CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit

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CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit
Kategorie: Forschungseinrichtung
Rechtsform des Trägers: gGmbH
Mitgliedschaft: Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Standort der Einrichtung: Saarbrücken
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Leitung: Michael Backes (CEO, wissenschaftlicher Direktor)[1]
Mitarbeiter: 308
Homepage: cispa.de

Das CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit gGmbH ist eine deutsche Großforschungseinrichtung des Bundes und erforscht die Informationssicherheit in all ihren Facetten.[2] Es gehört seit dem 1. Januar 2019 zu den Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.[3]

Geschichte Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2011 wurde das Center for IT Security, Privacy and Accountability (CISPA) als gefördertes BMBF-Kompetenzzentrum gegründet an der Universität Saarbrücken.[4]

Im April 2016 erfolgte der Umzug in das erste eigene Gebäude; das Zweite befindet sich in der Planung.[5]

Am 13. April 2017 verkündete die Ministerpräsidentin des Saarlandes Annegret Kramp-Karrenbauer auf einer Landespressekonferenz die Einigung zwischen dem Bund und dem Saarland, das CISPA zu einen Helmholtz-Zentrum für IT-Sicherheit auszubauen und dass CISPA-Direktor Prof. Michael Backes der Gründungsdirektor sein wird.[6]

Darauf hin wurde Ende 2017 die Vorgesellschaft CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit i.G. gGmbH gegründet.[3] Die zwei Gesellschafter der gemeinnützige GmbH sind die Bundesrepublik Deutschland (90 %) sowie das Bundesland Saarland (10 %).[7]

Am 18. September 2018 wurde auf der Helmholz-Mitgliederversammlung nach erfolgreichem Abschluss der wissenschaftlichen Begutachtung in Abstimmung mit der Transferkommission die Aufnahme des CISPA beschlossen.[8]

Seit dem 1. Januar 2019 ist CISPA offiziell als 19. Zentrum in die Helmholtz-Gemeinschaft aufgenommen.[3] Aktuell gibt es 18 Helmholtz-Zentren.[9] Am 17. Mai 2019[10] erfolgte die Umfirmierung von Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit – CISPA gGmbH in CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit gGmbH.[11] Bis etwa 2026 soll das Zentrum im Vollausbau bis zu 800 Mitarbeiter umfassen.[3]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundfinanzierung soll nach einer stetig steigenden Aufwuchsphase mehr als 50 Millionen Euro pro Jahr betragen.[12][13]

Forschungsmission und Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgabe ist die Behandlung grundlegender Themen der Cybersicherheitsforschung im Zeitalter der Digitalisierung. Die Bandbreite reicht von theoretischer bis empirischer Forschung. Es ist in der Informatik verwurzelt mit Verknüpfungen in die Medizin, Jura und die Sozialwissenschaften.[14]

Es gibt fünf Forschungsbereiche: Sichere und datenschutzfreundliche Informationsverarbeitung, Zuverlässige Sicherheitsgarantien, Erkennung und Vermeidung von Cyberangriffen, Sichere Mobile und Autonome Systeme sowie Empirische und Benutzbare Sicherheit.[15]

Institutionelle Kooperationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CISPA-Stanford-Zentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das CISPA-Stanford-Zentrum ist eine institutionelle Kooperation zwischen CISPA und der Stanford University.[16] Es ermöglicht herausragenden Forschern, nach der Promotion, über einen Zeitraum von zwei Jahren an der Stanford-Universität als Gastprofessor (Visiting Assistant Professor) im Bereich der Cybersicherheit zu arbeiten und danach nach Deutschland zurückzukehren, um im Anschluss ihre Forschung als leitende Wissenschaftler am CISPA fortzusetzen.

