Hellmuth Henneberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hellmuth Henneberg (* 10. Dezember 1958 in Berlin) ist ein deutscher Journalist und Fernsehmoderator beim rbb (Rundfunk Berlin-Brandenburg).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellmuth Henneberg ist ein Sohn des Schauspielers Gerd Michael Henneberg (1922–2011) und der Schauspielerin und Fernsehansagerin Maria Kühne (* 1927).[1] Er ist in Rostock aufgewachsen und studierte von 1980 bis 1984 an der Sektion Journalistik in Leipzig. Während dieser Zeit war er Mitglied des Poetischen Theaters Louis Fürnberg. Anschließend arbeitete er als Redakteur von Jugendsendungen beim Fernsehen der DDR. Mit der politischen Wende in der DDR begann Hennebergs Karriere als Fernsehmoderator bei ELF99 (Talk mit Open End, samsTALK) sowie beim Umweltmagazin OZON. Als 1992 mit der Neuordnung des Rundfunks in den neuen Bundesländern der ORB (Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg) entstand, wurde er dort Redaktionsleiter für politische Gesprächssendungen. Seit dieser Zeit hatte er die Interviewreihe Zur Person von und mit Günter Gaus (bis zu dessen Tod 2004) betreut. Nach Querelen über die Ausrichtung neuer Sendeformate, die Henneberg mitzuverantworten nicht bereit war, wurde er nach Cottbus beordert, um im dortigen ORB-Studio den Aufbau des Fernsehbereichs zu leiten. Seit 1999 ist er dort als Redaktionsleiter tätig, seitdem leitet er mit "Łužyca" das einzige niedersorbisch-sprachige Fernsehmagazin. Das Umweltmagazin „OZON“ moderierte er von April 1990 bis Oktober 2015. Henneberg hat diverse weitere Formate im ORB – bzw. rbb-Fernsehen präsentiert, besondere Popularität erlangte er als Fernsehgärtner in der rbb-Reihe GARTENZEIT (2005–2015).

Sein erstes Buch hat er 2002 mit Meuterei vor Rügen vorgelegt, von der ZEIT gewürdigt als akribisch recherchierter Erinnerungsreport und kafkaeskes Lehrstück über den Einzelnen im Mahlwerk der Diktatur. Erstmals wurde hier der Schauprozess gegen die Junge Gemeinde vom August 1961 zusammenhängend dargestellt, über dessen Zustandekommen und Ablauf bis dahin zahlreiche unkorrekte Versionen im Umlauf waren. 2021 erschien ein Reprint des Buches, das inzwischen zu einer Quelle zahlreicher Publikationen zur Kirchengeschichte, zur Geschichte des Freikaufs politischer Häftlinge in der DDR und zur Grenzsicherung im Zusammenhang mit dem Mauerbau 1961 geworden ist. In seinen ersten Gartenbüchern erweist sich Henneberg als ironischer Betrachter seiner „Fernsehgartentätigkeit“, Die Stunde des Gärtners (2019) und Die Geheimnisse meiner Frau (2021) sind Sammlungen heiterer Kurzgeschichten.

Gemeinsam mit dem Posaunisten Karsten Noack tritt Hellmuth Henneberg in musikalisch-literarischen Programmen auf. Außerdem hat er sich als Moderator zahlreicher öffentlicher Diskussionsveranstaltungen vor allem in Berlin und Brandenburg einen Namen gemacht.

Henneberg ist bürgerschaftlich vielfältig aktiv. Er unterstützt seit 1995 die "Stiftung Naturschutz Berlin" und wirkt als Schirmherr von Aktionen der Naturschutzjugend (NaJu) Brandenburg. Henneberg ist verheiratet und lebt in Sellessen, einem nach Spremberg eingemeindeten Dorf in der Niederlausitz.

Er hat drei Kinder.

Schriften u. a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meuterei vor Rügen – Was geschah wirklich auf der MS SEEBAD BINZ. – Der Prozeß gegen die Junge Gemeinde 1961 in Rostock. HINSTORFF-Verlag, Rostock 2002.
  • Schöne grüne Grüße! – Ein Gartenzeitbuch. (gem. mit Britta Wulf) HINSTORFF-Verlag, Rostock 2009
  • Waldemar, das Märchentier (gem. mit Meinhard Bärmich, Kinderbuch) Regia-Verlag, Cottbus 2009
  • Dario Fo: Die Frau zum Wegschmeißen, in Theater mit Leidenschaft – Die Studentenbühne an der Leipziger Universität, Passage Verlag, Leipzig 2009
  • Fremder Ort Heimat, in: Vom Sinn der Heimat,Hg. Norbert Jung, Budrich UniPress Ltd, Opladen, Berlin, Toronto 2014
  • „Gartengeflüster“ – Mit dem Fernsehgärtner unterwegs. Verlag Neues Leben (Eulenspiegelverlagsgruppe), Berlin 2015
  • Die Stunde des Gärtners. Natur + Text, Rangsdorf 2019
  • Der „musikalischste“ Baum, in „Garten und Musik“ – Harmonien, Kontraste, Herausforderungen, DGGL – Themenbuch 15 Hrg. Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) e.V., Verlag Georg GmbH, München 2020
  • Die Geheimnisse meiner Frau. copy.worXX, Cottbus 2021
  • Meuterei vor Rügen – Was geschah auf der Seebad Binz ? OV Schmöckwitz, 2021 (Reprint)

Filme u. a.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: Meuterei vor Rügen – was geschah wirklich auf der Seebad Binz? (Fernsehfeature, ORB)
  • 2004: Erlauben Sie eine letzte Frage – Die Fernsehinterviews von Günter Gaus (Fernsehfeature, rbb)
  • 2019: Juraj Kubanka – Die Zärtlichkeit des Steins (gem. mit Reiner J. Nagel, Fernsehfeature, dt. u. niedersorbisch, rbb)

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(alle Preise gemeinsam mit der OZON-Redaktion:) 1992 Journalistenpreis des BUND "Der grüne Zweig", 1994 Journalistenpreis der Deutschen Umweltstiftung, 2002 DUH-Umwelt-Medienpreis, 2003 Umweltjournalistenpreis NABU Brandenburg, 2004 Deutscher Denkmalschutzpreis, 2008 Ehrenpreis der Stiftung Naturschutz Berlin, 2011 Publikumspreis des Festivals "Ökofilmtour"

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Elsner, Ulrike: Vielseitiger Moderator im Kreuzverhör. In: Lausitzer Rundschau, 2. April 2009, S. 24