermuten, die auf Teilen des Oberlandes standen, die schon in den Jahrhunderten davor durch Felsabbruch verloren gingen. Am Moderberg wurde 1845 durch den Seebadgründer Jacob Andresen Siemens ein Steinkistengrab ergraben;[29] von den Funden gibt es keine Spur in den Museen. Ob der Flaggenberg ein Grabhügel war, ist nicht gesichert. Der Kleine Berg (nicht auf der Mejerschen Karte, aber südlich des Bredebergs mit der alten Feuerblüse) wurde von Otto Olshausen ausgegraben. Er fand hier die Steinkiste von Helgoland, die seit 2009 wieder im Museum für Vor- und Frühgeschichte, einem Teil des Neuen Museums, in Berlin ausgestellt ist. Eine Replik befindet sich vor dem Museum Helgoland.[30]

Die letzten Hügel sind alle durch die Festungsarbeiten der kaiserlichen Marine verschwunden. Auch durch diese Arbeiten kam es zu einigen Zufallsfunden, die Ahrens in seinem Aufsatz beschreibt.

Antike[Bearbeiten]

Aus der Antike sind nur wenige Nachrichten über Nordeuropa überliefert worden. Aber in der Naturgeschichte Plinius des Älteren wird mehrfach der heute nicht mehr erhaltene Reisebericht des Pytheas von Massilia (325 v. Chr.) zitiert. Eine Textstelle wird von manchen Autoren auf Helgoland bezogen, was allerdings sehr umstritten ist.[31][32]

Pytheas gibt an, ein germanisches Volk, die Guionen [oder Gutonen, je nach Abschrift des Textes von Plinius], wohne an einer Versumpfung des Ozeans, … eine Tagesreise von da liege die Insel ‚Abalus‘; dorthin werde der Bernstein im Frühling von den Wellen getrieben und sei eigentlich eine geronnene Ausscheidung der See; die Anwohner gebrauchten ihn statt Holz zum Feuer und verkauften ihn an die benachbarten Teutonen. Timaeus stimmt ihm darin bei, nennt aber die Insel ‚Basileia‘.“

Der Naturforscher Ernst Hallier vermutete, dass der nordfriesische Name der Insel Helgoland, Hall-Lunn, auf die Urform Hallig-Land zurückgeht, die sich später zu „Heiligland“ und schließlich zu Helgoland entwickelt hat.[33][34] Ein wissenschaftlicher Herleitungsversuch geht davon aus, dass im 16. Jahrhundert aufgrund einer Vermutung von Gelehrten, die in Heiligland einen Bezug zum Personnamen Helgi/Helgo zu erkennen glaubten, eine Umbenennung in Helgoland vorgenommen wurde.[35]

Mittelalter[Bearbeiten]

Der heilige Liudger bei der Überfahrt nach Helgoland; Buchmalerei aus der Vita secunda Liudgeri (11. Jh.)
Mittelalterliche Kupferscheibe

Seit dem 7. Jahrhundert ist Helgoland von Friesen bewohnt. 700 gab es einen Bericht über einen Aufenthalt des Friesenherrschers Radbod auf Helgoland in der Heiligenlegende des Bischofs Willibrord von Utrecht, in der er über die friesische Gottheit Fosite berichtet. Willibrord versuchte zwischen 690 und 714 vergeblich, die Helgoländer Friesen zu missionieren.

Die Christianisierung gelang erst 100 Jahre später durch Bischof Liudger von Münster, der alle Heiligtümer Fosites vernichten ließ und den Helgoländer Häuptlingssohn Landicius zum Priester weihte. Damit fanden auch die anderen Insulaner zum Christentum. So wurde Helgoland früher als angrenzende Regionen missioniert. Kunde vom frühmittelalterlichen Heiligland gibt auch Adam von Bremen in seinen res gestae (Tatenbericht) aus dem Jahre 1076. In den Scholien dazu wird der frühere Name unter Bezug auf Willibrord als „Fosetisland“, der aktuelle Name aber als „Farria“ bezeichnet.

Häufig wird Helgoland auch mit der Piraterie in Verbindung gebracht. Es ist anzunehmen, dass Klaus Störtebeker und die Likedeeler die Insel als Stützpunkt nutzten, bis ein Hamburger Flottenverband 1401 in einer Seeschlacht in der Nähe von Helgoland Störtebeker gefangennehmen konnte. Ob dieser die Insel je betreten hat, ist jedoch nicht belegt.

Eine schriftliche Quelle aus der Hanse­zeit berichtet von dem Verlust einer Schiffsladung Kupfer bei Helgoland.[36] Kupferscheiben der Ladung wurden noch nach dem Zweiten Weltkrieg in der Nähe der Insel gefunden und in das Mittelalter datiert. Im Rahmen einer Analyse von 1978 wurde vermutet, dass das Kupfer von Helgoland stammt,[37] was zu vielen Theorien (siehe Vorgeschichte) führte. Eine weitere Analyse von 1999 legte das Gegenteil nahe.[38]

Helgoland war im Spätmittelalter als Fanggebiet von Heringen bekannt.[39][40]

Wie das übrige Nordfriesland stand Helgoland im 12. und 13. Jahrhundert unter der dänischen Krone und galt ab dem 14. Jahrhundert als dänisch, wurde aber bei der Landteilung 1544 per Losentscheid dem Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf zugesprochen. Bis 1713/21 gehörte die Insel zu den gottorfschen Anteilen im Herzogtum Schleswig. Es hatte den Status einer Landschaft mit einem hohen Grad an Selbstverwaltung.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Als das Teilherzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf nach dem Großen Nordischen Krieg 1713 und endgültig 1721 auf seine holsteinischen Landesteile reduziert wurde und auf die schleswigschen Besitzungen verzichten musste, wurde Helgoland Bestandteil eines weitgehend einheitlichen Herzogtums Schleswig unter der dänischen Krone.

Die Neujahrsflut 1721 zerstörte den Woal, die Landzunge zwischen dem roten Buntsandsteinfelsen der Hauptinsel und dem östlich gelegenen Witte Kliff, einem Kalkfelsen, dessen Abtragung durch die Nordsee aufgrund des dort bis ins 17. Jahrhundert betriebenen Steinbruchs beschleunigt wurde. Über den verbliebenen Klippen bildete sich die für den heutigen Badebetrieb wichtige Düneninsel.

Während der Kontinentalsperre – 1806 von Napoleon gegen das Vereinigte Königreich verfügt – entwickelte sich Helgoland zu einem lebhaften Schmuggel­platz.

Britische Herrschaft[Bearbeiten]

Parade zur Abtretung Helgolands an Deutschland am 10. August 1890

1807 besetzten britische Truppen die Insel und gliederten sie als Kolonie in das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland ein.

Im Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 verblieb Helgoland bei den Briten. Charles Hamilton war bis 1817 Gouverneur. Jacob Andresen Siemens gründete 1826 das Seebad Helgoland. Es kamen viele Schriftsteller und Intellektuelle auf die Insel. Der Verleger Julius Campe machte regelmäßig auf der Insel Sommerurlaub. Heinrich Heine rühmte die Insel; wichtig war auch Ludolf Wienbargs Helgolandbuch. Der Dichter Hoffmann von Fallersleben dichtete während eines Ferienaufenthalts auf Helgoland am 26. August 1841 das Lied der Deutschen auf die von Joseph Haydn 1797 komponierte Hymne für den römisch-deutschen Kaiser. In der Helgoländer Urschrift gab es eine Variante zur dritten Strophe: Stoßet an und ruft einstimmig: Hoch das deutsche Vaterland!, zurückgehend auf ein überliefertes „fröhliches Besäufnis“.

Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Popularität der Insel als Reiseziel einen frühen Höhepunkt.

Vor Helgoland kam es trotz der britischen Präsenz zu deutsch-dänischen Seegefechten, 1849 mit Schiffen der Reichsflotte, 1864 durch die Seestreitkräfte Preußens und Österreichs.