Helmholtz Medical Security, Privacy, and AI Research Center (HMSP)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Helmholtz Medical Security, Privacy, and AI Research Center, kurz HMSP, ist eine gemeinsame Forschungsinitiative von sechs Helmholtz-Zentren: CISPA, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Deutsches Krebsforschungszentrum, HelmholtzZentrum München, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin.[17]

Es befasst sich mit der Erforschung neuartiger Methoden zur vertrauenswürdigen Verarbeitung medizinischer Daten, der Entwicklung von datenschutzkonformen Schutzmechanismen sobald solche Daten gesammelt und geteilt werden, sowie der Analyse von Sicherheits- und Datenschutzrisiken für kritische System- und Softwarekomponenten in der medizinischen Anwendung.[18]

Forschungseinrichtung Cybersicherheit in Hannover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2020 wurde vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur bekanntgegeben, dass das CISPA und die Universität Hannover künftig in Form einer neuen Forschungseinrichtung in Hannover kooperieren werden. Es soll sich auf die Forschungsschwerpunkte „Usable Security and Privacy“ sowie „Industrial Security“ konzentrieren.[19]

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Hochschulkooperation mit der Universität des Saarlandes hat das CISPA einen Bachelor- und Masterstudiengang Cybersicherheit sowie einen Masterstudiengang Entrepreneurial Cybersecurity initiiert.[20] Ziel des Bachelorprogramms ist die Ausbildung von Cybersicherheitsexperten unmittelbar nach Eintritt in die Universität. Der Masterstudiengang hingegen bietet die Möglichkeit zur weiteren Vertiefung. Der Entrepreneurial Master kombiniert die Inhalte der Cybersicherheit mit wirtschaftlichen Aspekten und einem dedizierten Gründungsprojekt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (CISPA) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CISPA: Medienseite von Prof. Dr. Dr. h. c. Michael Backes. Abgerufen am 5. Oktober 2019.
  2. https://cispa.saarland
  3. a b c d Roland Koch: Helmholtz hat 19. Mitgliedszentrum – und stärkt seine Kompetenz beim Thema IT-Sicherheit. Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Pressemitteilung vom 8. Januar 2019 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 26. Januar 2021.
  4. Über uns – „OCT 2011“. In: cispa.de. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  5. Über uns – „APR 2016“. In: cispa.de. Abgerufen am 24. Januar 2021.
  6. Andrea Ruffing: Das größte Forschungszentrum für IT-Sicherheit kommt nach Saarbrücken. In: cispa.de. 13. April 2017, abgerufen am 24. Januar 2020.
  7. https://www.saarland.ihk.de/ihk-saarland/Integrale?SID=CRAWLER&MODULE=Frontend.Media&ACTION=ViewMediaObject&Media.PK=7654&Media.Object.ObjectType=full
  8. Helmholtz-Gemeinschaft nimmt 19. Forschungszentrum im Saarland auf. In: helmholtz.de. 18. September 2018, abgerufen am 24. Januar 2021.
  9. https://www.helmholtz.de/ueber-uns/helmholtz-zentren/
  10. Alphabetische Zusammenstellung der Unternehmen, die mit der BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND i.S.d. § 15 AktG verbunden sind sowie ... (PDF; 509 kB) Bundesministerium der Finanzen, 31. Dezember 2019, abgerufen am 24. Januar 2021.
  11. Vgl. unternehmensregister.de mit Suchbegriff CISPA
  12. Saarbrücker Zeitung, 2017
  13. https://www.saarland.ihk.de/ihk-saarland/Integrale?SID=CRAWLER&MODULE=Frontend.Media&ACTION=ViewMediaObject&Media.PK=7654&Media.Object.ObjectType=full
  14. https://cispa.saarland/de/about/mission-statement/
  15. https://cispa.saarland/de/research/
  16. https://www.cispa-stanford.org
  17. https://hmsp.center
  18. Thorsten Klein: Informatiker und Mediziner erforschen gemeinsam sicherere Verarbeitung von Patientendaten. CISPA Helmholtz-Zentrum i. G., Pressemitteilung vom 27. November 2018 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 26. Januar 2021.
  19. Pressemitteilung des Ministerium für Wissenschaft und Kultur Neue Forschungseinrichtung zur Cybersicherheit in Hannover 20. Oktober 2020, abgerufen am 14. Mai 2021.
  20. https://cysec.uni-saarland.de