Hellmut Trute

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Trute im Alter von 98 Jahren

Hellmut Trute (* 23. März 1907 in Gersfeld (Rhön); † 8. August 2007 in Zetel, Friesland) war ein deutscher Wirtschaftsjurist.

Leben[Bearbeiten]

Trute wurde in eine kinderreiche Pfarrerfamilie geboren. Vom 29. April 1919 bis zum 25. März 1925 besuchte er das Gymnasium Schulpforta. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft an der Albertus-Universität Königsberg. Im Wintersemester 1925/26 wurde er im Corps Masovia aktiv.[1]

Nach der Referendarausbildung und der Promotion zum Dr. iur. war er von 1932 bis 1972 als Rechtsanwalt am Kammergericht tätig.[2] Er wurde im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgerichtsrat in Nordrussland eingesetzt und war damit der Militärgerichtsbarkeit auf Divisionsebene zugeordnet.

Er kam in der Nachkriegszeit zur AEG und betrieb in Ratingen und Frankfurt am Main Verbandspolitik für die elektrotechnische Industrie. Seit 1950 Hauptgeschäftsführer, wurde er geschäftsführendes Präsidialmitglied des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI).[3][4] In der Schriftenreihe des Verbands veröffentlichte er einen Kommentar zu den vom ZVEI erarbeiteten Lieferbedingungen, der vier Auflagen erlebte und zuletzt 1980 erschien. Nach der Pensionierung 1972 lebte er in Breitbrunn am Chiemsee. Vom Krebstod seiner zweiten, viel jüngeren Frau (dem Kindermädchen der ersten Ehe mit Edita Trute) schwer getroffen, zog er zu seiner Tochter und seinem Sohn in Friesland, wo er die letzten zehn Monate seines Lebens verbrachte.[5] Zur Trauerfeier in Zetel kamen Andreas Wagner und Rüdiger Döhler, der für die Corps die Trauerrede hielt.

Ehrenämter und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Trute war Mitbegründer der Evangelischen Landesschule zur Pforte in Meinerzhagen und geschäftsführender Vorstand der Melanchthon-Stiftung zur Förderung begabter Schüler.[6] Er war Mitglied des Verwaltungsrates des Deutschen Museums. Über lange Zeit gehörte er zum Hauptgeschäftsführerkreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, in dessen Finanzausschuss er saß.[7] Er engagierte sich in Kirchenvorständen und in der Kommunalpolitik von Offenbach am Main.[6] Der Bundespräsident würdigte seinen Dienst am Gemeinwohl mit dem Großen Bundesverdienstkreuz.[6] Der ZVEI verlieh ihm 1973 die Ehrenmitgliedschaft.[8]

In der Nachkriegszeit beteiligte er sich am Wiederaufbau seines Corps.[9] Er war Vorsitzender des AHSC Chiemgau und gehörte 1997 zu den zwölf Masuren, die die Masovia in Kiel rekonstituierten.[10]

Schriften[Bearbeiten]

  • Das Recht des Ehescheidungsvertrages und Beurteilung in der reichsgerichtlichen Rechtsprechung. Coburg 1932 (= Dissertation).
  • Die allgemeinen Lieferbedingungen der elektrotechnischen Industrie. Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie, 1956
  • Kommentar zu den allgemeinen Lieferbedingungen für Erzeugnisse und Leistungen der elektrotechnischen Industrie, Zentralverband der. Elektrotechnischen Industrie. 2. Auflage 1966. 3. Auflage 1973.
  • Kommentar Lieferbedingungen der Elektroindustrie und AGB-Gesetz. 4. Auflage. Sachon, Mindelheim 1980. ISBN 3-920819-16-0.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wer ist wer? Berlin 1955
  • Nachrichtentechnische Zeitschrift 25, 1962, S. 168.
  • Archiv für technisches Messen 372-383, 1967, S. 92.
  • International Zeitschrift für Elektrowärme 1967, S. 149.
  • Metall 26, 1972, S. 523.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1996, 98, 1102.
  2. Mit Erhard und Strauß verhandelt. Zeteler Hellmut Trute wird heute 100 Jahre alt. NWZ online, 23. März 2007
  3. ZVEI (1962).
  4. Nachruf ZVEI, Frankfurt am Main 2007.
  5. Gratulation zum 100. Geburtstag. CORPS – das Magazin, Bad Kösen 2007.
  6. a b c Frequenz, Bd. 26. Schiele & Schön (1972), S. 214
  7. Mitteilung BDI (Mai 2013)
  8. Internationale elektronische Rundschau, Bd. 27, 1973, S. 25.
  9. Corps Masovia (2005), S. 316, 336.
  10. Döhler, Vangerow, Wagner: Hellmut Trute. Corpszeitung der Masovia. Potsdam 2007.

Weblinks[Bearbeiten]