Übergang von Großbritannien an Deutschland[Bearbeiten]

Der 1903 neu errichtete Leuchtturm (rechts) neben seinem Vorgänger, der kurze Zeit später abgetragen wurde
Blick vom Leuchtturm auf das Oberland um 1929/30
Helgoland, Treppe zum Oberland, ca. 1932

1890 ging Helgoland durch den Vertrag zwischen Deutschland und England über die Kolonien und Helgoland an Preußen. Es wurde in den Kreis Süderdithmarschen in der Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert. Durch den umgangssprachlichen Namen des Vertragswerks („Helgoland-Sansibar-Vertrag“) wurde der falsche Eindruck erweckt, es habe sich um einen Tausch von Sansibar gegen Helgoland gehandelt.[41] Kritiker sprachen von einem „Tausch Hose gegen Hosenknopf“ und warfen Reichskanzler Caprivi vor, nach wirtschaftlichen wie kolonialpolitischen Gesichtspunkten gescheitert zu sein.

Die Helgoländer selbst wurden nicht nach ihrer Meinung gefragt. Schon bald änderten sich ihre Lebensverhältnisse, da immer größere Teile ihrer Insel zu einer Seefestung ausgebaut wurden. Kaiser Wilhelm II. ließ Helgoland, das nahe der Mündung des damals neuerstellten, wirtschaftlich und strategisch wichtigen Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute: Nord-Ostsee-Kanal) liegt, zu einem Marinestützpunkt ausbauen.[42] Zum Ausbau zählten Stollen im Fels für ein Lazarett, Munitionslager und eine Kaserne.[43]

Anton Bruckner komponierte im Jahre 1893 Helgoland für Männerchor und Orchester auf einen Text von August Silberstein.

In den Jahren 1901 und 1902 unternahm die Malerin Elisabeth Reuter aus Lübeck eine Studienreise auf die Insel. Während ihres Aufenthaltes besaß sie dort ein eigenes Atelier.[44]

Vor dem Flottenmanöver des Kaisermanövers von 1904 fand die Flottenparade vor der Insel statt.

In den Gewässern Helgolands fanden während des Ersten Weltkriegs 1914 das erste Seegefecht bei Helgoland und 1917 das zweite Seegefecht bei Helgoland statt. Die Insel wurde kurz nach Kriegsausbruch evakuiert und die Bevölkerung konnte erst 1918 wieder zurückkehren.

Die militärischen Anlagen wurden zurückgebaut, aber nicht zerstört und ab 1935 im Zuge der vom NSDAP-Regime betriebenen Aufrüstung der Wehrmacht erneut ausgebaut.

Im Jahr 1925 zählte Helgoland 2576 Einwohner, davon 2380 Evangelische, 148 Katholiken, 4 „sonstige Christen“ und 4 Juden.[45]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Trichter einer 5-Tonnen-Bombe auf dem Oberland

Eine militärische Funktion hatte die Seefestung Helgoland auch noch im Zweiten Weltkrieg, obwohl das Projekt Hummerschere, durch welches ab 1938 ein riesiger Marinehafen entstehen sollte, 1941 abgebrochen wurde. Vollendet und einsatzfähig waren der U-Boot-Bunker Nordsee III im Südhafen (ab Januar 1942, jedoch nur bis März 1942 durch U-Boote benutzt), Marineartillerie-Batterien (größtes Kaliber 30,5 cm), ein Luftschutzbunker-System mit umfangreichen Bunkerstollen[46] und der Flugplatz mit der Luftwaffen-Jagdstaffel Helgoland (April–Oktober 1943).[47] Unklar sind Art, Größe und Zweck des Komplexes im Süden der Insel, der den größten Sprengungskrater von mehr als 100 Metern Durchmesser hinterlassen hat. Die endgültige gesamte Länge der Tunnelanlagen wurde auf über 8 Meilen (12,9 km) geschätzt.[48] Beim Bau der militärischen Anlagen wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt, unter anderem aus der Sowjetunion.[49]

Die britische Marine verlor binnen weniger Tage drei U-Boote bei Helgoland: am 6. Januar 1940 die HMS Undine, am 7. Januar 1940 die HMS Seahorse und am 9. Januar 1940 die HMS Starfish.[50]

Die Insel war im Zweiten Weltkrieg zunächst kaum von Bombardierungen betroffen, was die geringe militärische Bedeutung zeigt, die vor allem die Briten ihr noch beimaßen. Durch die Entwicklung der Luftwaffe hatten Inseln ihre strategische Bedeutung weitgehend verloren. Der auf der Düne errichtete Flugplatz war für eine ernsthafte Kriegsnutzung zu klein und verwundbar. Die zur Abwehr alliierter Bombenangriffe zeitweise eingesetzte Jagdstaffel Helgoland war mit einer seltenen, ursprünglich für den Einsatz von Flugzeugträgern aus konzipierten Version des Jagdflugzeugs Messerschmitt Bf 109 ausgerüstet.

Kurz vor dem Kriegsende 1945, als die Briten schon vor Bremen standen, gelang es dem aus Süddeutschland stammenden Dachdeckermeister Georg E. Braun und dem Helgoländer Erich P. J. Friedrichs, auf der vom Militär kontrollierten Insel eine Widerstandsgruppe zu bilden. Ihnen war klar, dass der Zweite Weltkrieg nicht mehr zu gewinnen war; so wollten sie versuchen, Helgoland vor der völligen Zerstörung durch die Alliierten zu bewahren. Bei Georg Braun auf dem Oberland trafen sich hauptsächlich Offiziere und Soldaten der in der Nähe liegenden Batterien Falm und Jacobsen. Treffpunkt im Unterland war Erich Friedrichs’ Gastwirtschaft Das Friesenhaus. Dort fanden sich hauptsächlich Helgoländer und Zivilisten vom Festland ein. Nie trafen sie sich in größeren Gruppen, sondern kamen immer wie zufällig vorbei, um Informationen auszutauschen. Während die Militärgruppe um Georg Braun die Pläne für eine kampflose Übergabe der Insel an die Alliierten ausarbeitete, unterhielten Friedrichs, der Funkoffizier an der Signalstation unweit des Hauses von Georg Braun war, und einige seiner Kollegen Funkkontakt zu den Engländern.

Kurz vor der Ausführung der Pläne wurde die Aktion jedoch von zwei Mitgliedern der Gruppe verraten. Etwa zwanzig Männer wurden am frühen Morgen des 18. April auf Helgoland verhaftet und vierzehn von ihnen nach Cuxhaven transportiert. Nach einem Schnellverfahren wurden fünf Widerständler drei Tage später, am Abend des 21. April 1945, auf dem Schießplatz Cuxhaven-Sahlenburg hingerichtet.[51]

Ihnen zu Ehren ließ das Helgoländer Museum am 17. April 2010 Stolpersteine auf Helgolands Straßen verlegen. Ihre Namen sind: Erich P. J. Friedrichs, Georg E. Braun, Karl Fnouka, Kurt A. Pester, Martin O. Wachtel. Ein sechster Stolperstein gilt der Erinnerung an den Friseur Heinrich Prüß, der seine Ablehnung des Nationalsozialismus öffentlich aussprach und 1944 verhaftet und im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet wurde.

Bei zwei Angriffswellen am 18. und am 19. April 1945 warfen 1000 Flugzeuge der britischen Royal Air Force etwa 7000 Bomben ab. Die Mehrheit der Bewohner überlebte in den Luftschutzbunkern. 285 Menschen kamen ums Leben, darunter viele Flak- und Marinehelfer.[43] Danach war die Insel unbewohnbar und wurde evakuiert. Die Bewohner wurden in etwa 150 verschiedenen Orten Schleswig-Holsteins untergebracht. Einige fanden eine Bleibe auf der Insel Sylt, von wo aus sie weiterhin Fischfang in ihren gewohnten Gewässern betreiben konnten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Am 18. April 1947 zerstörten die Briten mit der bis heute größten nichtnuklearen verteilten Sprengung der Geschichte militärische Bunkeranlagen der Insel. Rund 4.000 Torpedoköpfe, fast 9.000 Wasserbomben und über 91.000 Granaten verschiedensten Kalibers, insgesamt 6.700 Tonnen Sprengstoff, waren im U-Boot-Bunker sowie im Tunnellabyrinth an der Südspitze des Felsens und bei den Küstenbatterien gestapelt; pünktlich um 13 Uhr wurde die riesige Explosion von Bord des Kabellegers Lasso ausgelöst. Ein gewaltiger Feuerstrahl und Tonnen Gesteins schossen in den Himmel. Der Rauchpilz sei neun Kilometer in die Höhe gestiegen.[52] Aus dem Material der gesprengten Südspitze entstand das Mittelland, der U-Boot-Bunker im Südhafen wurde zerstört. Zur in Kauf genommenen[53] oder gar geplanten[54] kompletten Zerstörung der Insel kam es nicht. Die Hafenanlagen und Küstenschutzmauern blieben intakt, auch der Zivilschutzbunker blieb verschont und kann heute besichtigt werden.[55]

Bis 1952 blieb Helgoland militärisches Sperrgebiet und Bombenabwurfplatz für die britische Luftwaffe. Während dieser Zeit nannten britische Soldaten die Insel zynisch Hell-go-land (das Land, das zur Hölle geht).[56]

Die umgesiedelten Helgoländer starteten mehrere politische Initiativen zur Wiederbesiedlung der Insel: Im März 1948 wurden die Vereinten Nationen angerufen. Es folgten Appelle an den Papst, das britische Unterhaus und die neu gebildete Bundesregierung.

