Hellmut Mehnert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hellmut Mehnert (* 22. Februar 1928 in Leipzig) ist ein deutscher Arzt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehnert besuchte die Thomasschule zu Leipzig. Unmittelbar nach dem Abitur im Jahre 1946 wurde er noch als Abiturient vom NKWD verhaftet und ins sowjetische Speziallager Nr. 1 Mühlberg verschleppt, das er erst im Juli 1948 verlassen konnte.[1] Er studierte von 1949 bis 1954 Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zu Beginn des Studiums schloss er sich dem Corps Suevia München an.[2] 1954 absolvierte er das Staatsexamen und promovierte zum Dr. med. Von 1955 bis 1965 arbeitete er an der Medizinischen Poliklinik der LMU München bei Walter Seitz. 1957 wirkte er als Gastarzt bei Elliott P. Joslin an der Joslin-Klinik in Boston. 1961 wurde er Facharzt für Innere Krankheiten und 1964 Privatdozent für Innere Medizin. Von 1966 bis 1993 war er Chefarzt der III. Medizinischen Abteilung des Akademischen Lehrkrankenhauses München Schwabing (KMS). Seit 1968 ist er im Vorstand und jetzt als Ehrenpräsident der Forschergruppe Diabetes des Institutes für Diabetesforschung in München tätig.

1968 wurde er außerplanmäßiger Professor und 1974 persönlicher Extraordinarius an der LMU München. Von 1964 bis 1990 war er ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland im Diabetes-Experten-Komitee der Weltgesundheitsorganisation. Er war von 1972 bis 1974 Vorsitzender des Münchner Ärztlichen Vereins. Von 1972 bis 1973 war er Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und 1975 des Kongresses der Europäischen Diabetes-Gesellschaft. Von 1975 bis 1982 war er Vizepräsident der Internationalen Diabetes Vereinigung. Von 1975 bis 1991 war er Ärztlicher Direktor des Krankenhauses München Schwabing. Von 1980 bis 1981 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, dessen Ehrenmitglied er 1993 wurde.

Von 1994 bis 2000 war er Präsident der Deutschen Diabetes Union, seitdem Ehrenpräsident. 1996 wurde er korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Gesellschaft für Innere Medizin. 2001 wurde er Vorsitzender des Dachverbandes Endokrinologie/Diabetologie, dessen Ehrenpräsident er jetzt ist. Außerdem wurde er Ehrenmitglied der Deutschen Diabetesgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. 2003 erhielt er die Paracelsus-Medaille, die höchste Auszeichnung der Deutschen Ärzteschaft, 2004 die Ernst-von-Bergmann-Plakette. 2005 wurde er Ehrenmitglied der Sächsischen Gesellschaft für Stoffwechselkrankheiten und Endokrinopathien. 1998 wurde der Hellmut-Mehnert-Preis der Deutschen Diabetes Union als Stiftung ins Leben gerufen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H.-U. Häring, B. Gallwitz, D. Müller-Wieland, K.-H. Usadel, H. Mehnert. Diabetologie in Klinik und Praxis: Das Referenzwerk für die alltägliche Praxis, Thieme 2011. ISBN 978-3135128061
  • E. Standl, H. Mehnert. Das große Trias-Handbuch für Diabetiker: Typ 1 und Typ 2: Alles was Ihnen hilft, Trias 2010. ISBN 978-3-8304-3887-8
  • H. Mehnert. Stoffwechsel, Droemer Knaur 2003. ISBN 978-3-426-66716-3
  • H. Mehnert. Lebensfreude trotz Diabetes: Vorbeugung. Grundlagen. Behandlung. Chancen, Ars et Unitas 2011. ISBN 978-3-936117-35-6
  • H. Mehnert. Diabetes - meine lebenslange Herausforderung, ecomed 2000; weitere Aufl. 2002. ISBN 978-3-609-16098-6
  • H. Mehnert, H. Förster. Stoffwechselkrankheiten - Biochemie und Klinik, Georg Thieme Verlag 1970. ISBN 978-3-13-460101-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen III (I–Z). In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 269–305, hier: S. 279 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hellmut Mehnert. Diabetes - meine lebenslange Herausforderung, ecomed, 2002. ISBN 3-609-20171-1
  2. Kösener Corpslisten 1996, 159, 1994