Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

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Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Kategorie: Forschungsinstitut
Mitgliedschaft: Helmholtz-Gemeinschaft
Standort der Einrichtung: Leipzig, Halle (Saale), Magdeburg
Außenstellen: Bad Lauchstädt, Falkenberg
Art der Forschung: Umweltforschung
Fächer: Ökologie, Biologie, Physik, Mikrobiologie, Chemie, Ökotoxikologie, Gesundheit, Biotechnologie, Hydrologie, Hydrogeologie, Informatik, Ökonomie, Sozialwissenschaft, Rechtswissenschaft
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Land Sachsen-Anhalt (5 %), Land Sachsen (5 %)
Leitung: Georg Teutsch (wissenschaftlich), Heike Graßmann (administrativ)
Mitarbeiter: ca. 1.050 (Stand: 2016)
Homepage: www.UFZ.de
UFZ-Standort Leipzig
UFZ-Standort in Halle
UFZ-Standort Magdeburg
Leipziger KUBUS - Das Veranstaltungs- und Bildungszentrum des UFZ
Gespräch von Holger Klein mit der Leiterin der Presseabteilung Doris Böhme über die Forschung am UFZ.[1]

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ (bis 28. November 2006: UFZ–Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle GmbH) ist sowohl in der Grundlagenforschung als auch angewandten Forschung tätig. Wissenschaftlicher Geschäftsführer ist Georg Teutsch.[2]

Die Gründung erfolgte am 12. Dezember 1991, der Forschungsbetrieb wurde am 2. Januar 1992 aufgenommen. Das UFZ hat Standorte in Leipzig, Halle (Saale) und Magdeburg. Es betreibt außerdem Versuchsstationen in Bad Lauchstädt und Falkenberg. Am UFZ arbeiten 1.050 Mitarbeiter (Stand 31. Dezember 2016)

Seit April 2004 betreibt das UFZ ein modernes Kommunikations- und Veranstaltungsgebäude – den Leipziger KUBUS. Der KUBUS hat Veranstaltungsräume unterschiedlicher Größe und Flexibilität und bietet Platz für bis zu 550 Personen.

Ausrichtung der Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als internationales Kompetenzzentrum für Umweltwissenschaften untersucht das UFZ Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur unter dem Einfluss des globalen Wandels. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die terrestrische Umwelt– auf dicht besiedelte städtische und industrielle Ballungsräume, auf Agrarlandschaften sowie naturnahe Landschaften. Sie befassen sich mit Fragen künftiger Landnutzung, der Erhaltung von biologischer Vielfalt und von Ökosystemdienstleistungen, dem nachhaltigen Management von Boden- und Wasserressourcen und der Wirkung von Chemikalien auf Mensch und Umwelt – von der Ebene einzelner Zellen und Organismen bis auf die regionale Skala.

Ein Charakteristikum ist integrierte Umweltforschung, die disziplinäre Grenzen zwischen Natur- und Sozialwissenschaften überwindet (Interdisziplinarität) und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einbezieht (Transdisziplinarität). Große wissenschaftliche Infrastrukturen wie Klima- und Landnutzungsexperimente (z. B. GCEF Global Change Experimental Facility, ProVIS - Zentrum zur Visualisierung biochemischer Prozesse auf zellulärer Ebene), Plattformen und Technologien für Umweltmonitoring (z. B. TERENO - Terrestrial Environmental Observatories), Modellierung und Visualisierung (z. B. TESSIN/VisLab Terrestrial Environmental System Simulation & Integration Network) wurden bzw. werden im Rahmen nationaler und internationaler Kooperationen und Netzwerke initiiert, entwickelt und genutzt.

Das Ziel ist es, Wege für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen zum Wohle von Mensch und Umwelt aufzuzeigen.

Forschungsorganisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsstruktur des UFZ
Entnahme einer Wasserprobe
Einfluss von Chemikalien auf die Umwelt
Wald-Klima-Observatorium im Harz
Windkraftanlagen an Wohnsiedlungen
Visualisierungszentrum am UFZ in Leipzig

Die integrierte Umweltforschung des UFZ ist in sechs Themenbereichen organisiert. Die Themenbereiche 1–4 sind Kernthemen, die Themenbereiche 5 und 6 sind Querschnittskompetenzen:

  1. Ökosysteme der Zukunft[3]
  2. Wasserressourcen und Umwelt[4]
  3. Chemikalien in der Umwelt[5]
  4. Umwelt- und Biotechnologie[6]
  5. Smarte Modelle und Monitoring[7]
  6. Umwelt und Gesellschaft[8]

Mit diesen Themenbereichen reagiert das UFZ auf Klimawandel, Landnutzungswandel, Bevölkerungswachstum, gesellschaftliche Knappheitsbedingungen, Globalisierung, Urbanisierung, Rückgang der biologischen Vielfalt, wachsender Energie- und Nahrungsbedarf, wachsende Menge und Vielfalt an Chemikalien mit Wirkungen auf Mensch und Umwelt, neue Muster in der nationalen und globalen Governance.