20-Pf-Sondermarke der Deutschen Bundespost (1952) anlässlich der Rückgabe Helgolands

Am 20. Dezember 1950 besetzten die beiden Heidelberger Studenten René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld zusammen mit dem damals in Heidelberg Geschichte dozierenden Publizisten Hubertus zu Löwenstein[57] die Insel und hissten die deutsche Flagge, die Flagge der Europäischen Bewegung und die Flagge Helgolands. Nach einem anderen Bericht folgte Löwenstein am 29. Dezember.[58] Am 3. Januar 1951 holten britische Offiziere die Besetzer wieder von der Insel. Der Liedermacher Fredrik Vahle schrieb Anfang der 1980er Jahre die „Helgoland-Ballade“, die von dieser Geschichte handelt.

Die Besetzung durch die drei Deutschen löste eine breite Bewegung zur Rettung Helgolands aus. Nachdem der Deutsche Bundestag im Januar 1951 einstimmig die Freigabe der Insel gefordert hatte, gaben die Briten am 1. März 1952 Helgoland wieder an die Bundesrepublik Deutschland zurück.[59] Die Bevölkerung erhielt die Erlaubnis, auf ihre Insel zurückzukehren. Bis heute ist der 1. März auf Helgoland ein Feiertag.

Eine Wiederaufbaukommission wurde 1952 ins Leben gerufen. Georg Wellhausen wurde mit der Leitung der Kommission und dem Aufstellen eines Bebauungsplanes beauftragt, und es wurde ein Wettbewerb durchgeführt. Er entwickelte das städtebauliche Konzept, das bewusst von einer Rekonstruktion der Altbebauung abwich, aber die gewachsenen Strukturen mit ihrer Ausrichtung nach der Windbelastung berücksichtigte. Wellhausen hatte sich beim Wiederaufbau Hamburgs einen Namen gemacht. Als typisch für ihn gelten die asymmetrischen Giebelprofile und die farbigen Holzverschalungen, beispielsweise bei den Hummerbuden.[60] Der Kommission gehörte Konstanty Gutschow als Preisrichter an.[61] Weitere Mitglieder waren Godber Nissen[62] und Otto Bartning,[63] der die Oberbauleitung übernahm.

Nach dem Wiederaufbau entwickelten sich der Fremdenverkehr und der Kurbetrieb zu wichtigen Wirtschaftszweigen; Näheres im Abschnitt Tourismus. Helgoland erhielt 1962 die staatliche Anerkennung als Nordseeheilbad.

Binnenhafen und Südkaje (34.000 Quadratmeter Landflächen) wurden am 23. August 2010 von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an die Gemeinde Helgoland übertragen.[64]

Am 26. Juni 2011 wurde über eine Verbindung der Hauptinsel mit der Düne abgestimmt; die Mehrheit votierte dagegen (siehe Abschnitt Pläne zur Inselerweiterung).

Wappen[Bearbeiten]

Flagge von Helgoland
Ehemalige Flagge Helgolands

Blasonierung: „Zweimal geteilt von Grün, Rot und Silber“.[65]

Helgoland besitzt das älteste Wappen im Kreis Pinneberg. Es stammt aus dem Jahre 1696 und beruht auf einer von Herzog Friedrich IV. verliehenen Schifffahrtsflagge. Die Farben des Wappens wurden erst im 19. Jahrhundert mit dem Erscheinungsbild der Insel begründet. Bekannt ist der folgende Spruch:

„Grön is dat Land, rot is de Kant, witt is de Sand. Dat sünd de Farven vun’t hillige Land.“
„Grün ist das Land, rot ist die Kant (seltener: Wand), weiß ist der Sand: Das sind die Farben von Helgoland.“

Zur Zeit der britischen Besitzung befand sich auf der Flagge von Helgoland zusätzlich der sogenannte Union Jack in der Gösch.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde Helgoland gehörte vom 18. Februar 1891 bis zum 30. September 1922 zum Kreis Süderdithmarschen in der Provinz Schleswig-Holstein. Am 1. Oktober 1922 wurde sie zur einzigen Gemeinde im neuen Kreis Helgoland. Am 1. Oktober 1932 wurde dieser Kreis aufgelöst. Helgoland kam als amtsfreie Landgemeinde zum Kreis Pinneberg.[66] Bis heute ist sie mit einem direkt gewählten Abgeordneten im Pinneberger Kreistag vertreten. Der Grund für die Zuordnung zum Kreis Pinneberg war, dass Pinneberg von allen schleswig-holsteinischen Kreisstädten aufgrund seiner Nähe zu Hamburg die beste öffentliche Verkehrsverbindung nach Helgoland hatte.[67]

Sitzverteilung in der Ratsversammlung
   
Von 13 Sitzen entfallen auf:

Ergebnis der Kommunalwahl vom 26. Mai 2013[68]

Partei Prozent Sitze
SPD 39,9 % 5
CDU 33,0 % 4
SSW 27,1 % 4
  • Bürgermeisterwahl 2010: Bei der Wahl eines neuen Bürgermeisters am 5. September 2010 erreichte keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit. Mit 47,5 % aller abgegebenen gültigen Stimmen erhielt Jörg Singer (unabhängiger Kandidat mit Unterstützung der SPD, CDU, FDP und der Interessengemeinschaft Halunder Moats (IHM)) die meisten Stimmen, gefolgt von Felicitas Weck (Kandidatin der Partei Die Linke) mit 30,8 % der Stimmen und Hermann Voßhal (unabhängiger Kandidat) mit 21,7 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 75,2 %. In einer Stichwahl am 26. September 2010 wurde der gebürtige Konstanzer Jörg Singer als Nachfolger für Frank Botter gewählt – seine Amtszeit begann am 1. Januar 2011.[69]

Bildung[Bearbeiten]

Die einzige allgemeinbildende Schule der Insel ist die James-Krüss-Schule, eine Gemeinschaftsschule mit integrierter Grundschule.[70]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Kirche St. Nicolai auf Helgoland

Helgoland wurde früher als das schleswig-holsteinische Festland von christlichen Missionaren besucht. Von Alkuin kommt ein erster schriftlicher Bericht über einen Inselbesuch des angelsächsischen Missionars Willibrord um 800. 100 Jahre nach dem Besuch schrieb er dessen Leben auf, um ihn als Heiligen zu rühmen. Nicht unumstritten ist, dass die beschriebene Insel auch Helgoland sei. In diesem Bericht wird auch kurz auf die Religion der Insulaner eingegangen und ein Gott Fosite erwähnt, der sonst allerdings nirgends erwähnt wird. Ebenso wird eine Quelle beschrieben, aus der nur schweigend geschöpft werden soll. Dieses Bild hat Alkuin wahrscheinlich aus der antiken Literatur übernommen. Alkuin gibt auch wörtlich die Rede Willibrords wieder, was genauso wenig als historischer Tatsachenbericht zu lesen ist. Welche Religion auf Helgoland damals verbreitet war, ist nur zu vermuten. Um 1900 wurde der Helgoländer Gott Fosite auf der Insel als Personifikation der Insel benutzt, ähnlich wie Germania für Deutschland oder Hammonia für Hamburg (siehe Abschnitt Sport).

