Heli Austria

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Heli Austria GmbH

Rechtsform GmbH
Sitz St. Johann im Pongau,
Osterreich Österreich
Leitung Roy Knaus
Branche Luftfahrtunternehmen
Website www.heli-austria.at

Heli Austria GmbH ist ein österreichisches Luftfahrtunternehmen, das vorwiegend verschiedene Lufttransporte mit Hubschraubern ausführt. Das Unternehmen ist auch unter dem ehemaligen Namen Knaus (Helicopter ...) nach dem Gründer und Vater des heutigen Inhabers Roy Knaus bekannt.

Flotte, Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Helikopter OE-XLP, eine AS 332 L1 Super Puma, bei einem Montageflug von Klimatechnik am KölnTurm im Februar 2018

Das Unternehmen betreibt zwei Hubschrauber des Typs Bell 412, eine BO 105, einen Bell 204, drei AS 350, eine AS 355 sowie zwei AS 332[1]. Unter dem Namen Martin Flugrettung werden Rettungshubschrauber auf Stützpunkten in Hinterglemm, Hochgurgl, Karres, Matrei in Osttirol, Sankt Johann im Pongau und Scharnstein betrieben. Eingesetzt werden dazu ein Bell 412 AB, fünf MD 902 (Anmerkung: ein Absturz am 1. August 2017), sowie zwei AS 355. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in St. Johann im Pongau.[2][3]

Heli Austria GmbH (seit April 2008) ist über Flotte und Geschäftsführer mit Heli Tirol GmbH (seit Juni 2008) verschränkt. Ländle Heli ist eine Firmengründung aus 2009, Martin Flugrettung zumindest ein Markenname.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Vorgänger des Unternehmens war die Ritter trade & aviation Consulting GmbH. Ab 1984 wurden unter Mitnutzung der Konzession von Niki Lauda Transporte mit einem Hughes 530 F angeboten. 1987 erwarb das Unternehmen den ersten eigenen Hughes 500D, dem bis 1988 zwei weitere folgten. 1997 starb der Gründer der mittlerweile als Knaus Helicopter GmbH firmierenden Unternehmens, Johann Knaus, bei einem Flugunfall. Dessen Sohn Roy Knaus übernahm das Unternehmen und wurde Alleineigentümer. Seit 1992 betreibt das Unternehmen Rettungshubschrauber.[4] 2007 meldete das Unternehmen Insolvenz an, es kam zum Ausgleich und einer Weiterführung unter dem Namen Heli Austria GmbH.[5]

Im Jahr 2016 eröffnete Heli Austria eine Betriebsstätte in Italien mit Sitz in Meran und ist seither in der Waldbrandbekämpfung in Sardinien mit einer AS332 L Super Puma in den Sommermonaten im Einsatz.

Im September 2019 gibt das Unternehmen bekannt, sich auch in Griechenland, das über keine Flugrettungsorganisation verfügt, sich in verschiedenen Bereichen wie Transferflügen zwischen den Inseln oder im Grenzgebiet mit vier Hubschraubern zu engagieren.[6]

Im Jahr 2021 war das Unternehmen mit seinem Super Puma mit einem 4000-Liter-Wassertank auch im Waldbrandgebiet bei Antalya und Belek mit eingesetzt. Angefordert wurde das Fluggerät durch den WWF Türkei.[7]

Standorte der Rettungshubschrauber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heli Austria (Österreich)
Martin 1
Martin 2
Martin 3
Martin 4
Martin 6
Martin 7
Martin 8
Martin 10
Karte der Heli Austria Standorte in Österreich


Standort Bundesland ICAO-Code Lage Rettungsheli-
Funkrufname
Betreiber
Flachau1 Salzburg Welt-Icon Martin 102 Heli Austria
Hinterglemm Salzburg LOSH Welt-Icon Martin 6 Wolf Helikopter / Heli Austria
Hochgurgl Tirol LOJH Welt-Icon Martin 8 Heli Tirol
Karres Tirol LOJP Welt-Icon Martin 2 Heli Tirol
Matrei in Osttirol Tirol LOMM Welt-Icon Martin 4 Heli Tirol
Mayrhofen Tirol LOJM Welt-Icon Martin 7 Heli Tirol
Scharnstein Oberösterreich LOLC Welt-Icon Martin 33 Heli Austria
St. Johann im Pongau Salzburg LOSJ Welt-Icon Martin 1 Heli Austria
1 in der Nähe von Radstadt
2 Nur im Winter dort stationiert. Er wird in Kooperation mit dem RK Salzburg betrieben.
3 Seit Mitte Oktober 2017 dort stationiert und durch seine etwas erhöhte Lage kaum von Nebel betroffen.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Unternehmensgründung ereigneten sich folgende Zwischenfälle:[8]

