Helmkräuter

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Helmkräuter
Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata), Illustration

Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata), Illustration

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Scutellarioideae
Gattung: Helmkräuter
Wissenschaftlicher Name
Scutellaria
L.

Die Helmkräuter (Scutellaria) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die 360 bis 460 Arten sind fast weltweit verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Scutellaria violacea
Blütenkelch mit gestielten Drüsenhaaren und deutlich vierlappiger Fruchtknoten von Scutellaria ovata var. rugosa in 10 × Vergrößerung
Skulptierte Klausen im haltbaren Kelch von Scutellaria mexicana

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scutellaria-Arten wachsen selten als einjährige oder meist ausdauernde krautige Pflanzen; einige Arten verholzen teilweise und wachsen als Halbsträucher oder Sträucher.[1] Die Wuchshöhen variieren je nach Art von 5 Zentimetern bis zu 1 Meter. Einige sind Wasserpflanzen. Manche Arten bilden Rhizome[2] oder bei manchen Arten Pflanzenknollen[3]. Die Pflanzenteile sind meist geruchlos.[4][1] Die oberirdischen Pflanzenteile sind meist behaart, manchmal sind es Drüsenhaare (Indument).[3] Die meist selbstständig aufrechten bis niederliegenden oder selten kletternden[5], einfache oder verzweigten Sprossachsen[3] sind oft im Querschnitt viereckig.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist meist einfach oder selten fiederspaltig[1] und ganzrandig oder gezähnt.[4]

Blütenstände, Blüten und Früchte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In endständigen oder seitenständigen, traubigen oder ährigen Blütenständen stehen viele Blüten oft in Paaren in den Achseln der Tragblätter zusammen.[2][1] Es können Trag- und Deckblätter vorhanden sein, von denen die obersten meist mehr oder weniger sitzend sind[3].[4]

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind kurz röhrig verwachsen. Der seitlich abgeflachte, glockenförmige Blütenkelch ist mehr oder weniger gleich zweilippig.[2][3] Die Kelchlippen sind einfach und ganzrandig.[1] Auf der früh abfallenden Kelchoberlippe sitzt bei manchen Arten ein gerundeter, konkaver, schuppenförmiger, schildförmiger Fortsatz und sie ist deutlich sackförmig,[1] der der Gattung den Namen „Helmkräuter“ einbrachte. Die fünf Kronblätter sind zu einer langen Röhre verwachsen.[2] Die innen kahle und außen ringförmig fein flaumig behaarte Kronröhre ist mehr oder weniger stark nach oben gekrümmt bis fast aufrecht mit gebogener, sackförmiger oder gespornter Basis.[1] Die Kronröhre weitet sich allmählich zum Kronschlund.[1] Die Blütenkronen endet zweilippig; wobei die Ober- kleiner ist als die Unterlippe. Die aufrechte Oberlippe in mehr oder weniger einfach und kapuzenförmig. Bei der dreilappigen Unterlippe ist der mittlere Kronlappen breit, abgeflacht sowie einfach, die Seitenlappen sind mehr oder weniger mit der Oberlippe verbunden und sind manchmal ausgebreitet.[1] Die Farben der Kronblätter reichen von weiß bis gelb und von rosafarben über rot bis blau. Von den vier parallelen[3] Staubblättern[2] sind die vorderen, mehr oder weniger gleichen zwei die längeren und liegen unter der Oberlippe.[1] Die bewimperten[3] oder an der Öffnung bärtigen Staubbeutel stehen paarweise zusammen. Bei den vorderen Staubblättern bestehen die Staubbeutel aus zwei Theken, bei den hinteren ist eine Theke reduziert.[1] Der grünlich-gelbe Diskus ist gut entwickelt unterhalb des Fruchtknotens. Der oberständige Fruchtknoten ist vierlappig.[4] Der Griffel ist pfriemlich und an der Spitze ungleich zweiteilig.[1]