Willibrord war nicht erfolgreich. Etwa 791 wurde angeblich die erste Kapelle durch den Münsteraner Bischof Liudger erbaut. Er ließ alle Fosite-Heiligtümer vernichten. Nach der Reformation gab es bis Ende des 19. Jahrhunderts nur evangelisch-lutherische Bewohner auf der Insel.[71]

Der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde gehören etwa 870 Personen und damit die Mehrheit der Inselbevölkerung an.[72] Am 29. November 1959 wurde die evangelische St.-Nicolai-Kirche, welche nach dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute, Nikolaus von Myra, benannt ist, eingeweiht.

Die römisch-katholische Kirchgemeinde auf Helgoland hat etwa 140 Gemeindemitglieder. Seit der Einweihung am 27. Juni 1971 hat Helgoland mit der St.-Michaels-Kirche eine katholische Kirche anstelle einer früheren Kapelle. Die Kirche wurde nach dem Erzengel Michael benannt.

Sprache[Bearbeiten]

Die traditionelle Sprache Helgolands ist das Halunder genannte Helgoländer Friesisch. Dieser inselfriesische Dialekt der nordfriesischen Sprache ist auf der Insel auch zum Amtsgebrauch zugelassen. Allerdings beherrscht nur noch etwa ein Drittel der Helgoländer das Halunder. Die verbreitetste Sprache ist heute das Standarddeutsche. Daneben sprechen viele, vor allem ältere Helgoländer auch noch Plattdeutsch, das auf Helgoland zwar nie Volkssprache geworden ist, aber lange Zeit die Verkehrssprache für den Kontakt mit dem Festland war. 2005 wurde die Gemeinde Helgoland von der Aktion Sprachenland Nordfriesland mit der Auszeichnung „Sprachenfreundliche Gemeinde“ bedacht.[73]

Siehe auch: Friesen-Droapen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Lange Anna: Geologisch-naturkundliche Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die Lange Anna, ein 47 m hoher, frei stehender Felsen, und der von tausenden Seevögeln bevölkerte Lummenfelsen. Sie sind gut von einem Rundweg aus zu sehen, der auf dem Oberland entlang der Steilküste führt.
Das Unterland mit den bunten Hummerbuden
  • Hummerbuden: Die bunt bemalten, hölzernen Hummerbuden am Hafen sind ehemalige Wohn- und Werkstätten der Fischer. Die heutigen Nutzungsarten stehen meist im Zusammenhang mit dem Tourismus.
  • Museum Helgoland mit James-Krüss-Museum: Auf dem Museumshof des Museums Helgoland gibt es in zwei nachgebauten Hummerbuden ein kleines James-Krüss-Museum, in dem Fernsehaufnahmen, CDs, Fotografien, Manuskripte und Briefwechsel, darunter auch ein Brief von Astrid Lindgren an James Krüss, gezeigt werden.[74]
  • Das Aquarium Helgoland am Nordosthafen wird von der Biologischen Anstalt Helgoland als Forschungs-, Lehr- und Schauaquarium betrieben.[75]
  • Richtfunkturm Helgoland: Ein Sendeturm sehr ungewöhnlicher Bauweise befindet sich auf dem Oberland. Der Richtfunkturm Helgoland ist als Stahlfachwerkkonstruktion mit dreieckigem Querschnitt ausgeführt, die noch zusätzlich mit Pardunen gesichert ist.
  • Leuchtturm: steht in unmittelbarer Nähe zum Richtfunkturm. Der im Zweiten Weltkrieg als Flakturm bzw. Flakleitstand konzipierte Bau wurde 1952 als Leuchtturm in Betrieb genommen. Er besitzt das lichtstärkste deutsche Feuer mit einer Tragweite von 28 Seemeilen (52 Kilometer),[76] so dass der Lichtstrahl in klaren Nächten bis zu den Ostfriesischen Inseln auszumachen ist. In den unteren zwei Stockwerken des Leuchtturms wurde zur Zeit des Kalten Krieges ein Atombunker eingebaut; die Scheinfenster in diesen Stockwerken brachte man nur aus ästhetischen Gründen an.
  • Bunker: Rund 400 Meter der alten unterirdischen, mehrere Kilometer langen Bunkeranlagen und Schutzräume können in Führungen besichtigt werden. Die genaue Zahl und Länge der unterirdischen Gänge auf der Insel sind noch immer unbekannt.
  • St.-Nicolai-Kirche: Die Innenausstattung der auf dem Oberland gelegenen Kirche stammt zum Teil noch aus der alten Inselkirche, die am 18. April 1945 durch einen Bombenangriff zerstört wurde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Nordseewoche (Hochseeregatta): Deutschlands einzige Hochseeregattaserie findet jedes Jahr am Pfingstwochenende statt.
  • Störtebeker Opti Cup: Regatta für Optimisten, findet seit 2003 Ende Juli/Anfang August statt.
  • Marathonlauf: Der Helgoland-Marathon wird seit 1998 alljährlich mit einigen Hundert Teilnehmern im Mai ausgetragen, meist am Sonnabend des Wochenendes, an dem in Hamburg das Volksfest Hafengeburtstag gefeiert wird.
  • Beachvolleyball-Turnier: findet alljährlich im Sommer statt.
  • Flens BeachSoccer Cup: Jedes Jahr Ende Juli/Anfang August findet am Südstrand der Düne ein großes Beachsoccer-Turnier statt.
  • Inselfest: Auch als „Straßenfest“ oder „Tag des Seebäderdienstes“ bekannt, findet alljährlich an einem Sonnabend um den 12. Juli statt.
  • Ruderregatta: Jedes Jahr im Juli veranstaltet die Allgemeine Fetenveranstaltungsgesellschaft Helgoland mit vielen Ruderteams der Insel und vom Festland ein Ruderfest mit Kostümen und Livemusik.
  • Börtebootregatta: Zum Jahrestag der Abtretung Helgolands von Großbritannien an Deutschland am 10. August findet eine Regatta der Börteboote statt.

Sport[Bearbeiten]

Auf Helgoland befindet sich ein Fußballplatz mit Kunstrasen sowie einer Laufbahn und einer Sprunggrube. Die Fußballabteilung des VfL Fosite Helgoland ist (wie alle Vereine aus dem Kreis Pinneberg) Mitglied im Hamburger Fußball-Verband. Allerdings nimmt derzeit keine Mannschaft am regulären Spielbetrieb teil. Der Grund hierfür sind die hohen Kosten der Überfahrt aufs Festland. Deswegen bestreitet der Verein ausschließlich Freundschaftsspiele.[77]

Jedes Jahr im Mai findet der Helgoland-Marathonlauf auf einem Rundkurs um die Insel statt, welcher viermal durchlaufen wird. Es nehmen bis zu 200 Läufer aus Deutschland teil.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Biologische Anstalt Helgoland

Die Bevölkerung Helgolands lebt heute größtenteils von Einnahmen aus dem Tourismus. Auf Helgoland gibt es nach wie vor Duty-free-Shops. Daneben gibt es Handwerksbetriebe und Forschungseinrichtungen. Die seit 1892 bestehende Biologische Anstalt Helgoland (BAH) erforscht die Grundlagen des Lebens im Meer mit Schwerpunkten in der Nordsee und im Wattenmeer. Sie gehört seit 1998 zum Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit Sitz in Bremerhaven. Eine weitere Forschungseinrichtung ist die aus der BAH hervorgegangene Vogelwarte Helgoland. Infolge der Zerstörungen auf Helgoland nahm sie 1947 ihren Hauptsitz in Wilhelmshaven und heißt jetzt Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“. Die Inselstation Helgoland ist heute eine Außenstelle dieses Institutes.

Der ins Helgoländer Netz eingespeiste Strom wurde bis 2009 ausschließlich vor Ort produziert: im nordöstlichen Teil des Unterlands befindet sich ein Kraftwerk mit zwei Generatoren, die mit Dieselmotoren betrieben werden. Die Abwärme sowie die Wärme zweier mit Heizöl betriebener Heizkessel werden zur Fernwärme-Versorgung eines Großteils der Helgoländer Gebäude genutzt. Die Abgase der zentralen Energieerzeugung werden einer Rauchgasreinigung unterzogen. Im Jahr 2009 wurde für 20 Millionen Euro ein knapp 53 km langes 30-kV-Seekabel von St. Peter-Ording nach Helgoland verlegt, das Helgolandkabel.[78] Seit der Inbetriebnahme am 30. November 2009 ist Helgoland als letzte deutsche Gemeinde an das europäische Verbundnetz angeschlossen.

