Helmholtzplatz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Helmholtzplatz
Coat of arms of Berlin.svg
Platz in Berlin
Helmholtzplatz
Die Lettestraße begrenzt den Platz im Norden
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Prenzlauer Berg
Angelegt 1897
Neugestaltet 1998–2001
Hist. Namen D XII
Einmündende Straßen
Raumer Straße,
Lychener Straße,
Lettestraße
Schliemannstraße,
Dunckerstraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Straßenverkehr
Technische Daten
Platzfläche 240 × 70 Meter

Der Helmholtzplatz ist ein rechteckiger Platz im Ortsteil Prenzlauer Berg des Bezirks Pankow von Berlin. Er bildet den zentralen Platz des Helmholtzkiezes. Er ist benannt nach dem Physiker Hermann von Helmholtz. Der stark begrünte Platz mit mehreren Kinderspielplätzen und einem Kieztreff liegt etwa drei Meter über dem Niveau der ihn umgebenden Wohnstraßen Raumer Straße, Lychener Straße, Lettestraße, Schliemannstraße und Dunckerstraße. Er vermittelt den Charakter eines kleinen Parks inmitten des dichtbesiedelten Altbaugebiets und erfüllt die Funktion einer wichtigen Erholungsfläche für die Bewohner.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Helmholtzplatz liegt im Nordosten Berlins in einem dicht bebauten Wohngebiet, das durch die Schönhauser Allee, die Danziger Straße, die Prenzlauer Allee sowie die S-Bahn-Trasse der Ringbahn begrenzt wird. Umgangssprachlich wird das Gebiet auch Helmholtzkiez genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hobrecht-Plan von 1862, der auch die Bebauung des damals noch landwirtschaftlich genutzten Windmühlenbergs vorsah, trug der Platz die Bezeichnung D XII. 1885 wurde die in diesem Gebiet bestehende Ringofen-Ziegelei des Deutsch-Holländischen Aktien-Bauvereins gesprengt und mit Mietwohnhäusern bebaut. Erst nach Protesten der Anwohner hin wurden die Reste des alten Ringofens zugeschüttet. Am 4. August 1897 erhielt der Platz dann seinen heutigen Namen. Bereits 1898 begann man mit der Gestaltung als gärtnerische Schmuckanlage mit Spielbereichen. 1928 wurde in der Osthälfte des Platzes ein Trafohaus als elektrische Schaltstation gebaut. Dieses wurde mit einem Sitzbereich und Wetterschutz ergänzt.

Spielplatzbereich im Westteil des Platzes

Am Ende des Zweiten Weltkriegs gab es auch einige Zerstörungen auf dem Helmholtzplatz. Danach wurde er als parkähnlicher Stadtplatz mit Kinderspielplatz, Sitzgelegenheiten und Wiese neu gestaltet. Um 1950 wurde der Säulenbereich des Trafohauses vermauert. 1976 wurde auf dem Platz eine öffentliche Bedürfnisanstalt gebaut und ein Ballspielplatz eingerichtet. 1983 wurde ein großer Teil des Platzes versiegelt, um ihn als zentralen Verkehrserziehungsgarten des damaligen Stadtbezirks Prenzlauer Berg zu nutzen.

Nach der Wende 1989 gab es zahlreiche Ideen zur Umgestaltung des Platzes. Die Säulenhalle des Trafohauses wurde wieder freigelegt und es gab Ausgrabungen im Bereich der alten Ziegelei. In den 1990er Jahren wurde das Quartier um den Helmholtzplatz vom Berliner Senat zum Sanierungsgebiet erklärt. 1993 lobte der Senat einen Wettbewerb zur Freiraumgestaltung aus. Allerdings dauerte es bis 1998, ehe die Gelder für einen Umbau zur Verfügung standen. In der Zwischenzeit verwilderte der Platz und wurde zu einem Treffpunkt von Punks und Alkoholikern. 1998 wurden dann zunächst der Bolzplatz und die Spielanlagen rekonstruiert. Von 1999 bis 2001 wurden die übrigen Bereiche in drei Bauabschnitten unter Berücksichtigung verschiedener Nutzerbedürfnisse neu gestaltet. Aus der Bedürfnisanstalt wurde ein Nachbarschaftshaus und in das Trafohaus zog ein Laden für Kindermode mit Aktionsgalerie ein.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Dunckerstraße 77 befindet sich eine Zweigstelle des Heimatmuseums Prenzlauer Berg, wo im ersten Stock die Geschichte der Bebauung des Helmholtzkiezes anschaulich vermittelt wird. Die Exponate (eine im Stil der Zeit um 1900 ausgestattete Zweizimmerwohnung) stammen aus dem 1987 eröffneten und im Juni 1995 aus Kostengründen geschlossenen Museum „Berliner Arbeiterleben um 1900“ in der Husemannstraße 12.
  • Im Haus Ecke Duncker-/Raumerstraße drehte Andreas Dresen 2005 seinen Spielfilm Sommer vorm Balkon.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. Funeck, W. Schönholz, F. Steinwasser: Park- und Grünanlagen in Berlin, Berlin-Information 1987, ISBN 3-7442-0028-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Helmholtzplatz (Berlin-Prenzlauer Berg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 32′ 35″ N, 13° 25′ 9″ O