Helmut Bauer (Neurologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Helmut Johannes Bauer (* 31. März 1914 in Klingenberg; † 16. Januar 2008) war ein deutscher Mediziner. Er war ein international bedeutender Neurologe und Multiple Sklerose-Forscher und der Mentor der deutschen Multiple Sklerose-Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauer, aufgewachsen in Siebenbürgen, wanderte 1922 mit seiner Familie nach Ohio aus. Nach seinem Schul- und Collegebesuch studierte er Medizin an der Charité der Humboldt-Universität zu Berlin. 1939 wurde er dort über ein arbeitsmedizinisches Thema zum Dr. med. promoviert. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft war Bauer zunächst in Hamm tätig, ab 1947 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zu einer Facharztausbildung. 1955 habilitierte er sich über die Einführung der Elektrophorese in die Liquordiagnostik und die Identität der Liquorproteine mit den Eiweißkörpern des Blutes für das Fach Neurologie.

Nach einer Gastprofessur in Ohio folgte 1963 der Ruf auf den Lehrstuhl für Neurologie sowie die Leitung der Abteilung für Neurologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Er engagierte sich für den Ausbau der Neurochemie, errichtete 1964 ein neurochemisches Labor und 1967 eine neurologische Intensivstation. Für die Medizinische Fakultät hatte er von 1968 bis 1969 das Amt des Dekans inne. 1980 wurde er emeritiert.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Hauptarbeitsfeld war das Gebiet der Multiplen Sklerose; er machte sich damit international einen Namen. Er wurde unterstützt durch das Förderprogramm Biomedizinische Technik der VW-Stiftung und am DFG-Schwerpunkt für Multiple Sklerose. Zusammen mit Folker Hanefeld stellte er fest, dass Multiple Sklerose bereits bei Kindern auftritt.[1]

Neben vielen Ämtern gehörte er 1959 zu den Gründungsmitgliedern der Kommission für Neurochemie der World Federation of Neurology. Er war unter anderem Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Ehrenmitglied der britischen und der französischen Gesellschaften für Neurologie sowie korrespondierendes Mitglied der Amerikanischen Neurologischen Gesellschaft. Für sein Engagement wurde er mit der Ehrenpräsidentschaft der DGN geehrt.

Bauer ist auch der Namensgeber des 2003 eingerichteten „Helmut-Bauer-Nachwuchspreises für Multiple Sklerose-Forschung“ der Universität Göttingen. Zu Ehren seines 90. Geburtstages fand 2004 ein Internationales Symposium zur Eröffnung des Instituts für Multiple-Sklerose-Forschung in Göttingen statt.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Professor Dr. Helmut Bauer verstorben, Informationsdienst Wissenschaft, 18. Januar 2008.
  2. Eröffnung erstes „Institut für MS-Forschung“ in Deutschland. Universität Göttingen, 31. März 2004