Trinkwasser wird auf Helgoland selbst gewonnen. Neben dem Kraftwerk befindet sich eine Meerwasserentsalzungsanlage, mit der durch Umkehrosmose das Helgoländer Trinkwasser gewonnen wird. Das Wasser ist etwa viermal so teuer wie auf dem Festland.

Im Südhafen ist der größte Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die Hermann Marwede, stationiert. Die Deutsche Marine betreibt auf Helgoland unter anderem einen SAR-Rettungshubschrauberstützpunkt. Ebenfalls am Südhafen befindet sich eine Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes. Zur Überwachung der Umweltradioaktivität installierte das Bundesamt für Strahlenschutz auf Helgoland zwei ODL-Sonden. Eine befindet sich auf dem Oberland, die andere beim Hafen, sie dienen der radioaktiven Frühwarnung.

Auf dem im Jahr 2013 von der Hafenprojektgesellschaft Helgoland mbH (HGH) erschlossenen Südhafengelände bauen die Unternehmen E.ON, RWE und WindMW, die am Bau und Betrieb mehrerer Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht beteiligt sind, eine Betriebsbasis für Wartung und Service.[79][80][81] Vorher musste das Gelände von den hier noch zahlreich vorhanden gewesenen Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit geräumt werden.[82][83]

Tourismus[Bearbeiten]

Helgoland ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad. Es stehen etwa 2200 Betten in Privatquartieren, Pensionen und Hotels zur Verfügung.

Die Zoll- und Steuerbefreiung Helgolands lockt, vor allem in den Sommermonaten, Tagesausflügler auch zum Duty-free-Shopping auf die Insel. Allerdings wird der Preisvorteil aufgrund des Wegfalls der Mehrwertsteuer und der Einfuhrzölle durch die ausschließlich auf Helgoland erhobene Gemeindeeinfuhrsteuer gemindert. Aufgrund der niedrigen Preise für Dieselkraftstoff gilt Helgoland unter Sportbootkapitänen zudem als Geheimtipp für Törns in der Deutschen Bucht. Auch Sportpiloten profitieren von dem Preisvorteil beim Tanken auf dem Helgoländer Flughafen.

Seehunde am Oststrand der Insel Düne

Die der Hauptinsel vorgelagerte und per Fähre zu erreichende Düne ist bevorzugtes Ziel derjenigen Urlauber, die nicht nur als Tagestouristen auf Helgoland verweilen und sich vor dem täglichen Touristenandrang dorthin zurückziehen. Auf der Düne teilen sich die Badegäste an manchen Tagen den Strand mit einigen Seehunden und Kegelrobben, die ihre Scheu gegenüber Menschen weitgehend abgelegt haben.

Von Ende der 1960er bis Ende der 1970er Jahre kamen bis zu 800.000 Ausflügler im Jahr, Besucherzahlen, die später nicht mehr erreicht wurden. Helgoland wurde damals mit dem abfälligen Spitznamen „Fuselfelsen“ bedacht, weil Touristen dort alkoholische Getränke zollfrei in großen Mengen kaufen konnten.[84][85][86]

Um vom reinen Tages- und Einkaufstourismus wegzukommen und weitere Angebote für Besucher zu schaffen, wurde 1999 ein für örtliche Verhältnisse großes Luxushotel[87] und 2007 ein Meerwasserschwimmbad eröffnet, das Mare Frisicum Spa Helgoland.[88] Die Zahl der Tagestouristen stieg 2011 erstmals nach langer Zeit wieder leicht an. Von 2007 bis 2010 stieg die Zahl der Übernachtungsgäste um rund 30 %.[89] Im Jahr 2012 gab es rund 70.000 Übernachtungsgäste, die Zahl der Helgoland-Ausflügler insgesamt betrug 316.241.[90] 2012 wurde die HelgolandCard eingeführt, die die frühere Kurkarte ersetzt.[89]

Pläne zur Inselerweiterung[Bearbeiten]

Im April 2008 wurden erste Pläne des Hamburger Bauunternehmers Arne Weber bekannt, die eine großangelegte Neulandgewinnung auf Helgoland vorsahen. Eine etwa 1000 Meter lange Spundwand sollte als „Neuer Woal“ demnach das Nordostgelände mit dem Westrand der Düne verbinden und damit erstmals seit der Sturmflut 1720/1721 die beiden Inselteile wieder vereinigen. Die Stahlbetonkonstruktion hätte direkt im Felssockel der Insel verankert werden sollen und hätte dadurch festen Halt gehabt. Die eigentliche Landgewinnung sollte über Spülschiffe erfolgen, die den – nur wenige Meter tiefen – Meeresarm zwischen Hauptinsel und Düne mit Sand aus der Nordsee aufgefüllt hätten.[91]

Gestützt wurde der Plan durch eine Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Hamburg-Harburg und des Alfred-Wegener-Instituts mit der Biologischen Anstalt Helgoland. Die Landgewinnung wäre laut dieser Studie für 80 Millionen Euro innerhalb von zwei Jahren zu bewerkstelligen gewesen.[92]

Laut Initiator und zugleich potentiellem Investor hätten die Aufspülungen rund ein Jahr lang gedauert. Nach Ausführung aller Arbeiten hätten mehr als 100 Hektar neues Land zur Verfügung gestanden. Damit hätte die bestehende Landebahn des Flugplatzes verlängert werden können und so größeren Linien- und Charterflugzeugen Platz geboten. Zudem war ein neuer Kreuzfahrtanleger im Hafen geplant. Die Schiffe hätten dann in der neu entstandenen Bucht direkt anlegen können, und das aufwendige Ausbooten wäre entfallen. Durch den Wegfall des Fahrwassers zwischen Hauptinsel und Düne wäre zudem dem Naturschutzgebiet rund fünf Quadratkilometer Wasserfläche zugeschlagen worden.[93]

Integriert in die Neulandgewinnung wären außerdem ein Gezeitenkraftwerk, zwei Windkraftanlagen und ein Photovoltaikfeld gewesen. Allerdings hingen die Pläne von einer soliden Finanzierung, die laut dem Initiator als Public Private Partnership angestrebt wurde, und der Akzeptanz in der Bevölkerung der Insel Helgoland selbst ab. Laut einer Umfrage standen zwei Drittel der Helgoländer dem Projekt kritisch bis ablehnend gegenüber.[94]

Am 14. Juni 2010 lehnte die zuständige Lenkungsgruppe unter Vorsitz des Pinneberger Landrats das Projekt nach abschließenden Beratungen endgültig ab.[95] Es wurde jedoch weiterhin vom Helgoländer Bürgermeister Jörg Singer verfolgt. Am 26. Juni 2011 waren die wahlberechtigten Helgoländer zu einem Bürgerentscheid über die Inselvergrößerung aufgerufen.[96] Die Wahlbeteiligung lag bei 81,4 %.[97] Von den 1065 gültigen Stimmen sprachen sich 583 (54,74 %) gegen und 482 (45,26 %) für die Landgewinnung und Verbindung der beiden Inselteile Helgolands aus.[98][99]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Anreise nach Helgoland kann per Wasser- oder Luftfahrzeug erfolgen.

Schiff[Bearbeiten]

Drei Seebäderschiffe liegen auf Reede, links die Landungsbrücke, rechts der Beginn des Südhafens

Während der Touristensaison fahren täglich Seebäderschiffe sowie eine schnelle Katamaranfähre von verschiedenen Häfen auf dem deutschen Festland nach Helgoland. Derzeit (Ende 2014) wird in der Fassmer-Werft in Berne eine neue Helgoland mit LNG-Antrieb gebaut, die im späten Frühjahr 2015 den Verkehr ab Cuxhaven und Hamburg aufnehmen soll.[100] Der Verkehr zu den ostfriesischen Nordseeinseln besteht nicht mehr. Wichtigste Häfen für den Helgolandverkehr sind Büsum (Reederei Rahder und Reederei Cassen Eils), Cuxhaven (FRS Förde Reederei Seetouristik) und Bremerhaven (Reederei Cassen Eils). Die Verbindung von Wilhelmshaven (Wilhelmshaven Helgoland Linie GmbH & Co. KG (Kooperation der Reedereien AG Ems und Norden-Frisia)) wird ab 2015 nicht mehr angeboten.[101] Im Gegensatz zur Katamaranfähre dürfen die Seebäderschiffe den Hafen von Helgoland während der Hauptsaison nicht direkt anlaufen, sondern müssen auf Reede gehen. Dort müssen die Passagiere in die kleinen Börteboote umsteigen, die sie dann an Land bringen.