Der Kelch teilt sich bis zur Fruchtreife an den Nähten bis zur Basis und die haltbare Kelchunterlippe umhüllt die Frucht und.[3][1] Die Klausenfrucht zerfällt in vier einsamige Teilfrüchte (Klausen) Die braunen oder schwarzen, trockenen Klausen sind eiförmig,[3] abgeflacht ellipsoid, verkehrt-eiförmig bis fast kugelig[1] und ihre Oberfläche ist sehr unterschiedlich skulptiert. Es ist kein Endosperm vorhanden.[4]

Chromosomensätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahlen betragen 2n = 12 bis 88, meist 20, 22, 24, 32 oder 34.[4][6]

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Scutellaria wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 598[7] aufgestellt. Typusart ist Scutellaria galericulata L.[8] Synonyme für Scutellaria L. sind: Anaspis Rech. f., Cassida Ség., Cruzia Phil., Harlanlewisia Epling, Hastifolia Ehrh., Perilomia Kunth, Salazaria Torr., Theresa Clos.[9]

Die Gattung Scutellaria gehört zur Unterfamilie der Scutellarioideae (Dumort.) Caruel innerhalb der Familie der Lamiaceae. Bei manchen Autoren ist die monotypische Gattung Salazaria Torr. nicht in Scutellaria eingegliedert. Es wurde versucht die Gattung zu gliedern, beispielsweise mit einseitswendigen und vierzeiligen Blütenständen in zwei Untergattungen, doch haben sich diese Versuche als unbrauchbar erwiesen.[1]

Die Gattung Scutellaria ist fast weltweit verbreitet. Nur in den tropisch-feuchten Tieflandgebieten gibt es wenig Arten. Im tropischen Afrika gibt es nur wenige Arten. In China kommen etwa 98 Arten vor.[1]


Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv Xi-wen Li, Ian C. Hedge: Lamiaceae.: Scutellaria. S. 75 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994, ISBN 0-915279-24-X.
  2. a b c d e f g B. K. Richardson: Scutellaria. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press, Cambridge 1972, ISBN 0-521-08489-X, S. 135 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b c d e f g h i Richard G. Olmstead: Scutellaria. bei Jepson eFlora 2013.
  4. a b c d e f Lamiales: Scutellaria L. - Datenblatt des Royal Botanic Gardens, Kew. (Memento des Originals vom 1. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kew.org
  5. a b c d e f g h i j k l m n Scutellaria bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  6. Scutellaria bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  7. Linné 1753 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
  8. Scutellaria bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 17. September 2014.
  9. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx dy dz ea eb ec ed ee ef eg eh ei ej ek el em en eo ep eq er es et eu ev ew ex ey ez fa fb fc fd fe ff fg fh fi fj fk fl fm fn fo fp fq fr fs ft fu fv fw fx fy fz ga gb gc gd ge gf gg gh gi gj gk gl gm gn go gp gq gr gs gt gu gv gw gx gy gz ha hb hc hd he hf hg hh hi hj hk hl hm hn ho hp hq hr hs ht hu hv hw hx hy hz ia ib ic id ie if ig ih ii ij ik il im in io ip iq ir is it iu iv iw ix iy iz ja jb jc jd je jf jg jh ji jj jk jl jm jn jo jp jq jr js jt ju jv jw jx jy jz ka kb kc kd ke kf kg kh ki kj kk kl km kn ko kp kq kr ks kt ku kv kw kx ky kz la lb lc ld le lf lg lh li lj lk ll lm ln lo lp lq lr ls lt lu lv lw lx ly lz ma mb mc md me mf mg mh mi mj mk ml mm mn mo mp mq mr ms mt mu mv mw mx my mz na nb nc nd ne nf ng nh ni nj nk nl nm nn no np Rafaël Govaerts, A. Paton, Y. Harvey, T. Navarro, M. del Rosario García Peña: World Checklist of Lamiaceae, 2003 in ACCESS: 1-216203. In: Rafaël Govaerts (Hrsg.): Scutellaria. In: World Checklist of Selected Plant Families = WCSP - The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 21. Januar 2018.
  10. a b c Scutellaria im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen im 16. September 2014.
  11. a b c d e Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Kosmos-Atlas Mittelmeer- und Kanarenflora. Über 1600 Pflanzenarten. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1994, ISBN 3-440-06223-6.
  12. a b c Suche nach „Scutellaria“ in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Helmkräuter (Scutellaria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien