Helmholtz-Gymnasium Hilden

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Helmholtz-Gymnasium Hilden
Schulform Gymnasium
Schulnummer 165554
Gründung 1910
Adresse

Am Holterhöfchen 30

Ort Hilden
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 9′ 57″ N, 6° 56′ 51″ OKoordinaten: 51° 9′ 57″ N, 6° 56′ 51″ O
Träger Stadt Hilden
Schüler 900 (Dezember 2017)[1]
Lehrkräfte 76 (Dezember 2017)[2]
Leitung Barbara Krieger[3]
Website www.hgh.hilden.de

Das Helmholtz-Gymnasium Hilden (HGH) ist ein städtisches Gymnasium in Hilden im Ganztagsbetrieb. Namensgeber ist entsprechend der ursprünglich mathematisch-naturwissenschaftlichen Ausrichtung der Physiker Hermann von Helmholtz. In den fünfziger Jahren wurde ein neusprachlicher Zweig angegliedert. Gegenwärtig ermöglicht das Helmholtz-Gymnasium seinen Schülerinnen und Schülern differenzierte Schwerpunktbildungen im Rahmen ihrer Schullaufbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. April 1910 nahm die Schule als städtische Realschule den Betrieb auf. Die erste Klasse mit 27 Schülern musste sich noch mit einem Raum in der evangelischen Volksschule an der Schulstraße mit dem Oberlehrer und Schulleiter Dr. Heinrich Pfennig aus Solingen begnügen. Erst 1915 bekam die städtische Realschule ihr eigenes Gebäude an der Gerresheimer Straße. Vom 17. Dezember 1918 bis zum 31. Oktober 1919 blieb das Gebäude von schottischen Besatzern beschlagnahmt, worunter die Bausubstanz litt. Währenddessen fand der Unterricht unter unhygienischen Umständen im Betsaal einer Sekte an der Südstraße statt. Bei der Rückkehr in die Gerresheimer Straße im Jahre 1920 war das Gebäude in einem beklagenswerten Zustand, es fehlten Einrichtungsgegenstände (Tafeln, Tische und Schränke), Bücher aus der Bücherei und Sportgeräte.

1923 erfolgte die Umwandlung der Helmholtz-Realschule in eine Oberrealschule, so dass die Schüler ab 1926 die Allgemeine Hochschulreife ablegen konnten.

Während der Zeit des Nationalsozialismus geriet auch diese Schule unter den Einfluss der damaligen Politik und Ideologie. Die Hitler-Jugend hielt auch in diese Schule Einzug. Über 100 Schüler und Lehrer fielen im Zweiten Weltkrieg. Die Schule erlitt außerdem schwere materielle Schäden und Verluste.

Zur Erhaltung und Erneuerung des Schulbetriebs trugen mit großzügigen Spenden Unternehmer der Stadt bei, insbesondere der Fabrikant Walter Wiederhold, Vater der späteren Bürgermeisterin Ellen Wiederhold.[4]

1973 zog das Helmholtz-Gymnasium von seinem jahrzehntelangen Standort, Gerresheimer Straße, in das vom Stadtkern abgelegene "Schulzentrum Holterhöfchen" (benannt nach dem historischen Holterhöfchen) um, wo sich bereits je eine Haupt-, Real- und Berufsschule befanden. Das vorherige Schulgebäude an der Gerresheimer Straße wurde später renoviert und zu einem Kultur- und Weiterbildungszentrum umgebaut und ist heute als „Altes Helmholtz“ bekannt.

2010 feierte die Schule ihr hundertjähriges Bestehen[5].

Schulbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schule wurden im Schuljahr 2017/2018 ca. 900 Schüler von 76 Lehrerinnen und Lehrern im Ganztagsbetrieb unterrichtet. Zwei Schulsozialpädagogen, weitere Honorarkräfte und eine Vielzahl ehrenamtlicher Mitarbeiter tragen das außerunterrichtliche Ganztagsangebot (Mittagsbetreuung, Arbeitsgemeinschaften, Neigungsgruppen, Selbstlernzentrum, Hausaufgabenbetreuung).

ALmöHi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff ist ein Kofferwort aus "Alternative Lernmöglichkeiten in Hilden", angelehnt an die Figur des Almöhi aus Spyris Heidi-Erzählungen. (Berufs)erfahrene Senioren vermitteln ehrenamtlich ihre Kenntnisse und Fertigkeiten in außerunterrichtlichen Arbeitsgemeinschaften im Rahmen des Ganztagsbetriebs an Schülerinnen und Schüler der Unterstufe.

Jugend forscht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule nimmt regelmäßig am Wettbewerb Jugend forscht teil. Neben zahlreichen Preisträgern in Regional- und Landeswettbewerben stellte sie 2001 die Bundessieger im Fach Chemie[6][7]. 2006 gewann der Wettbewerbsbeitrag im Fach Biologie den Umweltpreis auf Bundesebene[8].

Verein der Freunde und Förderer (VFF)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1959 besteht an der Schule ein Förderverein, der die Unterstützung rund um die Schule gewährleistet und als Gesellschafter die schuleigene Mensa gGmbH trägt.

Angebote zur Schwerpunktbildung im Rahmen der Schullaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturwissenschaftlich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Belegung der Differenzierungskurse "praktische Naturwissenschaften" ab der achten Jahrgangsstufe werden den Schülerinnen und Schülern insbesondere handlungsorientierte Kompetenzen vermittelt:

  • Das Helmholtz-Gymnasium ist anerkannte Aufzuchtstation für die artgeschützte, vom Aussterben bedrohte Geburtshelferkröte; das Verfahren zur Vermehrung wurde im Rahmen eines Jugend-forscht-Projekts von Helmholtzschülerinnen entwickelt[9]. Die Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe betreuen die Zucht und pflegen das schuleigene Freigehege.
  • Schülerinnen und Schüler der Kurse pflegen den hauseigenen Nutzgarten.
  • In der achten Jahrgangsstufe erhalten alle Teilnehmer der Kurse eine Grundausbildung in Erster Hilfe und werden im Schulsanitätsdienst eingesetzt.
  • In der Oberstufe kann eine naturwissenschaftliche Profilierung gewählt werden; alle MINT-Fächer werden als Leistungskurse angeboten, die Möglichkeit der Wahl beider Leistungskurse aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld wird garantiert.

Sprachlich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Als erste Fremdsprache ab der fünften Jahrgangsstufe wird Englisch unterrichtet.
  • Im Rahmen einer Begabtenfördermaßnahme wird Schülerinnen und Schülern ab der sechsten Jahrgangsstufe das gleichzeitige Erlernen der lateinischen und der französischen Sprache ermöglicht; in der Regel besteht Wahlmöglichkeit zwischen Latein (zum Erwerb des Latinums) und Französisch.
  • Im Differenzierungsbereich ab der achten Jahrgangsstufe werden die Fächer Französisch und Spanisch als dritte (ggf. vierte) Fremdsprache angeboten.
  • In außerunterrichtlichen Arbeitsgemeinschaften werden Schülerinnen und Schüler ab der neunten Jahrgangsstufe auf die Zertifikatsprüfungen DELF und DELE bis zum Referenzniveau B1 vorbereitet; eine individuelle Vorbereitung auf die Zertifizierung des C-Niveaus ist möglich.
  • In der Oberstufe kann eine sprachliche Profilierung gewählt werden; die Möglichkeit der Wahl zweier Fremdsprachen als Leistungskurse wird garantiert. Französisch, Spanisch und Italienisch (als schulübergreifender Zentralkurs) können auch als neueinsetzende Fremdsprache in der Oberstufe gewählt werden, sodass bei entsprechender Wahl der Sprachenfolge Kenntnisse in bis zu fünf Fremdsprachen erworben werden können.

Sportlich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ab der achten Jahrgangsstufe werden interessierte Schülerinnen und Schüler als Sporthelfer ausgebildet.
  • In der Oberstufe kann das Fach Sport als zweiter Leistungskurs belegt werden.

Musisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnehmer der "Singklasse" ab der fünften Jahrgangsstufe erarbeiten sämtliche Unterrichtsinhalte des Faches Musik durch Singen. Die Schülerinnen und Schüler proben als Chor Lieder und Chorwerke praktisch ein; unterrichtsrelevanter Stoff wie etwa Musikgeschichte, Musiktheorie, Werkanalyse etc. werden hier situativ-integriert vermittelt. Während der Unterrichtszeit werden die Schüler neben dem Fachlehrer von einer professionellen Stimmbildnerin in Kleingruppen betreut. In der Oberstufe kann entsprechend "Vokalpraxis" als Schwerpunkt gewählt werden.

Individuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begabte Schüler können auf Antrag stundenweise vom Regelunterricht befreit werden, um in dieser Zeit unter individueller Begleitung einer Lehrkraft als Mentor eigenen Projekt- und Forschungsinteressen nachzugehen. Die Bibliothek des Selbstlernzentrums und entsprechende Computerarbeitsplätze stehen zur Recherche zur Verfügung.

Weitere Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Experimentalfilme aus den Literaturkursen der Oberstufe qualifizieren sich regelmäßig für die Auswahlliste des Schülerfilmfestivals NRW [10][11][12][13].

Schulpartnerschaften und Austauschprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Belgien (französischsprachig): Collège Saint-Louis, Liège
  • China: Hochschullgymnasium der Universität für Agrikultur, Beijing
  • England: Helsby High School, Helsby
  • Israel: Hebräisches Herzlia-Gymnasium, Tel Aviv
  • Polen: Goethe-Gymnasium, Warschau (bis 2015); Gymnazjum Kikół, Kikół (ab 2016)

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Schmitz: Lebensläufe Hildener Abiturienten aus den Jahren 1926 – 1970. Niederbergische Beiträge, Band 64, Verlag Stadtarchiv Hilden, 1999.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auskunft Schulsekretariat
  2. Kollegium
  3. Schulleitung
  4. Daniel Neukirchen: Helmholtz-Gymnasium in Hilden: 100 Jahre Schulgeschichte(n) In: Westdeutsche Zeitung online vom 1. August 2010
  5. Energie geht nicht verloren Festschrift 100 Jahre Helmholtz-Gymnasium Hilden 1910-2010
  6. Jugend forscht am Helmholtz-Gymnasium Hilden
  7. Dr. Walther Enßlin: Chronik 34 Jahre Chemie AG
  8. Hilfe für Geburtshelferkröte in Rheinische Post, online vom 29. Februar 2008
  9. Hilfe für Geburtshelferkröte in Rheinische Post, online vom 29. Februar 2008
  10. Auswahl zum 15. Schülerfilmfestival
  11. Auswahl zum 16. Schülerfilmfestival
  12. Auswahl zum 18. Schülerfilmfestival
  13. Auswahl zum 18. Schülerfilmfestival
  14. Lebenslauf auf RP-Online
  15. Stefanie Mergehenn: Eine Schule schreibt Geschichte, in: Rheinische Post online vom 10. Juli 2010