Helm (Architektur)

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Steinerner Turmhelm des Freiburger Münsters (um 1330)
Mischform von Turmhelm und Turmhaube von St. Petri (links) und Turmhaube des Doms in Riga

Als Helm (auch „Turmhelm“, „Helmdach“ oder „Dachhelm“) bezeichnet man in der Architektur eine spitze Dachform bei Türmen mit quadratischem, meist aber polygonalem Grundriss.[1] Diese Dachform ist häufig bei Kirchtürmen anzutreffen.

Turmhelme mit pyramidenförmiger Grundform werden von Turmhauben mit einem geschwungenen, glockenförmigen Aufbau unterschieden. Mischformen sind verbreitet.

Turmhelme haben durch ihre Höhe eine besondere ästhetische Bedeutung für die Silhouette von Städten. Die architektonische Gestaltung des Turmhelms kann höchst unterschiedlich ausfallen. Häufig gibt es an der Spitze einen Kaiserstiel als Träger der Kirchturmbekrönung.

Konstruktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hölzerner Rohbau eines Turmhelms.

Das Helmdach sitzt traditionell auf einem massiven steinernen Turmschaft. Im Gegensatz zum Turmschaft hat das Helmdach meist einen leichten hölzernen Dachstuhl in Zimmermannskonstruktion oder ein Tragwerk aus Stahl. Die Dacheindeckung erfolgte häufig mit Blei- oder Kupferblech, Dachschiefer, Schindeln oder Dachziegeln.

Gelegentlich wurden Turmhelme auch aus Naturstein ausgeführt (z. B. Südturm der Kathedrale von Chartres, um 1160, Höhe 105 m), später auch durchbrochen mit gotischem Maßwerk (z. B. Turm des Freiburger Münsters, um 1330, Höhe 116 m oder der außergewöhnliche Turm des Brüsseler Rathauses, um 1455, Höhe 95 m).

Schäden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turmhelme sind starkem Winddruck ausgesetzt, die sogar zu einer Verdrehung führen können – Beispiele dafür sind die Turmhelme von St. Clemens in Mayen oder von St. Pankratius in Kaisersesch.

Blitzeinschläge infolge der exponierten Lage führten in der Vergangenheit häufig zu Bränden der Holzkonstruktion im Innern, die durch die schlechte Zugänglichkeit kaum zu löschen waren. Heute sind nahezu alle Helme durch Blitzableiter geschützt. Brände entstehen gelegentlich bei Dachdeckerarbeiten.

Gestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Fällen nimmt der Helm annähernd zwei Drittel der Gesamthöhe des Turmes ein. Beispiele dafür sind der Turm der St.-Michaelis-Kirche in Hamburg und der Turm der Petrikirche in Riga.

Im Barock entstand der Zwiebelhelm mit haubenähnlicher Form. Diese Dachform wurde vor allem in Süddeutschland und Österreich gebaut. Zuerst findet man sie bei den Türmen der Frauenkirche in München.

Weitere Dachformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Spires – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Foto-Dokumentation des Neubaus eines Turmhelms in Dortmund

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Binding, Koepf: Bildwörterbuch der Architektur.