  • Am 21. April 1992 stürzte ein Hubschrauber in Pfarrwerfen im Pongau ab.
  • Am 29. September 1995 stürzte ein Hubschrauber am Krippenstein ab.
  • Am 17. November 1997 stürzte eine Alouette III aufgrund eines technischen Gebrechens im Grossarltal ab, der Firmengründer Johann Knaus starb, sein Sohn wurde schwer verletzt.[9]
  • Am 19. November 2002 stürzte ein Hubschrauber beim Lawinensprengen ab.
  • Am 25. Februar 2004 stürzte ein Rettungshubschrauber des Unternehmens ab, die Patientin starb, Notarzt und Sanitäter wurden schwer, der Pilot leicht verletzt.[10]
  • Am 24. Juni 2004 stürzte ein Hubschrauber des Typs Bell 205 bei Transportarbeiten ab, der Pilot starb.[11]
  • Am 5. September 2005 verlor ein Hubschrauber über Sölden einen 750 Kilogramm schweren Betonkübel. Dieser traf eine Gondel der Schwarze-Schneid-Bahn. Neun Fahrgäste der Seilbahn kamen zu Tode.
  • Am 7. Mai 2009 verlor ein Hubschrauber bei einem Außenlasttransport im Ötztal rund eine Tonne Holz. Die Last traf ein Wirtshaus, es gab keine Verletzten.[12] Dem Unternehmen wurde daraufhin zeitweise die Genehmigung für Außenlandungen in Tirol entzogen.[13]
  • Am 23. Juli 2010 stürzte ein Hubschrauber bei Dienten ab, der Pilot kam ums Leben.[14]
  • Am 9. März 2011 geriet ein Rettungshubschrauber nach dem Abheben an der Universitätsklinik Innsbruck außer Kontrolle, konnte jedoch sicher am Innsbrucker Flughafen landen.[15]
  • Am 29. April 2012 wurde am Großvenediger bei einem Bergrettungseinsatz ein Bergeseil, an dem drei Personen hingen, während des Fluges von der Hubschrauberbesatzung ausgeklinkt. Ein Alpinpolizist starb, zwei Bergretter wurden verletzt.[16][17]
  • In der Abenddämmerung des 1. August 2017 am Großglockner etwas unterhalb der Erzherzog-Johann-Hütte beim Start mit einem soeben verladenen Patienten stürzte ein knapp über dem Boden und nahe einem steilen Felsabfall schwebender MD902 um. Dieser drehte um seine Hochachse, berührte den Boden, kippte zur Seite und schlug sich die Rotorblätter am Boden ab. Niemand der 3 Insassen, sondern nur der Notarzt, außerhalb und ursprünglich neben der Ladetür des Helis wurde leicht verletzt.[18][19]
  • Am 12. Februar 2018 wurde der Rettungshubschrauber Martin 6 zu einem Einsatz im Schigebiet Großglockner Resort Kals–Matrei in Matrei in Osttirol gerufen, bei der Landung setzte der Hubschrauber vom Typ Airbus Helicopters H135 T3s mit dem Heck auf und wurde beschädigt. Weder der Pilot, Flugretter noch die zu bergende Person wurden verletzt. Die zu bergende Person wurde durch einen anderen Notarzthubschrauber geborgen.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heli Austria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tiroler Tageszeitung Online: Knaus: Millionen für zwei „Super Pumas“ | Tiroler Tageszeitung Online - Nachrichten von jetzt! In: Tiroler Tageszeitung Online. (tt.com [abgerufen am 4. August 2017]).
  2. Flotte lt. Firmenhomepage
  3. Angebot im Flugrettungsbereich lt. Firmenhomepage
  4. Unternehmensgeschichte lt. Firmenhomepage
  5. Helikopter-Firma Knaus gerettet, ORF Salzburg, 12. April 2007
  6. Heli Austria expandiert nach Griechenland auf ORF vom 2. September 2019, abgerufen am 2. September 2019.
  7. Pongauer Hubschrauber bei Waldbränden im Einsatz auf ORF vom 9. August 2021 abgerufen am 30. Oktober 2021
  8. Heli Austria: Immer wieder Zwischenfälle in der Firmengeschichte Knaus (Memento vom 4. Juli 2012 im Internet Archive), Kurier, 29. April 2012
  9. Untersuchungsbericht der Unfalluntersuchungsstelle beim BMVIT über den Unfall vom 17. November 1997 PDF, abgerufen am 1. Mai 2012
  10. Untersuchungsbericht der Unfalluntersuchungsstelle beim BMVIT über den Unfall vom 23. Februar 2004 PDF, 3,2 MB, abgerufen am 30. April 2012
  11. Untersuchungsbericht der Unfalluntersuchungsstelle beim BMVIT über den Unfall vom 24. Juni 2004 PDF, 622 kB, abgerufen am 30. April 2012
  12. Holz von Hubschrauber auf Haus gefallen, ORF Salzburg, 5. Mai 2009
  13. Knaus-Helikopter dürfen wieder landen, ORF Tirol, 25. Juli 2009
  14. Untersuchungsbericht der Unfalluntersuchungsstelle beim BMVIT über den Unfall vom 23. Juli 2010 PDF, abgerufen am 30. April 2012
  15. Hubschrauber-Zwischenfall auf Klinik-Plattform, Der Standard, 9. März 2011
  16. Spaltenbergung: Alpinpolizist tot orf.at, 28. April 2012, Update undatiert vom 29. April 2012, abgerufen am 11. November 2017. – über den Unfall eines Bergsteiger am 28. April 2012 am Großvenediger und den Heli-Unfall dort vom 29. April 2012.
  17. Hubschrauber Unglück Großvenediger Salzburg Wiki, salzburg.com, abgerufen am 11. November 2017.
  18. Amateurvideo zeigt Hubschrauberabsturz orf.at, 2. August 2017, abgerufen am 2. August 2017.
  19. https://www.bmvit.gv.at/verkehr/sub/luftfahrt/berichte/hubschrauber/2017/170801_zub_md900_902_85254.pdf
  20. Rettungshubschrauber bei Landung in Osttirol beschädigt tt.com, 12. Februar 2018, abgerufen 9. März 2020.