In der Wintersaison von Oktober bis März, in der nur wenige Touristen die Insel besuchen, steuert nur noch ein einziges Seebäderschiff von Cuxhaven aus den Südhafen an. Alle übrigen Seebäderschiffe und der Katamaran haben in dieser Zeit den Betrieb eingestellt. Ein Ausbooten wäre in dieser Jahreszeit nicht besonders reizvoll und je nach Witterung auch zu gefährlich.

Nach Ablauf der Saison 2008 müssen alle Schiffe die strengen EU-Vorschriften erfüllen, weshalb bei einigen der eingesetzten Seebäderschiffe aufwändige Umbauten erforderlich waren.

Die Fahrzeiten der Schiffe von und nach Helgoland vom nächstgelegenen Hafen in Cuxhaven belaufen sich auf 130 Minuten bei einem konventionellen Seebäderschiff und auf 75 Minuten beim Katamaran.

Außer für den Personenverkehr wird Helgoland auch, soweit nicht ausnahmsweise die Wetterverhältnisse dies verbieten, täglich von einem Frachtschiff angelaufen, welches die Versorgung der Bevölkerung mit allen notwendigen Dingen von Nahrungsmitteln bis zum Baubedarf sowie der Läden mit Warennachschub sicherstellt. Weitere Schiffe verkehren, allerdings nur bei Bedarf, für Materiallieferungen für die Windparkbauer.

Das Ausbooten[Bearbeiten]

Eine in Deutschland einmalige Touristenattraktion ist das Ausbooten der Passagiere der auf Reede liegenden Seebäderschiffe zur Helgoländer Landungsbrücke. Das Ausbooten wird mit offenen, kräftig gebauten Börtebooten bzw. Ruddern (Landessprache) durchgeführt. Im Börteboot finden 40–50 Passagiere während der kurzen Fahrt vom Seebäderschiff zur Insel Platz. Die Bootsform der Börteboote stammt noch aus der Zeit, als Helgoland vom Fischfang und später vom Lotsengeschäft in der Deutschen Bucht und den Flussmündungen der Weser und Elbe lebte. Da die Insel bis zum Bau eines Marinehafens kurz vor dem Ersten Weltkrieg über keinen eigenen Hafen verfügte, landeten die Boote im Winter wie im Sommer am Südstrand der Hauptinsel an. Im Zuge der Errichtung des Seebades Helgoland im Jahre 1826 und der Einrichtung einer Versicherung der Börtebootbetreiber auf Gegenseitigkeit wurde das Ausbooten auf der Reede vor dem Strand eingeführt.

Seit Inbetriebnahme des heutigen Südhafens sprachen verschiedene Gründe gegen die Nutzung desselben für die Seebäderschifffahrt im Sommer; war es zunächst und bis nach Ende des Zweiten Weltkrieges die ausschließlich militärische Nutzung, welche das Einlaufen von Seebäderschiffen verbot, sprach danach die Praktikabilität für die Beibehaltung des Ausbootens: Für die Abfertigung von oft täglich bis zu fünf Seebäderschiffen ist zu wenig Platz im Hafen. An der für die Abfertigung der zahlreichen Tagestouristen ausgelegten und zentraler gelegenen Landungsbrücke ist nicht die notwendige Wassertiefe für jedes Schiff vorhanden. Zudem ist das Ausbooten ein Markenzeichen der Insel und eine Einnahmequelle für ihre Bewohner: Im Fahrpreis nach Helgoland ist ein „Börtezuschlag“ enthalten.[102] Eine Ausnahme im Sommer bildet die Katamaranfähre, die regelmäßig von Hamburg, Wedel, Cuxhaven und Hörnum (Sylt) aus den Südhafen direkt ansteuert. Im Winter ist ein Anlegen im Südhafen dagegen erlaubt.

Luft[Bearbeiten]

Auf der Düne befindet sich der kleine Flugplatz Helgoland-Düne, von dem aus in etwa 20 bis 30 Minuten das deutsche Festland erreicht werden kann. Regelmäßige Flugverbindungen von und nach Helgoland werden derzeit von den Flughäfen Heide/Büsum und Bremerhaven angeboten. Daneben gab bzw. gibt es Charter- und Saisonverkehre.

Straße[Bearbeiten]

Elektrofahrzeug der Polizei auf Helgoland

Auf Helgoland dürfen gemäß der Sonderregelung für die Insel Helgoland der StVO grundsätzlich keine Kraftfahrzeuge oder Fahrräder geführt werden. Von dem Verbot ausgenommen sind die durch § 35 StVO mit Sonderrechten ausgestatteten Organisationen. Dies sind auf Helgoland der Rettungsdienst, die Polizei, die Feuerwehr sowie der Zoll. Die Helgoländer Polizei besitzt seit Januar 2007 ein eigenes Kraftfahrzeug.[103] Außerdem sind einige Baufahrzeuge und ein Taxi zum Flugplatz mit Verbrennungsmotor im Einsatz. Der Personen- und Warenverkehr wird, soweit er nicht zu Fuß möglich ist, mit Elektrofahrzeugen bewältigt. Die auf deren Kennzeichen häufig zu sehende Abkürzung „AG“ steht für „Ausnahmegenehmigung“.

Der Bürgermeister der Gemeinde Helgoland kann Ausnahmegenehmigungen vom Verkehrsverbot des § 50 StVO für Fahrräder unter anderem für Dienststellen, Wirtschaftsunternehmen und Personen über 70 Jahren erteilen. Zu bestimmten Jahres- und Tageszeiten außerhalb der am stärksten vom Tourismusverkehr betroffenen Zeiträume dürfen Kinder bis 14 Jahre Fahrrad fahren.[104] Als Fahrradersatz sind auf Helgoland Tretroller beliebt. Das Radfahrverbot wird damit begründet, dass anderenfalls Verkehrsschilder aufgestellt werden müssten, welche das Ortsbild negativ beeinflussen würden.

Tretroller auf Helgoland: Fahrräder sind während der Tourismussaison nicht erlaubt.

Es gibt zwei Fußgängerampeln; sie stehen auf der Düne und warnen vor landenden Flugzeugen.

Eine Besonderheit sind die Hausnummern auf Helgoland. So gibt es jede Hausnummer, unabhängig von der Straße, nur einmal. Die Zählung beginnt im Unterland mit Haus Nr. 1 (Zollamt auf der Frachtmole) und endet bei 299 in der Husumer Straße. Die Häuser im Oberland beginnen mit 301 (Wohnungsanlage Fernsicht) und enden bei 718 (Mehrfamilienwohnhaus Leuchtturmstraße). Gebäude mit Hausnummern über 1000 gehören zum Hafen (beginnend bei der Gepäckhalle). Insgesamt gibt es 108 Straßen, Wege und Gassen auf Helgoland.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Das Marinehafenbauamt Helgoland betrieb während der beiden Weltkriege für den Bau und die Versorgung der Marinestützpunkte auf Helgoland eine meterspurige Heeresfeldbahn.[105][106]

Post[Bearbeiten]

Briefmarken von 1875

Unter dänischer Verwaltung, bis 1807, gab es auf Helgoland kein geordnetes Postwesen. Die Briten eroberten 1807 die Insel. Während der Kontinentalsperre diente sie als Handelsplatz. In dieser Zeit besorgten britische Schiffe die Post. Nach Auflösung der Sperre ging das Postaufkommen wieder zurück und das Stadtpostamt in Hamburg beförderte die wenigen Briefe. Jeder Schiffer, der von Cuxhaven nach Helgoland kam oder nach dorthin auslief, war verpflichtet, die Post mitzunehmen. Erst als Helgoland als Seebad in Mode kam, entstand wieder ein regelmäßiger Postbetrieb. Die Postschiffer (mail carrier) erhielten aus der britischen Kasse einen Zuschuss.