Den sechs strategischen Themenbereichen sind die 37 methodisch ausgerichteten Departments zugeordnet. Die große Zahl der Departments verdeutlicht die fachliche Breite und Vielfalt der Forschung am UFZ:[9]

Ökosysteme der Zukunft

  • Biozönoseforschung
  • Bodenökologie
  • Bodensystemforschung
  • Landschaftsökologie
  • Naturschutzforschung
  • Ökosystemleistungen (in Kooperation mit iDiv)
  • Physiologische Diversität (in Kooperation mit iDiv)

Wasserressourcen und Umwelt

  • Aquatische Ökosystemanalyse
  • Catchment Hydrology
  • Fließgewässerökologie
  • Hydrogeologie
  • Limnologie

Chemikalien in der Umwelt

  • Analytik
  • Analytische Umweltchemie
  • Bioanalytische Ökotoxikologie
  • Molekulare Systembiologie
  • Ökologische Chemie
  • System-Ökotoxikologie
  • Umweltimmunologie
  • Wirkungsorientierte Analytik
  • Zelltoxikologie

Umwelt- und Biotechnologie

  • Isotopenbiogeochemie
  • Solare Materialien
  • Technische Umweltchemie
  • Umweltbiotechnologie
  • Umweltmikrobiologie
  • Umwelt- und Biotechnologisches Zentrum (UBZ)

Smarte Modelle und Monitoring

  • Hydrosystemmodellierung
  • Monitoring- und Erkundungstechnologien
  • Ökologische Systemanalyse
  • Umweltinformatik

Umwelt und Gesellschaft

  • Bioenergie
  • Ökonomie
  • Stadt- und Umweltsoziologie
  • Umweltpolitik
  • Umwelt- und Planungsrecht

Integrierte Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Integrierten Projekten (IP) als Kernstück der UFZ-Forschung findet die integrierte und transdisziplinäre Forschung statt. Auch die Integrierten Projekte sind Themenbereichen zugeordnet, allerdings nur rein administrativ. Sie arbeiten aber gemäß ihrer Zielstellungen und Inhalte Themenbereich- und Department-übergreifend.

TB Ökosysteme der Zukunft

  • IP Neue Ökosysteme[10]
  • IP Landnutzungskonflikte[11]

TB Wasserressourcen und Umwelt

TB Chemikalien in der Umwelt

TB Umwelt- und Biotechnologien

  • IP Umweltverhalten von Chemikalien[16]
  • IP Nachhaltige Biotechnologie und Bioökonomie[17]

TB Smarte Modelle und Monitoring

  • IP Vom Modell zur Vorhersage[18]

TB Umwelt und Gesellschaft

  • IP Urbane Transformation[19]
  • IP Raumwirksamkeit der Energiewende[20]

Mitglied, Kooperationen, Netzwerke, Zertifizierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das UFZ ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. In diesem Verbund haben sich 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentrenmit mehr als 38.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresbudget von über vier Milliarden Euro zusammengeschlossen. Das UFZ forscht in drei der insgesamt sechs Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft: (1) Erde und Umwelt (85 % der UFZ-Ressourcen), (2) Energie (8 %) sowie (3) Gesundheit (7 %).

Das UFZ kooperiert und arbeitet mit einer Vielzahl von Behörden, Forschungseinrichtungen und Organisationen national und international (u. a. UNEP, EU, Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES), Umweltbundesamt (UBA), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Bundesamt für Naturschutz (BfN)) zusammen.

Das UFZ ist Mitglied von PEER (Partnership for European Environmental Research). PEER ist ein Zusammenschluss von acht europäischen Umweltforschungszentren und wurde 2001 gegründet. In den PEER-Zentren sind mehr als 5.000 Personen beschäftigt. Das Gesamtbudget aller acht Zentren hat einen Umfang von ungefähr 430 Mio. € pro Jahr. Mit der Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte und der Förderung der Zusammenarbeit europäischer und internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler will PEER dazu beitragen, die Umweltforschung und deren Rolle auf europäischer Ebene zu stärken.

Das UFZ ist mit den Universitäten Leipzig, Halle-Wittenberg und Jena sowie weiteren Forschungseinrichtungen Kooperationspartner des 2012 gegründeten Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Das iDiv hat seinen Sitz in Leipzig und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Seit 2005 ist das UFZ nach dem betrieblichen Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) validiert. Seit 2014 trägt es das Audit „berufundfamilie“.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundfinanzierung tragen zu 90 % die Bundesrepublik Deutschland und zu jeweils 5 % die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt mit insgesamt 64,9 Mio € Das Gesamtbudget mit Drittmitteln und sonstigen Einnahmen beträgt 89,6 Mio € (Stand Dez. 2016).

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das UFZ gibt eine Reihe von Broschüren, Thesenpapieren und weiteren Publikationen heraus. Jährlich erscheint ein Jahresbericht über die Arbeit des Zentrums.[21]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Resonator-Podcast der Helmholtz-Gemeinschaft: Das UFZ in Leipzig (Folge 7, 17. Juni 2013)
  2. http://www.ufz.de/index.php?de=34262
  3. Themenbereich Ökosysteme der Zukunft
  4. Themenbereich Wasserressourcen und Umwelt
  5. Themenbereich Chemikalien in der Umwelt
  6. Themenbereich Umwelt- und Biotechnologie
  7. Themenbereich Smarte Modelle und Monitoring
  8. Themenbereich Umwelt und Gesellschaft
  9. Die Themenbereiche und ihre Departments
  10. IP Neue Ökosysteme
  11. IP Landnutzungskonflikte
  12. IP Stoffdynamik in Einzugsgebieten
  13. IP Gesunde Aquatische Ökosysteme
  14. IP Wasserknappheit
  15. IP Exposom
  16. IP Umweltverhalten von Chemikalien
  17. IP Nachhaltige Biotechnologie und Bioökonomie
  18. IP Vom Modell zur Vorhersage
  19. IP Urbane Transformation
  20. IP Raumwirksamkeit der Energiewende
  21. Informationen und Publikationen, UFZ


Koordinaten: 51° 21′ 7,5″ N, 12° 25′ 43,8″ O