Das Vereinigte Königreich übernahm am 1. Juli 1866 die Postagentur und gab ab März 1867 eigene Briefmarken heraus, und zwar bis 1875 weiterhin in Hamburgischer Kurantwährung (1 Mark = 16 Schilling). Ab 1875 erschienen die Helgoländer Briefmarken mit englischem und deutschem Währungsaufdruck. Insgesamt sind zwanzig verschiedene Helgoland-Marken erschienen, die von Spezialisten in eine Vielzahl von Abarten unterschieden werden. Die Posthoheit endete mit dem Übergang zum Deutschen Reich im August 1890.

Ein eigenes Postgebäude gab es bis 2007/08 auf dem Unterland; seitdem sind nur eine Kleinfiliale innerhalb eines Lebensmittelgeschäfts sowie an anderer Stelle die Postfächer verblieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Tafel am Gedenkstein für Werner Heisenberg

Söhne und Töchter der Insel[Bearbeiten]

  • Rickmer Clasen Rickmers (1807–1886), Werftbesitzer, Reederei-Gründer und Reiskaufmann
  • William Henry Balmain (1817–1880), britischer Chemiker und Unternehmer (Leuchtstoffe, Balmain-Phosphore), lehrte in Liverpool
  • Robert Knud Friedrich Pilger (1876–1953), Botaniker
  • Erich Hornsmann (1909–1999), Jurist, Sachbuchautor und Umweltschutzaktivist
  • Henry Peter Rickmers (1919–2013), Erster Bürgermeister Helgolands nach dem Krieg, Ehrenbürger
  • Franz Schensky (1871–1957), Fotograf und politischer Wortführer der Allgemeinen Helgoländer Liste
  • James Krüss (1926–1997), Dichter, Schriftsteller und Kinderbuchautor; das James-Krüss-Museum wurde Anfang 2007 eingeweiht
  • Detlef Bückmann (* 1927), Zoologe und Hochschullehrer, zuletzt an der Universität Ulm

Persönlichkeiten, die auf der Insel gewirkt haben[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Die Satire-Zeitung Helgoländer Vorbote hat mit der Insel nichts zu tun; sie berichtet nur marginal in der Rubrik Lokales über Helgoland und entsteht in Berlin und Bochum.
  • Das Meerwasser wird auf Helgoland für Kuranwendungen genutzt.
  • Das Bisterk Ding und die Enerbanske sind Helgoländer Fabelwesen.
  • Die Preußenmauer ist eine brandungsabweisende Mauer auf der Nordseeinsel Helgoland.
  • Gegen Ende des 19. Jahrhunderts benannten sich in Deutschland viele Vereine nach Helgoland. Noch heute existiert der TSV Helgoland 1897, ein Fußballverein in Berlin-Tempelhof.
  • Die englische Band Massive Attack benannte ihr fünftes Album Heligoland nach der Insel.
  • Eine Höhle im Buntsandstein Helgolands, deren Sohle von versteinerten Wellenrippeln gebildet wird, haben Mitarbeiter der Höhlenforschergruppe Dresden 1993 erstmals beschrieben.
  • Gunther von Hagens (bekannt durch die anatomischen Ausstellungen Körperwelten) war als Assistenzarzt im Inselkrankenhaus auf Helgoland tätig.
  • Der Helgoländer Hut war ein im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts populärer Damenhut mit einem im Rücken hängenden Zipfel.
  • Der durch die Thüringer Landessternwarte Tautenburg am 6. April 1989 entdeckte Asteroid 6305 Helgoland wurde nach der Hochseeinsel benannt.
  • Touristen aus Itzehoe haben 1998 die höchste Erhebung der Insel (61,3 m) an der Nordspitze mit einem Gipfelkreuz aus Aluminium markiert[108] und ihn Pinneberg genannt.

Literatur[Bearbeiten]

Die Literatur über Helgoland ist ausgesprochen reichhaltig. Eine eigene Helgoland-Bibliographie verzeichnet über 600 Monographien:

  • Dirk Meyer, James Packross, Henry Peter Rickmer: Helgoland-Bibliographie. Ein Führer durch das monographische Schrifttum über die Insel Helgoland. Helgoland 1987.

Jährlich erscheinen mehrere Titel über Helgoland, oft kleine Hefte für die Inseltouristen oder Reiseführer, in der Regel ohne eigene Forschungsergebnisse.

Heute noch oft zitierte Standardwerke sind:

  • Friedrich von der Decken: Philosophisch-historisch-geographische Untersuchungen über die Insel Helgoland oder Heiligeland und ihre Bewohner. Hannover 1826.
  • Friedrich Oetker: Helgoland. Berlin 1855.
  • H. H. von Schwerin: Helgoland. Historisk-geografisk undersökning. Lund 1896 (schwedisch).
  • Benno Eide Siebs, Erich Wohlenberg: Helgoland und die Helgoländer. Kiel 1953.

Daneben gibt es sehr viele Einzeldarstellungen:

  • Jörg Andres: Insel Helgoland. Die »Seefestung« und ihr Erbe. Ch. Links Verlag, Berlin 2015. ISBN 978-3-86153-770-0
  • Brohm (Major): Helgoland in Geschichte und Sage. Seine nachweisbaren Landverluste und seine Erfahrungen. Rauschenplat, Cuxhaven/Helgoland 1907.
  • Jochen Dierschke: Die Vogelwelt der Insel Helgoland. Missing Link E. G., 2011, ISBN 978-3-00-035437-3.
  • George Drower: Heligoland – The True Story of German Bight and the Island that Britain Betrayed. Haynes / Sutton Books, 2002, ISBN 0-7509-2600-7.
  • A. Friederichs: Wir wollten Helgoland retten – Auf den Spuren der Widerstandsgruppe von 1945. Museum Helgoland, 2010, ISBN 978-3-00-030405-7.
  • Claude Fröhle, Hans-Jürgen Kühn: Hochseefestung Helgoland. Eine militärische Entdeckungsreise 1891–1922 und 1934–1947. Fröhle-Kühn, Herbolzheim 1998, ISBN 3-9805415-1-7.
  • Heike Grahn-Hoek: Roter Flint und Heiliges Land Helgoland. Wachholtz-Verlag, Neumünster 2009, ISBN 978-3-529-02774-1.
  • Michael Herms: Flaggenwechsel auf Helgoland – Der Kampf um einen militärischen Vorposten in der Nordsee. Ch.-Links-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-86153-260-3.
  • Ulrich Höhns: Eine Insel im Aufbau – Helgoland 1952–62. Otterndorf 1990.
  • Bruno P. Kremer: Helgoland – ein Aufschluß mitten im Meer. In: Geowissenschaften in unserer Zeit, 3, 1 (1985), doi:10.2312/geowissenschaften.1985.3.1, S. 1–7.
  • Helmuth Nöckel: Feuer über Helgoland. Husum-Rosendahl 1972.
  • Albert Panten: Helgoland im Mittelalter. Geschichte und Umfang, Zeugnisse, Karten und Überlegungen zum Helgoland des Mittelalters. Evangelische Kirchengemeinde, Helgoland 2002.
  • James Packroß, Henry Peter Rickmers: Helgoland ruft. Ludwig Schultheis, Hamburg 1952.
  • Lorenz Petersen: Zur Geschichte der Verfassung und Verwaltung auf Helgoland. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte, Band 67, Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1939 (PURL: [1]).
  • Henry Peter Rickmers, Frank Woosnam: Helgoland, eine Insel auf dem Wege nach Europa. Otterndorf 1992, ISBN 3-924239-19-3.
  • Alex Ritsema: Heligoland, Past and Present. Lulu.com, 2007, ISBN 978-1-84753-190-2.
  • Eckhard Wallmann: Eine Kolonie wird deutsch – Helgoland zwischen den Weltkriegen. Nordfriisk Instituut, Bredstedt 2012, ISBN 978-3-88007-376-0.
  • Erwin Weber: Chronik der Insel Helgoland. (Bände I bis IV/2), Otterndorf 1998, Nachdruck des Typoskripts von 1944 (NS-orientiert).
  • Roland H. Winkelhöfer: Helgoland – Exkursion zu Deutschlands nördlichsten Höhlen. In: Der Höhlenforscher. Dresden, 25/1993, ISSN 0138-2519, S. 90.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helgoland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Helgoland – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Helgoland – Reiseführer

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Impressum, auf helgoland.de
  3. Art. 3 Abs. 1 Zollkodex (ZK)
  4. Bundesministerium der Finanzen: Zoll online – Deutsches Steuergebiet. Abgerufen am 8. Dezember 2013.
  5. Statistikamt Nord: Bevölkerung in Schleswig-Holstein am 31. März 2012, nach Kreisen, Ämtern, amtsfreien Gemeinden und Städten (PDF; 425,9 kB).
  6. Statistikamt Nord: Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012, statistik-nord.de (PDF; 1,9 MB).
  7. Die Gemeinde Helgoland, helgoland.de
  8. Bekanntmachung der Proklamation der Bundesregierung über die Ausweitung des deutschen Küstenmeeres, vom 11. November 1994, auf gesetze-im-internet.de
  9. Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: Seegrenzkarte Nordsee Nr. 2920. Hamburg/Rostock 1994. Vgl. beispielsweise auf dieser Grundlage erstellte Karte Schutzgebietsmeldungen Natura 2000 (PDF; 440 KB) des Bundesamts für Naturschutz, abgerufen am 27. August 2013.
  10. Karte mit den Hoheitsgrenzen vor den deutschen Küsten, bei openstreetmap.org
  11. Geoklima2.1d, auf w-hanisch.de
  12. Dekadenrekorde (Höchst- und Tiefstwerte der Temperatur) deutscher Städte, u. a. mit Helgoland, wettergefahren-fruehwarnung.de
  13. O. Pratje: Die Stadien in der Entwicklung der Insel Helgoland. Erdkunde 2, Bonn 1948, S. 322–330.
  14. P. Schmidt-Thomé: Helgoland. Sammlung Geologischer Führer 82. Gebr. Borntraeger, Berlin 1987.
  15. Heinz-Gerd Röhling: Geologischer Vorposten mitten in der Nordsee – Die Insel Helgoland. In: Ernst-Rüdiger Look, Ludger Feldmann (Hrsg.): Faszination Geologie. Die bedeutendsten Geotope Deutschlands. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2006, ISBN 3-510-65219-3, S. 6f.
  16. Beschreibung der Inselhöhlen, auf argekh.de
  17. Artikel Verhüttung und Metalltechnik, in Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA), Bd. 32, Berlin 2006, S. 203, auf books.google.de
  18. April 1945: Helgoland im Bombenhagel, vom 22. August 2012, auf ndr.de
  19. I. Bartsch, R. Kuhlenkamp: The marine macroalgae of Helgoland (North Sea): an annotated list of records between 1845 and 1999. Helgoland Marine Research 54, 2000, S. 160–189.
  20. P. Kornmann, P.H. Sahling: Meeresalgen von Helgoland – Benthische Grün-, Braun- und Rotalgen. Biologische Anstalt Helgoland, Hamburg 1983, ISSN 0017-9957.
  21. Britta Walbrun: Die Flora und Vegetation der Insel Helgoland. Diplomarbeit Universität Göttingen, 1985.
  22. NaturMagazin draußen: Helgoland. 1985, ISBN 3-616-06339-6.
  23. a b Sensation: Albatros auf Helgoland gesichtet, vom 5. Juni 2014, abgerufen am 7. Juni 2014, auf welt.de
  24. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  25. Ernst Tittel: Die natürlichen Veränderungen Helgolands. Leipzig 1894, S. 31.
  26. a b Jaap R. Beuker: Die Flintarten von Helgoland und die Benutzung von Helgoländer Plattenflint. In: Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung (Hrsg.): Flint von Helgoland – Die Nutzung einer einzigartigen Rohstoffquelle an der Nordseeküste (= Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet, Bd. 37). Marschenratskolloquium 2012, VML Verlag Leidorf, Rahden 2014, ISBN 978-3-86757-855-4, S. 31.
  27. Vgl. Rengert Elburg: Europaweit einmalig? Roter Flint in der Vergleichssammlung Flintsource.net, Poster zum Marschenratskolloquium 2012.
  28. Im Folgenden nach: Claus Ahrens: Helgoland in vorgeschichtlicher Zeit. In: H.P. Rickmers (Hg.): Helgoland – Naturdenkmal der Nordsee. Hamburg 1980/1987.
  29. Bericht Jacob Andresen-Siemens vom 10. Oktober 1845, in: Jacob Andresen-Siemens: Werke in 2 Bänden. Hrsg. Eckhard Wallmann, Helgoland 2001.
  30. Das rätselhafte Steinkistengrab von Helgoland. In: Hamburger Abendblatt (dpa), vom 19. August 2014, S. 12, auf abendblatt.de
  31. Richard Hennig: Terrae incognitae: Eine Zusammenstellung und kritische Bewertung der wichtigsten vorcolumbischen Entdeckungsreisen an Hand der darüber vorliegenden Originalberichte. Band 2, Leiden 1944.
  32. W.J. Beckers: Vom germanischen Norden in seiner frühesten geschichtlichen Zeit: Wattenzone – Mentonomon – Abalos. In: Geographische Zeitschrift, 17. Jahrgang, Heft 11 (1911).
  33. Michael Herms: Flaggenwechsel auf Helgoland – Der Kampf um einen militärischen Vorposten in der Nordsee. Ch. Links Verlag, Berlin 2002, S. 13 (Online).
  34. Ernst Hallier: Nordseestudien. Otto Meissner, Hamburg 1863, S. 85 (Online).
  35. Heike Grahn-Hoek: Online Heiliges Land – Helgoland und seine früheren Namen. In: Uwe Ludwig, Thomas Schilp (Hrsg.): Nomen et fraternitas. Festschrift für Dieter Geuenich zum 65. Geburtstag (Ergänzungsbände zum Reallexikon des Germanischen Altertums). De Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-020238-0, S. 480.
  36. Max Arnhold: Schiffsunglücke vor Helgoland. Hamburg 2008, S. 67.
  37. Rohkupferfunde vor Helgoland, in Offa: Berichte und Mitteilungen zur Urgeschichte, Frühgeschichte und Mittelalterarchäologie, auf epic.awi.de (PDF; 2,1 MB)
  38. Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Bd. 14, Artikel Helgoland. Berlin 1999.
  39. Nils Hybel, Bjørn Poulsen: The Danish Resources C. 1000–1550: Growth and Recession, S. 222.
  40. Hans-Jürgen Gerhard, Alexander Engel: Preisgeschichte der vorindustriellen Zeit: ein Kompendium auf Basis…, auf books.google.de
  41. Die Mär vom deppenhaften Helgoland-Sansibar-Tausch (2015), abgerufen am 30. Juni 2015, auf welt.de
  42. Ernst Robert Pietsch: Reise nach Helgoland über Berlin und Bremen im Jahre 1912. Bearbeitet von Stefan Wolter, Hainholz-Verlag, Göttingen 2001, ISBN 978-3-932622-76-2.
  43. a b Imke Zimmermann: Im Schutz der roten Felsen - Bunker auf Helgoland, vom 19. April 2005, auf fr-online.de
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  91. Kühner Unternehmer wird zum Hoffnungsträger, vom 17. April 2008, auf welt.de
  92. Landgewinnung: Baukonzern kämpft für doppeltes Helgoland, vom 8. Mai 2008, auf spiegel.de
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  100. Neue Helgoland-Fähre: Mit Flüssigerdgas nach Hamburg. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag (sh:z), 8. Dezember 2014, abgerufen am 17. März 2015
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  102. Ende einer Bootsfahrt, vom 15. August 2007, auf focus.de
  103. Satire über das Helgoländer Polizeiauto, Beitrag von Extra 3 (NDR), abgerufen am 22. Juli 2010, auf YouTube.com
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  105. Spurweite 1000 mm, Marinehafenbauamt Helgoland, auf home.arcor.de
  106. Bahnen der Insel Helgoland: Der Zweite Weltkrieg, auf niederelbebahn.de
  107. René Leudesdorff: Wir befreiten Helgoland – die friedliche Invasion 1950/51. Cobra-Verlag, Husum 1987, ISBN 3-923146-02-7.
  108. Jubiläum: 10 Jahre Gipfelkreuz auf dem Pinneberg auf Helgoland, Pressemeldung der Kurverwaltung Helgoland, auf helgoland.de
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Dieser Artikel wurde am 11. Juni 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.